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Sonntag, 22. September 2024

Christus-Frieden

Ein Zitat

Der Friedenspfahl vor der Methodistenkirche in St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Friede ernährt, Unfriede verzehrt." Deutsches Sprichwort

Ein Bibelvers - Johannes 14,27

"Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen."

Eine Anregung

Es ist einer von 250'000 Friedenspfählen. Er steht vor der Methodistenkirche in St. Gallen. Heute werden wir ihn mit einem Gottesdienst einweihen. "Möge Friede auf Erden sein", das ist gerade in der heutigen Zeit unser Gebet. Denn wenn es eines gibt, das Mensch ohne Gott nicht erreichen können, dann ist es der Friede.

"Möge Friede auf Erden sein"

Gottesdienst zur Einweihung des Friedenspfahls: Sonntag, 22. September 2024, 10.15 Uhr, Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstrasse 6, 9000 St. Gallen

Die Predigt wird auch ca. ab 10.30 Uhr per YouTube ausgestrahlt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 20. September 2024

Friede, wo bleibst du?

Ein Zitat

Ein Rüstungsbetrieb aus dem Thurgau wirbt an der Berufsmesse um neue Mitarbeitende.
Foto © Jörg Niederer
"Der Friede Gottes will in dir beginnen, du brauchst nicht lange, bis du es entdeckst: was Gott in dich hineinlegt, bleibt nicht innen – Friede, der nach außen wächst. Friede, Friede, Friede sei mit dir." Ausschnitt aus einem Lied von Manfred Siebald

Ein Bibelvers - Johannes 14,27

Jesus: "Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen."

Eine Anregung

Als ich gestern in Weinfelden aus dem Zug stieg, stach mir gleich einmal ein Militärfahrzeug ins Auge, das dort im Rahmen einer Ausstellung zu sehen war. Die Ausstellung entpuppte sich in der Folge als Berufsmesse Thurgau. Damit hatte ich nicht gerechnet, dass an einer Messe, die sich an Jugendliche wendet, sich das Militär und die Rüstungsindustrie breit machen. Doch es ist schon folgerichtig, dass sich den jungen Berufsinteressierten auch General Dynamics mit seinen auf Thurgauer Seite des Bodensees produzierten Kriegsgeräten präsentiert. Der Bodensee ist ein Hotspot der Rüstungsindustrie. Gerade in diesen Zeiten hat sie wieder Hochkonjunktur. So will der Nationalrat 4 Milliarden Franken mehr für die Armee freimachen. Gespart werden soll unter anderem bei der Entwicklungshilfe. Die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz müsse angesichts des nahen Kriegsgeschehens wieder hergestellt werden.

Morgen Samstag wird nebst dem Welt-Alzheimertag auch der Welt-Friedenstag der Vereinten Nationen begangen. Das ist die Gelegenheit, am kommenden Sonntag für den Frieden in der Welt zu beten. Dann werden wir in der EMK St. Gallen den Friedenspfahl (siehe Beiträge vom 18. Februar 2024, 24.Februar 2023 und 4. Mai 2022), der schon einige Wochen die Menschen beim Eintritt in die Kirche mit den Worten "Möge Friede auf Erden sein" begrüsst, mit einer gottesdienstlichen Feier einweihen. Es wird eine bescheidene Feier sein, nichts pompöses, brachiales, kein gepanzertes Fahrzeug. Was wir der ganzen Gewalt entgegenstellen können, ist dieser einfache Pfahl, der die Sehnsucht nach Frieden ausdrückt, einfordert und zuspricht. 

"Möge Friede auf Erden sein"!

Gottesdienst zur Einweihung des Friedenspfahls: Sonntag, 22. September 2024, 10.15 Uhr, Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstrasse 6, 9000 St. Gallen

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 18. Februar 2024

Ein Friedenspfahl in St. Gallen

Ein Zitat

Seit dieser Woche steht ein Friedenspfahl vor der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Der Geist der Liebe und gelungene Kunst zeichnet dieselbe Schönheit aus." Masahisa Goi

Ein Bibelvers - Jesaja 52,7

"Wie schön! Der Freudenbote kommt über die Berge gelaufen! Er bringt eine gute Nachricht und verkündet Frieden und Rettung. Er ruft Zion zu: 'Dein Gott herrscht als König.'"

Eine Anregung

Wenn heute Sonntag Menschen den Gottesdienst in der Methodistenkirche St. Gallen besuchen, werden sie am Friedenspfahl vorbei zur Kirchtüre gehen. Von Friedenspfählen habe ich schon einmal in diesem Blog geschrieben. Es gibt weltweit mehr als 250'000 davon. "Erfunden" wurden sie vom japanischen Dichter und Philosophen Masahisa Goi (1916-1980). Er wollte, dass unter diesem einfachen Friedensgebet, dem "kleinsten gemeinsamen Nenner", die Menschheit zusammenfindet.

Gerade hat das St. Galler Tagblatt über den mit 10 Friedenspfählen gesäumten Friedensweg berichtet, der von Degersheim nach Magdenau führt. Dazu gibt es auch einen kleinen Leitfaden, der als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.

Auf dem Friedenspfahl vor der Methodistenkirche St. Gallen steht die Bitte: "Möge Frieden auf Erden sein" in italienischer, englischer, deutscher und ukrainischer Sprache. An diesem Ort treffen sich denn auch nebst der deutschsprachigen eine ukrainische Gemeinde. Der deutschsprachige Gottesdienst findet um 10.15 Uhr statt an der Kapellenstrasse 6, der ukrainische Gottesdienst um 15.00 Uhr. An diesem Sonntag werden die Predigten durch Pfarrer Jörg Niederer ausgerichtet.

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 24. Februar 2023

Ein Jahr des verpassten Friedens

Ein Zitat

Friedenspfahl vor dem einstigen Kloster Allerheiligen in Schaffhausen.
Foto © Jörg Niederer
"Wir bitten dich für die Feinde des Friedens und für diejenigen, die den Unschuldigen Schaden zufügen wollen: Wende die Herzen aller der Güte und Freundschaft zu." Aus der Friedensliturgie zum Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine.

Ein Bibelvers - Jesaja 57,19-21

"Als Schöpfer sorge ich dafür, dass die Trauernden Loblieder auf den Lippen haben. Frieden, Frieden den Fernen und den Nahen. Ich will sie heilen, sagt der Herr. Aber die Frevler sind wie das aufgepeitschte Meer. Es kommt nie zur Ruhe, sein Wasser wühlt Schlamm und Dreck auf. Für die Frevler gibt es keinen Frieden! Das sagt mein Gott."

Eine Anregung

Heute jährt sich der Krieg russischer Streitkräfte gegen die Ukraine. Noch ist weit und breit kein Ende des Tötens abzusehen. Die Sehnsucht nach Frieden ist gross im überfallenen Land, genauso wie an jedem Ort, an dem die Waffen sprechen.

Unlängst kam ich an einem weiteren Friedenspfahl vorbei, nachdem ich diesen Stelen ein erstes Mal in Ascona auf dem Monte Verità begegnet war. Der fotografierte Pfahl steht in Schaffhausen vor dem ehemaligen Kloster Allerheiligen.

Die Kirchen der Schweiz rufen heute auf zu einem nationalen Gebet für den Frieden um 16.00 Uhr im Berner Münster.

Wer nicht so weit reisen möchte, ist etwa in St. Gallen zu folgenden beiden Anlässen eingeladen: Gemeinsam beten Gläubige heute Mittag um fünf nach Zwölf in der Stadtkirche St. Laurenzen für den Frieden. Abends um 18.15 Uhr predigt der ukrainische Bischof Bohdan Dzyurakh im Gottesdienst in der Kathedrale.

In Weinfelden findet das ökumenische Friedensgebet um 18.00 Uhr auf dem Pestalozzi-Schulhausplatz statt.

"Möge Frieden auf Erden sein" steht auf dem Friedenpfahl in Schaffhausen. Möge auch bald Frieden in der Ukraine und in allen anderen Krisenregionen sein.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Mittwoch, 4. Mai 2022

Der Friedenspfahl auf dem Berg der Wahrheit

Ein Zitat

Friedenspfahl auf dem Monte Verità bei Ascona
Foto © Jörg Niederer
"Grossi Chraft vom Friede, du allei bisch üsers Ziel. Loss Liebi wachse und Friede entstoh. Mir, mir oh mir." Friedenslied der Gemeinschaft Herzfeld Sennrüti. "Mir" ist Russisch und bedeutet "Frieden".

Ein Bibelvers - Lukas 24,35

"Während sie [die Jünger] noch redeten, stand der Herr plötzlich mitten unter ihnen. Er sagte: 'Friede sei mit euch!'"


Ein Anregung

Berg der Wahrheit: Was auf dem Monte Verità geschehen sei, könne man am besten als "privat-besitzfreie urchristlich-kommunistische Gemeinde" umschreiben. So steht es auf der Webseite dieses Sehnsuchtsorts so vieler berühmter Menschen. Sie verbrachten einen Teil ihres Lebens auf dem unscheinbaren Hügel und bauten an einem neuen Gesellschaftsmodell. Erich Mühsam erklärt Ascona zur "Republik der Heimatlosen". Otto Gross plant dort eine "Hochschule zur Befreiung der Menschheit". Namen wie Raphael Friedeberg, Fürst Peter Kropotkin, August Bebel, natürlich Hermann Hesse - wie könnte es anders sein, Else Lasker-Schuler, D.H. Lawrence, Isadora Duncan, Hans Arp, Arthur Segal und viele weiter mehr sind untrennbar verbunden mit dem Monte Verità und Ascona. Entsprechend sind es heute die Bildungseliten, die zu diesem Berg pilgern. Menschen, denen man ansieht, dass sie das "Glasperlenspiel" gelesen haben oder gar "Das Kapital" von Marx. Mit ihren gelangweilten Teenagern ziehen sie durch die Historie und den Teegarten.

Dort auf dem kleinen Berg bei Ascona finden sich Namen wie Parsifalwiese, Walkürefelsen und Harrassprung. Und dort findet sich auch einer von 250'000 Friedenspfählen, die weltweit schon aufgestellt wurden. "Che la pace regni sulla terra" steht in noch drei weiteren Sprachen auf den vier Seiten des einfachen weissen Balkens. "Möge Frieden auf Erden sein", oder auch: "Mer wünschet Friede of Erde".

Von den Friedenspfählen in der Schweiz wird derjenige auf dem Monte Verità immer als erster genannt. "Erfunden" wurden sie vom japanischen Dichter und Philosophen Masahisa Goi (1916-1980). Er wollte, dass sich unter diesem einfachen Friedensgebet, dem "kleinsten gemeinsamen Nenner", die Menschheit zusammenfindet. 

Friedenspfähle gibt es an bedeutenden und weniger bedeutenden Plätzen der Welt, so in Hiroshima, bei den Vereinten Nationen in New York, bei der Internationale Atomenergiebehörde in Wien, beim Friedenspalast in Den Haag, beim Mauerpark in Berlin, am See Genezareth in Israel, in der Inkazuflucht Machu Picchu in Peru, vor der Weltbank in Washington und im Gorki-Park in Moskau. Im Kanton St. Gallen stehen zehn dieser aus Lindenholz von der Gemeinschaft Herzfeld Sennrüti gefertigten Friedenspfähle in Degersheim auf dem Friedensweg, der von der katholischen Kirche zu ihrem 250-jährigen Bestehen initiiert wurde.

"Möge Friede auf Erden sein", ein Gebet, das nie dringender war als heute.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde