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Donnerstag, 7. April 2022

Himmelweit segnen

Ein Zitat

"Beim ersten Licht der Sonne heute sei gesegnet! Wenn der lange Tag gegangen ist – sei gesegnet! In deinem Lächeln und in deinen Tränen – sei gesegnet! An jedem Tag deines Lebens – sei gesegnet!" Altirischer Segenswunsch

Ein Bibelvers - Römer 12,14

"Segnet die Menschen, die euch verfolgen. Segnet sie und verflucht sie nicht."

Ein Anregung

Bibelwort auf einem Plakat der Agentur C in Niederglatt
Foto © Jörg Niederer
Das "Photo-a-day"-Wort von heute lautet: "gesegnet" (Englisch: blessed). 

Die Agentur C präsentiert im Schweizer Strassenbild Bibeltexte, wie etwa in Niederglatt diese Zusage von Jesus Christus. Gesegnet werde ich mit einer guten Botschaft. Gesegnet werde ich mit dem Versprechen, dass Christus immer bei mir ist. 

Nun, ich bin Christ. Für mich ist diese biblische Botschaft etwas Vertrautes. Doch wie wirken diese Worte auf Menschen mit anderen religiösen Hintergründen? Lesen sie diese auch als Segensworte? Oder empfinden sie die Worte als Provokation?

Ein Segen muss seinen Weg über die Religionsgrenzen hinweg finden können. Paulus plädierte dafür, selbst die Feinde zu segnen. Dass geht viel weiter, als Angehörige anderer Religionen zu segnen.

Schon sehr früh in der Bibel findet sich ein Text, in dem ein fremder Priester Abraham, den Stammvater der Israeliten, segnete (1. Mose 14,18-20). Melchisedek, so der Name des Segnenden, bedeutet König-Priester oder eben König der Gerechtigkeit.

Mir gefällt die Verbindung von Gerechtigkeit und Segen. Gerechtigkeit geschieht, wo unterschiedlichste Menschen einander segnen, einander Gutes wünschen und Gutes tun. 


Morgen folgt ein Bild zum Wort "Frieden" (Englisch: peace).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 29. März 2022

Mein Platz im Beauty-Salon

Ein Zitat

Glasfenster mit der Fusswaschung in der Augustinerkirche in Zürich
Foto © Jörg Niederer
Füsse "tragen uns im Laufe unseres Lebens rund 130 000 Kilometer weit, also etwa dreimal um die Erde. Damit sind die Füße die meist beanspruchtesten Teile unseres Körpers." www.el-beauty.ch

Ein Bibelvers - Matthäus 20,26-28

Jesus: "Sondern wer von euch groß sein will, soll den anderen dienen. Und wer von euch der Erste sein will, soll euer Diener sein. Genauso ist auch der Menschensohn nicht gekommen, um sich dienen zu lassen. Im Gegenteil: Er ist gekommen, um anderen zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele Menschen."

Ein Anregung

Das "Photo-a-day"-Wort von heute lautet "dienen" (Englisch: served). 

Wenn ich im Warenhaus am Beauty-Salon vorbeigehe, sehe ich sie daliegen. Meist sind es Frauen, gelegentlich auch einmal ein Mann. Zu ihren Füssen sitzt dann eine Angestellte, und bearbeitet die Füsse, schneidet die Nägel, entfernt die Hornhaut, peelt und salbt und massiert und lackiert.

Eine der symbolträchtigsten Weisen, wie Jesus vom sich und seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern sprach und handelte, war die Fusswaschung. So wie diese vom Evangelisten Johannes beschrieben wird, war es einerseits eine sehr intime Handlung und zugleich banal. Es ging dabei um Reinheit und Zugehörigkeit zu Gott aber auch um die Weise, wie Menschen, die sich zu Christus halten, sich in die Hierarchien der Welt einordnen sollen. Jesus erklärt sein Tun so: "Ihr nennt mich Lehrer und Herr. Und ihr habt recht, denn das bin ich. Ich habe euch die Füße gewaschen – ich, der Herr und Lehrer. Also sollt auch ihr einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben. Ihr sollt das tun, was ich für euch getan habe."

Bedeutet das nun, dass der Platz im Beauty-Salon des Lebens, den Christus Menschen zuweist, nicht zuerst auf der Kundenseite zu finden ist, sondern am Fussende, da wo gedient wird, da, wo Menschen Lasten abgenommen und Glücksgefühle geschenkt werden, sodass sie leichter und beschwingter ihren Weg weitergehen können? 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "gesalbt" (Englisch: anointed).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 22. März 2022

Teilen oder Shareholder Value?

Ein Zitat

Ehemalige Neue Börse in Zürich
Foto © Jörg Niederer
"Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober." Mark Twain

Ein Bibelvers - Lukas 12,16-18 (Siehe dazu auch die Predigt vom vergangenen Sonntag!)

"Dazu erzählte Jesus ihnen ein Gleichnis: 'Die Felder eines reichen Grundbesitzers brachten eine besonders gute Ernte. Da überlegte er: Was soll ich tun? Ich habe nicht genug Platz, um meine Ernte zu lagern. Schließlich sagte er sich: So will ich es machen: Ich reiße meine Scheunen ab und baue größere. Dort werde ich dann das ganze Getreide und alle meine Vorräte lagern.'"

Ein Anregung

Das "Photo-a-day"-Wort von heute lautet "teilen" (Englisch: share). 

Als Fremdwort hat das Wort "share" in der Finanzwelt Einzug gehalten. "Share" das ist die Aktie. Die Aktie ist wiederum ein Anteil an einem Unternehmen. Aktien werden an Börsen gehandelt. Doch dabei geht es kaum um eine gerechte Verteilung der weltweiten Güter sondern um Profit und Gewinnmaximierung. Oft verstärkt der Aktienhandel die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich.

Das Foto von der einstigen neuen Börse Zürich wurde aufgenommen, als dort noch der Shareholder Value regierte. Heute ist eine internationale Organisation im Haus, die Sprach- und Kulturaustausch anbietet. Sicher eine sinnvollere Art, wie Wissen, Kenntnis und Chancen geteilt werden können. Gelegentlich kann das Haus auch besichtigt werden.

Wie hast du es mit dem Teilen? Fällt es dir leicht, oder gehörst du zu den Menschen, die lieber Güter anhäufen? Strebst du nach Reichtum oder nach Gerechtigkeit? Oder nach beidem? Aber geht das: Reichtum und Gerechtigkeit? 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "Notwendigkeit" (need).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 21. März 2022

Mit oder ohne?

Ein Zitat

Brautkleidmode mit Maske
Foto © Jörg Niederer
"Probier's mal mit Gemütlichkeit / Mit Ruhe und Gemütlichkeit / Vertreibst du deinen ganzen Sorgenkram. Und wenn du / Stets gemütlich / Bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir egal woher es kam." aus: Das Dschungelbuch, Songwriter: Terry Gilkyson

Ein Bibelvers - Psalm 18,30b

"Mit meinem Gott springe ich über Mauern."

Ein Anregung

Das "Photo-a-day"-Wort von heute ist die Präposition "mit" (Englisch: with).

Bald geht die Zeit zu Ende, in der wir an gewissen Orten nur mit Maske sein durften. Nicht mehr lange, und wir müssen selbst entscheiden, ob und wo wir die Maske weiter tragen wollen. 

Entscheiden müssen wir immer wieder, ob wir etwas mit oder ohne wollen: Eine Flugreise mit oder ohne CO2-Kompensation, den Hotelaufenthalt mit oder ohne Vollpension, den Einkauf mit oder ohne Garantieverlängerung, das Mittagessen mit oder ohne Fleisch, mit oder ohne Vorspeise; Döner Kebab "mit alles und scharf"?

Soll ein Fest mit oder ohne Alkohol durchgeführt werden? Will ich eine Wohnung mit oder ohne Balkon, ein Haus mit oder ohne Garten, mit oder ohne Aussicht ins Grüne? Suche ich ein Hotel mit oder ohne Wellnessangebot? Sage ich es mit oder ohne Blumen? Und was, wenn ich in Eile bin? Geschieht das mit oder ohne Weile?

Vielleicht zentraler ist die Frage: Gehe ich durchs Leben mit oder ohne einen Glauben an eine höhere Macht, an Gott? 

Und gilt beim Dessert: "Aber bitte mit Sahne" (Udo Jürgens)? Wir haben die Wahl. 

Bei "mit oder ohne" gibt es auch noch die Zwischentöne: "Bitte nur mit wenig Rahm im Kaffee!" sagen wir dann. 

Was so eine Präposition uns an Denkleistung abverlangt. Ich wünsche uns allen, dass wir heute mit Elan an die Sachen herangehen und unsere Entscheidungen treffen können, ob nun mit oder ohne.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "teilen" (share).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Donnerstag, 17. März 2022

Leben im Angesicht des Todes

Ein Zitat

Schädel von in den Schlachten 1848 und 1866 gefallenen italienischen und österreichischen Soldaten im Ossarium von Custoza nahe des Gardasees.
Foto © Jörg Niederer
"Life is great, and without it, you'd be dead." (Das Leben ist grossartig, und ohne es wärst du tot.) Karen Quan

Ein Bibelvers - Sprüche 4,23

"Gib acht auf dein Herz, mehr als auf alles andere! Denn davon hängt dein Leben ab."

Ein Anregung

Das heutige "Photo-a-day"-Wort lautet "leben" (englisch: living). 

Unser ältester Sohn war noch keine zwei Jahre alt und voller Lebensfreude, als wir mit ihm das Ossarium von Custoza besuchten. Ganz unbefangen betrachtete er zusammen mit seiner Mutter die Gebeine. Er entdeckte Einschusslöcher, Stiche von Bajonetten und weitere Kriegsverletzungen an den Schädeln und kommentierte dies lebhaft und interessiert. Die Soldaten, deren Gebeinen wir gegenüberstanden, waren Opfer der selben italienischen Befreiungskriege geworden, die wenige Kilometer entfernt in Solferino Henry Dunant zur Gründung des Roten Kreuzes veranlassten. 

Für einen Augenblick entschwand unser Sohn im kreisförmigen Kellergewölbe unseren Blicken, und schon hörten wir es scheppern. Dann tauchte er wieder auf, mit einem Schädel in der Hand. Der Unterkiefer war beim Hochheben geräuschvoll auf den Boden gefallen. Ich vergesse diesen Augenblick nicht mehr: Der kleine Kerl mit der einen Hand auf den Schädel in der andern Hand zeigend, wie er kommentierte: "Tot geschossen".

Zu leben ist ein grosses Wunder. Und doch kann es so schnell vorbei sein. Tun wir doch alles, dass in dieser Welt in Zukunft dem Leben Denkmäler gesetzt werden, und nicht dem Kriegstod. 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "gepflanzt" (planted).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde


Mittwoch, 16. März 2022

'Je ne regrette rien' - Wirklich?

Ein Zitat

Wasseramsel im Bachbett der Murg in Frauenfeld
Foto © Jörg Niederer
"Der Mensch sollte sich nie schämen, zuzugeben, dass er Unrecht hatte. Damit drückt er - in anderen Worten - nur aus, dass er heute klüger ist als gestern." Alexander Pope (1688-1744) englischer Schriftsteller

Ein Bibelvers - Sprüche 28,13

"Wer seine Verbrechen vertuscht, wird keinen Erfolg haben. Wer seine Fehler bekennt und sie unterlässt, wird Vergebung erlangen."

Ein Anregung

Das heutige "Photo-a-day"-Wort lautet "bereuen" (englisch: repent).

Im Dialekt sagen wir manchmal: "Das het mi greut" ("Das reut mich.") Es ist ein eher umgangssprachlicher Ausruf. Also nicht dieses tiefgründige "Ich bereue es".

In diesem umgangssprachlichen, entschärften Sinn "hets mi greut", dass ich das falsche Objektiv an der Kamera dabei hatte. Mitgenommen habe ich das 50mm-Objektiv, um einen Kollegen zu portraitieren. Der musste aber so schnell wieder gehen, dass dafür keine Zeit blieb. An der Murg in Frauenfeld dann die Überraschung. Noch nie bin ich dem Wasseramselpaar so nahe gekommen. Sie liessen sich nicht stören durch meine Anwesenheit, flogen immer wieder zu Tauchgängen und kehrten zurück, dazwischen balzten sie einander an, begrüssten sich mit lautem Gezwitscher, das auch das Tosen des Wasserfalls übertönte. Dann flogen sie unter die Flussschwelle, waren nur noch schemenhaft durch das fallende Wasser zu erkennen, suchten das Moos direkt an der Bruchkante nach Insekten ab und tauchten dann geschickt aus dem Giessen wieder auf. Es hätten DIE Fotos des Jahres werden können, formatfüllend und faszinierend - wenn ich das richtige Objektiv dabei gehabt hätte. "Das het mi greut!"

Doch wirklich bereue ich andere Dinge, etwa dass ich mit manchen Menschen nicht mehr Zeit verbracht habe oder dass ich in bestimmten Momenten nicht deutlicher gegen Unrecht protestiert habe. Und was bereust du? 

Auch mit Reue zu tun hat das Musical "City of Mercy" das vom 18.-20. März von der Evangelischen Allianz in der Stami St. Gallen aufgeführt wird. Erzählt wird eine moderne Fassung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn. Das Musical wird auch per Livestream übertragen. 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "leben" (living).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 15. März 2022

Die Opferung des Opferglaubens

Ein Zitat

Historische Flanellbild über die Opferung des Isaaks
Foto © Jörg Niederer
"Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird." Albert Schweitzer

Ein Bibelvers - Hebräer 9,12

"Christus brachte nicht das Blut von Ziegenböcken und Kälbern als Opfer dar, sondern sein eigenes Blut. So ist er ein für alle Mal in das Heiligtum eingetreten und hat die ewige Erlösung erwirkt."

Ein Anregung

Das Bild zum heutigen "Photo-a-day"-Wort lautet "Opfer" (englisch: sacrifice). 

Eine verstorbene Pfarrkollegin sammelt zu ihren Lebzeiten die Flanellbilder, welche früher in der Sonntagschule bei den Methodisten Verwendung fanden. Eines davon zeigt eine Szene aus der Opferung des Isaaks. Es ist eine archaische Geschichte, in der es darum geht, dass ein erstgeborenes Kind, wie die Erstlingsfrüchte in der Landwirtschaft, Gott geopfert werden soll.

Also machte sich der greise Abraham mit seinem einzigen von Sarah gezeugten Sohn Isaak auf den Weg, um ihn Gott hinzugeben. Das Opfer selbst musste das Brennholz für das Feuer tragen, und wunderte sich auf dem Weg, wo denn nun das Opfertier zu finden sei. Doch bis kurz vor der Schlachtung des Isaak durch den eigenen Vater zeigte sich kein Ausweg. Erst im allerletzten Moment wurde der "Stammvater" dreier Weltreligionen von einem Engel von der Menschenopferung abgehalten.

Was im biblischen Bericht in 1. Mose 22 als Test des Vertrauens daherkommt, war wohl auch eine Geschichte gegen jede Form von Menschenopfer. Mit dieser Begebenheit war göttlich besiegelt, dass ein Mensch nie zum Opfer gemacht werden darf. Wer das nicht beachtet, Menschen in den Tod, in den Krieg schickt, hat Gott nie auf seiner Seite.

Nun überlege ich mir erneut, was es bedeutet, dass gerade von diesem Gott, der die Opferung von Menschen verhinderte und untersagte, nun gesagt wird, er hätte seinen eigenen Sohn für uns hingegeben, oder eben geopfert. 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "bereuen" (repent).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 14. März 2022

Ein schönes Geschenk

Ein Zitat

Graureiher mit Jagdbeute auf einem Feld bei Osterhalden, Frauenfeld
Foto © Jörg Niederer
"Ich habe heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um dir ihr Leben zu schenken." Christian Morgenstern (1871-1914)

Ein Bibelvers - Psalm 127,3

"Seht, Kinder sind eine Gabe des Herrn. Ein Lohn ist die Frucht, die er dem Mutterleib schenkt."

Ein Anregung

Das Bild zum heutigen "Photo-a-day"-Wort lautet "Geschenk" (englisch: present). 

Welch ein Geschenk für einen hungrigen Graureiher ist so eine erbeutete Wühlmaus! Welch ein Geschenk für einen Bauern ist der Graureiher auf seinem Feld, der den Schaden durch Wühlmäuse in Grenzen hält! Welch ein Geschenk für mich ist es, dass ich diesen Jagderfolg gerade noch mit dem Fotoapparat festhalten konnten. Schon wenige Sekunden später schaute vom Nager nur noch der Schwanz aus dem spitzen Schnabel des Lauerjägers.

Nur für die Wühlmaus war dieser Moment ganz und gar kein Geschenk. In einem Augenblick wird sie brutal ans Licht gezerrt, erdolcht und kopfüber verschlungen. Die Wühlmaus wird zum Opfer. "Opfer" aber ist das "Photo-a-day"-Wort von Morgen. 

Geschenk und Opfer hängen oft bewusst oder unbewusst zusammen. Denn irgendjemand zahlt immer die Zeche. Auf dem Feld zahlte sie die Wühlmaus, bei den Kleidern die Näherinnen, bei der Schokolade die Bauern, beim Krieg die Zivilbevölkerung, beim CO2-Ausstoss das Klima und damit wieder wir alle.

Ein Geschenk ist erst dann ein richtiges Geschenk, wenn es alle freut und niemandem schadet. Überlege dir doch heute, wem du ein solches "richtiges" Geschenk machen könntest! 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "Opfer" (sacrifice).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Sonntag, 13. März 2022

Feiern am Feiertag

Ein Zitat

Begehbares Labyrinth in St. Gallen anlässlich des Jubiläums der Pilgerherberge 2018
Foto © Jörg Niederer
"Dein Lied ist Morgentau, der über Rosen fließt. / Doch weißt du, Freund, daß Tau – auch Wasser ist?" Johann Heinrich Voß (1751-1826), Deutscher Dichter

Ein Bibelvers - Jesaja 62,3

"Du wirst eine prächtige Krone sein, ein königlicher Stirnreif, den der Herr in seiner Hand hält."

Ein Anregung

Das Bild zum heutigen "Photo-a-day"-Wort "feiern" (englisch: celebrate) weist auf die besondere Stellung des Sonntags als Feiertag hin.

Feiern lässt es sich sehr verschieden. So etwa beim schweigenden durchschreiten eines grossen, begehbaren Labyrinths. Oder mit viel Musik und Gesang. Letzteres gibt es heute im Gottesdienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen mit einer Zeit der Anbetung und des Gebets. Leiten werden uns Angie am Klavier und Attila an der Gitarre. Dabeisein kann man vor Ort ab 10.15 Uhr. 

Und hier gibt es einen musikalischer Vorgeschmack aus der Feder des Duos: "Yours ist the Crown"

Morgen folgt ein Bild zum Wort "Geschenk" (present).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 12. März 2022

Ausgewählt und für gut befunden

Ein Zitat

Gefärbte Ostereier warten auf die Verteilung
Foto © Jörg Niederer
"Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden." Ludwig Feuerbach (1775-1833)

Ein Bibelvers - 1. Korinther 1,28-30

"Was für die Welt keine Bedeutung hat und von ihr verachtet wird, das hat Gott ausgewählt. Er hat also gerade das ausgewählt, was nichts zählt. So setzt er das außer Kraft, was etwas zählt. Deshalb kann kein Mensch vor Gott stolz sein. Gott allein habt ihr es zu verdanken, dass ihr zu Christus Jesus gehört."

Ein Anregung

Das Bild zum heutigen "Photo-a-day"-Wort "erwählt" (englisch: chosen) zeigt gefärbte Eier, wie sie an Ostern zum Einsatz kommen. Mit diesen Ostereiern bin ich zeitlich natürlich viel zu früh. Aber nicht nur ich. Auch die Einkaufsläden sind schon voller Osterartikel. 

Mit den selbst gefärbten Ostereiern verbinden wir eine Familientradition, die gut zum Erwählungsgedanken passt. In der Familie meiner Frau versammeln sich jeweils drei Generationen zum Eierfärben. Am Schluss, wenn die Eier fertig sind, werden sie verteilt, wobei reihherum jede Person jeweils ein Ei auswählen darf. Jedes Ei wird dabei noch einmal gewürdigt und bewundert.

Wenn Gott uns Menschen erwählt, dann ist jede und jeder wertvoll und bewundernswert. Es ist dann eben nicht so wie beim Schulsport, wo die schlechtesten Spielerinnen und Spieler zuletzt "gewählt" werden. Gottes Wertschätzung gilt allen Menschen zu allen Zeiten an allen Orten unter allen Umständen. Seine Zuwendung ist allumfassend.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "feiern" (celebrate).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Mittwoch, 9. März 2022

Gloria und die Anbetung

Ein Zitat

Auslange in einer Bijouterie in St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Eine Träne zu trocknen ist ehrenvoller, als Ströme von Blut zu vergießen." George Gordon Noel Byron, alias Lord Byron (1788-1824), britischer Dichter

Ein Bibelvers - Psalm 24,10

"Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr der himmlischen Heere."

Ein Anregung

Beim "Photo-a-day"-Bild von heute, geht es um die "Ehre", englisch: "glory".

Alles ist im Bild vorhanden. Der Engel, der Stern (Star) und das Gloria, gebettet auf hoffnungsgrünem Samt. Und doch kommt keine Anbetung bei mir auf. Hängt es an der Verbindung von Kommerz und Glaube? Gut, Weihnachten ist auch schon länger vorbei. Singen die Engel in der Fastenzeit weiter ihr "Gloria in excelsis deo"?

Vielleicht bring ja ein alter Song ein bisschen mehr Anbetung und Freude in diesen Tag. Wie wäre es da mit dem Gospel "Over in the Glory Land" von James Waren Acuff (1864-1937), interpretiert von den G-RUNNERS.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "erwachen" (awake).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 8. März 2022

Licht und Schatten

Ein Zitat

Lichtspiel im Wasser der Thur zwischen Flaach und Ellikon
Foto © Jörg Niederer
"Alle Flüsse, auch die schillerndsten, die, die in ihrem Lauf die Sonne einfangen, alle Flüsse fließen zum Meer hinunter und vergehen. So wartet das Leben auf den Menschen, wie das Meer auf den Fluss wartet." Simone Schwarz-Bart (geb. 1938)

Ein Bibelvers - 1. Könige 11,1+2

"König Salomo hatte neben der Tochter des Pharao viele ausländische Frauen, die er liebte: Frauen aus Moab, Ammon, Edom, Sidon und Hetiterinnen. Sie stammten aus Völkern, vor denen der Herr die Israeliten gewarnt hatte: 'Verbindet euch auf keinen Fall mit ihnen! Sonst wenden sie euer Herz ihren Göttern zu.' Doch Salomo hing an diesen Frauen und liebte sie."

Ein Anregung

Mein "Photo-a-day"-Bild zum heutigen Schlüsselwort "schillernd" (dazzling) zeigt die Spiegelungen der Sonne im Wasser der Thur. Das Wasser, das über die Kieselsteine fliesst, lässt die Schatten wild tanzen und hüpfen.

Schillernde Persönlichkeiten zeichnen sich durch Licht und Schatten aus. Ist da mehr Licht? Ist da mehr Schatten?

Ist bei mir mehr Licht? Ist bei mir mehr Schatten? Das ist die Frage, der ich mich heute stelle. 

Morgen folgt ein Bild zum Wort "Ehre" (glory).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 7. März 2022

Vertrauend beten

Ein Zitat

Friedenslicher werden entzündet in der Kathedrale St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Ein Asyl für jeden Kummer ist das Gebet." Johannes Chrysostomus (349-407)

Ein Bibelvers - Psalm 18,7

"In meiner höchsten Not rief ich den Herrn. Ja, ich schrie um Hilfe zu meinem Gott. Er hörte mein Rufen in seinem Palast. Mein Hilfeschrei drang an sein Ohr."

Ein Anregung

Mein "Photo-a-day"-Bild zum heutigen Schlüsselwort "beten" (pray) zeigt den Moment, als beim Friedensgebet in der Kathedrale St. Gallen (Auf "Aufzeichnungen" klicken und dann den Beitrag vom 2. März auswählen.) viele Menschen ein Friedenslicht entzündeten und so für das Ende des Kriegs in der Ukraine beteten.

Beim Beten lege ich Gott alles in die Hände, was mir zu schwer ist. Beim Beten fokussiere ich mich auf das, was ich als nächstes tun will oder kann. Beim Beten verbinde ich mich mit Menschen, die mit mir beten, die für mich beten und für die ich bete. Beten muss nicht mit Worten geschehen. Es kann durch mein Tun und Nichttun, durch mein Schweigen geschehen. Beten ist Zwiegespräch mit Gott.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "schillernd" (dazzling).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Samstag, 5. März 2022

Schutzbedürftig

Ein Zitat

Schutzvorrichtungen eines Gefängnisses
Foto © Jörg Niederer
"Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht." Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Ein Bibelvers - Psalm 9,10+11

"So ist der Herr eine feste Burg. Wer benachteiligt wird, findet bei ihm Schutz. Er ist eine feste Burg für die Zeiten der Not. Wer deinen Namen kennt, vertraut auf dich. Denn du, Herr, lässt niemanden im Stich, der deine Nähe sucht."

Ein Anregung

Mein "Photo-a-day"-Bild zum heutigen Schlüsselwort "beschützt" (protect) zeigt die von aussen sichtbaren Schutzvorrichtungen eines Gefängnisses. Wieweit aber ein Gefängnis subjektiv zu mehr Sicherheit beiträgt, ist nicht so sicher. Fühlen sich Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld eines Gefängnisses sicher, oder fürchten sie Ausbrüche und Freigänger?

Ein Dach schütz vor Regen, aber könnte auch über mir zusammenbrechen. Ein Sicherheitsgurt beschränkt meine Bewegungsfreiheit über lange Zeit, nur um bei einem der seltenen Ernstfälle zu schützen. Schutzräume, so unwirtlich sie sind, schützen vor Bomben und Tod. Kleider schützen vor Witterungseinflüssen und lüsternen Blicken. Der Wald in den Bergen schützt vor Lawinenniedergängen. Impfungen schützen vor schweren Krankheitsverläufen.

All diese Schutzvorkehrungen zeigen, wie verletzlich wir sind. Wohl dem Menschen, der dann Vertrauen finden kann über alle Schutzmassnahmen hinaus, um sich ungeschützt der Vorsehung Gottes zu ergeben.

Morgen folgt ein Bild zum Wort "feiern" (celebrate). 


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Donnerstag, 3. März 2022

Aufs Zarteste versucht

Ein Zitat

Chocolaterie Kölbener in St. Gallen am Aschermittwoch
Foto © Jörg Niederer
"Versuchungen sind wie eine Stechmückenplage: Während wir eine erschlagen, sind tausend andere da." Ernst Reinhold Hauschka (1926 - 2012) Aphoristiker und Lyriker

Ein Bibelvers - Jakobus 1,13+14

"Niemand, der auf die Probe gestellt wird, soll sagen: 'Diese Prüfung kommt von Gott.' Denn Gott kann nicht zum Bösen verführt werden, und er führt auch selbst niemanden in Versuchung. Jeder Mensch wird vielmehr durch seine eigene Begierde verführt. Von ihr lässt er sich fortreißen, und er schluckt ihren Köder."

Ein Anregung

Mein "Photo-a-day"-Bild zum heutigen Schlüsselwort "versucht" (tempted) erzählt von Genussmitteln in der Fastenzeit. 

Die Werbung feiert die "längsten Pralinen der Welt" oder die "zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt". Und tatsächlich ist die Schokolade für mich eine ständige Versuchung. Nachgeben oder Widerstehen - das ist immer wieder die Frage. 

Wie kann man dich versuchen?

Morgen folgt ein Bild zum Wort "allein" (alone). 


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht. 

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Mittwoch, 2. März 2022

Gans ganz oder halb

Ein Zitat

Portrait einer Gans
Foto © Jörg Niederer
"Ah, ein Notfall, Schwester Anna, die Gans ist verblödet, ist sie ganz verblödet oder ist sie nur halb verblödet?" Otto Waalkes im Film "Der neue Film"

Ein Bibelvers - Kolosser 3,14

"Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe. Sie ist das Band, das euch zu vollkommener Einheit zusammenschliesst."

Ein Anregung

Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, sie beginnt heute an Aschermittwoch, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort ausgeht. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". Auf diese Weise könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht. 

Ich habe mich entschlossen, da mitzumachen. Heute steht das englische Wort "full" im Zentrum. Und das habe ich übersetzt mit "ganz"

Das Bild dazu stellt eine Gans dar. Natürlich weiss ich, dass "ganz" etwas anderes ist als "Gans". Aber ich habe ein Lied von der Band "Engel wider Willen" im Kopf, in dem gefragt wird: "Ess ma die Gans ganz ode nua hoib". Und genau das bietet auf St. Pauli ein Imbiss an: "Gans ganz oder halb".

Was wäre dein Bild zum Wort "ganz"?

Morgen wird es dann ein Bild zum Wort "versucht" (tempted) geben.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde