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Samstag, 12. Juli 2025

Die neuen Sozialen Grundsätze sind da

Ein Zitat

Im Jahr 2009 stand diese Skulptur sich liebender Weinbergschnecken beim Kloster Gnadenthal.
Foto © Jörg Niederer
"Make love, not war" (Deutsch: "Macht Liebe, nicht Krieg") Antikriegsslogan aus dem Jahr 1967

Ein Bibelvers - Jakobus 3,17

"Anders aber ist die Weisheit, die von Gott kommt: Sie ist zuerst einmal rein. Dann ist sie friedlich, gütig und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist auch voller Barmherzigkeit und bringt gute Früchte hervor. Und sie ist unparteiisch und aufrichtig."

Eine Anregung

Nun sind die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche in der aktuellsten Version von 2024 auch Online verfügbar. Dies gilt sowohl in deutscher wie auch englischer Sprache.

Die Sozialen Grundsätze sind Teil der Kirchenordnung der weltweiten United Methodist Church. Mit der seit der Generalkonferenz 2024 gültigen Version liegt ein vollständig neuer Text vor, der über mehrere Jahre und durch Mitsprache von Menschen aus allen Weltgegenden entstanden ist.

Die Sozialen Grundsätze wollen Anregungen geben für ein christlich verantwortetes Leben. Sie sind in diesem Sinn nicht Gesetz, sondern Ausdruck der kirchlichen Verantwortungen gegenüber der Schöpfung, der Wirtschaft, dem Zusammenleben und der Politik. Dabei fällt den Grund- und Menschenrechten eine hohe Aufmerksamkeit zu. 

Gegenüber früheren Versionen achten diese Sozialen Grundsätze stärker auf eine globale Sichtweise, sind knapper formuliert und besser christlich-theologisch begründet.

Die deutschsprachige Version liegt auch als Heft 49 in der Reihe "EmK-Forum" vor. Es kann bezogen werden bei der Blessings 4 you GmbH, Postfach 311141, DE-70471 Stuttgart. Diese Fassung der Zentralkonferenz Deutschland ist meines Wissens weitgehend identisch mit der in der Schweiz und Österreich gültigen Version.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 22. Juni 2025

Resolution gegen Krieg

Ein Zitat

Andreas Burger stellt die Resolution gegen Krieg vor.
Foto © Jörg Niederer
"Wir sehnen uns nach dem Tag, wenn es keinen Krieg mehr gibt und Menschen in Frieden und Gerechtigkeit zusammen leben, und halten an der Erkenntnis fest, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein soll." Aus den Sozialen Grundsätzen 2024 der Evangelisch-methodistischen Kirche

Ein Bibelvers - 1. Chronik 28,3

"Aber Gott sagte zu mir: 'Nicht du sollst meinem Namen ein Haus bauen. Denn du bist ein kriegerischer Mann und hast viel Blut vergossen.'"

Eine Anregung

Die Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika hat an seiner Tagung eine Resolution gegen Krieg angenommen. Als letztes Geschäft der mehrtägigen Konferenz wurde sie vom Laiendelegierten Andreas Burger eingebracht und lautet:

"In einer Welt, in der Krieg ein akzeptiertes Mittel der Politik ist, rufen wir alle Menschen dazu auf, den Frieden zu suchen. Jesus kam in dieses Welt, um Frieden zu bringen. Seinem Beispiel wollen wir als Christinnen und Christen folgen - mit Gottes Hilfe." 

Heute findet um ab 9.30 Uhr der Konferenzgottesdienst mit Ordination statt in der Markthalle Langenthal. Der Festanlass wird auch als Livestream übertragen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 8. April 2025

Möge der Herr dich plagen! - ein Segen

Ein Zitat

Abgebrochenes Tännchen bei Fischenthal.
Foto © Jörg Niederer
"Vielfalt ist nicht die Würze des Lebens, sondern das Leben selbst." Bischof Woodie White in "Confessions of a prairie pilgrim"

Ein Bibelvers - Psalm 109,28

"Sollen sie nur fluchen, du aber wirst segnen. Als sie mich angriffen, sind sie gescheitert. So hat dein Knecht allen Grund zur Freude."

Eine Anregung

Gestern ist mir der folgende Segen untergekommen. Er wurde von Bischof Woodie White an der evangelisch-methodistischen Generalkonferenz von 1996 in Denver, Colorado den Delegierten weitergegeben.

"Und nun, möge der Herr dich plagen. Möge der Herr dir die Gesichter der Hungrigen, der Einsamen, der Abgelehnten und der Verachteten vor Augen halten.

Möge der Herr dich mit dem Leid der Verletzten, der Verwundeten, der Unterdrückten, der Misshandelten, der Opfer von Gewalt heimsuchen.

Möge Gott dich mit Schmerz und einem brennenden Durst nach Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit beschenken.

Möge der Herr dir Mut und Kraft und Mitgefühl geben, damit unsere Welt besser wird, damit deine Gemeinde eine bessere Gemeinde wird, damit deine Kirche eine bessere Kirche wird.

Und mögest du dein Bestes tun, um dies zu erreichen, und dann möge der Herr dir Frieden schenken."

Was mir an diesem Segen gefällt: Er nimmt die Gesegneten in die Pflicht und übertüncht die Not dieser Welt nicht mit schönen Worten. Denn wie könnten wir in Frieden leben, wenn es uns nicht gelingt, die Not der Anderen zu mildern und zu beseitigen?

Was mir daran nicht gefällt: Dass der Frieden davon abhängig gemacht wird, dass ich zuerst mein Bestes gegeben habe für die Beseitigung der Not in der Welt. Heisst das nicht, dass ich wohl nie ganz in Frieden leben kann?

Wie denkst du über diesen herausfordernden Segen?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 7. April 2025

Neuer Bischof für Nordeuropa, Baltikum und die Ukraine

Ein Zitat

Bischof Knut Refsdal von der Evangelisch-methodistischen Kirche Nordeuropa, Baltikum und Ukraine (Foto von der Webseite Zentralkonferenz-Webseite)
Foto © Zentralkonferenz von Nordeuropa und Eurasien der EMK
"Wir treten in eine Zeit des Wandels in der methodistischen Landschaft in Europa ein und wir wollen uns für eine intensivere Gemeinschaft einsetzen. Wenn wir in einer einzigen Zentralkonferenz zusammenkommen wollen, könnte das eine gute Herausforderung für uns sein." Der neu gewählte Bischof Knut Refsdal

Ein Bibelvers - Psalm 37,5

"Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen."

Eine Anregung

Am 4. April wurde an der Zentralkonferenz für Nordeuropa und Eurasien der Evangelisch-methodistischen Kirche, die vom 3. bis 6. April 2025 in Kopenhagen, Dänemark stattfand, Pfarrer Knut Refsdal zum Bischof über das Bischofsgebiet von Nordeuropa, das Baltikum und die Ukraine gewählt. Er folgt auf Bischof Christian Alsted, der das Ruhestandsalter erreicht hat. Der 55-jährige Knut Refsdal wird das Bischofsamt am 25. Mai aufnehmen.

Bischof Refsdal verfügt über langjährige Erfahrung in der ökumenischen Arbeit. Seit 2024 ist der methodistische Geistliche Pfarrer in der lutherischen Gemeinde Jeløy. In Norwegen sind Methodistenpfarrer:innen berechtigt, in der Kirche von Norwegen als Geistliche zu wirken.

Bischof Refsdal hat mehrere Bücher veröffentlicht. Er hat einen Master in Theologie vom Evangelisch-methodistischen Theologischen Seminar in Oslo und hat sich in den Bereichen Wirtschaft, Personalmanagement, Konfliktmanagement, Führung und Religionswissenschaften weitergebildet.

Mit der Wahl von Knut Refsdal zum Bischof hat sich die methodistische "Bischofslandschaft" in Europa vollständig erneuert. Da sich das Bischofsgebiet von Russland und Eurasien unter der Leitung von Bischof Eduard Khegay von der Evangelisch-methodistischen Kirche abspalten wird, verbleiben nun noch drei Bischofsgebiet in Europa: die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa mit dem 2022 gewählten Bischof Stefan Zürcher (siehe Beitrag vom 18. November 2022), die Zentralkonferenz von Deutschland mit dem 2025 gewählten Bischof Werner Philipp (siehe Beitrag vom 14. Februar 2025) und dem nun ebenfalls 2025 neu gewählten Bischof Knut Refsdal für die Region Nordeuropa, Baltikum und die Ukraine.

(Die Quellen zu diesem Beitrag: 1. Webseite der Zentralkonferenz von Nordeuropa und Baltikum 2. Bischöfe der United Methodist Church)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 21. März 2025

Neue Webseite der Methodistenkirche St. Gallen

Ein Zitat

Die neue Webseite der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen kommt aufgeräumter und übersichtlicher daher.
Foto © Jörg Niederer
"Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann." Joseph Weizenbaum (1923–2008) deutsch-amerikanischer Informatiker und Computerkritiker

Ein Bibelvers - Markus 16,15

"Jesus sagte zu den elf Jüngern: 'Geht in die ganze Welt hinaus. Verkündet allen Menschen die Gute Nachricht.'"

Eine Anregung

Seit einigen Tagen ist die neue Webseite der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen aufgeschaltet.

Neu kommt sie aufgeräumter und übersichtlicher daher. Es stehen drei Haupt-Menüpunkte zur Verfügung: "Angebote", "Kontakte und Personen", sowie "Raumvermietung". In Untermenüs zu finden sich die "Gemeindebriefe" und "Predigten".

Die Seite baut sich gegenüber der früheren bedeutend schneller auf. Lange Wartezeiten gehören zur Vergangenheit. Weitere Inhalte der Methodist:Innen von St. Gallen finden sich darüber hinaus auch auf YouTube, Facebook, Bluesky, Instagram, X und Threads.

In den kommenden Wochen mag das eine oder andere noch zur neuen Webseite hinzukommen. Doch für den ersten Eindruck und die Angaben zu einen Besuch in der Kirche, die ihren Standort an der Kapellenstrasse 6 zwischen den Hauptsitzen der Raiffeisenbank, dem Modeunternehmen Akris und dem Hotel Einstein hat, ist alles angerichtet.

Hier geht es zur Webseite der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 17. März 2025

Die Zukunft der Evangelisch-methodistischen Kirche in Europa

Ein Zitat

Die Bischöfe Harald Rückert (bisher) und Werner Philipp (neu) von der Zentralkonferenz Deutschland und Bischof Stefan Zürcher von der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa präsentieren Gedanken zur zukünftigen Kirche in Europa.
Foto © Jörg Niederer
"Vertrauen ist die massgebliche Währung für die Methodist:innen in Europa."

Ein Bibelvers - Hebräer 13,7

"Haltet die im Gedächtnis, die eure Gemeinde geleitet und euch das Wort Gottes verkündet haben. Haltet euch vor Augen, wie ihr Leben zu Ende gegangen ist. Und nehmt euch ihren Glauben zum Vorbild."

Eine Anregung

An der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von Mittel- und Südeuropa, welche vom 13.-16. März in Winterthur stattfand, stellten die drei EMK-Bischöfe Harald Rückert, Werner Philipp und Stefan Zürcher Überlegungen einer zukünftigen EMK in Europa vor. Auslöser ist, dass an der Tagung der Zentralkonferenz von Nordeuropa (Skandinavien und Baltikum) und Eurasien vom 2.-6. April 2026 ein neuer Bischof oder eine neue Bischöfin gewählt wird. Nach dieser Wahl wird sich das eurasische Gebiet unter Leitung des bisherigen Bischofs Eduard Khegay abspalten und als autonome Kirche organisieren. Ebenfalls schon heute nicht mehr zur EMK gehören die Methodist:innen in Estland.

Dies führt wohl dazu, dass diese Zentralkonferenz von Nordeuropa in acht Jahren nicht mehr als eigenständiges Bischofsgebiet verbleiben kann. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass eine Konzentration auf zwei statt drei Bischofsgebiete in Europa erfolgen muss.

In der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa möchte man am liebsten keine strukturellen Veränderungen. Das Gefüge in einer Kirche mit sehr unterschiedlichen Jährlichen Konferenzen, die sich eben gerade gefunden hat beim Umgang mit unterschiedlichen Ansichten zur Sexualität und dem Bibelverständnis, ist und bleibt fragil. Historische Gegebenheiten aus der Zeit des 2. Weltkriegs und der einstigen Sowjetunion haben massgeblich die heutige Struktur mit drei Zentralkonferenzen in Europa bestimmt. So ist die Zentralkonferenz von Deutschland ein Sonderfall in Europa, besteht sie doch nur aus Jährlichen Konferenzen Deutschlands. Das Misstrauen gegenüber dem einstigen Aggressor und Kriegsgegner Deutschland verunmöglichte eine internationalere Zusammensetzung.  

Verschiedene Rednerinnen und Redner habe daher betont, dass nun vertrauensbildende Massnahmen von zentraler Bedeutung sind. Auch solle man beim weiteren Nachdenken nicht zuerst von Strukturveränderungen ausgehen, sondern vom Missionsauftrag der Kirche.

Der nächste Schritt auf diesem Weg zu einer zukünftigen Evangelisch-methodistischen Kirche in Europa erfolgt an einer gemeinsamen Tagung aller Exekutivkomitees der drei aktuellen Zentralkonferenzen im Frühjahr 2026 in Reutlingen.

Anders ist die Entwicklung in Afrika. Dort wurden an der Zentralkonferenz, welche letzte Woche stattgefunden hat, zwei neue zusätzliche Bischofsgebiete eingerichtet und vier neue Bischöfe gewählt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 16. März 2025

Weltkirche ganz nah

Ein Zitat

Üllas Tankler ergreift das Wort an der methodistischen Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa.
Foto © Jörg Niederer
"Lass deine Worte das wahre Bild deines Herzens sein." – John Wesley (1703-1791)

Ein Bibelvers - Epheser 2,4+5

"Aber Gott ist reich an Barmherzigkeit. Mit seiner ganzen Liebe hat er uns geliebt und uns zusammen mit Christus lebendig gemacht. Das tat er, obwohl wir tot waren aufgrund unserer Verfehlungen. – Aus reiner Gnade seid ihr gerettet! –"

Eine Anregung

Vom 13.-15. März fand in Winterthur die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche vom Mittel- und Südeuropa statt. Verschiedene Delegierte und Gäste besuchen aus diesem Grund heute verschiedene Gottesdienste. 

Auch für die Region Ostschweiz findet heute ein Gottesdienst mit Mittagessen und anschliessendem Nachmittagsprogramm in der Evangelisch-methodistischen Kirche Uzwil statt. Um 10.30 beginnt der Anlass am Kindergartenweg 13 in Niederuzwil.

Predigen wird Üllas Tankler. Er ist der Regionalsekretär für Europa, Eurasien und Nordafrika des weltweit tätigen Missionswerks unserer Kirche. Aus Estland stammend ist er bestens vernetzt und kennt sich wie kein anderer in den verschiedenen Ländern seines Wirkungsbereichs aus. Auf vielfältige Weise unterstützt er die missionarischen Anstrengungen der lokalen Gemeinden. Am Nachmittag wollen wir mit ihm ins Gespräch kommen über seine Erfahrungen, sein Leben, seine Hoffnungen und Wünsche, aber auch darüber, was er von Regionalisierungen hält und ob er neue und wirksame Gemeindemodelle für unserer Zeit kennt. Auch über seine Einschätzung zur EMK in der Ukraine werden wir mit ihm austauschen. Üllas Tankler spricht fliessend deutsch.

Der Anlass kann ohne Anmeldung besucht werden. Für das Mittagessen ist jede Person selbst verantwortlich. Kaffee, Tee und Kuchen stehen zur Verfügung.

Alle Infos zu diesem aussergewöhnlichen Sonntagsanlass findet man auf dem Flyer.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 13. März 2025

Ein Team für den Bischof

Ein Zitat

Die Arbeitsgruppe Bischofsamt. V.l.n.r.: László Khaled (HU-RO), Bozena Daszuta (PL), Stefan Schröckenfuchs (AT), Ivana Procházková (CZ) und Jörg Niederer (CH). Es fehlt Daniel Sjanta (RS).
Foto © Jörg Niederer
"Wachstum erleben wir unter anderem in den jungen Teilen unserer Kirche in Rumänien und Albanien oder dort, wo es gelingt, Kirche mit Menschen mit internationalem Hintergrund zu bauen." Bischof Stefan Zürcher in seinem Bericht an die Zentralkonferenz

Ein Bibelvers - Johannes 20,21

Jesus: "Schalom mit euch!"

Eine Anregung

Von heute bis zum kommenden Sonntag tagt in Winterthur die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche von Mittel- und Südeuropa (ZKMSE) unter der Leitung von Bischof Stefan Zürcher.

Meist unmittelbar voraus trifft sich die Arbeitsgruppe (AG) Bischofsamt, welche sich aus je einer Person jeder Jährlichen Konferenz (Synode) zusammensetzt, die zur ZKMSE gehört. Dazu zählen die Jährlichen Konferenzen Ungarn-Rumänien, Polen, Österreich, Tschechien, Serbien-Nordmazedonien-Albanien und Schweiz-Frankreich-Nordafrika. Aufgabe der AG Bischofsamt ist es, den von der Zentralkonferenz gewählten amtierenden Bischof konstruktiv-kritisch zu begleiten. Bischof Stefan Zürcher wurde im Herbst 2022 vorerst für 6 Jahre gewählt. Nach knapp zwei Jahren im Amt hat er sich zur Freude aller gut in die Leitung und Begleitung der Jährlichen Konferenzen eingearbeitet. So wurde die Sitzung der AG Bischofsamt, die überwiegend aus dem Gespräch mit dem Bischof bestand, zu einer überaus erfreulichen Sache.

Selbst habe ich die AG Bischofsamt nun 11 Jahre geleitet. Zeit, diesen Stab in andere Hände weiterzugeben.

In diesem Jahr wird die Zentralkonferenz nebst vielen weiteren Geschäften auch die offizielle deutschsprachige Übersetzung der Sozialen Grundsätze gutheissen. Der Text wurde in Zusammenarbeit mit der Zentralkonferenz Deutschland aus dem Amerikanischen übersetzt. Weiter werden wichtige Schritte beschlossen, welche es der Jährlichen Konferenz Tschechien ermöglicht, sich in etwa ein/zwei Jahren von der Evangelisch-methodistischen Kirche zu lösen und als selbstständige methodistische Kirche zu formieren.

Am Rand wurde ich von Delegierten aus dem Ausland mehrfach gefragt, was man so als Spezialität der Stadt Winterthur kaufen könne. Auch die Winterthurer selbst wussten darauf keine befriedigende Antwort. Falls jemand echte Winterthurer Spezialitäten kennen sollte, wäre ich um eine kurze Nachricht dankbar. (Das Fan-Halstuch des FC Winti ist ja nur für wirklich eingefleischte Fussballfans eine Freude.)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 10. März 2025

Eine Tür, drei Angebote

Ein Zitat

Eingangsbereich der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen, neu mit der Anschrift des Gebetshauses.
Foto © Jörg Niederer
"Als überkonfessionelle Initiative treten wir nicht in Konkurrenz zu den Kirchen und Gemeinden." Aussage auf der Webseite des Gebetshauses

Ein Bibelvers - Psalm 42,9

"Am Tag schenkt der Herr mir seine Güte und in der Nacht dank ich ihm mit einem Lied – mit einem Gebet zum Gott meines Lebens!"

Eine Anregung

Ab heute finden die Angebote des Gebetshauses St. Gallen in den Räumen der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen an der Kapellenstrasse 6 statt. Nach etlichen Gesprächen haben sich die Methodist:innen von St. Gallen entschlossen, ihre Räume in einem Mietverhältnis dem Gebetshaus zur Verfügung zu stellen. 

Das Gebetshaus ist keine Kirche oder Gemeinde, aber will den Kirchen und Gemeinden dienen. Überkonfessionell trifft man sich, um für die Nöte der Welt und für die Stadt St. Gallen zu beten und um den dreieinige Gott Tag und Nach anzurufen. Geleitet wird das Gebetshaus St. Gallen durch Andreas Recher und ein Team. Das Büro des Gebetshauses befindet sich nun auch in der Methodistenkirche.

Das heisst nicht, dass es die Methodistenkirche in St. Gallen nicht mehr gibt. Deren Anlässe finden parallel zu den Angeboten des Gebetshauses St. Gallen statt.

Hinzu kommt noch eine evangelische Gemeinde von Ukrainerinnen und Ukrainer, welche jeweils am Sonntagnachmittag und am Mittwochabend ihre Gottesdienste und Versammlungen im Haus an der Kapellenstrasse abhalten.

So führt nun eine Tür zu drei christlichen Angebote. Drei Organisationen teilen sich in die Räume. Es wird interessant sein, zu beobachten, was sich an Synergie daraus ergeben wird. Vorerst heisst es, sich an die unterschiedlichen Lebens- und Glaubensvollzüge zu gewöhnen. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingen wird.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 8. März 2025

Frauen

Ein Zitat

Selbstbewusste junge Trachtenfrau am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2010 in Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer

"Menschenrechte sind Frauenrechte. Und Frauenrechte sind Menschenrechte."
Hillary Clinton (*1947)

Ein Bibelvers - 1. Samuel 25,32+33

"Da sagte David zu Abigajil: 'Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Er hat dafür gesorgt, dass du mir heute begegnet bist. Gelobt sei deine Klugheit! Du sollst gesegnet sein, weil du mich heute vor Schuld bewahrt hast. So habe ich kein Blut vergossen und mich nicht mit eigener Hand gerächt.'"

Eine Anregung

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. Entstanden vor dem 1. Weltkrieg sollte er der Gleichberechtigung und dem Wahlrecht für Frauen sowie der Emanzipation von Arbeiterinnen Vorschub leisten. 

Bis heute gibt es immer noch Gesellschaften, welche die Frauen systematisch von Entscheidungen ausschliessen. Die MeToo-Bewegung hat weiter aufgezeigt, dass Männer auch in aufgeklärten Gesellschaften sich gegenüber Frauen Ungeheuerlichkeiten herausgenommen haben und es wohl immer noch tun.

Ich freue mich sehr, dass ich in einer Kirche arbeite, welche die Gleichstellung von Männern und Frauen weitgehend umgesetzt hat. So wurde der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz von der Fachstelle UND im Jahr 2023 zum 2. Mal das Prädikat "Familie UND Beruf" ausgestellt. Was das im Detail bedeutet, kann man auf der Webseite der Kirche nachlesen. 

Mir gefällt, dass in dieser Kirche die Zugänglichkeit zu allen kirchlichen Ämtern und Berufsfeldern für Frauen und Männer in gleicher Weise gewährleistet ist. Das ist nur ein kleiner Teil von dem, was die EMK für ihre angestellten Mitarbeitenden unternimmt, für Arbeit und Familie, für Frau und Mann.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 13. Juni 2024

Geschwisterlich beten

Ein Zitat

Die Schwestern Marianne Hasler und Christine Moll leiten das Gebet zum Auftakt der methodistischen Jährlichen Konferenz 2024 in Rothrist.
Foto © Jörg Niederer
"Die Menschen sind da, um einander zu helfen, und wenn man eines Menschen Hilfe in rechten Dingen nötig hat, so muss man ihn dafür ansprechen." Jeremias Gotthelf (1797 - 1854)

Ein Bibelvers - Psalm 3,9

"Beim Herrn findet sich Hilfe. Sprich deinen Segen über dein Volk."

Eine Anregung

Marianne Hasler und Christine Moll sind Schwestern und beide in Rothrist aufgewachsen. Also an dem Ort, an dem die Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika aktuell bis zum kommenden Sonntag stattfindet. Gestern Abend nahmen sie die bereits angereisten Delegierten mit in eine Gebetszeit. Zu Psalmworten zeigte Marianne Hasler Fotos, welche sie in und um Rothrist herum aufgenommen hatte. Passend zum Konferenzthema "Zäme em Läbensdorscht of de Spuur" waren darauf viele Brunnen und Wasserläufe zu sehen. Der Lobpreis mit bekannten Liedern und auch die Gebetszeiten wurden von allen Anwesenden wohltutend und motivierend für die bevorstehenden Geschäftssitzungen erlebt.

Für mich klang der Abend aus an einem Tisch, den ich noch gut kenne aus meiner Zeit als Pfarrperson in Rothrist vor 15 Jahren. Zusammen mit einige weiteren Personen durfte ich die Gastfreundschaft und ein Bier bei Marianne und Daniel Hasler geniessen. Danke ihnen und allen anderen, welche sich vor Ort für eine gelingende Jährliche Konferenz einsetzen. Da geschieht viel Hilfe, um den Lebensdurst zu löschen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 10. Juni 2024

Ein methodistisches Manifest

Ein Zitat

Überdimensionierter Trichter als Werbeträger für die Klangwelt Toggenburg.
Foto © Jörg Niederer
"Führe uns über die ausschließliche Sorge um das Wohlergehen anderer Menschen hinaus zu einer umfassenderen Sorge um das Wohlergehen der Vögel in unseren Hinterhöfen, der Fische in unseren Flüssen und aller Lebewesen auf dem Erdboden." John Wesley (1703-1791)

Ein Bibelvers - Daniel 3,4

"Dann rief ein Ausrufer mit lauter Stimme: 'Euch wird etwas befohlen, euch Menschen aller Völker, Nationen und Sprachen!'"

Eine Anregung

Selbst als ein gestandener Methodist entdecke ich doch ab und zu etwas Neues (Danke Sarah Staub!), das mir bisher entgangen war. So habe ich heute auch vom "Wesley Manifesto" erfahren, das man auf Deutsch auch in einem Beitrag auf Jesus.de finden kann.

Es seien erstaunlich zeitgemässe Aussagen von einem Menschen, der vor 300 Jahren gelebt habe, wird dort gesagt. Kein Wunder, werden doch die Originalaussagen von John Wesley, so wie sie uns im Wesley Manifesto begegnen, bereits in eine moderne und auf ihren Kern zusammengefasste Sprache heruntergebrochen. Ich habe nun die zugrundeliegenden Originalsätze mit der Hilfe von DeepL.com auf Deutsch übersetzt. Auch diese sind durchaus lesenswert.

1. Seid bereit, an alle zu geben, wie sie es nötig haben.

2. Böse und teuflisch falsch ist der übliche Einwand: 'Sie sind nur deshalb arm, weil sie faul sind. Verschafft ihnen Arbeit... Dann werden sie ihr eigenes Brot verdienen und essen.' 

3. Wie viele gibt es in diesem christlichen Land, die sich abmühen und arbeiten und schwitzen... aber gleichzeitig mit Müdigkeit und Hunger kämpfen? Ist es nicht schlimm, wenn man nach einem harten Arbeitstag in eine arme, kalte, schmutzige, unbequeme Unterkunft zurückkehrt und dort nicht einmal das Essen vorfindet, das notwendig wäre, um seine erschöpften Kräfte wiederherzustellen?

4. Hüte dich vor der gewöhnlichen, aber verflixten Art, Kinder zu Nachplapperern zu machen... Achte nicht darauf, wie viel, sondern wie gut und zu welchem guten Zweck sie lesen können. Der Zweck der Erziehung... [ist], uns zu helfen, jedes falsche Urteil unseres Verstandes zu entdecken und jede falsche Leidenschaft in unseren Herzen zu unterdrücken... [und] so viel zu verstehen, wie wir dazu fähig sind.'

5. Ich träume weiter... [von der Zeit, in der das Potenzial] jedes Menschen entfesselt werden kann.

6. Wenn wir auch nicht gleich denken können, können wir dann nicht gleich lieben? Können wir nicht eines Herzens sein, auch wenn wir nicht einer Meinung sind?

7. Können nicht auch Frauen, so wie die Männer, einen ehrenvollen Platz einnehmen... und sich nicht länger der schändlichen [gesellschaftlichen] Fessel beugen müssen? Ihr seid ebenso wie die Männer vernunftbegabte Geschöpfe. Ihr seid, wie sie, nach dem Bilde Gottes geschaffen.'

8. Indem ihr [Menschen] das Glück im Reichtum sucht, strebt ihr nur danach, aus leeren Bechern zu trinken. Und mögen sie noch so schön bemalt und vergoldet sein, sie sind trotzdem leer.

9. Niemand soll dir dienen, außer durch sein selbstbestimmtes Tun und Handeln, durch sein eigenes freiwilliges Handeln. Weg mit allen Peitschen, allen Ketten, allem Zwang!... Behandle jeden anderen so, wie du willst, dass er dich behandelt.

10. Krieg: Welchen weiteren Beweis brauchen wir für die völlige Entartung aller Nationen von den einfachsten Prinzipien der Vernunft und Tugend, von dem absoluten Mangel sowohl an gesundem Menschenverstand als auch an gesunder Humanität, der das ganze Menschengeschlecht durchzieht?

11. Die Welt ist meine Kirchengemeinde.

12. Führe uns über die ausschließliche Sorge um das Wohlergehen anderer Menschen hinaus zu einer umfassenderen Sorge um das Wohlergehen der Vögel in unseren Hinterhöfen, der Fische in unseren Flüssen und aller Lebewesen auf dem Erdboden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen 

Sonntag, 18. Februar 2024

Ein Friedenspfahl in St. Gallen

Ein Zitat

Seit dieser Woche steht ein Friedenspfahl vor der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Der Geist der Liebe und gelungene Kunst zeichnet dieselbe Schönheit aus." Masahisa Goi

Ein Bibelvers - Jesaja 52,7

"Wie schön! Der Freudenbote kommt über die Berge gelaufen! Er bringt eine gute Nachricht und verkündet Frieden und Rettung. Er ruft Zion zu: 'Dein Gott herrscht als König.'"

Eine Anregung

Wenn heute Sonntag Menschen den Gottesdienst in der Methodistenkirche St. Gallen besuchen, werden sie am Friedenspfahl vorbei zur Kirchtüre gehen. Von Friedenspfählen habe ich schon einmal in diesem Blog geschrieben. Es gibt weltweit mehr als 250'000 davon. "Erfunden" wurden sie vom japanischen Dichter und Philosophen Masahisa Goi (1916-1980). Er wollte, dass unter diesem einfachen Friedensgebet, dem "kleinsten gemeinsamen Nenner", die Menschheit zusammenfindet.

Gerade hat das St. Galler Tagblatt über den mit 10 Friedenspfählen gesäumten Friedensweg berichtet, der von Degersheim nach Magdenau führt. Dazu gibt es auch einen kleinen Leitfaden, der als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.

Auf dem Friedenspfahl vor der Methodistenkirche St. Gallen steht die Bitte: "Möge Frieden auf Erden sein" in italienischer, englischer, deutscher und ukrainischer Sprache. An diesem Ort treffen sich denn auch nebst der deutschsprachigen eine ukrainische Gemeinde. Der deutschsprachige Gottesdienst findet um 10.15 Uhr statt an der Kapellenstrasse 6, der ukrainische Gottesdienst um 15.00 Uhr. An diesem Sonntag werden die Predigten durch Pfarrer Jörg Niederer ausgerichtet.

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Adventskalender mit Buchlesung

Ein Zitat

Winterliches Nebengewässer in den Murgauen von Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Der christliche Glaube ist wie eine großartige Kathedrale mit herrlichen bunten Fenstern. Wer draußen steht, sieht sie nicht. Aber dem, der drinsteht, wird jeder Lichtstrahl zu einem unbeschreiblichen Glanz." Nathaniel Hawthorne (1804-1864), Amerikanischer Schriftsteller

Ein Bibelvers - Jesaja 65,1

"Ich wollte gesucht werden, doch niemand hat nach mir gefragt. Ich wollte gefunden werden, doch niemand hat nach mir gesucht. Ich sagte: 'Ich bin da, ich bin da!' Aber mein Volk rief meinen Namen nicht an."

Eine Anregung

Die Evangelisch-methodistische Kirche Waiblingen in Deutschland hat einen eigenen Adventskalender eingerichtet. Hinter jedem Törchen versteckt sich, vorgelesen von Gemeindegliedern, eine Geschichte aus dem Buch "24 Sternstunden für Himmelssucher" von Claudia Stangl. Die Autorin aus Niederbayern, 1969 geboren, "...ist verheiratet mit einem Landwirt und Mutter von drei Kindern im Teenageralter. Sie bezeichnet sich selbst als 'leidenschaftliche Gottsucherin'. Claudia Stangl schreibt gerne und teilt ihre Gedanken in Predigten und Artikeln. Die gelernte Krankenschwester hat eine weitere Ausbildung in Beratung und Seelsorge absolviert. Als Ausgleich ist sie am liebsten in der Natur unterwegs." (Verlagstext)

Es lohnt, sich für die kurzen, liebevoll vorgelesenen Texte Zeit zu nehmen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 21. November 2022

Bischöfliche Versprechen

Ein Zitat

Durch Handauflegung wird Stefan Zürcher im Basler Münster ins Amt eines Bischofs der Evangelisch-methodistischen Kirche eingesetzt. V.l.n.r: Bischöfin im Ruhestand Rosemarie Wenner (Deutschland), Bischof David Bard (USA), Stefan Zürcher (knieend), Bischof Patrick Streiff (Schweiz) und Bischof Muyombo Mande (Demokratische Republik Kongo).
Foto © Jörg Niederer
"Etwas eigenartig, wenn ein Solothurner [mit Namen] Zürcher im Basler Münster zum Bischof gemacht wird." Pfarrerin Esther Handschin

Ein Bibelvers - Galater 5,22+23a

"Der Geist dagegen bringt als Ertrag: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Güte und Großzügigkeit, Treue, Freundlichkeit und Selbstbeherrschung."

Eine Anregung

Was sind die Aufgaben einer Bischöfin oder eines Bischofs der Evangelisch-methodistischen Kirche? Am Einsetzungsgottesdienst in der sogenannten Befragung beantwortet die dazu gewählte ordinierte Pfarrperson eine Reihe von Fragen, die darüber Auskunft geben. So war es auch, als gestern Sonntag Stefan Zürcher im Basler Münster zum Bischof geweiht wurde. Hier also nun diese Fragen: 

"Mein Bruder, jeder christliche Dienst ist ein Dienst der versöhnenden Liebe von Christus. Alle getauften Christen sind berufen, dieses Amt des Dienstes in der Welt zu leben, zur Ehre Gottes und zur Erlösung der Menschheitsfamilie.

Unter den Getauften sind einige von Gott berufen und von der Kirche gewählt für einen diakonischen, ordinierten oder bischöflichen Dienst am Volk Gottes.

Als Ältester wurdest du bereits für den Dienst an Wort und Sakrament ordiniert; als Bischof in der Kirche bist du nun aufgefordert, das dort gesprochene Gelübde zu bekräftigen und den Dienst Christi in dem besonderen Amt der Aufsicht zu versehen.

Du bist berufen, über den Glauben zu wachen, die Einheit zu suchen und die Ordnung der Gesamtkirche zu wahren. Du sollst das Leben, die Arbeit und die Mission der weltweiten Kirche beaufsichtigen und unterstützen. 

Du bist gerufen, die Wahrheit des Evangeliums für das gesamte Volk Gottes zu predigen und zu lehren. Du sollst die Menschen zum Gottesdienst und zur Feier der Sakramente anleiten, aber auch zum Zeugnis und Dienst in der Welt. Denn so nehmen sie teil am Auftrag des Evangeliums, alle Völker in die Nachfolge Christi zu rufen.

Als Bischof und Hirte sollst du alle Menschen, die dir anvertraut sind, führen und leiten. Du sollst an der Weihe von Bischöfinnen und Bischöfen teilnehmen, Diakone und Älteste ordinieren, Lokalpfarrpersonen und andere Mitarbeitende für den Dienst in der Kirche und in der Welt beauftragen, so dass sie für den Dienst an Wort und Sakrament in den Ihnen anvertrauten Gemeinden sorgen.

Jesus Christus nachzufolgen, sei deine Freude, denn er kam nicht, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.

Wirst du die Berufung zu diesem Dienst als Bischof annehmen und diesem Vertrauen im Gehorsam gegenüber Christus gerecht werden? 

[Antwort] Ich werde es tun, durch die Gnade Gottes.

Wirst du den Glauben, die Bestimmungen, die Liturgie, die Lehre und die Ordnung der Kirche vor allem beschützen, was im Widerspruch zu Gottes Wort steht? 

[Antwort] Ich werde es tun in der Liebe Gottes.

Willst du zusammen mit den Diakonen, Ältesten und Lokalpfarrpersonen, alle Getauften in ihren Gaben und Ämtern anleiten und unterstützen, für sie beten, ihnen das Evangelium von Christus verkünden und deuten und mit ihnen die Sakramente unserer Erlösung feiern? 

[Antwort] Ich will, im Namen Christi, des Hirten und Bischofs unserer Seelen. 

Wirst du gemeinsam mit anderen Bischöfinnen und Bischöfen die Aufsicht über die ganze Kirche wahrnehmen, die Superintendentinnen und Superintendenten unterstützen und dich mit ihnen beraten. Willst Du Personen ordinieren, beauftragen und aussenden, um in Christi Namen zu dienen?

[Antwort] All dies werde ich tun durch die mir verliehene Gnade. 

Möge der Gott, der dir den Willen gegeben hat, diese Dinge zu tun, dir auch die Gnade geben, sie auszuführen, damit das in dir begonnene Werk vollendet wird. Amen." 

Wer den Weihegottesdienst verpasst hat, kann in auf Youtube in Englisch oder Deutsch anschauen. Die Links dazu, wie auch weitere Verweise finden sich auf der Webseite der EMK Schweiz.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 20. November 2022

Bischöfliche Grussworte und die heutige Bischofsweihe

Ein Zitat

Der in Russland lebende Bischof Eduard Khegay überbrachte ein berührendes Grusswort.
Foto © Jörg Niederer
"Liebe ist keine Frage der Grösse. Allenfalls ist Grösse eine Frage der Liebe." Zitat aus der Gedächtnisfeier an der Tagung der Zentralkonferenz von Mittel und Südeuropa

Ein Bibelvers - 1. Johannes 4,20

"Wer behauptet: 'Ich liebe Gott!', aber seinen Bruder und seine Schwester hasst, ist ein Lügner. Denn wer seine Geschwister nicht liebt, die er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht."

Eine Anregung

Nach den durch viele Unterbrüche recht turbulenten und intensiven Verhandlungen zu den Zukunftsfragen am Freitag, bei denen es um die Einheit der Kirche ging angesichts unterschiedlicher Haltungen zur menschlichen Sexualität gab es an der Tagung der Zentralkonferenz von Mittel und Südeuropa am Samstagmorgen die Grussworte von Gästen. Im folgenden drei Zitate von drei evangelisch-methodistischen Bischöfen.

Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Harald Rückert, nahm eine Formulierung auf, welche in den Auseinandersetzungen über den Fragen der Homosexualität leitend gewesen ist in ihren Gesprächen: "Wir wollen einander den Glauben glauben." 

Der in Russland lebende Bischof von Eurasien, Eduard Khegay, griff den Krieg auf in der Ukraine. Getreu den Aussagen der Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche hatte er sich verschiedentlich exponiert und sich gegen jede kriegerische Konfliktlösung gewandt. Viele seiner ukrainischen und russischen Freunde hätten ihre Heimatländer verlassen müssen. Nun lebten sie in der ganzen Welt. Bevor Khegay an die Tagung in der Schweiz anreiste, habe er zu seiner Frau gesagt: "Ich werde nirgends hingehen [flüchten]. Ich will in Russland bleiben, selbst wenn es Gefängnis bedeuten könnte. Ich will nicht ins Gefängnis, aber ich will bleiben." (Originalsprache Englisch) 

Christan Alsted, Bischof von Nordeuropa und Eurasien und seit einigen Monaten auch Bischof für die Ukraine sagte: "Wir versuchen uns auf unseren Missionsauftrag zu konzentrieren inmitten von der Spaltung in der Kirche, inmitten des Kriegs." (Originalsprache Englisch) 

Heute Sonntag um 14.00 Uhr findet die Weihe von Stefan Zürcher zum Bischof im Basler Münster statt. Der Gottesdienst ist öffentlich. Er wird auch live übertragen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Freitag, 18. November 2022

Wer ist der neue methodistische Bischof Stefan Zürcher?

Ein Zitat

Stefan Zürcher segnet nach seiner Wahl zum Bischof die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa.
Foto © Jörg Niederer
"Mein Traum von Kirche, mein Zukunftsbild? Methodist/innen und ihre Freundinnen, Nachbarn, Arbeitskolleginnen, Vereinskameraden treffen sich an den unterschiedlichsten Orten und haben auf vielfältige Weise Tischgemeinschaft miteinander. Sie teilen ein Stück Leben. Sie teilen ihren Glauben." Stefan Zürcher, in Kirche und Welt 11/2016, S.24

Ein Bibelvers - Epheser 2,10

"Denn wir sind Gottes Werk. Aufgrund unserer Zugehörigkeit zu Christus Jesus hat er uns so geschaffen, dass wir nun das Gute tun. Gott selbst hat es im Voraus für uns bereitgestellt, damit wir unser Leben entsprechend führen können."

Eine Anregung

Es brauchte vier Wahlgänge, um den neuen Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für das Gebiet der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa zu wählen. Er heisst Stefan Zürcher, ist seit sieben Jahren Distriktsvorsteher für den Distrikt Nordwestschweiz, hat in den Jahren 2005-2015/2019 an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich promoviert, ist 55 Jahre alt und seit 1991 mit Valérie verheiratet. Zusammen haben sie vier erwachsene Kinder. 

Vor der Wahl zeichnete Stefan Zürcher in einigen Sätzen das auf, worauf es ihm als methodistischen Bischof ankommt. Einige Sätze aus diesem Text: 

"Diese Bereitschaft [zur Beauftragung als Bischof] wuchs in den vergangenen Wochen durch viele Gespräche mit meiner Familie, Freunden, Kolleginnen und Kollegen, im Gebet und im Ringen darum, Gottes Gedanken zu erkennen. Es bleiben manche Bedenken, deshalb schreibe ich dies nur zögernd... 

Ich will mir Zeit nehmen und zuhören – gerne auch beim Essen miteinander. Ich will verstehen lernen und überhaupt lernen voneinander. Ich will begleiten, unterstützen und stärken. Ich will gemeinsam mit den Verantwortlichen der Jährlichen Konferenzen und Distrikte nach Wegen suchen, die nötigen Entscheidungen treffen und die gewählten Wege gehen, um unsere gemeinsame Mission im jeweiligen Kontext zu fördern... 

Ich bin nicht Stratege, sondern sehe mich als jemand der ermöglichen hilft und Raum schafft, in dem experimentiert werden kann und in dem, wenn die Zeit reif ist und Gott es schenkt, etwas wachsen darf. Dabei schlage ich gerne auch unkonventionelle Wege ein. Darüber hinaus bin ich mit Freude Lehrer und Verkündiger des Evangeliums. Die Verkündigung ist ein weiteres Merkmal meiner Art zu leiten.

In einer komplexen Welt mit vielen Herausforderungen will ich ermutigen... Dabei ist mir wichtig: Gott ist der Gott des Schaloms und der Fülle. Der gute Wirt deckt den Tisch überreich und schenkt uns voll ein. Wir können grosszügig weitergeben, was wir empfangen. So geht es immer wieder darum, das, was Gott bereithält und tut, zu entdecken und sich davon stärken zu lassen, sich von Gottes vielfältigen Möglichkeiten herausfordern zu lassen und mit ihm mitzutun."

Am Sonntag um 14.00 Uhr findet die Weihe von Stefan Zürcher zum Bischof im Basler Münster statt. Der Gottesdienst ist öffentlich. Er wird auch live übertragen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Methodistinnen und Methodisten in Mittel- und Südeuropa bleiben im Gespräch

Ein Zitat

Superintendenten Daniel Sjanta, Serbien (Mitte) und Stefan Zürcher, Schweiz (links) im Gespräch mit Bischof Patrick Streiff
Foto © Jörg Niederer
"Wir wollen gehört werden und wir wollen hören." Daniel Sjanta, Superintendent aus Serbien

Ein Bibelvers - 2. Könige 10,15

"Jehu zog weiter und traf Jonadab, den Sohn des Rechab, der ihm entgegenkam. Er grüßte ihn freundlich und fragte ihn: 'Wie sieht es in deinem Herzen aus? Kann ich mich so auf dich verlassen, wie du dich auf mich verlassen kannst?' Jonadab antwortete: 'Ja!' Da sprach Jehu: 'Ja? Dann gib mir darauf deine Hand!' Und er gab sie ihm."

Ein Anregung

Das Exekutivkomitee der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) tagte vom 20.-23. Oktober in Budapest. Ich berichtete schon kurz davon. Nun ist ein umfangreicherer Beitrag darüber in den News der EMK Schweiz erschienen unter der Überschrift: "Offene Gespräche - ungewisse Zukunft".

Wie zu erwarten war ein deutlicher Schwerpunkt der Beratungen und Gespräche die Frage, wie die Zukunft des Bischofsgebiets nach den anstehenden Entscheidungen der inzwischen für 2022 geplanten Generalkonferenz aussehen könnte. Es wird damit gerechnet, dass es dann zu einer Trennung innerhalb der weltweiten Methodistenkirche kommen wird. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen unterschiedliche Haltungen zu Fragen menschlicher Sexualität.

Darüber wurde an der Zentralkonferenz offen und sorgfältig miteinander gesprochen, ohne dass schon ein Entscheid gefallen wäre. Weiter war die bevorstehende Bischofswahl ein Thema. 

 Wer sich darüber hinaus über weitere Themen dieser Zentralkonferenz-Exekutive informieren möchte, kann den weitgehend von mir verfassten offiziellen Bericht als PDF herunterladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde