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Sonntag, 31. August 2025

Adieu

Ein Zitat

2011 sah die methodistische Kapelle Diepoldsau aus wie auf dem Foto. Viel hat sich seither hier nicht verändert.
Foto © Jörg Niederer
"Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer." Michel de Montaigne (1533 - 1592)

Ein Bibelvers - 2. Korinther 9,8

"Gott aber hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun."

Eine Anregung

Ich sage Adieu. Heute endet dieser Blog. Bitte alle umsteigen. Neu bin ich unter "NNN - Nicht Nur Natur" zu finden.

Noch einmal feiere ich heute offiziell einen Gottesdienst als berufstätiger Pfarrer. Diesmal in der Methodistenkirche Diepoldsau. Es wird ein Mittagessen geben. Ich habe darum gebeten. Danach ist dann wirklich vorerst Ruhestand. Wobei..., oft kommt es anders als man denkt. 

Ich danke allen Leserinnen und Lesern dieser Blogbeiträge, geschrieben im Rahmen meiner pastoralen Arbeit in der Methodistenkirche St. Gallen. Es war mir eine Freude. Seid weiterhin gesegnet!


Ich werde ab dem 1. September 2025 Blogbeiträge schreiben und Fotos posten auf der neuen Seite "NNN - Nicht Nur Natur". Aktuell ist dort noch nicht viel zu sehen. Aber man kann diesen Blog schon einmal abonnieren, oder die Seite anderweitig vormerken.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 15. Juni 2025

Fischen im Toten Meer

Ein Zitat

Skelett eines Plateosaurier aus Frick im Naturmuseum St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Wär' ich ein Wasser / beschützte ich die Insel deiner Einsamkeit / führte dein Boot aufs Meer der Hoffnung / krönte die Wellen deiner Gefühle / spülte als Sturmflut Erneu'rung an Land." Scheinheilig: 3. Strophe des Lieds "Wasser"

Ein Bibelvers - Ezechiel 47,8b+9

"Der Fluss mündet schließlich ins Tote Meer und macht das Wasser darin lebendig. Denn wenn der Fluss ins Meer fliesst, wird aus dem salzigen Meerwasser wieder Süsswasser. Es wird viele Fische geben. Überall, wo der Fluss fliesst, wird es von Lebewesen wimmeln. Ja, überall dort, wo der Fluss vorbeifliesst, wird es Leben geben."

Eine Anregung

Es ist der Prophet Ezechiel, der in einer Vision beobachtet, wie aus Kochen wieder lebende Tiere werden (Ezechiel 37,1-14). Es war wohl, wie wenn man einen Film rückwärts laufen gelassen hätte. 

Daran erinnerte ich mich, als ich nebst der Käferausstellung auch noch die Saurierknochen im Naturmuseum St. Gallen besuchte.

Aber heute werde ich in der Methodistenkirche in Diepoldsau an der Neudorfstrasse 7 nicht über dieses unglaubliche Geschehen predigen. Es ist ein anderer Text aus dem Buch Ezechiel, der im Zentrum steht. Darin geschieht etwas fast ebenso Wunderbares, wie bei der oben beschriebenen Totenerweckung. Das Tote Meer wird zu neuem Leben erweckt, so dass sein Fischreichtum legendäre Züge annimmt.

Was es damit auf sich hat, erfährt man im Gottesdienst. Wer bei dieser auch musikalischen anregenden Performance dabei sein möchte, ist um 10 Uhr herzlich eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 17. August 2024

Gottesdienstliches Meckern

Ein Zitat

Stiefelgeissen leben neben der Methodistenkirche in Diepoldsau.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn eine Ziege zur Stelle ist, soll kein anderer für sie meckern." Sprichwort aus Afrika

Ein Bibelvers - Sprüche 27,23-27

"Achte auf das Aussehen deiner Schafe und Ziegen! Kümmere dich um die Gesundheit deiner Herden! Denn Reichtum, den man durch Handel erwirbt, bleibt nicht für immer. Und ein Diadem, das man zum Schmuck aufsetzt, bleibt nicht von Generation zu Generation. Sorg dafür, dass dein Vieh gutes Futter hat: Sind die Wiesen gemäht, wächst saftiges Gras nach. Auf den Bergen lassen sich frische Kräuter sammeln. Dann liefern die Schafe dir Wolle für deine Kleidung und die Ziegenböcke Geld für den Kauf eines Ackers. Ziegenmilch ist genug vorhanden, um dich und deine Familie zu ernähren. Auch deinen Mägden reicht es zum Leben."

Eine Anregung

In der Kapelle der Methodistinnen und Methodisten an der Neudorfstrasse 7 in Diepoldsau haben Pfarrpersonen manchmal einen schweren Stand. Da kann es vorkommen, das Ihnen in die Predigt hineingemeckert wird. Besonders bei offenen Fenstern beteiligen sich die Ziegen in Nachbars Garten akustisch schon einmal am frommen Treiben in der Kirche.

Es sind, wenn ich das richtig recherchiert habe, Stiefelgeissen. Sie waren in der Schweiz schon fast ausgestorben, als es ProSpecieRara 1983 gelang, die letzte reinrassige Herde aus Quinten zu übernehmen. Davon stammen die heute über 1000 Tiere ab, die es in der Schweiz wieder gibt. 2016 lebte die älteste Stiefelgeiss in Diepoldsau, vielleicht auch damals schon direkt neben der Kapelle.

Es sind also rare, seltene Tiere. Warum also nach Gottesdienst nicht einen Augenschein nehmen von diesem faszinierenden Geschöpfen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 24. Juli 2022

Von Nacktgeherinnen und Motorradschiebern

Ein Zitat

Skurrile Verbotstafeln am Altarm des Rheins in Diepoldsau
Foto © Jörg Niederer
"Zu den besonders erbitterten FKK-Gegnern gehören die Hersteller von Bademoden." Erwin Koch, geb. 1932, deutscher Aphoristiker

Ein Bibelvers - Jesaja 20,3-4

"Da sagte der Herr: 'Seit drei Jahren läuft mein Knecht Jesaja halb nackt und barfuß umher. So ist er ein lebendiges Zeichen und eine Warnung für Ägypten und Kusch: Dort wird der König von Assyrien Gefangene nehmen und sie verschleppen. Es wird Junge und Alte treffen. Halb nackt und barfuß werden sie weggeführt, sogar mit nacktem Gesäß. Es ist eine Schande für Ägypten."

Ein Anregung

Ich weiss nicht, ob das Schild noch da steht. Vor zehn Jahren fand ich es an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz. Eine Botschaft an alle Österreicherinnen und Österreicher: Wenn ihr in die Schweiz kommt, zieht gefälligst Kleider an! Als würde man drüben im vorarlbergischen Dornbirn mehrheitlich nackt den Geschäften nachgehen. Zumindest ersichtlich wird so, dass es Nacktwandernde schon vor 1988, also seit mehr als 35 Jahren gibt.

Die ganze Situation am Altarm des Rheins, der bei Diepoldsau die Landesgrenze bildet, wird noch skurriler, wenn man sich auch noch das auf dem Foto etwas nach hinten versetzte Motorfahrverbot anschaut und dort liest, dass Motorräder auch nicht gestossen oder geschoben werden dürfen. Ich stelle mir vor, wie da Nackte ihre Motorräder herumstossen und die Dorfbevölkerung sich echauffiert: Motorräder die man schiebt, das geht gar nicht. Wozu haben sie Motoren. Motorräder schieben, das ist etwas so, wie wenn man dem Fahrzeug den Respekt, die Kleidung nimmt. Das ist "Nacktgehen" für Motorräder. 

In Diepoldsau hätte der biblische Prophet Jesaja wohl einige Jahre lang ziemlich grosse Probleme gehabt. Nicht wegen des Herumstossens von Motorrädern - diese Problematik gab es vor 3000 Jahren noch nicht - sondern weil er damals drei Jahre lang demonstrativ unten entblösst in Israel herumlief, um damit vor der drohenden Kriegsgefahr zu warnen. Gott selbst meinte dazu, dass dieser Nacktperformer, dieser Jesaja, gerade weil er so unsittlich herumlaufe, sein treuer Mitarbeiter sei.

Ich bin ja nicht unglücklich, dass ich gerade keinen entsprechenden Auftrag von Gott habe. Weder in Diepoldsau noch sonst wo auf der Welt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde