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Donnerstag, 17. April 2025

Schmerzensmann

Ein Zitat

Von Mária V. Majzik ist dieser dornengekrönte Jesus, der in einer Dauerausstellung in der Methodistenkirche Budakeszi, Ungarn zu sehen ist.
Foto © Jörg Niederer
"Schmerz hat einen Wert, nicht nur Vergnügen. Schmerz ist das, was einen aufhält, was einen zwingt, Dinge zu durchdenken und andere zu verstehen. Wir sind nicht auf der Erde geboren, um voller Freude zu sein, sondern um uns zu verändern, um Lösungen für bestimmte Probleme um uns herum zu finden." Mária V. Majzik (1949-2016)

Ein Bibelvers - Markus 15,29+30

"Die Leute, die vorbeikamen, lästerten über ihn. Sie schüttelten ihre Köpfe und sagten: 'Ha! Du wolltest doch den Tempel abreißen und in nur drei Tagen wieder aufbauen. Rette dich selbst und steig vom Kreuz herab!'"

Eine Anregung

Sie gilt als Erneuerin der sakralen Kunst in Ungarn. Die Werke von Mária V. Majzik (1949-2016) haben etwas Morbides, Fantastisches. Diesen Werken bin ich vor einigen Jahren in der 2012 errichteten modernen Methodistenkirche Budakeszi begegnet. Dort befindet sich eine 2016 mit viel Prominenz eröffnete Dauerausstellung von Werken der Künstlerin. Mária V. Majzik hat auch die künstlerische Gestaltung des Gottesdienstraums übernommen. Zwei Tonnen Ton wurden für die ornamentalen, keramischen Werke verwendet. Sie sind eindrücklich, so wie auch der Schmerzensmann, den die Künstlerin mit der Seitenlehne eines Kirchenbank kombiniert.

Die Dornenkrone lässt keinen Zweifel daran, dass es sich um eine Interpretation von Jesus handelt. Die Arme sind nicht zu sehen. Es ist die Haltung eines Versehrten, eines der Handlungsfähigkeit beraubten. Die Gesichtszüge eingefallen, gezeichnet wie nach dem Tod. Der Körper wirkt zerbrochen, die Zehen schmerzhaft verzerrt, Fremdkörper an den übereinandergelegten Füssen. Sie haften am Holz. Das ganze Elend eines Hingerichteten wird überdeutlich.

Das ist kein Kruzifix, das man sich in Gold giesst und an einer Kette um den Hals hängt. Das ist ein Bildnis, fern von ästhetischem Kitsch. Genau dadurch wird es dem Geschehen um die Kreuzigung von Jesus und vielen weiteren hingerichteten Frauen und Männer so richtig gerecht.

Mit diesem Bild will ich dem Karfreitag entgegengehen.

Und noch dies: In einem Video, das 2012 erstellt wurde, ist die Methodistenkirche Budakeszi zu sehen, und die Künstlerin Mária V. Majzik kommt nebst dem damaligen Pfarrer Gábor Szuhánszky ausführlich zu Wort. Ein Bericht von der Einweihung der Dauerausstellung ist ebenfalls verfügbar.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 28. März 2025

Marc Chagall in Zürich

Ein Zitat

Das Jakobs- Christus- und Zionsfenster von Marc Chagall im Fraumünster Zürich.
Foto © Jörg Niederer
"Dieses Buch (die Bibel) ist Geschichte und gleichzeitig ist es auch ein Roman, an manchen Stellen ist es reine Poesie. Es ist eine Tragödie, aber oft auch sehr komisch. Nimm zum Beispiel diesen David, er ist nicht so ganz anständig. Er hat ja so viele umgebracht." Marc Chagall (1887-1985)

Ein Bibelvers - Lukas 23,47

"Der römische Hauptmann sah genau, was geschah. Da lobte er Gott und sagte: 'Dieser Mensch war wirklich ein Gerechter.'"

Eine Anregung

Heute vor 40 Jahren starb Marc Chagall im Alter von 97 Jahren. Seine Werke sind auf der ganzen Welt zu finden, auch in Zürich. Dort besuchen jährlich um die 150'000 Tourist:innen das Fraumünster, um ein Alterswerk des Künstlers zu bestaunen. Damit sie vor den fünf Glasfenster meditieren können, müssen sie fünf Franken Eintritt hinlegen. Das sind die Glasmalereien allemal wert. Ihre Leuchtkraft, die besondere Farbgebung, die Gestaltung der Motive erfüllen das Innerste der Betrachtenden.

Besonders bewegt hat mich, dass Marc Chagall im gekreuzigten Christus das "Sinnbild für die verfolgten und ermordeten Juden schlechthin" entdeckte. Chagall schuf ab den 1930er Jahren zahlreiche Bilder des Gekreuzigten.

Mehr über Marc Chagall und die berühmten Glasmalereien in Zürich erfährt man in einem heute erschienen Beitrag von Jens Bayer-Gimm auf ref.ch.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 19. Januar 2025

Abendmahl

Ein Zitat

Glasfenster der Katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Weinfelden.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn wir sagen, dass das Abendmahl auf das Gebot Christi zurückgeht, dann kann niemand christliche Frömmigkeit für sich beanspruchen, der es nicht so oft wie möglich empfängt." John Wesley (1703-1791)

Ein Bibelvers - Johannes 15,5

"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen."

Eine Anregung

Beim Abendmahl steht der sich den Menschen hingebende Christus im Zentrum. Das Glasfenster der Katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Weinfelden stellt diese Hingabe Christi als Kreuzigungsszene dar.

Diesen Sonntag feiern wir das Abendmahl in der Methodistenkirche St. Gallen. Dazu gibt es eine Predigt zur aktuellen Jahreslosung über 1. Thessalonicher 5,21. Wer gerne dabei sein möchte, auch zum Abendmahl, ist herzlich an die Kapellenstrasse 6 eingeladen. Der Gottesdienst beginnt um 10.15 Uhr.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen