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Dienstag, 6. Mai 2025

Rapsfeld und Krieg

Ein Zitat

Ein Rapsfeld unter blauem Himmel beim Nussbaumersee steht in voller Blüte.
Foto © Jörg Niederer
"Selten ist in Europa überall Frieden, und nie geht der Krieg in den anderen Weltteilen aus." Carl von Clausewitz (1780-1831)

Ein Bibelvers - 2. Petrus 1,2

"Ich wünsche euch Gnade und Frieden in immer größerem Mass. Sie werden euch zuteil durch die Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus."

Eine Anregung

Früher dachte ich mir nicht viel, wenn ich ein blühendes Rapsfeld unter blauem Himmel betrachtete. Heute kommt mir unweigerlich die Ukraine in den Sinn, und damit der Krieg, die Angst der Menschen in den Städten und an den Frontlinien. Ich denke an Schmerzen und Tod, an Gewalt und Zerstörung. Ich sehe vor dem inneren Auge Menschen, die dieses Elende verursacht haben, und deren Namen ich nicht nennen will; aber auch Freunde und Bekannte auf der Flucht und im Exil.

Wann wohl werde ich bei dieser Orgie in Gelb und Blau wieder unbeschwert dankbar sein können?

Beten wir für Frieden auf der ganzen Welt! Suchen wir den Frieden, wo immer er sich finden lässt!

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 7. April 2025

Neuer Bischof für Nordeuropa, Baltikum und die Ukraine

Ein Zitat

Bischof Knut Refsdal von der Evangelisch-methodistischen Kirche Nordeuropa, Baltikum und Ukraine (Foto von der Webseite Zentralkonferenz-Webseite)
Foto © Zentralkonferenz von Nordeuropa und Eurasien der EMK
"Wir treten in eine Zeit des Wandels in der methodistischen Landschaft in Europa ein und wir wollen uns für eine intensivere Gemeinschaft einsetzen. Wenn wir in einer einzigen Zentralkonferenz zusammenkommen wollen, könnte das eine gute Herausforderung für uns sein." Der neu gewählte Bischof Knut Refsdal

Ein Bibelvers - Psalm 37,5

"Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen."

Eine Anregung

Am 4. April wurde an der Zentralkonferenz für Nordeuropa und Eurasien der Evangelisch-methodistischen Kirche, die vom 3. bis 6. April 2025 in Kopenhagen, Dänemark stattfand, Pfarrer Knut Refsdal zum Bischof über das Bischofsgebiet von Nordeuropa, das Baltikum und die Ukraine gewählt. Er folgt auf Bischof Christian Alsted, der das Ruhestandsalter erreicht hat. Der 55-jährige Knut Refsdal wird das Bischofsamt am 25. Mai aufnehmen.

Bischof Refsdal verfügt über langjährige Erfahrung in der ökumenischen Arbeit. Seit 2024 ist der methodistische Geistliche Pfarrer in der lutherischen Gemeinde Jeløy. In Norwegen sind Methodistenpfarrer:innen berechtigt, in der Kirche von Norwegen als Geistliche zu wirken.

Bischof Refsdal hat mehrere Bücher veröffentlicht. Er hat einen Master in Theologie vom Evangelisch-methodistischen Theologischen Seminar in Oslo und hat sich in den Bereichen Wirtschaft, Personalmanagement, Konfliktmanagement, Führung und Religionswissenschaften weitergebildet.

Mit der Wahl von Knut Refsdal zum Bischof hat sich die methodistische "Bischofslandschaft" in Europa vollständig erneuert. Da sich das Bischofsgebiet von Russland und Eurasien unter der Leitung von Bischof Eduard Khegay von der Evangelisch-methodistischen Kirche abspalten wird, verbleiben nun noch drei Bischofsgebiet in Europa: die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa mit dem 2022 gewählten Bischof Stefan Zürcher (siehe Beitrag vom 18. November 2022), die Zentralkonferenz von Deutschland mit dem 2025 gewählten Bischof Werner Philipp (siehe Beitrag vom 14. Februar 2025) und dem nun ebenfalls 2025 neu gewählten Bischof Knut Refsdal für die Region Nordeuropa, Baltikum und die Ukraine.

(Die Quellen zu diesem Beitrag: 1. Webseite der Zentralkonferenz von Nordeuropa und Baltikum 2. Bischöfe der United Methodist Church)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 16. Januar 2025

Die Ukraine, in ihrer ganzen Schönheit

Ein Zitat

Eine deutsche Dogge vergnügt sich in einem Kornfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben." Zitat von Primo Levi (1919-1986) aus dem Jahr 1986 über den Holocaust

Ein Bibelvers - Jesaja 17,9

"Zu der Zeit sind Israels befestigte Städte verlassen. Es geht ihnen wie den Städten der Hiwiter und Amoriter, die diese einst den Israeliten hinterließen. Es entsteht eine menschenleere Wüste."

Eine Anregung

Ich war noch nie in der Ukraine und habe die unglaublich weitläufige Landschaft mit den Getreidefeldern bis zum Horizont noch nie selbst erlebt. So behelfe ich mir für diesen Beitrag mit einem Foto einer Deutschen Dogge in einem Thurgauer Getreidefeld.

Die ukrainische Landschaft ist mir durch die Beschreibungen von Primo Levi so vertraut, als wäre ich dort gewesen. In seinem Buch "Die Atempause" beschreibt er eindrücklich seine Befreiung aus dem Konzentrationslager Auschwitz, und wie er gemeinsam mit einigen anderen dem Tode Entronnenen die 4 monatigen Heimreise via Polen, die Ukraine, Rumänien und Ungarn zurück nach Italien erlebte. Es sei eine der glücklichsten Zeiten seines Lebens gewesen, als er durch diese weite Kornkammer Europas reiste.

Daran wurde ich erinnert, als ich den Kurzfilm "1 million bombs before" von Vlad Vasylkevych gesehen habe. Er gewann mit dem Film die Drone Photo Awards 2024. Darin wird die Ukraine in ihrer ganzen Vielfalt aus der Vogelperspektive gezeigt, so wie sie war, bevor der Krieg mit Bomben und Tod weite Teile des Landes ruinierte.

Der Frieden, den Primo Levi auf seiner Reise zurück ins Leben in der Ukraine erlebte, ist Vergangenheit. Die Gegenwart ist eine andere, eine, in der viele Ukrainer:innen die weiten Kornfelder hinter sich lassen müssen und auf eine Odyssee aus der Kriegsgefahr aufgebrochen sind.

Ich schaue mir den Kurzfilm an, ein Ausschnitt aus dem gesamten Film, in dem sich alles rückwärts bewegt, zurück in eine Zeit, als noch nicht Millionen von Bomben tiefe Narben in der Landschaft und Seele der Menschen hinterlassen haben. Ich nehme mir die Bilder zum Anlass, für die Menschen in der Ukraine zu beten, auch für die Methodist:innen dort, für den Distriktsvorsteher Oleg Starodubets mit seiner Familie, für die Familien der Kriegsopfer, für die Geflüchteten, für den Frieden und dass die Hoffnung und Schönheit nicht stirbt in der hart geprüften Ukraine. Möge bald die Zeit kommen, in der sich das Leben in der Ukraine wieder zum Guten wendet.

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 21. September 2024

Manifesting

Ein Zitat

Verladene neue Militärfahrzeuge warten auf der Geleisanlage beim Bahnhof Wil auf die Weiterfahrt.
Foto © Jörg Niederer
"Ich manifestiere nicht. Vielleicht bin ich einfach zu faul für positive Gedanken. Auch lehrt mich die Erfahrung, dass meist das Gegenteil von dem geschieht, was man sich wünscht." Lukas Linder, aus: Dusjas Fleischklopse, bref 7/2024 S.17

Ein Bibelvers - Markus 11,22+23

"Jesus antwortete ihnen: Glaubt an Gott! Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: 'Auf, stürze dich ins Meer!', und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern fest daran glaubt, dass eintrifft, was er sagt – dann wird es für ihn geschehen."

Eine Anregung

Lukas Linder zitiert in einem Beitrag im "bref" aus einem Artikel von Thomas Ribi in der "NZZ". Darin geht es um ein neues Massenphänomen, um das "Manifesting". Lukas Linder schreibt: "Im Prinzip bedeutet es einfach, dass man etwas bekommt, wenn man stark genug daran glaubt. In den sozialen Netzwerken berichten unzählige Leute, wie sie endlich ihren Traumpartner, den perfekten Job oder ihr Idealgewicht gefunden haben. sie haben es manifestiert. Dabei geht es darum, sich den Wunsch so konkret wie nur möglich vorzustellen, bis man ihn vor sich zu sehen glaubt. Danach kommt die Affirmation. Man wiederholt seinen Wunsch... täglich Dutzende Male, um mit seinen positiven Gedanken das Universum gnädig zu stimmen." (Lukas Linder, aus: Dusjas Fleischklopse, bref 7/2024 S.17)

Für Linder bemerkenswert an dieser Modeerscheinung ist, dass wir es "...beim Manifesting mit einem Aberglauben zu tun haben, der ohne jede Transzendenz auskommt...", also ganz ohne Gott.

Manifesting: Wenn das nur so einfach wäre. Dann könnten alle Ukrainerinnen und Ukrainer gemeinsam den Frieden und die Rückgabe der von Russland gestohlenen Ländereien manifestieren, so lange, bis es eintrifft. Wobei sich wohl eine sehr grosse Mehrheit von Russinnen und Russen genau das Gegenteil durch positives Denken herbeiwünschen würde. Es liefe es auf einen Kampf der positiven Gedanken hinaus, und gewinnen würde das Land, in dem sich mehr Menschen lebhafter und echter das Kriegsziel gedanklich vergegenwärtigen würden. Wenigsten wäre diese Kriegsführung wohl weniger blutig und wenig zerstörerischer.

Wenn es nur so einfach wäre. Doch so einfach ist es nicht. Darum können wir durch Manifesting heute, am Welt-Friedenstag der UNO, den Frieden eben nicht herbeimanifestieren, so schön das auch wäre. Die Realität ist: Seit Kain Abel erschlug, gab es in der Geschichte der Menschheit noch nie den Bruchteil eines Augenblicks, an dem alle Menschen in Frieden zusammengelebt haben. Das liegt daran, dass wir Menschen von uns aus "Frieden nicht können", selbst wenn wir es uns noch so sehr vorstellen, noch so sehr manifestieren.

Wenn es eines gibt, das Mensch ohne Gott nicht erreichen können, dann ist es der Frieden. Krieg, das schafft der Mensch problemlos und ohne himmlische Unterstützung in gnadenloser Regelmässigkeit. Beim Frieden aber stehen wir seit Menschengedenken an. Wenn es also etwas gibt, das wir nur mit Gottes Eingreifen erreichen können, dann ist es Frieden. Auch deshalb werden wir morgen im Gottesdienst in der EMK St. Gallen um Frieden zu Gott beten und dabei den Friedenspfahl (siehe Beitrag vom gestern) beim Kircheneingang einweihen.

"Möge Friede auf Erden sein"


Gottesdienst zur Einweihung des Friedenspfahls: Sonntag, 22. September 2024, 10.15 Uhr, Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstrasse 6, 9000 St. Gallen

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 24. Februar 2023

Ein Jahr des verpassten Friedens

Ein Zitat

Friedenspfahl vor dem einstigen Kloster Allerheiligen in Schaffhausen.
Foto © Jörg Niederer
"Wir bitten dich für die Feinde des Friedens und für diejenigen, die den Unschuldigen Schaden zufügen wollen: Wende die Herzen aller der Güte und Freundschaft zu." Aus der Friedensliturgie zum Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine.

Ein Bibelvers - Jesaja 57,19-21

"Als Schöpfer sorge ich dafür, dass die Trauernden Loblieder auf den Lippen haben. Frieden, Frieden den Fernen und den Nahen. Ich will sie heilen, sagt der Herr. Aber die Frevler sind wie das aufgepeitschte Meer. Es kommt nie zur Ruhe, sein Wasser wühlt Schlamm und Dreck auf. Für die Frevler gibt es keinen Frieden! Das sagt mein Gott."

Eine Anregung

Heute jährt sich der Krieg russischer Streitkräfte gegen die Ukraine. Noch ist weit und breit kein Ende des Tötens abzusehen. Die Sehnsucht nach Frieden ist gross im überfallenen Land, genauso wie an jedem Ort, an dem die Waffen sprechen.

Unlängst kam ich an einem weiteren Friedenspfahl vorbei, nachdem ich diesen Stelen ein erstes Mal in Ascona auf dem Monte Verità begegnet war. Der fotografierte Pfahl steht in Schaffhausen vor dem ehemaligen Kloster Allerheiligen.

Die Kirchen der Schweiz rufen heute auf zu einem nationalen Gebet für den Frieden um 16.00 Uhr im Berner Münster.

Wer nicht so weit reisen möchte, ist etwa in St. Gallen zu folgenden beiden Anlässen eingeladen: Gemeinsam beten Gläubige heute Mittag um fünf nach Zwölf in der Stadtkirche St. Laurenzen für den Frieden. Abends um 18.15 Uhr predigt der ukrainische Bischof Bohdan Dzyurakh im Gottesdienst in der Kathedrale.

In Weinfelden findet das ökumenische Friedensgebet um 18.00 Uhr auf dem Pestalozzi-Schulhausplatz statt.

"Möge Frieden auf Erden sein" steht auf dem Friedenpfahl in Schaffhausen. Möge auch bald Frieden in der Ukraine und in allen anderen Krisenregionen sein.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 19. Dezember 2022

Aus dem erfahrungsreichen Leben von Bischof Patrick Streiff

Ein Zitat

Bischof Patrick Streiff (rechts) spricht an der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa den neugewählten Bischof Stefan Zürcher an.
Foto © Jörg Niederer
"Als die russischen Truppen ins Land [Ukraine] einmarschierten, war ich in Finland in den Ferien. Eine Stunde nach Kriegsausbruch erhielt ich einen Telefonanruf vom leitenden Superintendenten in Polen, der fragt: 'Bischof, was können wir tun? Zu Tausenden treffen sie am Grenzübergang ein'." Aus dem Interview von Livenet mit Bischof Patrick Streiff

Ein Bibelvers - Matthäus 9,10

"Später war Jesus im Haus zum Essen. Viele Zolleinnehmer und andere Leute, die als Sünder galten, kamen dazu. Sie aßen mit Jesus und seinen Jüngern."

Eine Anregung

Livenet hat am 15. Dezember mit dem evangelisch-methodistischen Bischof Patrick Streiff ein Gespräch geführt. Dabei erfährt man viel über die kürzliche in Basel erfolgte Tagung der Zentralkonferenz, an der mit Stefan Zürcher auch der Nachfolger im Bischofsamt gewählt wurde. Doch damit nicht genug. Was Methodistinnen und Methodisten auszeichnet, wo der Bischof die fröhlichsten Gottesdienste feiert, wie die vergangenen zwei Jahre mit Corona und Krieg die Schwerpunkte in der Kirche anders gesetzt haben, was es mit dem Schlagerpfarrer auf sich hat, warum die methodistischen Kirchen die Zusammenarbeit in der Allianz und Ökumene bewusst leben, warum es sich lohnt, die Theologie John Wesleys zu kennen, und vieles mehr wird in dem Gespräch angesprochen und vertieft.

Ich finde: Hörens- und sehenswert in jeder Hinsicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 3. September 2022

Aus christlicher Verantwortung im Gespräch bleiben

Ein Zitat

Sarah Bach ist Teilnehmerin an der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe.
Foto © Sarah Bach
"Wenn wir alle zusammenkommen und miteinander arbeiten, können wir viel mehr erreichen, als wenn jede Kirche oder Gemeinschaft eigene kleine Projekte hat. Das finde ich super." Sarah Bach, Delegiert an die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe

Ein Bibelvers - 1. Petrus 1,22b

"Hört also nicht auf, einander aus reinem Herzen zu lieben."

Ein Anregung

Seit dem 31. August bis zum 8. September findet in Karlsruhe die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) statt. An diesem Grossanlass treffen sich 4000 Teilnehmende aus der ganzen Welt. Das Thema lautet: "Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt".

Aus der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz ist Sarah Bach delegiert. In einem Beitrag für die Methodistenkirche in der Schweiz erwähnt sie, dass zum ersten Mal das Wort "Liebe" in Thema einer Vollversammlung erscheine. "Und das ist ja auch sehr methodistisch", so Sarah Bach.

Wichtige Themen der ersten Tage war der Klimawandel und die Verantwortung der Kirchen. Besonders Vertreterinnen und Vertreter der indigenen Völker haben beton, wie sie am unmittelbarsten betroffen sind von der Erderwärmung. Am Freitag fand in diesem Zusammenhang auch ein Klimastreik statt. Überhaupt ist das Interesse an jungen Menschen einerseits hoch, andererseits wird ihre Redezeit und Einflussmöglichkeit immer wieder stark eingegrenzt.

Besonders interessant war auch, dass trotz heftiger Worte an die Adresse der Russisch-Orthodoxen Kirchenvertreter durch den deutschen Bundeskanzler Frank-Walter Steinmeier, diese die Vollversammlung nicht verliessen. Wörtlich sagte Steinmeier in seiner Rede: "Auf einen schlimmen, ja geradezu glaubensfeindlichen, blasphemischen Irrweg führen zurzeit die Führer der Russisch-Orthodoxen Kirche ihre Gläubigen und ihre ganze Kirche. Sie rechtfertigen einen Angriffskrieg gegen die Ukraine – gegen ihre eigenen, gegen unsere eigenen Brüder und Schwestern im Glauben". Auch nach diesen klaren Worten geht das Gespräch mit der Russisch-Orthodoxen Kirche weiter, und ist gerade jetzt besonders wichtig. Der ÖRK will sich denn auch als einen Ort verstehen, an dem mit allen Beteiligten von Konflikten um Frieden gerungen wird. 

Täglich gibt es neue Videobeiträge, darunter Gottesdienste, Bibelarbeiten, Verhandlungen und Interviews. Es lohnt sich, ab und zu "vorbeizuschauen" oder auch einen Blick auf die vielen offiziellen Fotos zu werfen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Freitag, 8. April 2022

Frieden schaffen

Ein Zitat

"Einer muss den Frieden beginnen, wie den Krieg." Stefan Zweig (1881-1942)

Ein Bibelvers - Hebräer 12,14

Die Teilnehmenden am Vorbereitungstreffen des Kulturenfests Weinfelden stehen für den Frieden in der Ukraine zusammen.
Foto © Kulturenfest Weinfelden
"Bemüht euch um Frieden mit allen Menschen und auch um Heiligkeit. Ohne sie wird niemand den Herrn sehen."

Ein Anregung

Das "Photo-a-day"-Wort von heute lautet: "Frieden" (Englisch: peace). 

Über den Frieden wissen die am meisten, denen er abhanden gekommen ist. Aktuell wüten weltweit 20 Kriege. Überall dort hat es auch Menschen, die sich um Frieden bemühen. Oft ohne oder mit wenig Erfolg. Doch gelegentlich kommt es zu einem Durchbruch.

Es wirkt natürlich etwas hilflos, wenn ich ein "NO WAR"-Banner vor das Fenster hänge. Ein Statement, mehr nicht.

Auf Gewalt könnte man ja mit Gegengewalt antworten. Das geschieht oft, und ist als Selbstverteidigung legitim. Vom Frieden ist man dabei aber weit entfernt.

Ich finde es ermutigend, dass an einem Vorbereitungstreffen für das Kulturenfest in Weinfelden alle anwesenden um eine Friedensfahne gestanden sind. Menschen vieler Herkunftsländer haben nicht nur gemeinsam ein Fest geplant, sondern auch zusammen Nein zum Krieg in der Ukraine gesagt. Die Botschaft lautet: Wir können in Frieden und gegenseitigem Respekt zusammenleben. Tun wir es doch an dem Ort, an dem wir leben.


Morgen folgt ein Bild zum Wort "Stille" (Englisch: silent).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 26. März 2022

Die Ankunft des Flüchtlingszugs in der friedliche Schweiz

Ein Zitat

Ein Zug aus Budapest mit Flüchtenden aus der Ukraine und weiteren Reisenden trifft ein.
Foto © Jörg Niederer
"Wir nennen sie nicht Flüchtlinge, wir nennen sie Gäste. Aktuell haben wir sehr viel Gäste." Andrzej Malicki, Superintendent in Polen, wo bisher 2,2 Millionen ukrainische Menschen eingereist sind.

Ein Bibelvers - Psalm 137,1

"An den Kanälen von Babylon da saßen wir und weinten, als wir an den Zion dachten."

Ein Anregung

Das "Photo-a-day"-Wort von heute lautet "Mitgefühl" (Englisch: compassion). 

 Ich war zu früh aufgebrochen, gestern auf dem Weg nach Mulhouse. Und so war ich am Bahnhof Zürich, als der Zug von Budapest eintraf. Etliche Frauen und Männer in orangen Warnwesten erwarteten ihn. Besser, sie erwarteten Kriegsflüchtende aus der Ukraine.

In den Wagons konnte man die Menschen nicht unterscheiden. Ob auf der Flucht, auf einer Geschäftsreise, oder auf dem Weg in die Ferien, mir blieben die Gründe ihrer Reise schemenhaft verborgen.

Alte Filme aus der Zeit des 2. Weltkriegs drängten in mein Bewusstsein. Menschen auf der Flucht in überfüllten Zügen. Nie hätte ich gedacht, dass ich zu meiner Lebzeit dabei sein würde, wenn ein Zug mit Vertriebenen in der friedlichen Schweiz eintrifft. Es erfüllt mich mit Scham, mit dem Gefühl von Versagen, das so etwas wieder geschieht. Und ich empfinde Mitgefühl mit diesen Menschen. Nicht Mitleid, Mitgefühl. Ihr Leiden, ihre Schrecken sind nicht mein Leiden, schon gar nicht meine Schrecken. Aber ich fühle mit, das schon. Da ist diese Fähigkeit, die mir als Mensch gegeben ist, zu ahnen, wie es ihnen nun wohl gehen könnte. Die Zerstörung und das Leid habe ich auf Bildern gesehen, die Abschiede der Frauen und Kinder von den Männern. Aber selbst erlebt habe ich das alles nicht. Davon bin ich meilenweit entfernt. Aber Mitgefühl empfinde ich, wenigstens das. 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "Feiern" (celebrate).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 7. März 2022

Vertrauend beten

Ein Zitat

Friedenslicher werden entzündet in der Kathedrale St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Ein Asyl für jeden Kummer ist das Gebet." Johannes Chrysostomus (349-407)

Ein Bibelvers - Psalm 18,7

"In meiner höchsten Not rief ich den Herrn. Ja, ich schrie um Hilfe zu meinem Gott. Er hörte mein Rufen in seinem Palast. Mein Hilfeschrei drang an sein Ohr."

Ein Anregung

Mein "Photo-a-day"-Bild zum heutigen Schlüsselwort "beten" (pray) zeigt den Moment, als beim Friedensgebet in der Kathedrale St. Gallen (Auf "Aufzeichnungen" klicken und dann den Beitrag vom 2. März auswählen.) viele Menschen ein Friedenslicht entzündeten und so für das Ende des Kriegs in der Ukraine beteten.

Beim Beten lege ich Gott alles in die Hände, was mir zu schwer ist. Beim Beten fokussiere ich mich auf das, was ich als nächstes tun will oder kann. Beim Beten verbinde ich mich mit Menschen, die mit mir beten, die für mich beten und für die ich bete. Beten muss nicht mit Worten geschehen. Es kann durch mein Tun und Nichttun, durch mein Schweigen geschehen. Beten ist Zwiegespräch mit Gott.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "schillernd" (dazzling).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 6. März 2022

Frieden unter den Völkern

Ein Zitat

Christusikone des ukrainischen Künstlers Oleg Pona in der Kathedrale St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten." Mahatma Gandhi

Ein Bibelvers - Jesaja 60,2

"Noch liegt Finsternis über der Erde, Dunkelheit bedeckt die Völker. Doch über dir erstrahlt der Herr, sein herrlicher Glanz scheint auf dich."

Ein Anregung

Mein "Photo-a-day"-Bild zum heutigen Schlüsselwort "feiern" (celebrate) zeigt die Christusikone des ukrainischen Künstlers Oleg Pona. Sie steht in der Kathedrale St. Gallen. Sie stand auch dort während des Gebets für den Frieden vom vergangenen Mittwoch. Dompfarrer Beat Grögli lernte den Künstler und seine Familie 1996 bei einer Ukraine-Reise kennen. Nun ist Krieg im Land des Künstlers.

An diesem Sonntag feiern wir in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen Gottesdienst. Die Kollekte ist bestimmt für die Nothilfe in der Ukraine und den angrenzenden Länder. Der Gottesdienst nimmt den Krieg in der Ukraine auf und fragt, wie Völker in Frieden zusammenleben können.

Dabei sein kann man auch per Youtube. Ab 11.30 Uhr wird die Predigt übertragen. Wer dagegen vor Ort dabei sein möchte ist schon um 10.15 Uhr eingeladen an die Kapellenstrasse 6.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "beten" (pray).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 28. Februar 2022

Hinterlassenschaften von Armeen in der Schweiz

Die Schlachtkapelle auf dem Stoss
Foto © Jörg Niederer
Ein Zitat

"Die Tat ist vergangen, die Denkmäler bleiben." Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.)

Ein Bibelvers - 2. Mose 15,1

"Damals sangen Mose und die Israeliten dieses Lied für den Herrn: Ich will für den Herrn singen: Hoch und erhaben ist er, Rosse und Wagen warf er ins Meer."

Ein Anregung

Wie stark in der Schweiz die Armee verankert ist, sieht man an den über 900 militärischen Denkmälern. In einem Inventar der Armee dazu werden Schlachtendenkmäler, Aktivdienstdenkmäler, Truppendenkmäler, Denkmäler für fremde Truppen, Unglücksdenkmäler, Personendenkmäler und Spezialdenkmäler (z.B. als die Armee am 9. November 1932 in Genf auf linke Aktivistinnen und Aktivisten schoss, und dabei 13 Menschen tötete und 65 verletzte; oder auch der Einsatz von Armeeangehörige bei der Bekämpfung von Corona) unterschieden. Bei Swisstopo kann man sie alle auf einer Landeskarte abrufen. Zu jedem Denkmal gibt es auch eine ausführlichere Webseite. Als Beispiel sei auf die Schlachtkapelle am Stoss verwiesen.

Ich finde interessant, was es da unter diesen Formen des Erinnerns alles zu finden gibt. Zugleich hoffe ich, dass es irgendeinmal auch ein Denkmal geben wird, das an das Ende aller bewaffneten Feindseligkeiten erinnert und an die Abschaffung aller Armeen und Waffen auf dieser Erde.

Wenn wir schon mit der Schlachtkapelle auf dem Stoss im Kanton Appenzell sind: Die evangelisch-reformierten Appenzeller Kirchen werden am Mittwochabend, 2. März, um 18.30 Uhr vor den meisten ihrer Kirchen für das Ende des Kriegs in der Ukraine beten. Zum Teil werden diese Gebete in ökumenischer Weise stattfinden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 27. Februar 2022

Stoppt den Krieg, schafft Frieden!

Ein Zitat

Demonstration gegen den Krieg in der Ukraine vom 26. Februar 2022 beim Bahnhof in Bellinzona
Foto © Jörg Niederer
"Ich weiss nicht, ob jemals ein Krieg dermassen glücklich ausging, dass ein verständiger Sieger das Unternehmen darauf nicht bereut hätte." Erasmus von Rotterdam (1466-1536)

Ein Bibelvers - 5. Mose 30,15+19

"Siehe, ich stelle dich heute vor die Entscheidung zwischen Leben oder Tod, zwischen Glück oder Unglück… Wähle das Leben, damit ihr lebt, du und deine Nachkommen!"

Ein Anregung

Ich durfte einige Jahre im Aufsichtsorgan des General Board of Church and Society (GBCS) der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche mitwirken. Nun hat diese Kirchenbehörde Stellung genommen zum Krieg in der Ukraine. Im folgenden eine deutschsprachige Übersetzung des Wortlauts. 


Stoppt den Krieg, schafft Frieden! 

"Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes! Suche den Frieden und setze dich dafür ein!" (Psalm 34,15). 
Das General Board of Church and Society der weitweiten Evangelisch-methodistischen Kirche schließt sich der internationalen Gemeinschaft an und verurteilt die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine und die Verletzung des Völkerrechts. Wir fordern die sofortige Einstellung aller militärischen Kriegshandlungen in der Ukraine, damit eine gerechte und friedliche Lösung gefunden werden kann. 
Mit tiefer Besorgnis appellieren wir an alle Konfliktparteien, diplomatische Möglichkeiten auszuloten. Wir sollen und müssen - auch wenn die Feindseligkeit bereits wütet - Leben, Existenzgrundlagen und wertvolle Ressourcen vor größeren Gefahren schützen. 
Die Evangelisch-methodistische Kirche glaubt, dass "Krieg mit der Lehre und dem Beispiel Christi unvereinbar ist... Wir bestehen darauf, dass es die oberste moralische Pflicht aller Staaten ist, gemeinsam daran zu arbeiten, alle zwischen oder unter ihnen aufkommenden Konflikte mit friedlichen Mitteln zu regeln." (Soziale Grundsätze der EMK 2016, Kirchenordnung, Par. 165/C)
Wir verstehen wohl nicht sofort die ganze Tragweite an Schmerz, Leid und Verlust, den dieser Konflikt den Völkern der Ukraine und Russlands zufügt. Aber wir sind uns sicher, dass alle Menschen gleichermassen vom barmherzigen Gott geliebt werden.
Unsere Gebete gelten allen Menschen, die in Gefahr sind, einschließlich der Zivilbevölkerung, der Kinder, der älteren Menschen, der Behinderten und der Vertriebenen. Wir beten für alle, die Führungsverantwortung tragen, genauso wie auch für Menschen, die in Angst leben und ins Kreuzfeuer geraten sind. Wir betrauern den Verlust von Menschenleben. Und wir bitten um Unterstützung für alle Organisationen, die umfassende humanitäre Hilfe möglich machen, und auch für diejenigen Menschen, die Zuflucht und Asyl suchen.
In den tiefgründigen Worten der Bibel, im 5. Buch Mose (30,15+19) heißt es: "Siehe, ich stelle dich heute vor die Entscheidung zwischen Leben oder Tod, zwischen Glück oder Unglück… Wähle das Leben, damit ihr lebt, du und deine Nachkommen!" Lasst uns das Leben wählen. 

Church and Society; 100 Maryland Ave, NE; Washington, DC 20002; Vereinigte Staaten

Original in Englischer Sprache

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 26. Februar 2022

Lichtermeer für Frieden

Ein Zitat

Aktivdienstdenkmal zum 1. Weltkrieg im Kantonsschulpark St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Auch an eigenen Waffen kann man sich tödlich verletzen." Michael Marie Jung (*1940)

Ein Bibelvers - Psalm 59,2+3

"Rette mich vor meinen Feinden, mein Gott, beschütze mich, wenn sie mich angreifen! Rette mich vor denen, die Unheil anrichten, hilf mir doch, wenn Menschen nach Blut dürsten!"

Ein Anregung

Sie werden wohl schon bald wieder gebaut. Vielleicht sind es dann Schlachtdenkmäler, heroische Darstellungen von Grausamkeiten. Vielleicht sind es Aktivdienstdenkmäler, Erinnerungen an erzwungenen Widerstand. Ob diese Monumente lügen oder die Wahrheit zeigen, das kommt auf den Standpunkt der Betrachterin, des Betrachters an. Besser wäre es, es gäbe keine dieser pickelharten Steinbilder.

Vielleicht ist die einzige angemessene Antwort weich und verformbar wie der Kerzenwachs. Ein Lichtermeer für Frieden und gegen Gewalt soll heute um 18.00 Uhr vor der Offenen Kirche in St. Gallen ein Zeichen setzen. Noch weitere Anlässe sind geplant, um an der Seite der Menschen zu stehen, die den Frieden suchen, erhoffen, an jedem Ort auf der Welt, und vordringlich in der Ukraine.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Freitag, 25. Februar 2022

Gebet um Frieden

Ein Zitat

Nationalen Monument des 1. Weltkriegs in Verdun, Frankreich
Foto © Jörg Niederer
"Man kann einen Krieg genauso wenig gewinnen wie ein Erdbeben." Jeannette Pickering Rankin (1880-1973), US-amerikanische Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin

Ein Bibelvers - Johannes 14,27

Jesus: "Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen."

Ein Anregung

Die riesige Grabstätte beim Nationalen Monument des 1. Weltkriegs in Verdun, Frankreich stellt ein Schwert dar, das bis zum Schaft in den Boden gerammt ist. Das Blutvergiessen soll ein Ende haben; das ist die unmissverständliche Botschaft. Doch nun hat einer wieder das Schwert gezogen, und zieht erneut in einen blutigen Krieg. 

Was wir tun können, ist beten und protestieren. Auf den Seiten der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz und EMK Deutschland finden sich auch Aussagen der Bischöfe und Verantwortlichen unserer Kirche zum Krieg in der Ukraine. Dem Aufruf zum Gebet kann auch mit den folgenden Worten der Evangelisch-reformierten Kirchen der Schweiz (EKS) gefolgt werden: 

Dreieiniger Gott Der Du die Welt und die Menschheit durch Deinen Sohn versöhnt hast, erbarme Dich Deiner Geschöpfe, die weiterhin Krieg und Tod verbreiten. Wieder wird die Zivilbevölkerung als Geisel genommen und zum direkten Opfer des Machthungers einiger weniger.
Erbarme Dich unser.
Beschütze Dein Volk, wo immer es sich befindet, lass hier und dort die Stimme Deiner Kirche erheben, damit dieser Wahnsinn und diese Verblendung aufhören. Gib uns allen die Kraft und den Mut, nicht in Hass, Ungerechtigkeit und Gewalt zu verfallen. Bewahre uns davor, oberflächlich zu urteilen, lass uns solidarisch mit den Opfern sein. Gib uns die Kraft, in der Wahrheit Deines Friedens zu leben.
Wir bitten Dich für die Menschen in Russland und in der Ukraine, für deren Regierende, für die Gläubigen und Verantwortlichen ihrer Kirchen und Religionsgemeinschaften. Stärke ihre Solidarität und Grossherzigkeit. Wir bitten Dich für unsere Regierungen in Europa und in der Welt, damit sie alles daran setzen, diese Flucht nach vorne zu beenden. Festige das Band des Friedens und der Achtung zwischen den Christinnen und Christen. Schütze sie vor Vorurteilen, Manipulationen und Instrumentalisierung. Gib ihnen Deinen Frieden, Gott, wir bitten Dich, schütze Dein Volk in der Ukraine und in Russland.
Im Namen Christi, Amen

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde