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Samstag, 25. Februar 2023

Abschied voll Hoffnung

Ein Zitat

Die Trauergemeinde auf dem Weg von Peter Freis Urnengrab zur Kirche Oberkirch in Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Mein Gott ist langsam zum Zorn, wenn ich in die Irre gehe. Lobe den Herrn, meine Seele." Aus dem Lied "Bless the Lord o my soul"

Ein Bibelvers - Psalm 103,2

"Liebe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!"

Eine Anregung

Es ist noch kein Jahr her, als Peter Frei seine Fotografien in der Methodistenkirche St. Gallen ausstellte und zusammen mit Tochter Sabina Stoller-Frei musikalisch zum Gottesdienst beitrug. Gestern nun war seine Beisetzungsfeier auf dem Friedhof Oberkirch in Frauenfeld. 

Gut 180 Menschen fanden sich ums Grab und in der Kirche ein. Auch ich sass da, hörte zu, war berührt von all den Beiträgen musikalischer und gesprochener Art. Der Lebenslauf ist dabei jeweils ein Höhepunkt. Vorgetragen von Tochter Stephanie und Sohn Pascal wurde ein bewegtes und bewegendes Leben sichtbar. Darin tauchte bei einer für die christliche Sozialisation entscheidenden Situation unvermittelt ein mir sehr bekannter Name auf. Dort in der Kirche erfuhr ich, wie mein Praktikantenvater Robi Frischknecht , Missionar in Südamerika und Methodistenpfarrer, grundlegend dazu beigetragen hatte, dass Peter Frei das Vertrauen in Gott fassen konnte. Das war umso bemerkenswerter, als einige böse Stimmen meinten, Robi Frischknecht würde lieber Häuser bauen als die Gemeinde leiten und errichten.

Was war geschehen: Im Lebenslauf erzählt Peter Frei selbst. Ich übertrage das in Dialekt Geschriebene ins Hochdeutsche. "Damals kannte ich Ruth schon und begleitete sie immer einmal wieder in den Gottesdienst. In einer Predigt erwähnte Robi Frischknecht, er wolle die Fassade am Pfarrhaus machen (...) ob wohl jemand Freude daran hätte, ihm zu helfen. Weil gerade Ferien waren, sind wir ihm zur Hand gegangen. Stundenlang haben wir dabei diskutiert, und er hat mir alles [den Glauben] erklärt, auf so klare und so einfache Weise. In dieser Zeit – das hat wohl so drei bis vier Tage gedauert – kam ich zur Überzeugung, dass das stimmt [mit der Liebe von Gott]."

Wer sagt denn, dass nicht beides zusammen möglich ist: Häuser errichten und Menschen dabei begleiten auf dem Weg zu einem lebenslang tragenden Vertrauen in Christus?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 11. Februar 2023

Abschied und Erinnerung

Ein Zitat

Teil des Stammes einer 320-jährigen Stieleiche. Zu finden auf dem Cholfirst nahe Schaffhausen.
Foto © Jörg Niederer
"Zu fällen einen schönen Baum / braucht's eine halbe Stunde kaum. / Zu wachsen, bis man ihn bewundert, / braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert." Eugen Roth (1895-1976)

Ein Bibelvers - Psalm 103,2

"Lobe den Herrn, meine Seele! Und vergiss nicht das Gute, das er für dich getan hat!"

Eine Anregung

Oben auf dem Cholfirst, dem Hügelzug, welcher sich von Schaffhausen nach Wildensbuch hinzieht, waren Waldarbeiter zugegen. Lärmende Motorsägen kündeten den Tod von Bäumen. Krachend knallten diese auf den Waldboden.

Was da umgetan wurde, hatte sein Nutzholzalter erreicht. Keiner dieser Bäume konnte aber auf so viele Jahre zurückblicken, wie ein Stieleiche, die vor ca. 380 Jahren in Marthalen einer Eichel entspross, und nicht mehr aufhörte zu wachsen, bis sie 1970 gefällt wurde. Ein Stück des Stammes liegt nun ausgestellt am Waldweg zwischen dem Fernsehturm und dem Hochwachtturm Wildensbuch. (Der Hügelzug weisst gleich drei Aussichttürme auf. Zu den beiden genannten hinzu kommt auch noch der Aussichtsturm Hörnli oberhalb von Uhwisen.) Ein Recke von einem Baum war das, gepflanzt kurz vor Ende des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648). Nun ist er eine hölzerne Reliquie, Rest eines staunenswerten Grossereignisses. Auch wenn Bäume sehr alt werden können, ewig leben auch sie nicht. Irgendeinmal ist es zu Ende. 

Da oben beim Baumrelikt dachte ich an einen guten Bekannten, dessen Fotografien seit knapp einem Jahr bei uns in der Methodistenkirche St. Gallen hängen, der vor drei Tagen seinen irdischen Lauf im Alter von 70 Jahren beendet hatte. Ich bin traurig, das Peter Frei nun nicht mehr hier ist. Doch gut, dass er voll Hoffnung und überzeugt von der Liebe Gottes gehen durfte. 

Wir denken heute besonders an seine Familie und alle, die ihn vermissen. 

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Freitag, 20. Mai 2022

Fake News am laufenden Band

Ein Zitat

Peter Frei erklärt den guten Bildaufbau anhand seiner Fotoarbeiten.
Foto © Jörg Niederer
"Ihr Sinn [von Informationen in Wort, Bild und Grafik] darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen." Aus dem Pressekodex des Deutschen Presserats

Ein Bibelvers - Epheser 4,25

"Deshalb sollt ihr die Lüge ablegen. Vielmehr soll jeder die Wahrheit sagen, wenn ihr miteinander redet. Denn wir alle sind Glieder am Leib von Christus."

Ein Anregung

Wer sagt denn, dass sich nicht auch Seniorinnen für die Fotografie interessieren? Die älteste Teilnehmerin war 96 Jahre alt, als am Mittwochnachmittag der Fotograf Peter Frei seine in der Methodistenkirche St. Gallen ausgestellten und weiteren Fotografien vorstellte und auf Besonderheiten hinwies.

Eine Serie, die in der Corona-Lockdownzeit entstanden ist, wurde von ihm ausgiebig vorgestellt. Dabei gestaltete Peter Frei Titelseiten für die erfundene Zeitschrift "Karmin". Für die dafür verwendeten Fotos erfand er realistische Geschichten, die aber so nie geschehen sind. Fake News - als kreative Herausforderung!

Die Reaktionen der Teilnehmenden auf den Nachmittagsanlass waren rundweg positiv. "Es hat sich gelohnt zu kommen", meinte eine Frau. Eine andere Besucherin bemerkte: "Ich dachte, man sehe sich die Bilder in der Ausstellung an, doch so war es noch besser mit diesen projizierten Beispielen." Danach ging wohl die eine oder andere Person nach Hause, und versuchte das Gelernte gleich selbst in die Tat umzusetzen, so gut es ging. Wie sagte doch Peter Frei: "Der beste Fotoapparat ist der, den man dabei hat." Das kann auch ein Handy sein. 

Keine Fake News ist der folgende Programmhinweis: 

Heute, 19.00 Uhr findet an der Kapellenstr. 6 in St Gallen ein Gespräch zum Thema: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" statt. Unter der Leitung von Altnationalrätin und Klimaseniorin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser (Universität Freiburg), Bischof Markus Büchel (St. Gallen) und die bekannte St. Galler Klimaaktivistin Miriam Rizvi. Danach sind alle zum Apéro eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Mittwoch, 18. Mai 2022

Mit Fotos Geschichten erzählen

Ein Zitat

Fotograf Peter Frei (links) mit Dompfarrer Beat Grögli an der Ausstellung in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Ich bin ein 'Aufräumer'. Struktur und Ordnung befreien mein Denken." Leitspruch von Peter Frei, Bilderjäger und Musiker aus Frauenfeld

Ein Bibelvers - Hebräer 1,3a

"Der Sohn ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens. Durch sein machtvolles Wort trägt er die ganze Welt."

Ein Anregung

Fotografieren gehört zum Leben von Peter Frei. Nebst der Musik ist es seine zweite grosse Leidenschaft. Als er dann nach der Pensionierung endlich Zeit hatte, besuchte er ein Fotostudium und schloss es erfolgreich ab.

Heute um 14.30 Uhr wird er nun von diesem Werdegang erzählen, auch was ihn an der Fotografie begeistert, wie er an die Sache herangeht und warum ihn die Streetfotografie besonders fasziniert. Diese Ausführungen verbindet er mit praktischen Tipps, und wie man mit einfachen Mitteln, der Handykamera zum Beispiel, faszinierende Ergebnisse erzielt. In dieser Zeit kann natürlich auch die Fotoausstellung besichtigt werden, die wesentlicher Teil der Jubiläumsfeier "161 Jahre Methodistenkirche in St. Gallen" ist. Anschliessend an den Mini-Workshop gibt es auch noch süsse Spezialitäten und Getränke. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. 

Zu der Jubiläumszeit in der EMK St. Gallen gehören auch die folgenden weiteren Anlässe: 

  • Sonntag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke" 
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in den Kantonen AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi. 
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun. 

Alle Anlässe sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 17. Mai 2022

Spurloses auf Fluchtspuren

Ein Zitat

Bildausschnitt aus der reformierten Zeitschrift bref zur Rubrik 'Kuratiert von Patrick Streiff'
Foto © Jörg Niederer
"Nicht alle schaffen den Weg..." Samuel, ein Flüchtling aus Biel

Ein Bibelvers - Psalm 77,17+20

"Die Wasser sahen dich, Gott. Die Wasser sahen dich und bebten... Durch das Schilfmeer führte dein Weg und dein Pfad durch gewaltige Wasser. Doch niemand hat deine Spuren erkannt."

Ein Anregung

"bref" heisst das Magazin der Reformierten. In jeder der Ausgaben stellt eine Person ein Kunstobjekt vor. Meist sind es Personen, welche schon beruflich viel damit zu tun haben. So wurde in der Ausgabe 2/2022 der künstlerische Leiter am Theater Gessnerallee in Zürich, Armin Kerber, für diese Rubrik "Kuratiert von..." angefragt. Und in der allerneusten Ausgabe ist es Köbi Gantenbein, der Verleger von Hochparterre, der Zeitschrift für Architektur und Design. 

Dazwischen, in der Ausgabe 3/2022, kuratiert einer, den man nicht dem Kunstbetrieb zuordnen würde. Bischof Patrick Streif zeigt ein Aquarell von Samuel, einem Flüchtling, den seine Frau und er in der methodistischen Gemeinde in Biel kennengelernt hatten. Wohltuend geht es in seinem Beitrag nicht um die Avantgarde der Kunst, sondern um einen Menschen, der seine oft schwierigen Erfahrungen mit dem Malen von Bildern verarbeitet.

Das im Heft vorgestellt Bild von Samuel ist ein Geschenk an den Bischof, und hängt nun in Ehepaar Streiffs Wohnung an der Wand. Es ist farbenfroh. Dazwischen finden sich Linien; die meisten - ja alle - ziehen sich nicht über die gesamte Breite des Aquarells. Samuel selbst erklärte es Patrick Streiff: "Das sind die Spuren der Flüchtlinge, die durch die Wüste und über das Meer ziehen... Nicht alle schaffen den Weg, darum verschwinden manche Spuren im Nirgendwo. Eine der Spuren gehört zu mir."

Genau diesen auf der Flucht "verschwunden" Menschen ist die Aktion "Beim Namen nennen" gewidmet. Mehr zur St. Galler Ausgabe findet sich auf dieser Webseite.


Bei den Methodistinnen und Methodisten in St. Gallen kann in dieser Woche jeweils von 14-20 Uhr die Ausstellung mit Fotos und Bildtafeln von Peter Frei besichtig werden. Am Mittwoch um 14.30 Uhr wird der Fotograf selbst anwesend sein, und Einblicke geben in sein Schaffen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 15. Mai 2022

Jubiläumspredigt mit fotografischem roten Faden

Ein Zitat

Peter Frei und Sabina Stoller spielen und singen an der Vernissage
Foto © Jörg Niederer
"Die Gemeinde hat uns gut aufgenommen. Ich fühlte mich von Anfang an wohl und zuhause. Natürlich gab es auch Misstöne, aber ich hätte zu keiner Zeit die Gemeinde verlassen können. Meine Hoffnung ist, dass mir diese Gemeinde noch lange erhalten bleibt." Rose Loosli auf einer der Bildtafeln von Peter Frei

Ein Bibelvers - Hebräer 12,2

"Dabei wollen wir den Blick auf Jesus richten. Er ist uns im Glauben vorausgegangen und wird ihn auch zur Vollendung führen."

Ein Anregung

Was soll eine christliche Gemeinde, die auf eine 161-jährige Geschichte zurückschauen kann, in der Predigt zu hören bekommen? Was soll einer christlichen Gemeinde gepredigt werden, die in den letzten Jahren viel an ihrer früheren Bedeutung verloren hat? Was soll ein Kirchenjubiläum prägen?

Im Festgottesdienst vom Sonntag ist genau dies die Herausforderung. Pfarrer Jörg Niederer lässt sich bei der Beantwortung dieser Fragen von der Bibel leiten, aber für einmal auch von einer Serie von 15 Fotografien von Peter Frei, die seit gestern in der Kirche hängen. Dieser Jubiläumsgottesdienst kann um 10.15 Uhr nur vor Ort an der Kapellenstrasse 6 in St. Gallen miterlebt werden. Alle die kommen, dürfen sich auch auf Livemusik von Peter Frei und Sabina Stoller freuen, und darüber hinaus auf einen süssen, reichhaltigen Kirchenkaffee. 

Zu dieser Jubiläumszeit in der EMK St. Gallen gehören auch die folgenden weiteren Anlässe: 

  • Sonntag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke
  • Mittwoch, 18. Mai, 14.30 Uhr: Im Gespräch mit Peter Frei über Fotografie und Leben
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in den Kantonen AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi.
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun.

Alle Anlässe sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 14. Mai 2022

Das Jubiläum und die Fotoausstellung

Ein Zitat

Distriktsvorsteher Serge Frutiger (rechts) und Textilkünstlerin Ivonne Berther, lasst sich vom Fotografen Peter Frei eines seiner Werke erklären.
Foto © Jörg Niederer
"Ich bin stolzer Familienvater von vier Töchtern. Das Wichtigste in meinem Leben sind meine Familie und Freunde. Ich lege sehr viel Wert auf Loyalität, Gesundheit und Frieden. Dies wünsche ich allen Menschen." Zitat von Manfred (Jimmy) Frick auf einer der Bildtafeln in der Ausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke".

Ein Bibelvers - Psalm 106,1

"Halleluja! Dankt dem Herrn, denn er ist gut! Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen."

Ein Anregung

Der Auftakt zum Jubiläum der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in St. Gallen am Freitagabend, 13. Mai, war die Vernissage zur Ausstellung: "St. Galler Menschen und Eindrücke". Seit 161 Jahren wirken Methodistinnen und Methodisten in St. Gallen. Im Jahr 1861, als sie in St. Gallen ihre ersten Versammlungen hielten, sah die Welt noch ziemlich anders aus: Am Tröckneturm im Quartier Lachen wehen die rot gefärbten Tücher im Wind. Seit 14 Jahren residiert wieder ein Bischof der römisch-katholischen Kirche in St. Gallen. In den Vereinigten Staaten sieht sich der im Vorjahr gewählte Abraham Lincoln mit einem Bürgerkrieg konfrontiert. Die Schweiz befindet sich im Aufbruch. Banken wie die Schweizerische Kreditanstalt und Versicherungen wie Swiss Life werden gegründet um den Bahnbau sowie den wirtschaftlichen Aufschwung zu finanzieren und abzusichern.

Damals wie heute geht es den Methodistinnen und Methodisten darum, den Menschen einen sinnstiftenden Glauben an Gott zu vermitteln. Für das Jubiläum erstellte daher der Fotograf und Musiker Peter Frei aus Frauenfeld neun Bildtafeln von Menschen aus der Region St. Gallen. Darunter mehrere Gemeindeglieder der heutigen EMK in St. Gallen, aber auch die Stadträtin Sonja Lüthi liess sich ablichten, oder der Pfarrer Matthias Wenk. Die Portraits ergänzen Fotos von Orten in und um St. Gallen, welche den Abgebildeten lieb und wichtig sind. Ein kurzes Zitat bildet den dritten Teil der Bildtafeln. Diese Tafeln werden im Jubiläumsjahr im Kirchenraum verbleiben. Nachher gehen sie in den Besitz der Portraitierten über. 

Peter Frei zeigt an der Ausstellung, die bis zum 21. Mai jeweils in der Zeit von 14 bis 20 Uhr besichtigt werden kann aber noch weitere Arbeiten aus seinem Schaffen. "Karmin" heisst eine von ihm erdachte imaginäre Zeitschrift, zu der er in der Coronazeit Titelseiten entworfen hat. Inhaltlich scheinen Bild und Text glaubwürdig, realistisch. Aber oft ist das Bild in einem total anderen Zusammenhang entstanden, und die Schlagzeile der Wirklichkeit nur nachempfunden. "Alternative Fakten"; der Realität zum Verwechseln ähnlich, und doch ist nichts so, wie es zu sein scheint. Mit einer Ausnahme: Der Zeitschriftentitel "Karmin" prangt tatsächlich karminrot auf jeder der Titelseiten.

Peter Frei, ein pensionierter Lehrer, betreibt die Fotografie in sehr ambitionierter Weise als Hobby. Dass kann ihn auch schon einmal an seine Grenzen bringen. So bestieg der nicht schwindelfrei Neunundsechzigjährige über verschlungene Wege das Dach der Kirche von Pfarrer Matthias Wenk, um sich dort ein Bild von der Stadt zu machen und den weiten St. Galler Himmel abzulichten. Ambitioniert spielt er auch die Gitarre. Davon konnte man sich am Abend genauso überzeugen. Die wunderschöne Stimme von Tochter Sabina Stoller, virtuos begleitet von Peter Frei... es war ein Genuss, den Liedern zu lauschen, darunter Gospel und Blues. So malt Peter Frei gleich in zweierlei Weise, einmal - in der Fotografie - mit Licht, und in der Musik mit Tönen. Seine Beziehung zur Kirche und noch mehr zum christlichen Glauben ist ihm dabei und im Leben Korrektiv und Halt.

Beim abschliessenden Apéro war dann noch Zeit, in Ruhe die Fotografien und Bildtafeln zu betrachten, miteinander ins Gespräch zu kommen und an Erinnerungen anzuknüpfen.

Die Jubiläumszeit der EMK St. Gallen geht weiter. Im folgenden ein Überblick über die weiteren Anlässe während der Zeit der Ausstellung in den kirchlichen Räumen an der Kapellenstrasse 6: 

  • Samstag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke" 
  • Sonntag, 15. Mai, 10.15 Uhr: Festgottesdienst mit Musik von Peter Frei und Sabine Stoller
  • Mittwoch, 18. Mai, 14.30 Uhr: Im Gespräch mit Peter Frei über Fotografie und Leben
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in den Kantonen AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi. 
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun.

Alle Anlässe sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Freitag, 13. Mai 2022

Eine Vernissage nach 161 Jahren

Ein Zitat

Jimmy misst aus, wo die Nägel für die Bilder hingehören
Foto © Jörg Niederer
"Ich sage jeweils: Das was ich mache, ist Fotohandwerk." Peter Frei, Fotograf und Musiker

Ein Bibelvers - Jakobus 1,17

"Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben: von dem Vater des Lichts."

Ein Anregung

Zugegeben, das Foto vom Einrichten der Fotoausstellung sieht nicht spektakulär aus. Aber es soll ja auch nicht zu viel verraten. Kein Spoiler Alarm, also. Soviel sei gesagt über die Ausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke" mit Fotografien und Bildtafeln von Peter Frei: Besucherinnen, die zufällig vorbeigekommen sind, hat es gut gefallen.

Das Aufhängen der Bilder war eine Präzisionsarbeit. 32 Nägel mussten ganz genau platziert werden. Es dauerte gut zwei Stunden, bis die 14 Fotografien und 9 Bildtafeln platziert waren.

Die Ausstellung ist zweiteilig. Da sind die Bildtafeln mit Portraits von Menschen aus St. Gallen. Diesen Fotos sind Lieblingsorte der Abgebildeten beigesellt. Auch zu Wort kommen die Frauen, Männer und Kinder, in Form eines kurzen Textes.

Der zweite Teil der Ausstellung ist das Ergebnis einer kreativen Zeit während des Corona-Lockdowns. 14 illustrierte Titelseiten einer ausgedachten Zeitschrift sind über die Monate entstanden. Da finden sich Seiten zur makellosen Schönheit, zur heiligen Verzückung, über einen singenden Hund und auch die Frage wird gestellt: "Wer bin ich?"

Heute Freitag sind alle herzlich zur Vernissage eingeladen. Ab 19.30 Uhr gibt es viel Musik, Inspiration, Gespräche, zu essen und zu trinken, und auch die Neugier über den Fotografen und Musiker Peter Frei wird befriedigt. Mit diesem Anlass beginnt die Jubiläumswoche "161 Jahre Methodistenkirche in St. Gallen". Im Folgenden eine Übersicht aller Festanlässe: 

  • Samstag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke"
  • Sonntag, 15. Mai, 10.15 Uhr: Festgottesdienst mit Musik von Peter Frei und Sabine Stoller
  • Mittwoch, 18. Mai, 14.30 Uhr: Im Gespräch mit Peter Frei über Fotografie und Leben
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in den Kantonen AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi.
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun.

Alle Anlässe finden an der Kapellenstrasse 6 in den Räumen der Methodistenkirche statt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Donnerstag, 12. Mai 2022

Nur noch 36 Stunden bis zum Jubiläumsauftakt

Ein Zitat

Material fürs Jubiläum und die Vernissage der Fotoausstellung.
Foto © Jörg Niederer
"Ich freue mich riesig auf meine erste Fotoausstellung. Es wäre schön, dich/euch dabei zu haben!" Peter Frei, Musiker und Fotograf

Ein Bibelvers - Psalm 118,24

"Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!"

Ein Anregung

Ich gebe es zu: die Nervosität steigt. Heute wird die Ausstellung mit Fotografien und Bildtafeln über "St. Galler Menschen und Eindrücke" fertig eingerichtet. Peter Frei, Musiker und Fotograf wird da sein und dann werden letzte Fragen geklärt und die Räume entsprechend gestaltet. Die Gemeinde ist gespannt, wer alles sich zu den verschiedenen Angeboten unseres Jubiläums "161 Jahre Methodistenkirche in St. Gallen" einfinden wird. So fragen sich einige, wie viele der ehemaligen Pfarrpersonen hineinschauen werden, und wie die Beziehungen zu den Nachbargemeinden und in die Ökumene von St. Gallen sich niederschlagen werden in Begegnungen während der Jubiläumswoche vom 13. bis 22. Mai.

Zur Ausstellung und dem Fotografen: Ich habe Peter Frei in meiner kirchlichen Arbeit kennengelernt, und festgestellt, dass wir nur wenige hundert Meter voneinander entfernt wohnen. Die Begegnungen mit ihm wahren stets anregend und herzlich. Also: Wer ist Peter Frei, der speziell für diesen Anlass einige Bildtafeln erstellt hat und weitere seiner Fotografien ausstellt?

Er hat während seines ganzen Berufslebens als Lehrer und Journalist Musik und Fotografie als faszinierende Hobbies betrieben. Nach der Pensionierung war endlich genug Zeit für beide Leidenschaften. Das Fotografiestudium hat er bei der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) abgeschlossen. Weiter tritt er regelmässig solo als Gitarrist und Sänger sowie mit einer Band zusammen auf. An der Vernissage am Freitagabend um 19.30 Uhr sind es nicht nur seine Fotos und Bildtafeln, die uns begeistern werden, sondern auch ein halbstündiger Auftritt als Musiker. Alle sind dazu herzlich eingeladen. 

Im Folgenden eine Übersicht der Festanlässe, die allesamt öffentlich sind: 

  • Freitag, 13. Mai 2022, 19.30 Uhr Vernissage der Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke" 
  • Samstag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke" 
  • Sonntag, 15. Mai, 10.15 Uhr: Festgottesdienst mit Musik von Peter Frei und Sabine Stoller
  • Mittwoch, 18. Mai, 14.30 Uhr: Im Gespräch mit Peter Frei über Fotografie und Leben 
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der ACK AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi. 
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun.

Alle Anlässe finden an der Kapellenstrasse 6 in den Räumen der Methodistenkirche statt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde