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Montag, 1. November 2021

Fotograf und Umweltschützer - George Masa, "der Anselm Adams der Great Smoky Mountains"

Ein Zitat

Anstelle der Smokys etwas Indian Summer in den Hügeln Frauenfelds
Foto © Jörg Niederer
"Ich gehe in den Wald, atme frische Balsamluft, dann komme ich zurück und bin gewappnet für einen starken, guten Kampf" [für den Schutz der Smokies]. George Masa

Ein Bibelvers - 2. Mose 3,17

Gott zum Mose: "Ich bringe euch in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen."

Ein Anregung

In der Welt der Fotografie kennt jede und jeder Anselm Adams, den Fotografen der Rocky Mountains. Doch wer in der Europa kennt schon George Masa (1881-1933) genannt "Anselm Adams der Great Smoky Mountains"? 

Geboren als Masahara Izuka konvertierte der Student unter dem Einfluss von methodistischen Missionaren zum Christentum und änderte seinen Vornamen zu George.

Angeregt durch diese Missionare reiste er im Alter von 25 Jahren in die USA aus. Dort studierte er erst in Kalifornien Minenbau, um sich danach in Asheville, North Carolina niederzulassen, wo er als Hotelangestellter im neuen Grove Park Inn arbeitete. Es folgten Reisen und Wanderungen in die Appalachen. Um davon den Hotelgästen erzählen zu können, erhielt er vom Manager des Hotels eine Kamera geschenkt.

Nebst der Landschaft fotografierte er bald auch einige der einflussreichsten Familien. Es folgte eine Episode als erfolgloser Goldsucher. Sein wahres Gold jedoch waren die Bilder und Karten der Great Smoky Mountains.

Zurück in Asheville arbeitete er in einem lokalen Fotogeschäft, übernahm es nach drei Jahren und gründete 1924 die Asheville Photo Company. Nun begann er auch für die Nachrichtenagenturen zu filmen. Nebst dem Fotografieren vermass er die Smokies und legte detaillierte Karten und Skizzen an.

In dieser Zeit lernte er den Buchautoren und Naturjournalisten Horace Kephart kennen, der auf eindrückliche Weise die Menschen der Smokies portraitierte hatte. Entsetzt über den massiven industriellen Holzschlag begannen Kephart und Masa sich für die Smokies als Naturschutzreservat zu engagieren. Auch dafür veröffentlichte Masa Reiseführer in die Berge nahe Asheville. Weiter markierte und erkundigte er den Abschnitt des Appalachian Trails in North Carolina. Ein Teilstück davon ist heute noch nach ihm benannt.

1931 kam sein Freund Kephart bei einem Autounfall ums Leben. Zwei Jahre später verstarb George Masa an den Komplikationen einer Tuberkuloseerkrankung.

John D. Rockefeller Jr. kannte die Arbeiten von George Masa, und war davon so beeindruckt, dass er nach dessen Tod 5 Millionen Dollar spendete für den Ankauf von Land zur Gründung eines Nationalparks. Weitere 1,5 Millionen vom Staat waren nötig, um den Great Smoky Mountains National Park zu verwirklichen. 1961 wurde im Nationalpark ein 1730 m hoher Berg dem Fotografen zu Ehren "Masa Knob" getauft. Er steht sehr passend neben dem Mount Kephart.

Ein in einfachem Englisch gehaltener Videobeitrag zeigt Leben und Werk von George Masa auf eindrückliche Weise.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

  

Donnerstag, 8. Juli 2021

Pilgern auf Amerikanisch

Ein Gedanke

Lake Junaluska liegt nur wenige Meilen vom Appalachien Trail entfernt
Foto © Jörg Niederer
"Mögen deine Augen erfüllt von Wundern sein, dein Herz voller Freude und deine Schritte sicher auf deinem Weg mit Gott!" Bone Spur the Chappalachian

Ein Bibelvers - Psalm 37,23+24

"Der Herr achtet auf die Schritte eines Menschen. Gefällt ihm sein Weg, sichert er seinen Tritt. Wenn er stolpert, stürzt er trotzdem nicht. Denn der Herr hält ihn fest an der Hand."

Eine Anregung

Die USA hat keine vergleichbaren Pilgerrouten wie den Jakobsweg. Aber es gibt verschiedene Fernwanderwege. Zu den bekanntesten gehört der Appalachian Trail (AT), der sich über 3500 km durch 14 US-Bundesstaaten zieht. Er folgt einem meist bewaldeten Mittelgebirge, eben den Appalachen.

Seit 2013 gibt es jedes Jahr auf dieser Strecke eine*n Berufswandernde*n, einen Pfarrer bzw. eine Pfarrerin der United Methodist Church. Der oder die AT Chaplain (Kaplan*in) wird von der Holston Conference ausgesandt. In diesem Jahr ist es Pfarrer Chris Estus. Seine Aufgabe: Den Weg zu gehen und gleichzeitig den Menschen unterwegs seelsorglich, geistlich zu dienen.

Wie alle "thru-hiker" - das sind die, welche versuchen in einem Jahr den ganzen Weg zu gehen - hat er einen speziellen Wandernamen, unter dem er bekannt ist: "Bone Spur [Knochenspur] the Chappalachian". Im Mai gestartet ist er bereits 45 Tage unterwegs. Dabei geht er den Weg mit Unterbrüchen, einmal südwärts, dann wieder nordwärts, und weil er dazwischen mit dem Flugzeug unterwegs ist, nennt er seine Unternehmung "Flip Flop [Hin und Her] and Fly Thru Hike". Hier erklärt Bone Spur sich im Auftaktvideo zur Reise

Die Tagesvideos sind ein Mix zwischen Landschafteindrücken, Selbstdarstellung und Dokumentation von Begegnungen. Eine der umstrittenen Diskussionsthemen unterwegs scheint die Aussprache von "Appalachian" zu sein. So sind es oft Banalitäten, durch die der Wanderkaplan mit den Leuten ins Gespräch kommt. Doch ein geistlicher Satz zieht sich durch alle Tage und Beiträge. Es ist der Segen, den Bone Spur austeilt: "May your Eyes be full of wonders, your heart full of joy, may your footsteps be firm as you walk with god!"

Die Holston Konferenz betreibt diese Seite für die AT Chaplains!
Hier geht es zu den Videos von Bone Spur auf dem AT!

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde