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Montag, 23. Juni 2025

Ordination

Ein Zitat

Sascha Schmiedl werden bei der Ordination von Bischof Stefan Zürcher, Distriktsvorsteher Serge Frutiger, Pfarrerin Nicole Becher und Pfarrer Rolf Wyder die Hände aufgelegt. An der Gitarre Sam Stauffer.
Foto © Jörg Niederer
"Wir als einzelne, aber auch als Kirche, sind unter die Räuber gefallen. Wir haben Liebe nötig. Und Gott ist der barmherzige Samaritaner. Gott ist Liebe, und das Urbild der Barmherzigkeit..." Bischof Stefan Zürcher in der Konferenzpredigt am 22. Juni 2025 in Langenthal

Ein Bibelvers - Lukas 10,33

"Aber dann kam ein Samariter dorthin, der auf der Reise war. Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm."

Eine Anregung

Konferenzsonntage der Evangelisch-methodistischen Kirche sind die grössten Feste im methodistischen Kirchenjahr. Einmal pro Sommer begegnen sich dabei Christ:innen aus der Schweiz, Frankreich und Nordafrika mit weiteren Gästen. In diesem Jahr gab es im Gottesdienst ein eindrückliches Theater zum Thema der Verwurzelung, vorgeführt von Kindern der Methodistenkirche Langenthal. Dort in der Markthalle fanden die Feierlichkeiten denn auch statt.

Besonders an diesen Gottesdiensten ist die Beauftragung von neuen Mitarbeitenden in der Kirche. Als Lokalpfarrer wurden Richard Böck, Teferi Kassa, Denis Kennel, Lukas Merz und Daniel Wyder beauftragt. Für den Weg in den Ordinierten Dienst beauftragt wurde Benjamin Geiser. Besonders erfreulich war die Ordination von Saschas Schmiedl; er ist Pfarrer in den Methodistenkirchen von Klingenberg-Kreuzlingen sowie Frauenfeld-Weinfelden.

Angesichts vieler Pensionierungen von Pfarrpersonen sind neue pastorale Mitarbeitende gefragt, wie schon lange nicht mehr. So gab es denn auch einen Aufruf an junge und nicht mehr so junge Menschen, den Weg in den kirchlichen Dienst zu prüfen.

Der ganze Gottesdienst kann als Aufzeichnung angeschaut werden. In Kürze wird wohl auch die inspirierende Predigt von Bischof Stefan Zürcher in schriftlicher Form vorliegen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 22. Juni 2025

Resolution gegen Krieg

Ein Zitat

Andreas Burger stellt die Resolution gegen Krieg vor.
Foto © Jörg Niederer
"Wir sehnen uns nach dem Tag, wenn es keinen Krieg mehr gibt und Menschen in Frieden und Gerechtigkeit zusammen leben, und halten an der Erkenntnis fest, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein soll." Aus den Sozialen Grundsätzen 2024 der Evangelisch-methodistischen Kirche

Ein Bibelvers - 1. Chronik 28,3

"Aber Gott sagte zu mir: 'Nicht du sollst meinem Namen ein Haus bauen. Denn du bist ein kriegerischer Mann und hast viel Blut vergossen.'"

Eine Anregung

Die Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika hat an seiner Tagung eine Resolution gegen Krieg angenommen. Als letztes Geschäft der mehrtägigen Konferenz wurde sie vom Laiendelegierten Andreas Burger eingebracht und lautet:

"In einer Welt, in der Krieg ein akzeptiertes Mittel der Politik ist, rufen wir alle Menschen dazu auf, den Frieden zu suchen. Jesus kam in dieses Welt, um Frieden zu bringen. Seinem Beispiel wollen wir als Christinnen und Christen folgen - mit Gottes Hilfe." 

Heute findet um ab 9.30 Uhr der Konferenzgottesdienst mit Ordination statt in der Markthalle Langenthal. Der Festanlass wird auch als Livestream übertragen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 20. Juni 2025

Vertrauensbeweis

Ein Zitat

Pfarrer Klaus Fietkau spielt an der Jährlichen Konferenz 2025 in Langenthal die Leadgitarre im Musikteam der Methodistenkirche Belp.
Foto © Jörg Niederer
"Lege deine Sorgen nieder, / leg sie ab in meiner Hand. / Du brauchst mir nichts zu erklären / denn ich hab dich längst erkannt." Sefora Nelson

Ein Bibelvers - Apostelgeschichte 15,37-39

"Barnabas wollte auch Johannes Markus dabeihaben. Aber Paulus lehnte es ab, ihn noch einmal mitzunehmen. Er hatte sie ja in Pamphylien im Stich gelassen und nicht weiter bei ihrer Arbeit unterstützt. Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung. Schließlich trennten sich Paulus und Barnabas. Barnabas nahm Markus mit und segelte nach Zypern."

Eine Anregung

Der Donnerstag an der Jährlichen Konferenz der Methodistenkirche in der Schweiz war so vielfältig, dass es gar nicht einfach ist eine Auswahl zu treffen für diesen Blog. Ich habe mich entschieden, eine Geschichte wiederzugeben die am Abend Pfarrer Klaus Fietkau erzählte. Der ausgezeichnete Gitarrist trat zusammen mit der Band der Evangelisch-methodistischen Kirche Belp im Gottesdienst auf und predigte dann auch noch.

An einer Stelle wurde er sehr persönlich. Er wäre wohl nie Pfarrer geworden, wenn es da im schwäbischen Dorf nicht eine Pfarrer gegeben hätte, der ihm mehr Vertrauen entgegenbrachte als etwa der Jugendleiter. Für letzteren war Klaus Fietkau zu wenig fromm, kam nicht aus einer christlichen Familie und liebte Rockmusik. Alles Gründe, ihn nicht für Andachten in der Jugendgruppe vorzusehen. 

Doch Klaus Fietkau hatte damals als einziger einen Zweitschlüssel zur - wie er sagte - "zweitschönsten Kirche" im Schwabenland. Der dortige Pfarrer hatte ihm diesen gegeben, damit er in der Kirche auf der Gitarre üben und mit der dortigen Verstärkeranlage Musik machen konnte. Dieses Vertrauen des Pfarrers sei der Schlüssel gewesen zu seinem heutigen Beruf und seiner Berufung.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 8. April 2025

Möge der Herr dich plagen! - ein Segen

Ein Zitat

Abgebrochenes Tännchen bei Fischenthal.
Foto © Jörg Niederer
"Vielfalt ist nicht die Würze des Lebens, sondern das Leben selbst." Bischof Woodie White in "Confessions of a prairie pilgrim"

Ein Bibelvers - Psalm 109,28

"Sollen sie nur fluchen, du aber wirst segnen. Als sie mich angriffen, sind sie gescheitert. So hat dein Knecht allen Grund zur Freude."

Eine Anregung

Gestern ist mir der folgende Segen untergekommen. Er wurde von Bischof Woodie White an der evangelisch-methodistischen Generalkonferenz von 1996 in Denver, Colorado den Delegierten weitergegeben.

"Und nun, möge der Herr dich plagen. Möge der Herr dir die Gesichter der Hungrigen, der Einsamen, der Abgelehnten und der Verachteten vor Augen halten.

Möge der Herr dich mit dem Leid der Verletzten, der Verwundeten, der Unterdrückten, der Misshandelten, der Opfer von Gewalt heimsuchen.

Möge Gott dich mit Schmerz und einem brennenden Durst nach Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit beschenken.

Möge der Herr dir Mut und Kraft und Mitgefühl geben, damit unsere Welt besser wird, damit deine Gemeinde eine bessere Gemeinde wird, damit deine Kirche eine bessere Kirche wird.

Und mögest du dein Bestes tun, um dies zu erreichen, und dann möge der Herr dir Frieden schenken."

Was mir an diesem Segen gefällt: Er nimmt die Gesegneten in die Pflicht und übertüncht die Not dieser Welt nicht mit schönen Worten. Denn wie könnten wir in Frieden leben, wenn es uns nicht gelingt, die Not der Anderen zu mildern und zu beseitigen?

Was mir daran nicht gefällt: Dass der Frieden davon abhängig gemacht wird, dass ich zuerst mein Bestes gegeben habe für die Beseitigung der Not in der Welt. Heisst das nicht, dass ich wohl nie ganz in Frieden leben kann?

Wie denkst du über diesen herausfordernden Segen?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 15. März 2025

Wort des Bischofs

Ein Zitat

Zu 10 Themen aus dem "Wort des Bischofs" an die Zentralkonferenz wurde in Gruppen diskutiert und Gedanken dazu notiert.
Foto © Jörg Niederer
"Ich schwanke immer wieder zwischen Hoffnung, und der Realität der Kirche." Bischof Stefan Zürcher

Ein Bibelvers - Johannes 14,27

"Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen."

Eine Anregung

Keine Bischofsbotschaft aber ein "Wort des Bischofs" gab es an der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirchen in Winterthur. Bischof Stefan Zürcher, seit zwei Jahren im Amt, wollte nach dieser relativ kurzen Zeit noch nicht mit einer Botschaft aufwarten. So berichtet er in seinem Wort über seine Arbeit und seine ersten Eindrücke.

Gestern Morgen nahmen sich die Delegierten viel Zeit, um über 10 der Themen, die im Wort des Bischofs angesprochen werden, auszutauschen und ergänzende Vorschläge auf Flipchart-Blätter zu notieren. Hier an dieser Stelle gibt es exklusiv einige Ausschnitte aus dem Wort des Bischofs.

Als erstes wird dabei das Konferenzthema "Schalom mit uns" aufgenommen: "Denn das ist Gottes Mission in dieser Welt: Schalom zu schaffen, umfassendes Wohl für alle Menschen und Geschöpfe. … Gottes Schalom hat eine geistliche Dimension. Diese zielt auf eine heile Beziehung zu Gott. … Gottes Schalom hat eine individuelle, persönliche Dimension. Diese zielt auf eine heile Beziehung mit sich selbst. … Gottes Schalom hat eine soziale, gesellschaftliche Dimension. Diese zielt auf heile Beziehungen zu den Mitmenschen und auf eine lebensfördernde menschliche Gemeinschaft. … Gottes Schalom hat eine kosmische Dimension. Diese zielt auf heile Beziehungen zur Mitschöpfung."

Über seine Begegnungen in den verschiedenen Länder schreibt er: "Ein wesentlicher und schöner Teil meines Dienstes sind, wie erwähnt, die Reisen, die Begegnungen und die vielen Gespräche mit Leitungsverantwortlichen, Mitarbeitenden, Gemeindegliedern, Vertreterinnen aus der Ökumene oder mit politischen Verantwortungsträgern in den Ländern unserer Zentralkonferenz. Die Gastfreundschaft, der ich dabei begegne, beeindruckt mich immer wieder. Tischgemeinschaft und miteinander Essen oder das gemeinsame Beten und Feiern erlebe ich als Momente geteilten Lebens und Glaubens und auch des Geniessens. Dabei will ich nicht unterschlagen, dass in manchen Situationen auch das gemeinsame Ringen um Klarheit, Lösungen und um die nächsten Schritte dazu-gehören."

Inhaltlich sind die Verwerfungen beim Thema der Menschlichen Sexualität etwas in den Hintergrund gerückt. Bischof Stefan schreibt dazu: "Sowohl an diesen Treffen wie auch bei Pastorentreffen war die Frage der menschlichen Sexualität und der Umgang unserer Kirche damit ein Thema. Informationen aus erster Hand, ein offenes Ohr und eine Gesprächsatmosphäre, die es erlaubte, Befürchtungen und Hoffnungen zu teilen, trugen aber mit dazu bei, den Fokus wieder mehr und mehr auf andere Themen und Herausforderungen zu lenken. Als hilfreich erweist sich dabei, dass die ausserordentliche ZK 2022 vorausschauend einen Weg festlegte, wie wir mit unseren unterschiedlichen Überzeugungen gemeinsam weitergehen wollen. … Bis auf unsere Kirche in Tschechien sehen alle JKs einen weiteren gemeinsamen Weg in der ZK. Weiterhin sind Achtsamkeit, ein gutes Aufeinander-Hören und gegenseitige Wertschätzung nötig." 

Herausforderungen gibt es auch. So etwa der Pfarrpersonenmangel, oder auch die Altersstruktur der Kirche. Bischof Stefan schreibt: "In vielen Gebieten unserer ZK gehören mehrheitlich Menschen in der zweiten Lebenshälfte zu unseren Gemeinden, und die Mitgliederzahlen stagnieren oder nehmen ab. Wachstum erleben wir unter anderem in den jungen Teilen unserer Kirche in Rumänien und Albanien oder dort, wo es gelingt, Kirche mit Menschen mit internationalem Hintergrund zu bauen."

Was Bischof Stefan wichtig ist in seinem Dienst, zählt er im Wort des Bischofs ebenfalls auf: "Unsere Kirche als zerbrechliches Gefäss wertschätzen … Mit vielfältigen Formen von Kirche experimentieren … Kinder und Jugendliche erfahren lassen, dass sie schon heute Teil unserer Kirche sind. … (Junge) Menschen fördern, so dass sie sich zu hingebungsvollen Leitenden entwickeln." 

Das Wort des Bischofs endet mit dem Dank: "Ich danke Gott, der uns durch seinen Schalom miteinander verbindet, durch seinen Heiligen Geist ausrüstet und leitet, ermutigt und behütet."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 10. März 2025

Eine Tür, drei Angebote

Ein Zitat

Eingangsbereich der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen, neu mit der Anschrift des Gebetshauses.
Foto © Jörg Niederer
"Als überkonfessionelle Initiative treten wir nicht in Konkurrenz zu den Kirchen und Gemeinden." Aussage auf der Webseite des Gebetshauses

Ein Bibelvers - Psalm 42,9

"Am Tag schenkt der Herr mir seine Güte und in der Nacht dank ich ihm mit einem Lied – mit einem Gebet zum Gott meines Lebens!"

Eine Anregung

Ab heute finden die Angebote des Gebetshauses St. Gallen in den Räumen der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen an der Kapellenstrasse 6 statt. Nach etlichen Gesprächen haben sich die Methodist:innen von St. Gallen entschlossen, ihre Räume in einem Mietverhältnis dem Gebetshaus zur Verfügung zu stellen. 

Das Gebetshaus ist keine Kirche oder Gemeinde, aber will den Kirchen und Gemeinden dienen. Überkonfessionell trifft man sich, um für die Nöte der Welt und für die Stadt St. Gallen zu beten und um den dreieinige Gott Tag und Nach anzurufen. Geleitet wird das Gebetshaus St. Gallen durch Andreas Recher und ein Team. Das Büro des Gebetshauses befindet sich nun auch in der Methodistenkirche.

Das heisst nicht, dass es die Methodistenkirche in St. Gallen nicht mehr gibt. Deren Anlässe finden parallel zu den Angeboten des Gebetshauses St. Gallen statt.

Hinzu kommt noch eine evangelische Gemeinde von Ukrainerinnen und Ukrainer, welche jeweils am Sonntagnachmittag und am Mittwochabend ihre Gottesdienste und Versammlungen im Haus an der Kapellenstrasse abhalten.

So führt nun eine Tür zu drei christlichen Angebote. Drei Organisationen teilen sich in die Räume. Es wird interessant sein, zu beobachten, was sich an Synergie daraus ergeben wird. Vorerst heisst es, sich an die unterschiedlichen Lebens- und Glaubensvollzüge zu gewöhnen. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingen wird.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 5. März 2025

Aschekreuz to go

Ein Zitat

In einem Fass mit Kreuzen brennt ein Feuer über der Asche.
Foto © Jörg Niederer
"Die Narretei ist nun vorbei, der Alltag kehrt mit Stille ein. Ein Aschekreuz, so fein, so sacht, erinnert uns an neue Kraft." Quelle unbekannt

Ein Bibelvers - Hiob 42,6

"Darum bereue ich meine Worte und finde Trost, so wie ich hier in Staub und Asche sitze."

Eine Anregung

Aschermittwoch. An diesem Tag kann man auf den Strassen von St. Gallen ein Aschekreuz empfangen. "Aschekreuz to go" nennt sich dieser Versuch, den christlichen Glauben wieder nahe zu den Menschen zu bringen. Dahinter steht die Römisch-Katholische Kirche. 

Da kommt die Frage auf, wie die Spendung des Aschekreuzes in den evangelischen Kirchen gehandhabt wird. In der protestantischen Kirche war es lange Zeit unüblich, an Aschermittwoch den Glaubenden ein Aschekreuz auf die Stirn zu zeichnen. Wohl aber ist der Aschermittwoch ein Tag der Besinnung mit Busse und Fasten. 

Methodistische Kirchen kommen aus der Tradition der Anglikanischen Kirche. In den USA gehört daher die Spendung des Aschekreuzes zum Kirchenjahr dazu. Ein Zitat dazu: "John Wesley, der Gründer des Methodismus, betonte die Bedeutung von Umkehr und Erneuerung im christlichen Leben. Seine Lehren über die vorbereitende, rechtfertigende und heiligende Gnade stimmen mit den Themen der Fastenzeit überein und machen den Aschermittwoch zu einem kraftvollen Moment, um sich erneut dem Streben nach Heiligkeit zu widmen."

So gibt es denn auch methodistische Liturgien für den Gottesdienst an Aschermittwoch, in denen die Spendung des Aschenkreuzes vorgesehen ist. In einer solchen Liturgie heisst es: 

"Liebe Geschwister in Christus

Die ersten Christen haben mit großer Hingabe die Tage des Leidens und der Auferstehung unseres Herrn begangen. Es wurde zum Brauch in der Kirche, dass vor dem Osterfest eine vierzigtägige Zeit der geistlichen Vorbereitung stattfand. Während dieser Zeit wurden die zum Glauben Bekehrten auf die Heilige Taufe vorbereitet.

Es war auch eine Zeit, in der Personen, die schwere Sünden begangen und sich von der Gemeinschaft des Glaubens getrennt hatten, durch Busse und Vergebung versöhnt und wieder in das Leben der Kirche aufgenommen wurden. Auf diese Weise wurde die ganze Gemeinde an Barmherzigkeit und Vergebung erinnert, die im Evangelium von Jesus Christus verkündet werden und an die Notwendigkeit, dass wir alle unseren Glauben erneuern müssen.

Ich lade dich daher im Namen der Kirche ein, eine heilige Fastenzeit zu halten: durch Selbstprüfung und Reue, durch Gebet, Fasten und Entsagung und durch das Lesen und die Betrachtung des heiligen Wortes Gottes.

Um einen rechten Anfang der Reue zu machen, und als Zeichen für unsere sterbliche Natur, lasst uns jetzt vor unserem Schöpfer und Erlöser niederknien." 

 Es folgt die Danksagung mit Asche:

"Allmächtiger Gott, du hast uns aus dem Staub der Erde erschaffen. Gib, dass diese Asche für uns ein Zeichen unserer Sterblichkeit und Reue ist, damit wir uns daran erinnern, dass uns nur durch deine Gnadengabe das ewige Leben geschenkt wird; durch Jesus Christus, unseren Erlöser. Amen." 

Dann wird die Asche ausgeteilt. Der Pfarrer oder die Pfarrerin und alle anderen Helferinnen und Helfer nehmen vor der Gemeinde Platz und fordern die Gemeinde mit Worten oder Gesten auf, nach vorne zu kommen. Die Gottesdienstleitenden tauchen einen Daumen in die Asche und machen auf der Stirn eines jeden ein Kreuz.

Also auch evangelische Christen zumindest methodistischer Prägung kennen das Aschekreuz auf der Stirn.

Ich wünsche allen einen gesegneten Aschermittwoch.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 23. Februar 2025

Was bleibt?

Ein Zitat

Die Lazariterkirche Gfenn bei Dübendorf sieht wie eine Festung aus.
Foto © Jörg Niederer
"Ohne Glauben ist nichts möglich. Mit ihm ist nichts unmöglich." Mary McLeod Bethune (1875-1955)

Ein Bibelvers - Jakobus 2,14

"Meine Brüder und Schwestern! Was nützt es, wenn jemand behauptet zu glauben, sich der Glaube aber nicht in Taten zeigt?"

Eine Anregung

Höchste Zeit, auf meinen Kollegen Pfarrer Stefan Gerber vom gms Studen hinzuweisen. Besonders an einem Sonntag passt das gut. Da kann man sich einen seiner interessanten Podcasts anhören. In seinem neusten Beitrag "Finde deine Wachstumsspur" geht er der Frage nach, was wir in unserem Leben hinterlassen. Ist es nur eine Einstellung, dann bleibt nicht viel. Aber worauf kommt es dann an. Dazu wird von Stefan Gerber der biblische Autor Jakobus hinzugezogen - aber natürlich, wie es sich für einen Methodisten gehört, auch John Wesley. Mehr verrate ich nicht. Unterhaltsam ist seine Rede auf jeden Fall.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 28. Oktober 2024

Schnecken - mehr als Delikatessen

Ein Zitat

Haarschnecken haben sich unter einem herbstlichen Blatt versteckt.
Foto © Jörg Niederer
"Die Spirale steht für Ewigkeit. Sie kann ins Unendliche weitergezogen werden. Selbst im Universum ist dies Form zu finden. Wir leben auf einem Planeten in einer Spiralgalaxie." Aus der Predigt "Schneckengleichnisse"

Ein Bibelvers - Römer 1,20

"Denn sein [Gottes] unsichtbares Wesen ist seit der Erschaffung der Welt erkennbar geworden – und zwar an dem, was er geschaffen hat. Es ist seine ewige Macht und seine Göttlichkeit."

Eine Anregung

Ich komme noch einmal auf Schnecken zu sprechen. Das für mich aktuell schönste Foto von Schnecken ist per Zufall entstanden. Auf einer Wanderung habe ich innegehalten, und dabei drehte ich, ohne es zu wollen ein Herbstblatt um. Eine winzigkleine Haarschnecke hatte sich darunter versteckt. Erst zuhause bemerkte ich dann auch noch das zweite Exemplar an diesem herbstlichen Blatt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie von Haarschnecken gehört. Wie schön, dass es in Gottes Natur immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt, selbst im Herbst (des Lebens).

Ein Nachtrag zum Erntedank-Gottesdienst über Schnecken von gestern in der Methodistenkirche St Gallen. Heute entdeckte ich zufällig einen SRF-Beitrag aus der Serie "Unsere wilden Freunde" (Dokumentationen in anderen Landessprachen) über Schecken aus dem Jahr 2020. Der Beitrag in französischer Sprache ist deutsch untertitelt und bietet sehr interessante Einblicke in das Leben unserer Mollusken.

Wer lieber meine Predigt "Schneckengleichnisse" nachlesen möchte, kann das auf der Webseite der EMK St. Gallen tun.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 16. August 2024

Tief schürfen

Ein Zitat

Sascha Schmiedl spricht an der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Rothrist.
Foto © Jörg Niederer
"Es war eine sehr schreckliche Zeit für mich, als mir mein überlieferter Kindheitsglauben plötzlich weggebrochen ist und ich zwei Jahre durch eine sehr schwierige Zeit ging, bis ich dann in der Tiefe dem sehr robusten Kern vom christlichen Glauben begegnet bin, der sich als sehr stabil durch die Zeit bis heute erwiesen hat." Sascha Schmiedl, Methodistenpfarrer in Klingenberg und Weinfelden

Ein Bibelvers - Galater 5,16

"Damit will ich sagen: Lasst euer Leben vom Geist Gottes bestimmt sein und richtet es danach aus. Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben."

Eine Anregung

Es sind keine kurzen Beiträge und auch kein rhetorisches Feuerwerk. Sperrig sind sie. Etwas für Menschen, die nicht gleich wieder wegklicken. Es braucht Zeit, um Sascha Schmiedl zu folgen. Da ist dieses Bemühen, dem Leben von heute auf der Basis des christlichen Glaubens Sinn zu geben.

"Tief graben" will der Methodistenpfarrer, und einige der gefunden Schätze auf dem YouTube-Kanal teilen. Es geht ihm nicht darum, Menschen vom eigenen Glauben zu überzeugen. Er will sich mit dem, was er aus christlicher Perspektive erlebt hat, einbringen in einer Weise, die vielleicht "für alle, die zuhören" eine Bereicherung sein können. Dabei orientiert er sich an drei Leitlinien: 1. Biblischer Bezug, 2. relevant für die heutige Zeit, und 3. Die Theorie Praxis werden lassen.

Ich habe mir den YouTube-Kanal abonniert, und das nicht nur, weil ich seit mehreren Jahren mit Sascha Schmiedl in der Methodistenkirche Weinfelden zusammenarbeite, sondern weil ich ihn so noch einmal anders, ernsthafter und vertiefter erleben darf. Das tut mir gut.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 5. Juli 2024

Über die Alten

Ein Zitat

Rüstiger Senior unterwegs am Bahnhof Wil.
Foto © Jörg Niederer
"Das Geheimnis eines schönen Alters ist der würdige Umgang mit der Einsamkeit." Gabriel Garcia Marquez (1927-2014)

Ein Bibelvers - 2. Mose 20,12

"Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren und für sie sorgen! Dann wirst du lange leben in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir geben wird."

Eine Anregung

Da ich am Sonntag über das Verhältnis der Generationen predigen möchte, und dabei den Schwerpunkt auf die ältere Bevölkerung legen werde, habe ich mich gefragt, was die neuen Sozialen Grundsätze, welche an der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im April/Mai 2024 angenommen wurden, über die älteren Menschen und das Altern sagen. Hier also der Text: 

DIE POLITISCHE GEMEINSCHAFT

C. Ältere Menschen und das Älterwerden 

Ältere Menschen haben viele Gaben. Wir rufen die Kirche, die Regierungen und zivile Einrichtungen auf, ihnen fortlaufend zu ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und zu Gottes Werk in der Welt beizutragen. Ältere Menschen haben ein Recht auf Unterstützung und Schutz vor den Risiken des Älterwerdens, welche sich in wirtschaftlicher Benachteiligung, ungerechten Erbschaftsverfahren, unzureichender öffentlichen Gesundheitsfürsorge sowie systematischer Vernachlässigung aufgrund von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Behinderungen und weiteren wirtschaftlichen Lebensbedingungen äussern.

Wir fordern die Kirche, die Regierungen und die Zivilgesellschaft auf, sozialpolitische Strategien und Programme zu entwickeln und umzusetzen, die den Bedürfnissen und Rechten älterer Menschen Rechnung tragen. Wir unterstützen eine Sozialpolitik, die ältere Menschen in das gesellschaftliche Leben integriert und Ressourcen für ihr Wohlergehen garantiert, einschließlich diskriminierungsfreier Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Bildungs- und Dienstleistungsangebote. Sie sollen Zugang zu medizinischer Versorgung und Wohnraum haben, geschützt werden vor wirtschaftlicher oder psychologischer Ausbeutung sowie auf eine hochwertige, öffentlich unterstützte Seniorenbetreuung bauen können. Wir befürworten die Selbstbestimmung älterer Menschen unabhängig davon, ob sie allein, in Familien oder Institutionen leben. Wir verurteilen die Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität durch unnötige Medikamente oder durch Einschränkungen ihrer sozialen Teilhabe und ihrer Handlungsfähigkeit.

Siehe zu diesem Teil der Sozialen Grundsätze auch die Beiträge vom 11. Mai 2024, vom 20. Mai 2024, vom 22. Mai 2024 und 7. Juni

(Anmerkung: Die Sozialen Grundsätze wurden in der hier verwendeten revidierten Version an der diesjährigen Generalkonferenz in Charlotte angenommen. Die vorläufige deutschsprachige Übersetzung der Sozialen Grundsätze hilft zwar beim Verstehen des englischen Originals, hat aber diverse sprachliche und orthografische Mängel. Diese versuche ich im von mir wiedergegebenen Text zu korrigieren. Es handelt sich also nicht um eine von den deutschsprachigen Zentralkonferenzen autorisierte Version. 

Die Sozialen Grundsätze sind nicht kirchenrechtlich verbindlich, sondern als Anleitung zu einer im Glauben an Christus begründeten Lebensführung zu verstehen. Ihre Geschichte begann vor mehr als 110 Jahren mit dem ersten Sozialen Bekenntnis, das durch die Bischöfliche Methodistenkirche formuliert wurde.)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Donnerstag, 4. Juli 2024

Warum Religion, warum nicht Wissenschaft?

Ein Zitat

Pfarrer und Superintendent Stephan Schröckenfuchs anlässlich eines Gottesdienstes in Wien.
Foto © Jörg Niederer
"Es [das Lesen in der Bibel] regt mich an, selber zu denken, mir eine Meinung zu bilden und ein erwachsener, vernünftiger Mensch zu werden. Und dafür ist die Bibel sehr genial." Stephan Schröckenfuchs im Mitmach-Podcast

Ein Bibelvers - Matthäus 6,9+13

"Unser Vater im Himmel... stell uns nicht auf die Probe, sondern rette uns vor dem Bösen."

Eine Anregung

Stephan Schröckenfuchs ist methodistischer Pfarrer in Wien und Superintendent in der österreichischen Jährlichen Konferenz. Am 14. Juni beantwortete er im Mitmach-Podcast der Evangelischen Kirche A.B. Fragen von Hörerinnen und Hörern. Da wollte man Antworten hören auf Fragen wie: 

  • "Wie soll ich die Bibel verstehen, wenn Teile davon so altmodisch oder gar widersprüchlich sind?"
  • "Wenn Gott so gut ist, warum gibt es dann soviel Leid?" 
  • "Warum sollte man heute noch an Religion glauben, wo doch alles so wissenschaftlich ist?"
  • "'Und führe uns nicht in Versuchung' heisst es in allen christlichen Glaubensgemeinschaften. Führt uns Gott tatsächlich als liebender Gott in Versuchung?" 
  • "Ich bin mir unsicher über meine sexuelle Orientierung. Wir meine Kirche mich trotzdem akzeptieren?" 

Die Antworten von Stephan Schröckenfuchs kommen schnell, sind überlegt und immer wieder auch von einem seelsorglichen Grundton getragen. Es lohnt sich, die 39 Minuten Sendezeit dabeizubleiben.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Montag, 1. Juli 2024

Bluegrass-Gospel in St. Gallen

Ein Zitat

Rosi und Kent Miller spielen Bluegrass-Gospel in der Methodistenkirche St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Gloria, Gloria, Gloria, jemand hat mich berührt. Das muss die Hand meines Herrn gewesen sein." The Stanley Brothers

Ein Bibelvers - 1. Mose 1,11

"Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es geschah so."

Eine Anregung

"Ohne den Bass geht es nicht." Gleich mehrfach betonte Kent Miller die Bedeutung des Kontrabasses, gespielt von seiner Frau Rosi. Für einige war es ein schönes Wiedersehen mit dem Bluegrass-Ehepaar, für andere war es das erste Mal, dass sie "The Millers" erleben durften.

Man erfuhr so einiges über den Bluegrass-Gospel, der an diesem Morgen in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen erklang und eine Botschaft aus dem ländlichen Nordamerika in einer Schweizer Stadt erklingen liess. Dass es den Old Stile gibt und den New Stile beim Spielen auf einem Banjo, und dass nicht alle Bluegrass-Musiker beides beherrschen. Dass immer wieder neue Stücke geschrieben werden. Dass man auf dem Banjo kein Tremolo spielen könne, wohl aber auf der kleinen Mandoline. Das Banjo aber sei auch eine kleine Trommel. Dass es ein Instrument ist, das die in die USA verschleppten Sklaven dorthin gebracht haben. Und auch erfuhr man, dass Kent und Rosi beide Staatsbürgerschaft besitzen, die der USA und die der Schweiz, und folglich den Fussball an beiden Orten interessiert verfolgen. Dies auch schon deshalb, weil eines ihrer Enkelkinder selbst Fussball spiele. Ob Bluegrass-Musikerinnen und 
-Musiker eher republikanisch oder demokratisch wählen, war eine Frage, die auch beantwortet wurde. Es gäbe beides, komme auf den Ort an, ob eher im Süden der USA oder im Norden. Und dann gäbe es auch noch jene, welche einen modernen Bluegrass vertreten, so Kent Miller, die hätten etwas im Kopf, und folglich würden sie eher - na was wohl? - wählen.

Was der Bluegrass-Gospel, der in der Kirche erklang, schön vermitteln konnte, war die einfache, herzliche Vertrautheit der Menschen hinter den Liedern mit der christlichen Glaubensbotschaft.

Und welch Überraschung: Nicht etwa der Apfelbaum ist die erste, in der Bibel erwähnte Pflanze, sondern, und das fanden die Kinder heraus, die am Konzert dabei waren, es ist das Gras, passend zu dem sehr ursprünglichen Musikstiel Bluegrass, der auf deutsch "Blaugras-Musik" heissen würde. Den Kindern, aber auch den Erwachsenen, gefiel besonders eine musikalische Dampflokfahrt über den Säntis, bei dem Kohle geschaufelt aber auch gebremst werden musste, und auf diesem Weg zugleich auch die Vielfalt des Banjos demonstriert wurde. 

Das anschliessende Mittagessen mit Beefburgern vom Grill, French fries, Coleslaw und Muffins gab weiter Gelegenheit zu Gesprächen über die eher Sorgen bereitenden US-Präsidentschaftswahlen, über Gott, Nashville, den Gospel, das Leben und die Musik.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 28. Juni 2024

Beim Bären in St. Gallen

Ein Zitat

Der Bär auf dem Bärenplatz in St. Gallen einmal in unüblicher Farbe.
Foto © Jörg Niederer
"Ich erinnere mich, und wenn ich dann versuche, mich zu erinnern, vergesse ich es wieder." Winnie the Pooh

Ein Bibelvers - Jesaja 59,11

"Vor Trauer brummen wir wie die Bären und gurren wie die Tauben. Wir hoffen auf Recht, aber es kommt nicht. Wir warten auf Rettung, doch sie bleibt aus."

Eine Anregung

Der Bärenplatz in St. Gallen ist Handlungsort so mancher Geschehnisse. Ob allerdings der steinerne Bär dort wirklich St.Galler-grün eingefärbt wurde? Am morgigen Samstag, den 29. Juni, kann man dies überprüfen und dort auch Frauen und Männer der Methodistenkirche antreffen. Sie bieten den Passantinnen und Passanten Kaffee, Kuchen und Spiele an. Vorbeischauen lohnt sich. Kinder kommen auch auf ihre Rechnung.

Falls jemand nicht weiss, was so alles in einer Methodistenkirche geschieht, kann sich nie einfacher darüber informieren als in der Zeit zwischen 10.00 und 15.00 Uhr.

Wir freuen uns auf den Besuch bei uns am Stand auf dem Bärenplatz St. Gallen.

Und nicht vergessen: Am Sonntag gibt es Bluegrass-Musik in der Kirche.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 27. Juni 2024

Bluegrass in der Kirche

Ein Zitat

Rosi und Kent Miller sind seit vielen Jahren als The Millers Botschafter dieser amerikanischen Volksmusik in der Schweiz.
Foto © Jörg Niederer
"Bluegrass hat mehr Menschen zusammengebracht und mehr Freundschaften geschlossen als jede andere Musik der Welt. Man trifft Menschen auf Festivals und erneuert Jahr für Jahr Bekanntschaften." Bill Monroe (1911-1996) US-amerikanischer Country-Sänger, Musiker und Songwriter.

Ein Bibelvers - 1. Petrus 1,24-25

"Denn es heisst: 'Alle Menschen sind wie Gras. Und ihre ganze Herrlichkeit ist wie eine Wiesenblume. Das Gras verdorrt und die Blume verwelkt. Aber das Wort des Herrn bleibt für alle Zeit.' Es ist dieses Wort, das euch als Gute Nachricht verkündet worden ist."

Eine Anregung

"The Millers", das sind Rosi und Kent Miller. Ihre Leidenschaft gilt seit vielen Jahren der Bluegrass-Musik. Durch die Arbeit in der Swiss Bluegrass Music Association (SBMC) sind sie mit vielen Grössen der Szene aufgetreten oder haben sie zu Konzerten in die Schweiz geholt. Auch schon viele Jahre arbeitet Kent Miller als Redaktor und Moderator bei Country Radio Switzerland. Seine Sendung "The SBMA Bluegrass Show" wird jeweils am Sonntag um 19 Uhr sowie am Montag und Donnerstag als Wiederholungen ausgestrahlt. Auf der Webseite können die neuesten Ausgaben auch als Podcast angehört werden.

Am kommenden Sonntag, dem 30. Juni (Siehe Flyer!) werden The Millers anstelle eines Gottesdienst den Sonntagmorgen in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen gestalten. Der Anlass beginnt um 10.15 Uhr an der Kapellenstrasse 6. Nebst ihrem musikalischen Können werden Rosi und Kent an diesem Morgen auch viel Interessantes über den Bluegrass erzählen.

Die Kinder sind anfänglich beim Konzert dabei, um dann in ihr eigenes Programm zu wechseln.

Passend zu diesem Anlass werden anschliessend Burger (auch Vegi), Kuchen und Getränke offeriert. 

Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte erhoben. Alle sind herzlich zu diesem musikalischen Leckerbissen eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 16. Juni 2024

Anfangen und Vollenden

Ein Zitat

Grégoire Chahinian präsentiert den Bericht der Distriktsvorsteherin und der Distriktsvorsteher.
Foto © Jörg Niederer
"Deshalb liegt es an uns, auf sie zuzugehen, uns zu 'destabilisieren'... aus Liebe!" Grégoire Chahinian

Ein Bibelvers - Johannes 17,18; 20,21

"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich jetzt euch!"

Eine Anregung

Der Konferenzgottesdienst der methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika ist ein Höhepunkt im Kirchenjahr und wird heute ab 10.00 Uhr aus Rothrist per Livestream übertragen.

Im Rückblick auf die Tagung des methodistischen Kirchenparlaments möchte ich einige Sätze aus dem Bericht der Distriktsvorsteherin und der Distriktsvorsteher hier wiedergeben. Formuliert hat den Bericht in diesem Jahr Grégoire Chahinian. Seine Worte, er ist für Frankreich zuständig, haben eine besondere Aktualität in diesen Tagen, in der sich ein Teil der französischsprachigen Gemeinden aus der Evangelisch-methodistischen Kirche gelöst und eine eigene Kirche gegründet hat. 

Hier also einige Zitate aus dem Bericht der Distriktsvorsteherin und der Distriktsvorsteher: 

"Jesus ist dafür bekannt, ein Freund der Sünder zu sein, und nicht nur 'Kontakte' zu ihnen zu haben."

"Es ist zwingend notwendig, dass unsere Gemeinden heute ihren öffentlichen Aussenraum definieren, damit sie wissen, wie sie dort präsent sein und ihre Mitmenschen lieben können."

"Man muss sich wirklich der (realen und normalen) psychologischen Barriere unserer Zeitgenossen bewusstwerden: wie schwierig es für sie ist, zu uns zu kommen, sich von ihrer Familie abzugrenzen, an einen unbekannten Ort zu kommen. Es ist eine fast unmögliche Mission für sie! Sich so sehr verunsichern lassen? Stellen wir uns vor, wir würden uns in ihre Lage versetzen und sie zu einer Veranstaltung begleiten, die uns selbst irritiert: zum Beispiel zu einem Hahnenkampf!"

"Wie auch immer, ob er es will oder nicht, der Christ trägt Christus (mit und) in sich!"

"Wir wollen, dass unsere Freunde an Christus glauben... aber: Haben wir den Mut, sie unserer Kirche so vorzustellen, wie sie sind; oder ziehen wir es vor, dass sie erst 'geläutert' werden, bevor wir sie in die Kirche integrieren?"

"Und noch bevor sie [die Jünger] wirklich bekehrt sind (vgl. Lukas 22,31ff), lässt Jesus sie arbeiten, gibt ihnen Taten auf, die sie tun sollen, bezieht sie in seinen Auftrag ein..."

"All dies, um zu zeigen, dass die Pädagogik Jesu nicht lautete: 'Glauben -> im Leben umsetzen -> Dazugehören', sondern umgekehrt: 'Dazugehören -> im Leben umsetzen -> Glauben'."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen 

Samstag, 15. Juni 2024

Sprudel und Harfe wacht auf

Ein Zitat

Pernilla Palmberg spielt konzentriert auf der Harfe, beobachtet von Gunnar Wichers.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn eine Apfelsine und ein Apfel eine Konferenz abhalten würden, könnte dabei eine Birne herauskommen." Ronald Reagan (1911-2004)

Ein Bibelvers - Sprüche 10,19

"Wo viel geredet wird, bleiben Fehler nicht aus. Wer aber seine Zunge im Zaum hält, zeigt Verstand. Was ein Gerechter sagt, ist reines Silber wert, was Frevler sich ausdenken, dagegen nichts."

Eine Anregung

An Konferenzen sammelt sich das ganze Spektrum menschlicher Reaktionsfähigkeit. Absolute Aufgeregtheit wechselt sich ab mit einem gefahrlosen Sekundenschlaf. Einmal ist man ganz bei der Sache, dann nur noch halb oder gar nicht. Auch das Studium menschlicher Frisuren und Lautäusserungen hilft mitunter, sich die Zeit totzuschlagen. Wobei die einen etwas langweilig finden, dieweil andere vor Aufregung über die gleiche Sache ganz aus dem Häuschen geraten. Meist sind die Vortragenden die, welche ihre Anliegen besonders spannend finden, ohne dass diese Ansicht auch von den Zuhörenden geteilt werden muss. Die Gewichtung ist sowieso Geschmackssache. Die einen freuen sich über ein Wort, das bei zwanzigstündigem Verhandlungsmarathon in einem Ausschuss geboren wurde, andere dagegen fragen sich, ob da nicht ein Berg eine Maus geboren hat. 

Richtig erhebend wird es aber, wenn einmal die Konzentration der einen auf die ungeteilte Aufmerksamkeit der andern trifft, und sich im Konferenzraum eine gespannte und erfüllte Stimmung ausbreitet. So geschehen bei den Harfenklängen von Pernilla Palmberg im Rahmen der Ehrungen von Jubilarinnen und Jubilaren. Da ereignete sich ein Wunder. Für einmal zerstörte kein Handy-Klingelton den Fluss der Harmonien, die in den kollektiven Gehörgang der atemlos staunenden Konferenz drangen. Fragt sich, ob das wohl auch so gekommen wäre, wenn jene Delegierten auch da gewesen wären, die es vorgezogen hatten, das Auftakt-Fussballspiel der Europameisterschaft zu schauen. 

Ein Gedanke gebiert den nächsten, und ich frage mich nun, ob eine Harfe sich eignen würde, um die Fangesänge in Stadien anzuleiten? Es wäre zumindest eine ästhetische Aufwertung der dortigen Szenerie. Statt bierbauchig paukenschlagender Recke, die fingerfertige Künstlerin und ihr Zauberinstrument. Noch eine Frage: Wie würde sich der Paukenmusiker aus dem Fussballstadium an der Tagung der Jährlichen Konferenz machen?

An Konferenzen kommen ja Welten zusammen. Gut ersichtlich wird das daran, ob man zur Partei der Sprudeltrinkenden gehört oder zu der, welche pures Wasser vorzieht. Es gibt da eine atemberaubende Bandbreite an Persönlichkeiten und Lebensstilen und grenzt an ein Wunder, dass wir trotz sprudelnder Unterschiede es lange vier Tage miteinander aushalten; und das alle Jahre wieder.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 14. Juni 2024

Befindlichkeitsrituale

Ein Zitat

Annegret Jende und Sigmar Friedrich in intensivem Gespräch während einer Konferenzpause.
Foto © Jörg Niederer
"Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Wenn wir aufhören, uns zu begegnen, ist es, als hörten wir auf zu atmen." Martin Buber (1878-1965)

Ein Bibelvers - Johannes 4,6+7

"Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von dem langen Weg und setzte sich an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde. Da kam eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: 'Gib mir etwas zu trinken.'"

Eine Anregung

Begegnungen sind ein wesentlicher Teil von Konferenzen. In diesem Jahr kommen nebst den vielen Delegierten, die ich kenne, auch noch die Gemeindeglieder der Methodistenkirche Rothrist dazu. Es sind schöne Begegnungen, die mich an die Zeit erinnern, als ich Pfarrer hier im Dorf war. So wurde und werde ich immer wieder gefragt, wie es mir gehe. Die schnellen Floskeln würden mich vor längeren Erklärungen retten. Soll ich wirklich sagen, es gehe mir gut, wenn es gar nicht so eindeutig ist? Also sage ich, und bewege den Kopf dabei nachdenklich hin und her, es sei mir auch schon besser gegangen. Das führt unweigerlich zu weiteren Erklärungen. Ich komme auf meine Schmerzen zu sprechen und dann auch auf den kürzlichen Tod meines jüngsten Bruder. Nun mag das wiederholte Erzählen mir helfen, diese belastenden Dinge zu verarbeiten. Zugleich möchte ich nicht jedes Mal die Aufmerksamkeit auf mich und meine Sorgen lenken. Auch ist es ja nicht so, dass es da nicht auch Schönes gibt im Leben, selbst jetzt, in diesen durchzogenen Tagen. Ich freue mich über all die interessanten Gespräche und Begegnungen, die oft anknüpfen an Erlebnissen, die schon weiter zurückliegen. Zugleich sind meine Gedanken immer wieder bei meinem Bruder, mit dem ich solche Begegnungen viel zu wenig hatte, und die ich nun auch nicht mehr nachholen kann.

Also frage ich zuerst, noch bevor man mich fragen kann: Wie geht es dir? Je nach Antwort folgt ein intensives Gespräch oder auch nicht. Beides ist und tut gut.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 13. Juni 2024

Geschwisterlich beten

Ein Zitat

Die Schwestern Marianne Hasler und Christine Moll leiten das Gebet zum Auftakt der methodistischen Jährlichen Konferenz 2024 in Rothrist.
Foto © Jörg Niederer
"Die Menschen sind da, um einander zu helfen, und wenn man eines Menschen Hilfe in rechten Dingen nötig hat, so muss man ihn dafür ansprechen." Jeremias Gotthelf (1797 - 1854)

Ein Bibelvers - Psalm 3,9

"Beim Herrn findet sich Hilfe. Sprich deinen Segen über dein Volk."

Eine Anregung

Marianne Hasler und Christine Moll sind Schwestern und beide in Rothrist aufgewachsen. Also an dem Ort, an dem die Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika aktuell bis zum kommenden Sonntag stattfindet. Gestern Abend nahmen sie die bereits angereisten Delegierten mit in eine Gebetszeit. Zu Psalmworten zeigte Marianne Hasler Fotos, welche sie in und um Rothrist herum aufgenommen hatte. Passend zum Konferenzthema "Zäme em Läbensdorscht of de Spuur" waren darauf viele Brunnen und Wasserläufe zu sehen. Der Lobpreis mit bekannten Liedern und auch die Gebetszeiten wurden von allen Anwesenden wohltutend und motivierend für die bevorstehenden Geschäftssitzungen erlebt.

Für mich klang der Abend aus an einem Tisch, den ich noch gut kenne aus meiner Zeit als Pfarrperson in Rothrist vor 15 Jahren. Zusammen mit einige weiteren Personen durfte ich die Gastfreundschaft und ein Bier bei Marianne und Daniel Hasler geniessen. Danke ihnen und allen anderen, welche sich vor Ort für eine gelingende Jährliche Konferenz einsetzen. Da geschieht viel Hilfe, um den Lebensdurst zu löschen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 12. Juni 2024

Lebensdurst und intensive Gespräche

Ein Zitat

Erstmals wird der 2022 gewählte neue Bischof Stefan Zürcher die Jährliche Konferenz über die ganze Zeit leiten.
Foto © Jörg Niederer
"Sportlicher und konditionell anspruchsvoller sind hier die angesprochen, die joggend Natur, Autobahn, Bahnstrecke, Aare und körperliche Herausforderung suchen." Aus der Information zum Konferenz-Workshop "Tuusigerstägeli"

Ein Bibelvers - Offenbarung 22,17b

"Wer Durst hat, soll kommen! Wer will, bekommt das Wasser des Lebens geschenkt."

Eine Anregung

Heute um 20.00 Uhr beginnt die Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich-Nordafrika in Rothrist mit einer Gebetszeit. Die Konferenz die unter dem Thema "Zäme em Läbensdorscht of de Spuur" steht, dauert bis zum kommenden Sonntag. Geleitet wird die Tagung vom 2022 neu gewählten Bischof Stefan Zürcher. Die Sitzungszeit ist zweigeteilt. Bis zum späteren Donnerstagnachmittag werden Themen behandelt, welche ausschliesslich den Teil Schweiz betreffen. Danach geht es um Anliegen, welche auch Frankreich und Nordafrika betreffen. Zusätzlich integriert in die Tagung sind die Hauptversammlungen von Connexio hope und develop, den beiden Hilfswerk-Bereiche der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Nebst Geschäftssitzungen wird die Tagung geprägt von vielen Gottesdiensten und Feierstunden und am Samstag und Sonntag auch von Besuchen ausgewählter Orte, an denen Wasser eine bedeutende Rolle spielt. Dafür hat die örtliche Kirchgemeinde einen interessanten Mix an Workshops zusammengestellt. So geht es etwa zum Flusskraftwerk oder in ein Biberrevier. Man kann entlang von Kanälen von Murgenthal nach Rothrist wandern oder sich mit Yoga und christlicher Spiritualität beschäftigen. Für diese Workshops ist eine Anmeldung erforderlich.

Höhepunkt ist der Konferenzsonntag. An diesem Tag reisen Methodistinnen und Methodisten an den Konferenzort, um dort den Tag mit Gottesdienst und Begegnungen zu erleben, und um sich erneut als Nachfolgende von Jesus Christus senden zu lassen. Aus diesem Grund fallen viele methodistische Gottesdienste in der Schweiz und Frankreich aus. Für Personen, welche nicht nach Rothrist reisen können, wird der Konferenzgottesdienst per Livestream übertragen, so wie zuvor auch die meisten anderen Feiern und Geschäftssitzungen an den anderen Konferenztagen.

Alle Informationen für diese besondere Zeit in Rothrist können auf der Webseite der EMK Schweiz gefunden werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen