Ein Zitat
"Heutzutage verwenden Unternehmen Slogans wie '70 Jahre Verteidigung des Friedens' oder 'Eine bessere Zukunft gestalten'. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand in der Waffenindustrie wirklich an solche Aussagen glaubt." Nikita Teryoshin (*1986)Foto © Jörg Niederer
Ein Bibelvers - Micha 6,6a
"Womit soll ich vor den Herrn treten? Wie kann ich mich angemessen verhalten gegenüber dem Gott, der in der Höhe wohnt?"
Eine Anregung
Abseits der Kriege, der Explosionen, der Verletzten und Toten finden die Verkaufsmessen von Waffensystemen statt. In Anzügen, rotlippig geschminkt und in Galauniformen wird darüber diskutiert, welche Geräte sich besser eignen für die Zerstörung des Feindes. Handschläge besiegeln den Kauf der Tötungsmaschinen.
Nikita Teryoshins Reportagefotos von 14 Waffenmessen weltweit zwischen 2016 und 2025 zeichnen ein zynisches Bild. Es ist eine widersprüchliche Hochglanzwelt.
Ausgerechnet im Klostergarten des einstigen Kapuzinerklosters sind die Fotos ausgestellt. Da, wo die Gräber von verstorbenen Mönchen an den einstigen Ort des Gebets erinnern, da wo der Gekreuzigte in Stein gemeisselt gegenwärtig ist, wirken diese Einblicke in eine abgründige Welt noch verstörender.
Im heutigen Gottesdienst geht es auch um diese gebrochene Welt. Nach St. Gallen verabschiede ich mich nun auch in der Methodistenkirche Weinfelden als Pfarrer. Ausgangspunkt der Predigt ist ein Text aus dem Propheten Micha. "Was sollen wir tun?", lautet die Frage an Gott. Gottes Antwort ist in dieser zerrissenen Welt unbequem und fordert uns alle heraus.
Wer am Gottesdienst und dem anschliessenden Mittagessen teilnehmen möchte, ist um 11.00 Uhr eingeladen an die Hermannstrasse 10 in 8570 Weinfelden.
Nikita Teryoshins Fotos sind im Rahmen des Internationalen Photo Festivals Olten zu sehen, das heute Sonntag zu Ende geht.
Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen