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Sonntag, 3. August 2025

Ich mag keine geschlossenen Kirchentüren

Ein Zitat

Am Nationalfeiertag war die Kirche von Brütten verschlossen.
Foto © Jörg Niederer
"Der Veränderung die Tür schließen hieße, das Leben selber aussperren." Walt Whitman (1819–1892)

Ein Bibelvers - Psalm 24,7

"Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Ihr Türen der Urzeit, öffnet euch weit! Es kommt der König der Herrlichkeit!"

Eine Anregung

Am 1. August war die Reformierte Kirche in Brütten verschlossen.

Ich mag keine verschlossenen Kirchentüren. Das auch, wenn ich weiss, dass durch offene Kirchentüren auch Menschen mit unlauteren Absichten eintreten können. Aber die Institution, die im Namen des Menschen spricht, der grundsätzlich mit offenem Herzen allen anderen Menschen begegnet ist, in dieser Institution können doch deren Kirchengebäude auch nur offen und einladend sein.

Nun, wir leben in schwierigen Zeiten. Da sind und waren mitunter auch die Gotteshäuser, in denen ich wirke oder gewirkt habe, nicht 24 Stunden zugänglich.

Wenn schon Kirchentüren nicht immer offen stehen können, dann sollten es doch unsere Herzen im Blick auf unsere Nächsten und Fernsten sein. Ganz im Sinn des nun schon alten Leitspruchs der United Methodist Church: "Mit offenen Herzen, offenen Sinnen und offenen Türen".

Mögen die Türen, durch die du heute gehen möchtest, sich vor dir öffnen und hinter dir nicht mehr verschliessen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 29. September 2024

Es reise, wer trotzdem lacht?

Ein Zitat

Die letzte Tür der Zugskomposition sollte während der Fahrt nicht geöffnet werden.
Foto © Jörg Niederer
"Trage Freude in deinem Herzen und du kannst jeden Moment verzaubern!" Daniela Irrek

Ein Bibelvers - Prediger 7,14

"Am Glückstag sei guter Dinge, am Unglückstag aber denke daran: Den einen wie den anderen hat Gott gemacht. Deshalb verhalte dich entsprechend. Denn kein Mensch kann herausfinden, was die Zukunft bringt."

Eine Anregung

Der Bahnbetrieb nach und von Wien ist nach wie vor unwetterbedingt stark beeinträchtigt und wird es wohl noch über Monate bleiben. Zu Dritt versuchen wir, die Schweiz irgendwie noch vor dem Sonntagmorgen zu erreichen.

In Wien fällt der reguläre Zug Richtung Schweiz aus. Der Ersatzzug hat 35 Minuten Verspätung, die Sitzplatzreservationen haben ihre Gültigkeit verloren. Zum Glück ist in der 1. Klasse genügen Platz.

Kaum setzt sich der Zug mit Ziel Salzburg in Bewegung, werden alle Fahrgäste Zeug:innen eines Telefonanrufs eines wohl älteren Mannes. Im sympathischen Österreicher Dialekt teilt er der Anruferin oder dem Anrufer mit: "Ich sitz jetzt im Zug, aber er fährt nicht. Wenigstens sitze ich hier, aber er fährt nicht." Spätestens jetzt schmunzeln alle im Zug, und schauen sich gegenseitig an. "Wir sind nicht mal bis Wien Meidling gekommen", geht das Telefonat weiter: "Gerade mal zwei Minuten ist er gefahren." Dann nach einer kurzen Pause: "Echt gemütliche Sitze, da kann man übernachten. Ah, jetzt fährt er. Du, jetzt fährt er. Mal schauen, wie lange." Nach diesen Worten herrscht gute Stimmung im Wagon.

Zum Foto: Es ist zuvor im Zug von Budapest nach Wien entstanden. An der hintersten Tür hängt einer der gelben Zettel und vermeldet, dass die Tür nicht benützt werden könne. Für alle, die das nicht von sich aus gesehen haben, ist es ein überlebenswichtiger Hinweis. Ich jedenfalls habe es tunlichst vermieden, auszuprobieren, ob die Tür sich nicht doch öffnen lässt.

Humor, freiwilliger und unfreiwilliger, kann über manche Unannehmlichkeiten hinweg trösten. Ich wünsche euch heute Sonntag gute Momente, voller Heiterkeit und Freude. 

Nun noch die Auflösung der gestrigen Frage: Die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche von Mittel- und Südeuropa, die vom 12.-16. März 2025 in Winterthur tagt, steht unter dem Thema "Schalom mit euch!".

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 3. Juni 2024

Von Philistern und Gottes Möglichkeiten

Ein Zitat

Die Pushband nimmt die Besuchenden am ersten regionalen Tag in der Methodistenkirche Niederuzwil mit in den Lobpreis.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich eine andere; aber wir sehen meist so lange mit Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen." Helen Keller (1880-1968), amerikanische Schriftstellerin

Ein Bibelvers - 1. Samuel 23,13

"Da machte David sich mit seinen Leuten auf, etwa sechshundert Mann, und sie zogen fort aus Keila und bewegten sich, wo sie sich bewegen konnten."

Eine Anregung

Sich im Rahmen der Möglichkeiten bewegen und das tun, wozu uns Gott Spielraum gibt; darum ging es am ersten gemeinsamen Regionaltag der methodistischen Gemeinden von Romanshorn, Weinfelden, Eschlikon, St. Gallen-Teufen und Uzwil-Flawil am gestrigen Sonntag. Den Auftakt machte ein inspirierender Gottesdienst mit einem in berührender Weise von der Pushband geleiteten Lobpreis. Dazu kamen Predigtgedanken zu der doch eher überraschenden Kriegsgeschichte aus 1. Samuel 23,1-13. Anna Shammas von Bereich Gemeindeentwicklung fand dazu hilfreiche Analogien für die Entfaltungsmöglichkeiten, welche christliche Gemeinden in der heutigen Zeit haben.

Im gewählten Bibeltext eilten David und seine Söldnertruppe der Stadt Keila zu Hilfe, deren Bewohnende durch die heranrückenden Philister bedroht wurden, und das, obwohl David sich selbst aufgrund der Verfolgung durch König Saul in einer misslichen Lage befand und sich durch die Unterstützung der Stadt Keila erst recht angreifbar machte. Jedes Mal, so heisst es im Bibeltext, habe David zuerst Gott befragt, was er tun solle, und dann danach gehandelt.

In der nachmittäglichen Reflektions- und Kennenlernzeit stellte Anna Shammas den anwesenden Gemeindevertreterinnen und -vertretern drei Fragen: 1. Wie würdest du anderen deine Gemeinde möglichst positiv beschreiben und so für sie werben. 2. Was sind die "Philister", also die Bedrohungen, denen deine Gemeinde ausgesetzt ist? 3. Wie kannst du auf diese Bedrohung auf gute Weise und gewinnbringend reagieren?

Im Rückblick an diesen besonderen Sonntag, an dem es auch Essen, Kaffee, Pausengespräche, Kinderangebote und feine Bauernhofglace gab, scheint mir die Aussage in der Version der Einheitsübersetzung von 1. Samuel 23,13 auf hilfreiche Weise zusammenzufassen, worauf es in jeder christlichen Gemeindearbeit ankommt. Dass wir uns, wie das David und seine Söldnertruppe taten, "bewegen, wo wir uns hinbewegen können". Oder anders gesagt: Gehen wir im Vertrauen auf Gott gemeinsam durch die offene Türen, und lassen uns von den Gefahren und verbarrikadierten Wegen nicht davon abhalten, einander und anderen Menschen in christlicher Weise Gutes zu tun.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 5. Februar 2024

Die bunt bemalte Tür

Ein Zitat

Architektonische Ansichten in Winterthur Wülflingen.
Foto © Jörg Niederer
"Wie alt wirst du sein, wenn du wartest, bis der Gelbe Fluss klar geworden ist?" Sprichwort

Ein Bibelvers - 2. Mose 30,23-25a

"Nimm Duftstoffe bester Art: sechs Kilogramm Myrrhenharz; drei Kilogramm, also halb so viel, wohlriechenden Zimt; drei Kilogramm Gewürzrohr; sechs Kilogramm Zimtnelken – nach dem Gewicht, das am Heiligtum verwendet wird; dazu zwei Liter Olivenöl. Stelle daraus heiliges Salböl her"

Eine Anregung

Für das Bunte sind die Schweizerinnen und Schweizer nicht gerade bekannt. Die Farben werden meist dezent eingesetzt. Darum sticht diese vielfarbige Gestaltung einer Tür an einem etwas heruntergekommenen Haus besonders ins Auge. Wer hat sich da wohl ausgetobt?

Wie farbenreich ist dein Leben? Wo findet sich beispielweise in deiner Wohnung Rotes? Wie macht sich das Grün in deinem Lebensraum bemerkbar? Und warum ist manches gelb, das dich umgibt?

In der Bibel sind die Farben Gelb und Gold austauschbar. Zudem ist Gelb eine Grundfarbe nebst Blau und Rot. Olivenöl hat eine goldige Färbung. Wer mit Öl gesalbt wird, wird auch farblich in besonderer Weise beschenkt.

Heute will ich darauf achten, wo mir überall Gelb und Gold begegnen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen 

Mittwoch, 22. November 2023

Unter einem Dach

Ein Zitat

Haus mit zwei Eingangstüren in Endingen.
Foto © Jörg Niederer
"Die wie eine Legende vermittelten Deutungsangebote entwickelten sich im Laufe der Zeit zu einem einzigartigen Symbol. Die Doppeltür wurde so zu einem Sinnbild für das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft." www.doppeltuer.ch

Ein Bibelvers - 5. Mose 21,23b

"Du darfst das Land nicht unrein werden lassen. Der Herr, dein Gott, hat es dir ja gegeben. Es soll dein Erbbesitz sein."

Eine Anregung

Zwei fast identische Türen bilden den Zugang zu einem Haus. Wohlgemerkt: es handelt sich nicht um einen Eingang mit grosser Doppeltür. Zu den beiden Türen führt eine gemeinsame Treppe. Das Haus bräuchte von der Grösse her auch nicht zwei Eingänge, einer würde gut für alle Bewohnenden ausreichen.

Wir befinden uns in Endingen. Das Aargauer Dorf und sein Nachbarsort Lengnau waren lange Zeit die einzigen Orte, an denen sich Jüdinnen und Juden in der Schweiz niederlassen durften. In den beiden Gemeinden lebten aber vor der Zwangsansiedlung der Juden auch schon christliche Bürgerinnen und Bürger. Da liess es sich nicht vermeiden, dass Angehörige beider Religionen unter einem Dach im selben Haus wohnten, was Jüdinnen und Juden durch ihre Religion oder durch die behördliche Gesetzte verboten war. Man behalf sich mit zwei Zugängen zum selben Haus. So nach dem Motto: Wer nicht durch die selbe Tür tritt, befindet sich auch nicht im selben Haus. (Vielleicht war es aber auch ganz anders.)

Das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Philosophien kann kompliziert sein. Aber mit Phantasie und etwas gutem Willen finden sich Lösungen, Wege und Türen.

Ewiger, schenke uns Zugänge, die es uns ermöglichen, in aller Verschiedenheit unter einem – unter deinem – Dach zu leben. Amen

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen 

Freitag, 14. Juli 2023

Bahn- und Kirchensprüche

Ein Zitat

Die Ein- und Austiegstür in der Bahn öffnet sich automatisch auf der richtigen Zugsseite.
Foto © Jörg Niederer
"Die Weiterfahrt verzögert sich, weil der Sicherheitsdienst unseren Lokführer nicht erkannt und ihn mitgenommen hat!" Zugsdurchsage vom 5. Oktober 2017 in einer Zugskomposition der Deutschen Bahn

Ein Bibelvers - Jesaja 57,14

"Gott sagt: Schüttet eine Straße auf, bahnt einen Weg! Räumt meinem Volk die Hindernisse aus dem Weg."

Eine Anregung

Jedes Mal, wenn im Zug bei der Einfahrt in einen Bahnhof die Durchsage kommt, wundere ich mich, warum jeweils mitgeteilt wird, auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet. Es ist doch so, dass die Tür sich sowieso nur auf der richtigen Seite öffnet, selbst wenn man auf der falschen Seite den Knopf drückt. Muss das Bahnpersonal zusätzlich beschäftigt werden? Die Durchsage kommt ja meist in drei verschiedenen Sprachen. Oder will man vorbeugen, falls doch einmal auf der falschen Seite die Tür aufgeht? Vor langer Zeit ist mir das einmal in einem sehr alten Wagon passiert. Oder befürchtet man, dass die Passagiere ohne Ansage der richtigen Seite in die verschlossene Tür hineinrennen?

Die beiden Türen sind ja auch nicht soweit voneinander entfernt, dass man die richtige nicht mehr erreichen würde, falls man vor dem falschen Ausstieg angestanden sein sollte. Mir hilft die Ansage sowieso kaum etwas. Erstens verwechsle ich oft link und rechts. Und zweitens vergesse ich die angesagte Ausstiegsseite meist wieder auf dem Weg vom Abteil zur Tür.

Und dann gibt es auch noch die Momente, wenn du innen im Zug vor der richtigen Ausstiegstür stehst, und diese sich gar nicht öffnen will. 

Also, wozu diese Ansagen über den Ausstieg in Fahrrichtung des Zuges rechts oder links?

Andererseits: Auch in der Kirche gibt es überflüssige floskelhafte Wendungen und Regieanweisungen. Beispiele: "Alle, die sich dazu in der Lage fühlen, mögen zum Gebet aufstehen." Als würden die andern nicht sowieso sitzen bleiben. Oder die bekannte Einleitung zum Unser Vater: "Wir beten gemeinsam das Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte." Ausreichen würde ja ein "Wir beten gemeinsam". Denn ein anderes Gebet als das Unser Vater können evangelische Christinnen und Christen sowieso nicht auswendig aufsagen. Oder: "Zum Segen und dem Schlusslied erheben wir uns." Als wüssten das nicht alle längst schon. Und sollte es dann doch jemand nicht wissen, würde er oder sie bestimmt nicht sitzen bleiben, wenn sich um ihn oder sie herum alle erheben. Oder die meist zweimalige Nennung der Liednummer des nächsten Lieds, obwohl diese gut sichtbar an der Liedtafel angeschlagen ist oder per Beamer projiziert wird.

In der Kirche geht es halt manchmal auch etwas unlogisch zu und her – wie in der Schweizer Bundesbahn.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 13. Mai 2023

Drückeberger

Ein Zitat

Die Betätigung des Knopfs, welche Bahntüren öffnen, geschieht jeden Tag tausendfach.
Foto © Jörg Niederer
"Über die angeblichen Gefahren des Fernsehens kann ich nur lachen. Ein Knopfdruck genügt, und jede Gefahr ist vorüber." Liza Minnelli (*1946)

Ein Bibelvers - Sprüche 16,32

"Geduld haben ist besser als ein Kriegsheld sein. Sich beherrschen ist besser als Städte erobern."

Eine Anregung

Mittlerweile haben fast alle Zugwagons in der Schweiz einen elektronischen Knopf, mit dem die Tür geöffnet werden kann. Dieser eine gleiche Schalter kann jedoch auf recht vielfältige Weise betätigt werden.

Da gibt es die Personen, welche den Knopf erst drücken, wenn der Zug schon zum Stillstand gekommen ist. Andere wiederum drücken ihn minutenlang und Nonstop bereits bei der Einfahrt in den Bahnhof. Wieder andere drücken einmal, zweimal, dreimal, zehnmal, als seien sie sich selbst nicht sicher, ob das auch funktionieren würde. Rhythmischere Menschen drücken den Schalter im Takt der Musik, die sie gerade über Kopfhörer hören. Dann gibt es die, welche regelmässig den falschen Knopf drücken, den, welcher die Türe schliesst oder den, der die Bahnpolizei ruft.

Zu erwähnen wären auch die Wiederdrückerinnen und Wiederdrücker. Selbst wenn der Knopf durch Aufleuchten anzeigt, dass ihn schon  jemand betätigt hat, drücken sie noch einmal zu.

Seit Corona gibt es auch jene, welche mit dem Ellbogen die Tasten betätigen. Wieder andere drücken gar nicht, meinen, die Tür gehe von alleine auf, bis jemand von Hinten genervt und beherzt über den Wartenden hinweg die Taste betätigt. Die Clevereren unter den Drückebolden betätigen den Schalter bei der Tür, welche auf die Schienenseite hinausgeht, wohlwissend, dass dies genauso die Tür auf der Perronseite öffnet.

Besonders hektisch wird es, wenn trotz mehrfacher Betätigung der Taste die Tür sich einfach nicht öffnen will. Da kann es schon vorkommen, dass einigen der Geduldsfaden vollends reisst, und sie zu "Schalterschlägern" werden.

Manche meinen ja, dass Gott wie auf Knopfdruck reagieren sollte, wenn wir ihn um etwas bitten. Ich würde mich dabei nicht wundern, wenn die Art und Weise, wie wir bei im triggern, genau so unterschiedlich ausfällt, wie die Betätigung des Knopfs im Zug. Und Gottes Antwort? Die Tür wird aufgehen, auf die eine oder andere Weise.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 12. Februar 2023

Durch die Tür

Ein Zitat

Kirchentür an der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen in Bronschhofen.
Foto © Jörg Niederer
"Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann." Christian Morgenstern (1871-1914)

Ein Bibelvers - Johannes 10,9

Jesus "Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet. Er wird hinein- und hinausgehen und eine gute Weide finden."

Eine Anregung

Eine Tür ist das, was beim Betreten eines Gebäudes als Erstes ins Auge sticht.

Von Türen handelt die heutige Predigt in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen. Damit wird eine Reihe fortgesetzt, welche vor zwei Wochen mit Gedanken zum Esszimmer begonnen haben. Wie sieht ein Haus, eine Wohnung aus, in der die Prinzipien gelten, welche durch Jesus Christus bekannt sind?

Du bist herzlich eingeladen, die Tür an der Kapellenstrasse 6 zu durchschreiten, und am Gottesdienst mit Abendmahl über das Thema "Haustür" teilzunehmen. Der Anlass beginnt um 10.15 Uhr. Ab 10.30 Uhr kann die Predigt auch auf Youtube angesehen werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Donnerstag, 13. Januar 2022

Offene Türen

Ein Zitat

Blick aus der Christkatholischen Kirche über die Stadt St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Wo alle loben, habt Bedenken. / Wo alle spotten, spottet nicht. / Wo alle geizen, wagt zu schenken. / Wo alles dunkel ist, macht Licht." Konstantin Wecker nach dem Gedicht des Theologen Lothar Zenetti.

Ein Bibelvers - Johannes 6,37

Jesus: "Alle, die mein Vater mir anvertraut, werden zu mir kommen. Und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen."

Ein Anregung

Jeden Januar lädt die Christkatholische Kirche Vertreterinnen und Vertreter von kirchlichen Partnerorganisation zum Neujahrsempfang. Dann - und auch sonst - sind die Türen zu dem kunstvollen Bauwerk und zur Gemeinde offen, und nebst besonderen Präsentationen gibt es immer auch ein feines Essen.

Offene Türen. Da denke ich natürlich an die Jahreslosung von 2022. Christus der zusagt, dass er niemanden abweisen werde.

Im Auftrag des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg entsteht jedes Jahr ein moderner Song zur Jahreslosung. So auch in diesem Jahr. Für Text und Musik zeichnen Gottfried Heinzmann und Hans-Joachim Eißler verantwortlich. Auf der Webseite kann das Lied in verschiedenen Versionen angehört werden. Auch Andachten und Bildbetrachtungen können heruntergeladen werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 20. Dezember 2021

Offene Türen

Ein Zitat

Offene Tür an der Kulturschmitte in Zell
Foto © Jörg Niederer
"Wer sich am offenen Tor den Kopf einrennt, kommt auch nicht unbeschadet durch verschlossene Türen."

Ein Bibelvers - Psalm 24,7.9 (Nach der Übersetzung von Martin Buber)

"Hebet, Tore, eure Häupter, erhebt euch, Pforten der Weltzeit, dass der König der Ehre komme!"

Ein Anregung

Findest du heraus, von welchem Lied Pfarrerin und Hymnologin Esther Handschin folgendes schreibt?

"In Strophe zwei wird uns dieser König aller Königreiche näher vorgestellt. Statt Insignien der Macht und der Stärke werden ihm ganz andere Eigenschaften zugeschrieben: Er ist gerecht. Er hilft gerne. Sanftmut, Heiligkeit und Barmherzigkeit gehören zu seinen Eigenschaften und werden mit seinem Gefährt, seiner Krone und seinem Szepter verglichen. All das weist auf den Heiland hin, der auf einem Esel in Jerusalem eingeritten ist. In der fünften Zeile dieser Strophe findet sich der einzige negative Begriff des ganzen Liedes, um auch gleich wieder zu verschwinden: 'all unsre Not zum End er bringt.' Nach dem Ende der Not wird an dieser Stelle die sechste Zeile der ersten Strophe wiederholt: 'derhalben jauchzt, mit Freuden singt' und damit zum Lob des Heilands eingeladen, dessen große Taten gerühmt werden." 

Das war nicht schwer. Es geht um das Adventslied: "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit". Von der Entstehung des Lieds und vom Dichter Georg Weissel schreibt Ester Handschin: "Georg Weissel hat sein Lied 1623 für die Einweihung der neu in Königsberg (heute Kaliningrad) erbauten Altroßgärter Kirche geschrieben, wo er seine erste Pfarrstelle angetreten hat. Zu seiner Zeit war das Kirchengebäude eine kleine Kapelle, um die herum 1651 eine größere Kirche gebaut wurde. Dort erklang 'Macht hoch die Tür' erstmals an einem 2. Advent. Kaum jemand denkt heute beim Singen dieses Adventsliedes an die Einweihung einer Kirche. Die Bilder des Öffnens von Türen und Toren, der Vergleich des eigenen Herzens mit einem (Kirchen)tempel oder die Glückwünsche an das Land und die Stadt in der dritten Strophe, bei denen ein König erwartet wird, werden jedoch sprechender, wenn man den konkreten Anlass der Entstehung des Liedes kennt."

Das, und noch viel mehr (einschliesslich Hörbeiträge des Lieds) präsentiert Handschin kompetent in ihrem umfassenden Beitrag zu diesem bekannten Adventslied. Sehr schön ist auch eine legendenhafte "Geschichte zum Schluss", welche Esther Handschin ganz am Ende ihres Beitrags nacherzählt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde