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Freitag, 7. Februar 2025

Natur in der Stadt

Ein Zitat

Im Winter bei den Drei Weieren in St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte." Bertold Brecht (1898-1956)

Ein Bibelvers - Offenbarung 22,2+3

"Mitten zwischen der Hauptstraße und dem Fluss und an dessen beiden Ufern wachsen Bäume des Lebens. Die Bäume tragen zwölfmal Früchte: Jeden Monat bringen sie Früchte hervor. Und die Blätter der Bäume dienen den Völkern zur Heilung. Es wird nichts mehr geben, das unter einem Fluch steht. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen."

Eine Anregung

Da kann ein Weidenhaus gebaut werden oder man geht auf Tierspurensuche. Es gibt eine Mondscheinwanderung am einen Tag und an einem anderen kann man essbare Wildkräuter kennenlernen. Eingeladen wird zu einem Gartenfest im Botanischen Garten. Das meditative Waldbaden ist natürlich auch dabei. Weiter kann man die Bachöffnung des Burgweiherbachs miterleben und bei der Museumsnacht in St. Gallen dabei sein.

140 Führungen, Workshops und Vorträge, aufs ganze Jahr verteilt, werden in der Stadt St. Gallen angeboten. Für alle Altersgruppen ist etwas dabei. Gut möglich, dass man sich bei der einen oder anderen Führung, etwa über Fledermäuse oder Wildkräuter, auch in einem kirchlichen Umfeld umsieht. 

Der Veranstaltungskalender "Natur findet Stadt" gibt es als PDF-Datei, oder er kann beim Empfang im Rathaus St. Gallen kostenlos abgeholt werden. Eine gute Sache, finde ich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 17. Februar 2024

Jesuit rät zur «Revolution im Herzen»

Ein Zitat

Jesuit Valerio Ciriello spricht über die Zukunftshoffnung am gemeinsamen Anlass der KAB und der GFS-Kommission in St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Was wir auf unseren Strassen und Wegen brauchen, sind keine ideologische Kämpfe. Was wir in unserer Welt brauchen, ist keine vermeintliche Trennung zwischen Guten und Bösen, sondern Mitgefühl und Weisheit, die letztlich in der Begegnung mit dem Andern und dessen Annahme gelebt werden kann." Valerio Ciriello, Jesuit

Ein Bibelvers - Römer 5,5

"Aber die Hoffnung macht uns nicht zum Gespött. Denn Gott hat seine Liebe in unsere Herzen hineingegossen. Das ist durch den Heiligen Geist geschehen, den Gott uns geschenkt hat."

Eine Anregung

Am Donnerstabend fand im Katharinensaal in St. Gallen ein von der christliche Sozialbewegung KAB und die ökumenische Kommission GFS (die Evangelisch-methodistische Kirche wirkt in diesem Gremium der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen beider Appenzell und St. Gallen mit) gemeinsam durchgeführter Anlass unter der Überschrift "Zukunftswegen suchen wählen gehen" statt. Sebastian Schneider, Kommunikationsverantwortliche der Katholischen Kirche St. Gallen hat dazu eine Medienmitteilung geschrieben über den Vortrag des Jesuiten Valerio Ciriello.

"Jesuit rät zur 'Revolution im Herzen' 

Eine Revolution oder eine wahrhafte Veränderung kann nicht durch Wissen alleine erreicht werden. Davon ist Valerio Ciriello überzeugt. Der Jesuit und Hochschulseelsorger hat im vollen Katharinensaal in St. Gallen vor 100 Personen einen Weg skizziert, der wegführt vom westlichen Konsumsystem und Mut macht für eine hoffnungsvolle Zukunft. Proteste mit besetzten Unis oder Strassenblockaden durch Klimakleber: Von derlei Aktivitäten für eine zukunftsfähige Gesellschaft ist Valerio Ciriello nicht überzeugt. Vielmehr sei zu beobachten, dass Aktivistinnen und Aktivisten nach einer gewissen Zeit ermüden oder frustriert aufgeben. Der Jesuit und Hochschulseelsorger sieht andere Wege, um die Welt zum Guten zu verändern. Diese hat er am Donnerstagabend im Katharinensaal in St. Gallen vor 100 Gästen dargelegt. Seine Kernaussauge: 'Der Kopf alleine genügt nicht, wir müssen uns in unseren Herzen berühren lassen.'

Konsumsystem hinterfragen

Die Veränderung beginne beim Perspektivenwechsel. Valerio Ciriello hinterfragt dabei fundamental das westliche System. Die Leute darin seien gefangen in dessen eigenen Denkweise. Diese betrachte den Westen als die gute Seite, die in anderen Ländern Frieden stifte und Demokratie fördere. Dabei sieht Ciriello einen eklatanten Widerspruch: 'Wir führen Kriege im Namen der Menschlichkeit.' Und dies sogar in Ländern, die man zuvor ausgebeutet habe oder weiter ausbeuten wolle. Das westliche System mit seinem Drang und Zwang nach Konsum verdränge den humanitären Geist. Er halte allerdings keine Moralpredigt, 'die hat noch nie weitergeholfen'. An diesem Vortrag gehe es viel eher darum, die Zuhörerinnen und Zuhörer aufzurütteln. Damit sie einen hoffnungsvollen Weg einschlagen könnten.

Die kleinen Schritte zählen

Ciriello, der vor seinem Eintritt in den Jesuitenorden als Jurist bei der 'Finma' gearbeitet hat, sieht die Lösung in kleinen Schritten. Ganz wichtig dabei sei, die Problemlösungen in Beziehungen anzustreben. Die Menschen müssten sich austauschen, sich auf Augenhöhe begegnen und vor allem: 'die Menschen sollten nach ihren Herzen urteilen, nicht nach Status oder Herkunft'. Für eine Veränderung brauche es nicht nur Wissen, also den Kopf. Es brauche ein Zusammenspiel mit Kopf, Herz und Händen. Nur so sei eine Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Welt möglich. Ciriello nennt sein Konzept auch: 'Die Revolution im Herzen.'

Auftakt ins Jubiläumsjahr

Zum Vortrag mit Valerio Ciriello haben die christliche Sozialbewegung KAB und die ökumenische Kommission GFS geladen. Der jährlich stattfindende Ethik-Talk war für die KAB dieses Mal eine Art Auftakt ins Jubiläumsjahr. Die Bewegung feiert heuer ihr 125-jähriges Bestehen. Sie ist im Januar 1899 in der Dompfarrei St. Gallen entstanden und war über Jahrzehnten in vielen Deutschschweizer Kantonen ein wichtiger Akteur des katholischen Milieus. Die Jubiläumsfeier mit einem illuster besetzten Podium findet am 7. September im Pfalzkeller statt."

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 14. Februar 2024

Zukunftswege suchen, wählen, gehen

Ein Zitat

Der Jesuit Valerio Ciriello ist zu Gast am Ethik-Talk in der Stadt St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Vor dem Noviziat war ich extrem nervös, und ich danke dem lieben Gott, dass ich zu dieser Zeit nicht gekniffen habe." Valerio Ciriello

Ein Bibelvers - 2. Korinther 4,17+18

"Die Not, die wir gegenwärtig leiden, wiegt leicht. Denn sie bringt uns eine Fülle an Herrlichkeit, die jedes Mass übersteigt und kein Ende hat. Wir dürfen unseren Blick allerdings nicht auf das Sichtbare richten, sondern auf das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare dagegen ist unvergänglich."

Eine Anregung

Können wir noch Hoffnung haben auf eine gute Welt? Wie gehen wir mit Frust und Ängsten um? Was können wir gemeinsam tun, damit es wieder einen Schimmer Hoffnung gibt?

Auf diese und weitere Fragen wird der Referent und Jesuit Valerio Ciriello einen Tag nach Aschermittwoch am Ethik-Talk versuchen, Antworten zu finden. Der Anlass wird gemeinsam von der Christlichen Sozialbewegung KAB SG und der Ökumenischen Kommission GFS der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen beider Appenzell und St. Gallen durchgeführt. Dabei sein kann man am Donnerstag, 15. Februar 2024 um 19.30 Uhr im Festsaal St. Katharinen, an der Katharinengasse 11 in der Stadt St. Gallen.

Valerio Ciriello ist Sohn italienischer Einwanderer, und wurde 1975 im aargauischen Baden geboren. 1990 kehrte die Familie in ihre Heimatstadt nach Kampanien zurück. Das Erasmus-Studium an der Uni Zürich führte ihn erneut in die Schweiz. Dem Lizenziat in Rechtswissenschaften in Neapel folgten Studien und Abschlüsse in den USA. Beruflich war Valerio Ciriello vielseitig unterwegs, unter anderem – vor dem Eintritt in den Jesuitenorden – sieben Jahre für die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA. Nach Noviziat und Ablegung der Gelübde studierte er Philosophie und Theologie am Centre Sèvres in Paris. Zurück in der Schweiz übernahm er Verantwortung für die Hochschulseelsorge in Luzern und ab Sommer 2023 in Zürich. Weiter engagiert er sich für die sozial-ökologische Transformation im Rahmen des Lassalle-Instituts.

Der Anlass ist öffentlich. Alle sind herzlich dazu eingeladen. Der Abend klingt bei einem Umtrunk mit "Wein & Brot" aus. Die freiwillige Kollekte ist für das Solidaritätshaus St. Gallen bestimmt.

Hier gibt es den Flyer zum Anlass.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen