Dienstag, 24. Mai 2022

Alle Jahre wieder Kunst am Pferd

Ein Zitat

Das Pippi-Langstrumpf-Pferd auf dem Kornhausplatz St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"2 x 3 macht 4 / Widdewiddewitt / und Drei macht Neune! / Ich mach' mir die Welt / Widdewidde wie sie mir gefällt." Refrain aus dem Pippi-Langstrumpf-Lied

Ein Bibelvers - Ezechiel 11,22

"Danach breiteten die Kerubim ihre Flügel aus. Die Räder waren neben ihnen und der Gott Israels in seiner Herrlichkeit war genau über ihnen."

Ein Anregung

In diesen Tagen stehen wieder 11 Kunstpferde in der Stadt St. Gallen herum. Es ist Werbung für den CSIO, das offizielle Springreiten der Schweiz, das in der Wiboradastadt ausgetragen wird.

In St. Gallen gehören diese Kunsttiere zum Stadtbild. Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, wunderte ich mich sehr über das Steckenpferd, den Pegasus, das Rösslein Hü, den Kentaur, oder auch das Pferd Blondi, das im Wassergraben feststeckt.

Ich kann nicht sagen, dass ich bewusst schon alle Pferdefiguren entdeckt hätte. In diesem Jahr etwa ist mir das Pferd "Pippi Langstrumpf" zum ersten Mal aufgefallen. Während auf älteren Bilder die Zöpfe des Tieres noch der Schwerkraft folgten, stehen sie aktuell rechtwinklig vom Pferdehaupt ab.

Geschaffen wurden die Kunstpferde 2007 von den regional verankerten Künstlern Marco Molinari und Thomas Urben-Cecchinato. Unter Zeitdruck, wie man in alten Pressebildern lesen kann.

Apropos Pippi Langstrumpf. Das von Astrid Lindgren geschaffene Kind mit Superkraft, Pferd und Äffchen steht für eine fröhliche, anarchische Fantasiewelt. Sein Motto "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" ist heute der frühkindlichen Welt entwachsen. Gestandene Frauen und Männer leben in ihrer Bubble, ihrer Blase, und gefallen sich in einer Traumwelt, an die sie selbst glauben, ja glauben wollen.

Da frage ich mich: Wie viel Fantasie findet sich in meiner Welt? Und wie viel von dieser meiner Welt erkenne ich als Fantasie?

Die Kunstpferde jedenfalls sind einige Tage reale, fantasievolle Wirklichkeit im Strassenbild von St.Gallen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 23. Mai 2022

Die Liebe besiegt alles

Ein Zitat

Die Schutzengelkapelle in St. Gallen während der Weihnachtszeit.
Foto © Jörg Niederer
"Die graue Masse wird unter der Liebe Gottes zu lauter Nächsten." Chiara Lubich (1920-2008)

Ein Bibelvers - 1. Johannes 4,19

"Wir lieben, weil er [Gott] uns zuerst geliebt hat."

Ein Anregung

Chiara Lubich begegnete ich 1997 an der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz, wo sie ein vielbeachtetes Referat hielt. Der Gründerin der Fokolarbewegung ging es unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs darum, gesellschaftliche Veränderungen auf der Basis christlich verstandener Liebe und Verantwortung zu fördern. Für ihre Bemühungen um die Ökumene und den interreligiösen Dialog erhielt sie zahlreiche Preise. Heute gehören der Fokolarbewegung weltweit 140'000 Mitglieder an.

Am Dienstagabend von 19-21 Uhr wird der Film "L'amore vince tutto" (Die Liebe überwindet alles) über ihr Leben und die Fokolarbewegung auf italienisch (mit deutschen Untertiteln) gezeigt. Zu sehen ist er in St. Gallen in der Schutzengelkapelle, direkt gegenüber des Doms.

Auf Youtube kann man sich eine Vorschau zum Film ansehen. 

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 22. Mai 2022

"Er kann, bildlich gesprochen, anderen die Füsse waschen."

Ein Zitat

Die Kapelle der Evangelisch-methodistischen Kirche Baden
Foto © Jörg Niederer
"Vielleicht sind 'Paradies' und 'Himmel' Bildwörter für wunschloses Glück." Kurt Marti. Aus dem Buch "Hannis Äpfel" (Göttingen 2021, S.48)

Ein Bibelvers - Römer 15,7

"Daher bitte ich euch: Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat, damit die Herrlichkeit Gottes noch größer wird."

Ein Anregung

Der Äthiopier Teferi Kassa Biratu wohnt mit seiner Familie in Baden und ist TDS-Student. Zudem leitet er aktiv in zwei Kirchen: In der Evangelisch-methodistischen Kirche Baden und in der evangelischen äthiopischen Gemeinde Bethel in Zürich. In der aktuellen Ausgabe von meinTDS wird er von der Konrektorin am TDS, Kathrin Hunn interviewt. In diesem Interview wird die EMK und der dortige Pfarrer Stefan Moll vom Afrikaner wie folgt beschrieben: 

"Die EMK haben wir kennengelernt, weil sie einen offenen Treffpunkt für Migrantinnen, Migranten und Einheimische anbietet. Die Menschen dort waren offen und nahmen uns auf. Schon nach zwei Wochen war ich eingeladen zu predigen. Diese Offenheit gegenüber einem afrikanischen Prediger war neu für mich und hat mich beeindruckt. Bald fragten sie mich an, Teil der Gemeindeleitung zu werden. Ich komme aus der Pfingstbewegung und konnte kein Deutsch. Also habe ich zuerst abgelehnt. Sie meinten, ich könne vorerst auf Englisch predigen. Ich habe mit meiner Frau gebetet und Gott hat zu mir gesprochen. So habe ich schliesslich zugesagt." 

Dann fragt ihn Karin Hunn: "Du hast mir erzählt, Stefan Moll gäbe dir das Gefühl, dass ihr beide auf Augenhöhe seid, was die Leitung betrifft. Woran spürst du das?"

Teferi Kassa Biratu antwortet: "Das ist eine wichtige, aber schwierige Frage. Ich denke an Jesus als Beispiel. Er war mitten unter den Menschen. Er begegnete auch Frauen. Er wusch seinen Jüngern die Füsse. Das habe ich mit Stefan ähnlich erfahren. Er kann, bildlich gesprochen, anderen die Füsse waschen. Er führt ein einfaches Leben, die Gastfreundschaft ist ihm sehr wichtig. Ich bekam Unterstützung, aber ich konnte auch Leute unterstützen." 

Soweit der Blick in eine andere methodistische Gemeinde.

In St. Gallen endet heute die Jubiläumswoche zu 161 Jahren Methodistenkirche in St. Gallen mit Brunch und Lesung.

All sind schon um 9.30 Uhr zum Brunch eingeladen. Aber man kann auch erst auf 10.30 Uhr kommen für die Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 21. Mai 2022

Wo chiemte mer hi - Ein Sonntagmorgen mit Kurt Marti

Ein Zitat

Auch aus diesem Büchlein von Kurt Marti werden einige Texte heute Sonntag vorgetragen.
Foto © Jörg Niederer
"denn es bleiben die wege / von der aussaat des korns / bis zum brot auf dem tisch /lang und vielfach gefährdet" Aus dem Gedicht "zum beispiel: brot" von Kurt Marti (Hannis Äpfel, Göttingen 2021, S.24)

Ein Bibelvers - 2. Korinther 9,10

"Gott gibt den Samen zum Säen und das Brot zum Essen. So wird er auch euch den Samen geben und eure Saat aufgehen lassen. Euer gerechtes Handeln lässt er Ertrag bringen."

Ein Anregung

Kurt Marti steht im Zentrum des Gottesdienstes vom morgigen Sonntag. Nach dem Brunch um 9.30 wird es um 10.30 Uhr in der Methodistenkirche an der Kapellenstrasse 6 in St. Gallen Texte zu hören geben von diesem bedeutenden Schweizer Dichter und Pfarrer. 

Dorothea Marti-Henny schreibt über ihn: 

"Kurt Marti wurde 1921 geboren. Er besuchte zusammen mit Friedrich Dürrenmatt das Freie Gymnasium Bern. Nach zwei Semestern des Jura-Studiums entschied er sich für die evangelische Theologie und studierte zunächst in Bern, danach (1945–1946) an der Universität Basel, wo er von Karl Barth geprägt wurde.
1950 heiratete er Hanni Morgenthaler aus Langenthal. In den folgenden Jahren wurden drei Söhne – darunter der Journalist und Schriftsteller Lorenz Marti – und eine Tochter geboren. Kurt Marti amtete in verschiedenen Kirchgemeinden als Pfarrer.
Der Gedichtband Rosa Loui: Vierzg Gedicht ir Bärner Umgangsschprach (1967) machte Furore. Die moderne Schweizer Mundartdichtung, von Beat Sterchi bis Guy Krneta oder Pedro Lenz, wäre ohne diese Gedichte Kurt Martis kaum denkbar. 
Von 1961 bis 1983 war er Pfarrer an der Nydeggkirche in Bern. Er engagierte sich auch politisch sehr stark.
2007 verstarb seine Frau Hanni Marti-Morgenthaler.
In seinen Predigten und Aufsätzen, Gedichten und Aphorismen erweist sich Marti als ein engagierter und kritischer Literat. Einige seiner Texte wurden als „neue geistliche Lieder“ vertont.
Kurt Marti ist 2017 in Bern gestorben." 

Dorothea Marti-Henni wird verschiedene Texte von Kurt Marti aus unterschiedlichen Schaffensperioden lesen. Dazwischen spielt Daniel Jaun auf der Gitarre klassische Stücke von Domenico Scarlatti, Johann Sebastian Bach, Frank Martin und weiteren Komponisten.

Mit diesem Anlass endet die Jubiläumswoche zu 161 Jahren Methodistenkirche in St. Gallen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Freitag, 20. Mai 2022

Fake News am laufenden Band

Ein Zitat

Peter Frei erklärt den guten Bildaufbau anhand seiner Fotoarbeiten.
Foto © Jörg Niederer
"Ihr Sinn [von Informationen in Wort, Bild und Grafik] darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen." Aus dem Pressekodex des Deutschen Presserats

Ein Bibelvers - Epheser 4,25

"Deshalb sollt ihr die Lüge ablegen. Vielmehr soll jeder die Wahrheit sagen, wenn ihr miteinander redet. Denn wir alle sind Glieder am Leib von Christus."

Ein Anregung

Wer sagt denn, dass sich nicht auch Seniorinnen für die Fotografie interessieren? Die älteste Teilnehmerin war 96 Jahre alt, als am Mittwochnachmittag der Fotograf Peter Frei seine in der Methodistenkirche St. Gallen ausgestellten und weiteren Fotografien vorstellte und auf Besonderheiten hinwies.

Eine Serie, die in der Corona-Lockdownzeit entstanden ist, wurde von ihm ausgiebig vorgestellt. Dabei gestaltete Peter Frei Titelseiten für die erfundene Zeitschrift "Karmin". Für die dafür verwendeten Fotos erfand er realistische Geschichten, die aber so nie geschehen sind. Fake News - als kreative Herausforderung!

Die Reaktionen der Teilnehmenden auf den Nachmittagsanlass waren rundweg positiv. "Es hat sich gelohnt zu kommen", meinte eine Frau. Eine andere Besucherin bemerkte: "Ich dachte, man sehe sich die Bilder in der Ausstellung an, doch so war es noch besser mit diesen projizierten Beispielen." Danach ging wohl die eine oder andere Person nach Hause, und versuchte das Gelernte gleich selbst in die Tat umzusetzen, so gut es ging. Wie sagte doch Peter Frei: "Der beste Fotoapparat ist der, den man dabei hat." Das kann auch ein Handy sein. 

Keine Fake News ist der folgende Programmhinweis: 

Heute, 19.00 Uhr findet an der Kapellenstr. 6 in St Gallen ein Gespräch zum Thema: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" statt. Unter der Leitung von Altnationalrätin und Klimaseniorin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser (Universität Freiburg), Bischof Markus Büchel (St. Gallen) und die bekannte St. Galler Klimaaktivistin Miriam Rizvi. Danach sind alle zum Apéro eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Donnerstag, 19. Mai 2022

Als würden wir unseren Kindern den Boden unter den Füssen abgraben

Ein Zitat

Symbolbild: Erosion im Bergsturzgebiet Gnipen oberhalb von Goldau. Der Klimawandel bedroht das Leben vieler Menschen.
Foto © Jörg Niederer
"Das Flugzeug, in dem ich sitze, ist wie eine Rakete, gerichtet auf zukünftige Menschen." Dominic Roser, in einem Beitrag von Sternstunde Philosophie

Ein Bibelvers - Psalm 55,7-9

"Da sprach ich: 'Wenn ich doch Flügel hätte! Wie eine Taube wollte ich davonfliegen und mich woanders niederlassen. Siehe, weit in die Ferne würde ich fliehen und die Nacht in der Wüste verbringen. Sela. Ich würde mich eilig in Sicherheit bringen, vor dem Sturmwind, der über mich hinwegfegt.'"

Ein Anregung

Maria Bienentreu ist Präsidentin im Ausschuss "Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung", kurz GFS. Dahinter steht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Kantone Appenzell und St. Gallen. Mit folgendem Text verweist Maria Bienentreu auf den GFS-Anlass "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" vom Freitag, 20. Mai, 19-21 Uhr. 

"Alle leiden unter dem Klimawandel, aber nicht alle tragen in gleichem Mass dazu bei. Die verursachende Generation überlässt den Jungen das Ausbaden des Schadens. Die wohlhabende Welt produziert weitaus mehr CO2 als die Menschen in den Armutszentren dieser Erde. Die massiven Proteste der Klimajugend und das Bewusstsein um die Dringlichkeit der Situation mag durch die Krisen der letzten Jahre aus dem Bewusstsein vieler etwas verschwunden sein. Doch die neuesten Prognosen über die Schnelligkeit des Ansteigens der Temperaturen, die unabsehbaren Folgen der Kriegshandlungen, die geplanten Investitionen in fossile Energien zeigen: Die Dringlichkeit des Themas hat sich eigentlich noch einmal verschärft.

Was also heisst Klimagerechtigkeit und wie kann sie erreicht werden? Welche Massnahmen sind unerlässlich? Braucht es Einsicht oder Zwang?

Unter der Leitung von Altnationalrätin und Klimaseniorin Pia Hollenstein diskutieren am 20. Mai der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser (Universität Freiburg), Bischof Markus Büchel (St. Gallen) und die bekannte St. Galler Klimaaktivistin Miriam Rizvi."

Ort: Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstr. 6, St Gallen

Nach der Diskussion sind alle zum Apéro eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Mittwoch, 18. Mai 2022

Mit Fotos Geschichten erzählen

Ein Zitat

Fotograf Peter Frei (links) mit Dompfarrer Beat Grögli an der Ausstellung in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Ich bin ein 'Aufräumer'. Struktur und Ordnung befreien mein Denken." Leitspruch von Peter Frei, Bilderjäger und Musiker aus Frauenfeld

Ein Bibelvers - Hebräer 1,3a

"Der Sohn ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens. Durch sein machtvolles Wort trägt er die ganze Welt."

Ein Anregung

Fotografieren gehört zum Leben von Peter Frei. Nebst der Musik ist es seine zweite grosse Leidenschaft. Als er dann nach der Pensionierung endlich Zeit hatte, besuchte er ein Fotostudium und schloss es erfolgreich ab.

Heute um 14.30 Uhr wird er nun von diesem Werdegang erzählen, auch was ihn an der Fotografie begeistert, wie er an die Sache herangeht und warum ihn die Streetfotografie besonders fasziniert. Diese Ausführungen verbindet er mit praktischen Tipps, und wie man mit einfachen Mitteln, der Handykamera zum Beispiel, faszinierende Ergebnisse erzielt. In dieser Zeit kann natürlich auch die Fotoausstellung besichtigt werden, die wesentlicher Teil der Jubiläumsfeier "161 Jahre Methodistenkirche in St. Gallen" ist. Anschliessend an den Mini-Workshop gibt es auch noch süsse Spezialitäten und Getränke. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. 

Zu der Jubiläumszeit in der EMK St. Gallen gehören auch die folgenden weiteren Anlässe: 

  • Sonntag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke" 
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in den Kantonen AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi. 
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun. 

Alle Anlässe sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 17. Mai 2022

Spurloses auf Fluchtspuren

Ein Zitat

Bildausschnitt aus der reformierten Zeitschrift bref zur Rubrik 'Kuratiert von Patrick Streiff'
Foto © Jörg Niederer
"Nicht alle schaffen den Weg..." Samuel, ein Flüchtling aus Biel

Ein Bibelvers - Psalm 77,17+20

"Die Wasser sahen dich, Gott. Die Wasser sahen dich und bebten... Durch das Schilfmeer führte dein Weg und dein Pfad durch gewaltige Wasser. Doch niemand hat deine Spuren erkannt."

Ein Anregung

"bref" heisst das Magazin der Reformierten. In jeder der Ausgaben stellt eine Person ein Kunstobjekt vor. Meist sind es Personen, welche schon beruflich viel damit zu tun haben. So wurde in der Ausgabe 2/2022 der künstlerische Leiter am Theater Gessnerallee in Zürich, Armin Kerber, für diese Rubrik "Kuratiert von..." angefragt. Und in der allerneusten Ausgabe ist es Köbi Gantenbein, der Verleger von Hochparterre, der Zeitschrift für Architektur und Design. 

Dazwischen, in der Ausgabe 3/2022, kuratiert einer, den man nicht dem Kunstbetrieb zuordnen würde. Bischof Patrick Streif zeigt ein Aquarell von Samuel, einem Flüchtling, den seine Frau und er in der methodistischen Gemeinde in Biel kennengelernt hatten. Wohltuend geht es in seinem Beitrag nicht um die Avantgarde der Kunst, sondern um einen Menschen, der seine oft schwierigen Erfahrungen mit dem Malen von Bildern verarbeitet.

Das im Heft vorgestellt Bild von Samuel ist ein Geschenk an den Bischof, und hängt nun in Ehepaar Streiffs Wohnung an der Wand. Es ist farbenfroh. Dazwischen finden sich Linien; die meisten - ja alle - ziehen sich nicht über die gesamte Breite des Aquarells. Samuel selbst erklärte es Patrick Streiff: "Das sind die Spuren der Flüchtlinge, die durch die Wüste und über das Meer ziehen... Nicht alle schaffen den Weg, darum verschwinden manche Spuren im Nirgendwo. Eine der Spuren gehört zu mir."

Genau diesen auf der Flucht "verschwunden" Menschen ist die Aktion "Beim Namen nennen" gewidmet. Mehr zur St. Galler Ausgabe findet sich auf dieser Webseite.


Bei den Methodistinnen und Methodisten in St. Gallen kann in dieser Woche jeweils von 14-20 Uhr die Ausstellung mit Fotos und Bildtafeln von Peter Frei besichtig werden. Am Mittwoch um 14.30 Uhr wird der Fotograf selbst anwesend sein, und Einblicke geben in sein Schaffen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 16. Mai 2022

Verlieren können muss gelernt sein

Ein Zitat

FC-St.Gallen-Fans eilen an einem improvisierten Bierverkaufsstand vorbei.
Foto © Jörg Niederer
"Ein Mensch kann viele Male versagen, aber ein Versager ist er erst, wenn er den Fehler dafür bei anderen sucht." John Burroughs (1837-1921), US-amerikanischer Künstler und Schriftsteller

Ein Bibelvers - Lukas 19,10

Jesus über sich: "Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten."

Ein Anregung

Sonntagmorgen, zu einer Zeit, in der sonst der Bahnhof St. Gallen verwaist dem Tag entgegendämmert. Überall stehen sie in grünen Trikots herum. Die Hoffnungen sind gross, dass es diesmal gelingt, den Cup-Fussballpokal nach St. Gallen zu holen. Extrazüge bringen die Fans an diesem Final-Sonntag nach Bern.

Am Abend wissen es alle besser. Zum fünften Mal verliert der FC St. Gallen einen Cupfinal, zum zweiten Mal in Serie. Ich bin enttäuscht. Es wäre zu schön gewesen. Auch aus wirtschaftlicher Sicht wäre mir ein Sieg der St. Galler recht gewesen. Denn jedes Mal wenn die Espen verlieren, besteht die Gefahr, dass irgendwelche Fans auf dem Weg nach Hause aus Frust unsere Kirchenmauer verschmieren. Schlechte Verlierer, die Dampf ablassen.

Später dann sehe ich die Bilder im Internet, wie Clubpräsident Matthias Hüppi den aufgebrachten Fans aus dem Espen-Block entgegentritt, als diese das Spielfeld entern und Pyrofakeln Richtung Spieler des FC Luganos werfen.

Verlieren muss gelernt sein. Manche können es, und andere nicht. In manchen Situationen kann ich es, in anderen nicht. Darüber werde ich heute nachdenken.


Übrigens: Die Predigt zum Jubiläum "161 Jahre Methodistenkirche in St. Gallen" kann als PDF-Datei heruntergeladen werden. Die Fotos von Peter Frei, die dabei als Illustration dienten, können täglich von 14-20 Uhr in den Kirchenräumen an der Kapellenstrasse 6 in St. Gallen angeschaut und auch gekauft werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 15. Mai 2022

Jubiläumspredigt mit fotografischem roten Faden

Ein Zitat

Peter Frei und Sabina Stoller spielen und singen an der Vernissage
Foto © Jörg Niederer
"Die Gemeinde hat uns gut aufgenommen. Ich fühlte mich von Anfang an wohl und zuhause. Natürlich gab es auch Misstöne, aber ich hätte zu keiner Zeit die Gemeinde verlassen können. Meine Hoffnung ist, dass mir diese Gemeinde noch lange erhalten bleibt." Rose Loosli auf einer der Bildtafeln von Peter Frei

Ein Bibelvers - Hebräer 12,2

"Dabei wollen wir den Blick auf Jesus richten. Er ist uns im Glauben vorausgegangen und wird ihn auch zur Vollendung führen."

Ein Anregung

Was soll eine christliche Gemeinde, die auf eine 161-jährige Geschichte zurückschauen kann, in der Predigt zu hören bekommen? Was soll einer christlichen Gemeinde gepredigt werden, die in den letzten Jahren viel an ihrer früheren Bedeutung verloren hat? Was soll ein Kirchenjubiläum prägen?

Im Festgottesdienst vom Sonntag ist genau dies die Herausforderung. Pfarrer Jörg Niederer lässt sich bei der Beantwortung dieser Fragen von der Bibel leiten, aber für einmal auch von einer Serie von 15 Fotografien von Peter Frei, die seit gestern in der Kirche hängen. Dieser Jubiläumsgottesdienst kann um 10.15 Uhr nur vor Ort an der Kapellenstrasse 6 in St. Gallen miterlebt werden. Alle die kommen, dürfen sich auch auf Livemusik von Peter Frei und Sabina Stoller freuen, und darüber hinaus auf einen süssen, reichhaltigen Kirchenkaffee. 

Zu dieser Jubiläumszeit in der EMK St. Gallen gehören auch die folgenden weiteren Anlässe: 

  • Sonntag, 14. bis Samstag, 21. Mai, 14 – 20 Uhr: Fotoausstellung "St. Galler Menschen und Eindrücke
  • Mittwoch, 18. Mai, 14.30 Uhr: Im Gespräch mit Peter Frei über Fotografie und Leben
  • Freitag, 20. Mai, 19 Uhr: "Klimagerechtigkeit: Einsicht oder Zwang" Ein Anlass der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in den Kantonen AI/AR/SG. Unter Leitung von Alt-Nationalrätin Pia Hollenstein diskutieren der Sozialethiker und Ökonom Dominic Roser, der St. Galler Bischof Markus Büchel und die Klimaaktivistin und Stadtparlamentarierin Miriam Rizvi.
  • Sonntag, 22. Mai, 9.30 Uhr Brunch / 10.30 Uhr Lesung von Texten des protestantischen Dichterpfarrers Kurt Marti, vorgetragen von Dorothea Marti-Henny und untermalt mit Gitarrenklängen von Daniel Jaun.

Alle Anlässe sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde