Posts mit dem Label Strand werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Strand werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 18. Juli 2025

Was jetzt?!

Ein Zitat

Ferienstimmung an einem Strand auf Kreta.
Foto © Jörg Niederer

"Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer."
Ovid (43 v.Chr. - ca. 17 n. Chr.)

Ein Bibelvers - Kolosser 3,15

"Und der Friede, den Christus schenkt, lenke eure Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Und dafür sollt ihr dankbar sein!"

Eine Anregung

Gelesen habe ich in einem Forum über Fotografie das Wort "Urlaub-Salben", und mich gewundert, was Fotografie und Salben miteinander zu tun haben. Dann wurde mir mein Versehen bewusst. Es sollte "Urlaubs-Alben" heissen. Das nun passte besser, ging es doch um digital erstellte Bücher, Erinnerungen aus gemachten Ferienfotos. Geschrieben war das Wort natürlich so: "Urlaubsalben". In einer Weise, dass diese Doppeldeutigkeit möglich wird. Noch etwas gilt es zu erwähnen. Anders als in Deutschland wird in der Schweiz nicht klar unterschieden zwischen Ferien und Urlaub.

Nun gehören Salben, vor allem Sonnenschutzsalben, ja schon auch zu den Ferien. Salben und Ferien, beides steht dafür, dass man sich etwas Gutes gönnt, geschützte Erholung sucht und findet.

Genau das werde ich nun bald auch erleben dürfen. Ferien, Urlaub, der Geruch nach Sonnencreme, kitschige Erinnerungsfotos, Schweiss und Aussicht, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge.

Meine Eltern beteten jeweils vor der Fahrt mit dem Auto in die Ferien nach Holland. Sie wussten, Sonnenschutzmittel reichen nicht aus, um friedliche Ferien zu erleben.

Möge Gott uns alle in den Ferien bewahren. Mögen die Fotos in Urlaubs-Alben nicht nur von brauner Haut und Urlaub-Salben erzählen, sondern auch von Gottes Beistand, von der wunderbaren Welt und von vielen Momenten des Friedens.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 7. Oktober 2023

Brechsand

Ein Zitat

Kieswerk in Weinfelden mit verschiedenen Sandqualitäten.
Foto © Jörg Niederer
"Das Gute in Felsen schlag - dass du es siehst jeden Tag / Das Böse schreibe in Sand - mit den Wellen es verschwand" Jo Dantes

Ein Bibelvers - Sprüche 27,3

"Stein und Sand sind schwere Lasten. Aber schwerer als beide wiegt der Ärger, den du mit einem Dummkopf hast."

Eine Anregung

Das Kieswerk in Weinfelden ist weitherum und ganz besonders vom Zug aus gut zu sehen. Als ich vor einigen Tagen daran vorüberging, viel mein Blick auf Beschriftungen an einem grossen Gebäude. Nebst den Anschriften 4/8, Sand 6, Sand 5 und 8/16 stach mir besonders der Ausdruck "Brechsand" ins Auge. 

Ich musste sofort an die Hollandferien meiner Kindheit denken, an die Zeiten am Strand. Dort, im steten Wind, der vom Meer her blies, konnte man keinen Bissen nehmen, ohne dass Sandkörner zwischen den Zähnen knirschten. Vollends unangenehm wurde es, wenn man beim Herumtollen mit offenem Mund in den Sand fiel. Das artete in ein hysterisches Spucken aus, und wenn es ganz schlimm kam, wurde der Sand mit weiteren biologischen Zusatzstoffen den Dünen übergeben - sprich: erbrochen.

Bisher wusste ich nicht, dass solcherart Sand einen Namen trägt: "Brechsand"! Wobei, dass dieser Sand extra hergestellt wird, fand ich doch etwas dekadent. Statt die Stäbchen, welche sich die alten Römer in den Hals steckten, um so den Brechvorgang auszulösen und Platz für weitere Tafelfreuden zu machen, kennen wir nun also den Sand - den Brechsand?

Natürlich nicht. Brechsand hat nichts mit dem Übergeben und Erbrechen zu tun. Brechsand ist ein Qualitätsprodukt, wie ich zwischenzeitlich herausgefunden habe. Brechsand nennt man künstlich produzierten Sand mit Korngrössen von 1-5 Millimeter. Normaler Sand dagegen ist bis 2 Millimeter gross. Brechsand ist scharfkantig, schwer und doppelt so teuer wie anderer Sand. Im Gartenbau hemmt er als Fugensand das Wachstum der Pflanzen. Das zarte Grün findet die scharkantigen Brechsandkörner wohl zum Kotzen. Doch ganz verhindern kann auch Brechsand nicht den Lebenswillen der Pflanzen. Diese brauchen einfach etwas länger durch die sandig kratzende Masse. Schlussendlich brechen die zarten Pflanzen selbst durch den Brechsand hindurch. Eins zu Null für das Leben, das sich nicht brechen oder hindern lässt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 31. Juli 2022

Strandgeschichten

Ein Zitat

Badende am öffentlichen Strand von Markelfingen.
Foto © Jörg Niederer
"Lieber im Bodensee baden, als in der Arbeit ertrinken." Abgewandelter Spontispruch

Ein Bibelvers - 2. Mose 2,5

"Da kam die Tochter des Pharao zum Baden an den Nil. Ihre Begleiterinnen gingen so lange am Ufer auf und ab."

Ein Anregung

Ferieninbegriff nebst dem Sonnenuntergang am Strand ist der Strand selbst. Heute bewegten wir uns daselbst, und ich liess mir mein weisshäutigen Beine von der Sonne rötlich einfärben. 

Der Strand liegt im deutschen Teil des Untersees, der Halbinsel Mettnau gegenüber. Ab der Wasserlinie geht man auf einem weichen Sand-Erdgemisch zwischen unzähligen kleinen Fischchen um die 100 bis 200 Meter weit hinaus, ohne dabei nennenswert im Wasser einzutauchen. Das Taufen wäre an dieser Stelle folglich mit einem weiten Weg verbunden. Doch das sollte die bewusste Hinwendung in die Nachfolge Christi ja sowieso sein - ein weiter, überlegter Weg.

Wie es in Deutschland ist, weiss ich nicht. Doch vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass die Taufe in öffentlichen Gewässern im Kanton Genf Freikirchen nicht mehr erlaubt wird. Grund ist das Inkrafttreten eines neuen Gesetzes über die Laizität. Dabei geht es um die Trennung von Kirche und Staat. Neu reglementiert wird der öffentliche Raum. Private Seeanstösser können also weiter den christlichen Glauben durch Untertauchen im Genfersee bezeugen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde