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Donnerstag, 7. September 2023

Naturschutz ade?

Ein Zitat

Naturidylle als Wandgemälde an der Buchhandlung Sax in Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, kein Mensch. Das gilt zum mindesten solange, als man sich nicht kennt." Titus Maccius Plautus (ca. 254–184 v. Chr.)

Ein Bibelvers - Römer 11,36

"Denn alles hat in ihm [Gott] seinen Ursprung. Durch ihn besteht alles und in ihm hat alles sein Ziel. Denn er regiert in Herrlichkeit für immer. Amen."

Eine Anregung

Ich ärgere mich gerade. Da beschliesst das Parlament und der Bundesrat eine Regulierung der Wolfrudel um 70%, und das bei einem streng geschützten Tier und ohne die aktuellen Erkenntnisse des Wolfschutzes bei der Nutztierhaltung zu berücksichtigen. (Dagegen kann aktuell eine Petition unterzeichnet werden.) Auf der anderen Seite macht er gar nicht vorwärts beim Ausbau von Gebieten mit Priorität beim Schutz der Natur, obwohl unser Land in Europa diesbezüglich zu den Schlusslichtern zählt. Weiter wird der Ausbau von erneuerbaren Energien gegen die Biodiversität ausgespielt. So wie jetzt angedacht, könnten selbst in streng geschützten Gebieten neue Windturbinen und Solaranlagen geplant und gebaut werden oder diesen Wasser für die Stromgewinnung entzogen werden. Statt mehr geschützten Naturraum wird es in Zukunft weniger davon geben. Wozu soll man den klimaneutral leben, wenn dabei die Natur und der Lebensraum auf der Strecke bleibt?

Aber auch die Kirchen haben diesbezüglich Nachholbedarf. Die Methodistenkirche der Schweiz will sich denn auch mehr für Umweltgerechtigkeit einsetzten. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet.

Wie es generell in der kirchlichen Landschaft mit der Ökologie aussieht, das soll am Theologiestammtisch vom kommenden Dienstag, 12. September um 19.00 Uhr im Haus zur Perle St. Gallen diskutiert werden. Der Theologiestammtisch (Siehe Flyer!) wurde von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen beider Appenzell und St. Gallen ins Leben gerufen. Er richtet sich an theologisch interessierte Personen. Oft tauschen sich dabei Vertreterinnen und Vertreter aus bis zu 10 verschiedenen Kirchen und Traditionen aus. Eine Teilnahme steht allen offen. Dankbar sind wir für eine Anmeldung an die folgende Mailadresse: joerg.niederer@methodisten.ch.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 1. November 2021

Fotograf und Umweltschützer - George Masa, "der Anselm Adams der Great Smoky Mountains"

Ein Zitat

Anstelle der Smokys etwas Indian Summer in den Hügeln Frauenfelds
Foto © Jörg Niederer
"Ich gehe in den Wald, atme frische Balsamluft, dann komme ich zurück und bin gewappnet für einen starken, guten Kampf" [für den Schutz der Smokies]. George Masa

Ein Bibelvers - 2. Mose 3,17

Gott zum Mose: "Ich bringe euch in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen."

Ein Anregung

In der Welt der Fotografie kennt jede und jeder Anselm Adams, den Fotografen der Rocky Mountains. Doch wer in der Europa kennt schon George Masa (1881-1933) genannt "Anselm Adams der Great Smoky Mountains"? 

Geboren als Masahara Izuka konvertierte der Student unter dem Einfluss von methodistischen Missionaren zum Christentum und änderte seinen Vornamen zu George.

Angeregt durch diese Missionare reiste er im Alter von 25 Jahren in die USA aus. Dort studierte er erst in Kalifornien Minenbau, um sich danach in Asheville, North Carolina niederzulassen, wo er als Hotelangestellter im neuen Grove Park Inn arbeitete. Es folgten Reisen und Wanderungen in die Appalachen. Um davon den Hotelgästen erzählen zu können, erhielt er vom Manager des Hotels eine Kamera geschenkt.

Nebst der Landschaft fotografierte er bald auch einige der einflussreichsten Familien. Es folgte eine Episode als erfolgloser Goldsucher. Sein wahres Gold jedoch waren die Bilder und Karten der Great Smoky Mountains.

Zurück in Asheville arbeitete er in einem lokalen Fotogeschäft, übernahm es nach drei Jahren und gründete 1924 die Asheville Photo Company. Nun begann er auch für die Nachrichtenagenturen zu filmen. Nebst dem Fotografieren vermass er die Smokies und legte detaillierte Karten und Skizzen an.

In dieser Zeit lernte er den Buchautoren und Naturjournalisten Horace Kephart kennen, der auf eindrückliche Weise die Menschen der Smokies portraitierte hatte. Entsetzt über den massiven industriellen Holzschlag begannen Kephart und Masa sich für die Smokies als Naturschutzreservat zu engagieren. Auch dafür veröffentlichte Masa Reiseführer in die Berge nahe Asheville. Weiter markierte und erkundigte er den Abschnitt des Appalachian Trails in North Carolina. Ein Teilstück davon ist heute noch nach ihm benannt.

1931 kam sein Freund Kephart bei einem Autounfall ums Leben. Zwei Jahre später verstarb George Masa an den Komplikationen einer Tuberkuloseerkrankung.

John D. Rockefeller Jr. kannte die Arbeiten von George Masa, und war davon so beeindruckt, dass er nach dessen Tod 5 Millionen Dollar spendete für den Ankauf von Land zur Gründung eines Nationalparks. Weitere 1,5 Millionen vom Staat waren nötig, um den Great Smoky Mountains National Park zu verwirklichen. 1961 wurde im Nationalpark ein 1730 m hoher Berg dem Fotografen zu Ehren "Masa Knob" getauft. Er steht sehr passend neben dem Mount Kephart.

Ein in einfachem Englisch gehaltener Videobeitrag zeigt Leben und Werk von George Masa auf eindrückliche Weise.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde