Ein Zitat
"A Mentsch trifft immer a Mentsch." Jüdische RedensartFoto © Jörg Niederer
Ein Bibelvers - Kolosser 3,16
"Das Wort, in dem Christus gegenwärtig ist, wohne in reichem Maß bei euch. Lehrt einander und ermahnt euch gegenseitig. Tut das in aller Weisheit. Singt Gott aus vollem Herzen Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder. Denn er hat euch Gnade geschenkt."
Eine Anregung
Das war richtig schön. So viele Menschen waren schon längere Zeit nicht mehr in der Evangelisch-methodistischen Kirche St.Gallen zu einem Gottesdienst zusammengekommen, wie bei meiner gestrigen Verabschiedung in den Ruhestand. Nebst der methodistischen Kerngemeinde nahmen auch die ukrainische Gemeinde und das Gebetshaus an diesem Fest teil. Hinzu kamen offizielle Vertretungen aus anderen Kirchen und Verbänden, so aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, von der Römisch-katholischen Kirche, der Reformierten Kirche, der Evangelischen Allianz St.Gallen und der GFS-Arbeitsgruppe. Auch weitere besondere und liebe Gäste waren da. Es gab ein gutbesuchtes Kinderprogramm parallel zum Gottesdienst, und anschliessend ein ausgezeichnetes Essen, gekocht von Jimmy, Fränzi, Marisa und Noel.
Einer der besonderen Höhepunkte im Gottesdienst war das Spiel auf dem Hackbrett vom Teenager Stefan Grob. Eine Überraschung, da ich als Pfarrer bis zu diesem Sonntagmorgen nicht wusste, was mich musikalisch im Gottesdienst erwartet.
Was macht es mit einem Menschen, wenn, wie in den an die Predigt anschliessenden Grussworten geschehen, Lobeshymnen über ihn gesungen werden. Gestern durfte ich das erleben und habe gestaunt, wie viel Positives meiner Zeit in St.Gallen abgewonnen werden konnte. So erfuhr ich, wie man mich da und dort über die acht Jahre im kirchlichen Umfeld wahrgenommen hat. Sicher wurde da etwas schöngezeichnet, aber wohl nicht ganz an der Realität vorbei. Für einen Menschen wie mich mit – wie meine Frau behauptet – grossem Selbstbewusstsein, war das für das Ego kein ungefährlicher Teil des Festes. Es war darum gut, dass ich auch hören konnte, wie ich bei ersten Begegnungen mitunter durchaus auch durchfallen bin.
Ich bin sehr dankbar für die Zeit in St.Gallen. Ich bin sehr dankbar für diesen bewegenden Abschied in den Ruhestand. Ich habe in der Begegnung mit den Menschen dieser Stadt und Region immer wieder erlebt, wie verbunden und ernsthaft-fröhlich Vertrauen in die Liebe und Fürsorge Gottes gelebt werden kann. Heute bin ich über Massen erfüllt von grosser Dankbarkeit. Möge Christus uns an allen Tagen, die nun kommen werden, nahe sein.
Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen