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Montag, 3. März 2025

Bald fertig lustig

Ein Zitat

Ein Narr überschüttet einen Zuschauer am Umzug der Oltner Fasnacht mit Konfetti.
Foto © Jörg Niederer
"Rosen am Montag als Asche am Mittwoch." Herkunft unbekannt

Ein Bibelvers - 2. Mose 34,28

"Mose blieb 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg bei dem Herrn. Er ass kein Brot und trank kein Wasser. Er schrieb die Worte des Bundes auf die Tafeln. Das sind die Zehn Worte."

Eine Anregung

Fasching kommt von "Fastenschank" und meint den letzten Ausschank von alkoholischen Getränken vor der Fastenzeit. Fastnacht oder Fasnacht bezieht sich auf die Nacht vor der Fastenzeit. Karneval könnte vom Lateinischen carrus navalis kommen und dann einen schiffartigen Wagen auf Rädern meinen, oder auch vom Lateinischen carne vale! was "Fleisch leb wohl" bedeuten würde. Auch das hätte mit der anbrechenden Fastenzeit zu tun, die sich als Passionszeit über 6 Wochen bis Ostern hinzieht.

Die Fastnacht ist ein untrügliches Zeiten dafür, dass nun bald aus christlicher Sicht eine besonders wichtige, heilige Zeit beginnt. 

Während die Fasnacht immer noch von allen Bevölkerungsschichten begannen wird, ist das Fasten der Passionszeit und deren Bedeutung am Schwinden. Das heisst auch, da ist etwas, das zusammengehörte, auseinandergebrochen. Tradiert wird das Ausgelassene, Fröhliche, das Süsse. An das Schwere, Bedrückende, Schmerzhafte will man sich dagegen immer weniger erinnern.

Andererseits ist es noch immer in vielen engeren christlichen Gemeinschaften verpönt, an die Fasnacht zu gehen. Dabei gehört doch beides zusammen. Die ausgelassene Freude, und die Erinnerung und Trauer.

Wie hast du es mit der Fasnacht, und wie mit dem Fasten aus religiösen Gründen?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 30. Juli 2022

Maultaschen und der Hunger

Ein Zitat

Menü mit Maultaschen und Kartoffelsalat
Foto © Jörg Niederer
"Abgewandelt kursiert die Geschichte, dass es Protestanten gewesen seien, die der ursprünglich nur mit Kräutern und Spinat gefüllten, daher auch als 'Laubfrosch' bezeichneten Teigtasche heimlich Fleisch beifügten." Wikipedia

Ein Bibelvers - Daniel 10,3

Daniel: "Ich hatte nichts Gutes mehr gegessen, kein Fleisch und keinen Wein zu mir genommen. Ich hatte mich auch nicht mehr gesalbt, die ganzen drei Wochen lang."

Ein Anregung

Die schwäbischen Ravioli, das sind die Maultaschen. Die habe ich in diesen Tagen wieder einmal gegessen. Es wäre auch noch anderes Feines auf der Speisekarte zu finden gewesen. Aber die Maultaschen gehören zu meinen Erinnerungsmahlzeiten aus der Studienzeit in Reutlingen.

Zwischenzeitlich habe ich auch erfahren, dass es sich dabei um eine Fastenspeise handelt. Da beim "katholischen" Fasten Fleisch nicht auf den Tisch kommen soll, gab es immer schon Tricksereien, etwa, indem man den Biber wegen seines Schuppenschwanzes als Fisch auftischte.

Die Schwaben bedienten sich einer noch etwas plumperen Finte. Sie packten das Fleisch in Teigtaschen, und schon war es nicht mehr als Fleisch zu erkennen. "Herrgottsbscheisserle" werden Maultaschen daher im Volksmund noch heute genannt. 

Natürlich kann man damit weder den Herrgott noch sich selbst hinters Licht führen. Aber so tun als ob, das geht schon. Nun frage ich mich, wo ich mir in anderen, vielleicht wichtigeren Dingen selbst etwas vormache? Meist merken es die Menschen um mich herum, noch bevor ich mir selbst darüber bewusst werde. Das ist dann schon etwas peinlich.

Zurück zu meinen Maultaschen von dieser Woche: Aufgetischt wurden mir die Herrgottsbscheisserle im Restaurant Kapelle. Für deren Güte garantierte ein Team um die Wirtsfamilie "Hunger". Also ich würde sagen, besser können Speise und Umstände gar nicht zusammenpassen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde