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Montag, 12. Mai 2025

Musik in Montmirail

Ein Zitat

Eine Gewitterwolke bildet sich in der Drei-Seen-Region über Montmirail zwischen Bieler und Neuenburgersee.
Foto © Jörg Niederer
"Ich frage mich dann, warum es in vielen gottesdienstlichen Liedern (und auch Predigten) so oft um 'immer mehr' und 'immer höher' und 'immer weiter' geht. Ist es denn nie gut genug? Warum können wir nicht öfters einfach dankbar feststellen, was bereits ist, was wir schon sind und haben?" Dennis Thielmann (*1978)

Ein Bibelvers - Hebräer 4,14

"Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, er ist ein starker Held, der Rettung bringt. Er freut sich sehr über dich und geht in seiner Liebe über deine Fehler hinweg. Er jubelt über dich voller Begeisterung."

Eine Anregung

Heute beginnt die freiwillige Pfarrweiterbildung der Evangelisch-methodistischen Kirche im Gästehaus der Communität Don Camillo in Montmirail. Hier befand sich von 1766-1988 ein Mädchenpensionat der Herrnhuter Brüdergemeine. Danach übernahm die Communität Don Camillo Schloss und Länderei.

Der Ort ist eine Wohltat. Hier kann man sich in die Gemeinschaft der Communität einfügen, oder auch die vielen touristischen Möglichkeiten in der Region nutzen. Aber in den knapp zwei Tagen Schulung wird es für die Pfarrpersonen zuerst um Musik gehen. "Musik und Glaube - über Harmonie und Dissonanz" lautet das Schulungsthema. Als Gast dabei ist Musikproduzent, Bandcoach und Theologe Dennis Thielmann (*1978). Als Vorbereitung habe ich einige seiner Blog-Beiträge, geschrieben im Rahmen der Mennonitischen Bibelschule Bienenberg, überflogen. Nun freue ich mich auf diese Zeit, auch wenn ich wohl kaum selbst gross in die Lieder einstimmen kann. Noch wirkt die Erkältung unangenehm auf die Klarheit der Stimme ein. Mit der Singstimme ist es bei mir aber sowieso nicht weit her. Ich bin keine Sänger. Dafür hat Gott, so bin ich überzeugt, die Vögel erschaffen. Aber musikinteressiert bin ich schon. Bei Vögeln und bei Menschen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 6. November 2024

Update Neues Testament

Ein Zitat

Voller (Körper-)Einsatz durch Professor Dr. Christoph Schluep an der Pfarrweiterbildung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Adelboden.
Foto © Jörg Niederer
"'Lieber eine offensive und streitlustige Kirche sein, als eine, die schiedlich-friedlich, saft- und kraftlos vor sich hinsiecht.' Lieber auch mal anecken als abgerundet und konfliktscheu niemandem zu nahe zu treten. 'Und bitte: Bloß nicht harmlos sein!'" Professor Dr. Christoph Schluep, zitiert von Klaus Ulrich Ruof

Ein Bibelvers - Markus 10,45

"Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen. Im Gegenteil: Er ist gekommen, um anderen zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele Menschen."

Eine Anregung

Er ist ein begeisternder Redner und eigenwilliger Neutestamentler. Professor Dr. Christoph Schluep unterrichten an der Theologischen Hochschule Reutlingen. Der Schweizer, der 20 Jahre lang in Zürich 4 eine methodistische Gemeinde geleitet hat, ist der Redner an der Pfarrweiterbildung der Evangelisch-methodistischen Kirche, die vom 4.-7. November im Hotel Alpina Adelboden durchgeführt wird. Es geht um ein "Update Neues Testament". 

Der unterhaltsame Vortragsstil des Gastredners bedeutet nicht, dass Schluep dabei nicht tief schürft. Das gilt sowohl bei der Frage, ob es Jesus überhaupt gegeben habe als irdische Person, wie auch bei den Überlegungen zum Verständnis von Jesu Tod im Neuen Testament.

An dieser Stelle gebe ich einige Aussagen und Gedankenschnipsel weiter vom gestrigen Tag. Es sind keine genauen Zitate, aber doch nahe an den Aussagen von Christoph Schluep. 

  • Jesus wurde Mensch, und nicht Mann. 
  • Muss ich an das Aussehen von Jesus glauben, um an ihn zu glauben?
  • Josef, der Vater von Jesus, hätte zu seiner Zeit das Recht gehabt, Sklaven zu halten.
  • Ist Gott Sklave seiner Gerechtigkeit?
  • Weil Gott liebt, lässt er zu, dass die Menschen seinen Sohn umbringen, und nicht: Weil Gott seinen Sohn umbringt, liebt er die Menschen.
  • Das Phänomen der Schuld bleibt, auch wenn wir nicht darüber sprechen wollen.
  • Könnte Gott nicht zornig sein, könnte er auch nicht lieben. Er wäre gefühlskalt.
  • Gott hat für sich das Problem der Versöhnung gelöst. Wenn, dann brauchen wir noch eine Lösung dafür.
  • Gott kennt die Gefangenschaft. Aber er will sie nicht. Er will die Freiheit und nicht die Versklavung.
  • Der Weg des Menschen ist ein Highway to Hell. Deshalb stirbt Gott, damit er als Christus auch dorthin gelangt, wo es uns Menschen im schlimmsten Fall hinverschlägt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 15. Mai 2024

Körperlich beten und entspannen

Ein Zitat

Susanne John entspannt sich in einer Kaffeepause im Teich der Propstei Wislikofen.
Foto © Jörg Niederer
"Man schreit ja nie die Haustiere an. Dann sind es wohl doch eher der Ehemann und die Kinder." Susanne John

Ein Bibelvers - Psalm 23,5b+6

"Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar."

Eine Anregung

Susanne John hat sich in Körper-Themen weitergebildet, nachdem sie als Musikerin mit allen Facetten von Stress, Druck und Schmerz konfrontiert war und durch eine chronische Krankheit Zeiten grosser Erschöpfung erlebte. Ihr Angebote reicht von Progressiver Muskelentspannung über Autogenem Training nach den Vorgaben der Schulmedizin bis zur Spiraldynamik. Am gestrigen Tag leitete Susanne John in bewusst christlicher Weise die Teilnehmenden an der Pfarrweiterbildung der Evangelisch-methodistischen Kirche an in Progressiver Muskelentspannung. Das Ziel dabei war programmatisch: "Körperglück". So nennt sie ihr Atelier für Entspannung.

Unter dem Thema "Körperlichkeit und Kontemplation" beteten die Teilnehmenden durch den Tag hindurch immer wieder den Psalm 23 in bewusst körperlicher Weise. Auch die Achtsamkeitsmeditation wurde eingeübt und eine Schokoladen-Meditation für alle Sinne.

Einige Zitate aus den theoretischen Blöcken können vielleicht auch andere zu Nachdenken und mehr Körperbewusstsein verhelfen.

"Wir sind oft im Kopf, und versuchen in den Körper zu kommen."

"Ich bin der Tempel Gottes. Gott wohnt in mir."

"Gott wohnt in meinem zerbrechlichen Gefäss. Das ist eine Auszeichnung."

"Wir leben in einer körperhüllenfixierten Gesellschaft. Zugleich ist diese Gesellschaft merkwürdig körperlos."

"Es geht darum, den Körper zu entfalten."

"Das Ziel ist die Kongruenz von Gefühl und Körper."

"Wir lassen das Gebet in den eigenen Körper, die eigenen Zellen fliessen."

"Nutzen wir den vorhandenen Hormoncocktail zur Entspannung."

"Entspannung ist ein angenehmer Zustand, der auch messbar ist. Entspannung muss kultiviert werden. Nur was wir üben, das können wir."

"Ich finde es sehr schwer, nichts erreichen zu wollen."

"Reserviere dir Zeit, ohne Handyklingeln, ohne Optimierung deiner selbst."

"Wenn psychische Anspannung zu körperlicher Anspannung führt, kann körperliche Entspannung auch zu psychischer Entspannung führen."

Nach diesen Aussagen von Susanne John zuletzt noch eine Zitat aus anderer Quelle: "Es gibt vielleicht kein allgemeineres Heilmittel als Ruhe." Edmund Jacobson (1888-1983)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen