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Samstag, 12. Juli 2025

Die neuen Sozialen Grundsätze sind da

Ein Zitat

Im Jahr 2009 stand diese Skulptur sich liebender Weinbergschnecken beim Kloster Gnadenthal.
Foto © Jörg Niederer
"Make love, not war" (Deutsch: "Macht Liebe, nicht Krieg") Antikriegsslogan aus dem Jahr 1967

Ein Bibelvers - Jakobus 3,17

"Anders aber ist die Weisheit, die von Gott kommt: Sie ist zuerst einmal rein. Dann ist sie friedlich, gütig und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist auch voller Barmherzigkeit und bringt gute Früchte hervor. Und sie ist unparteiisch und aufrichtig."

Eine Anregung

Nun sind die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche in der aktuellsten Version von 2024 auch Online verfügbar. Dies gilt sowohl in deutscher wie auch englischer Sprache.

Die Sozialen Grundsätze sind Teil der Kirchenordnung der weltweiten United Methodist Church. Mit der seit der Generalkonferenz 2024 gültigen Version liegt ein vollständig neuer Text vor, der über mehrere Jahre und durch Mitsprache von Menschen aus allen Weltgegenden entstanden ist.

Die Sozialen Grundsätze wollen Anregungen geben für ein christlich verantwortetes Leben. Sie sind in diesem Sinn nicht Gesetz, sondern Ausdruck der kirchlichen Verantwortungen gegenüber der Schöpfung, der Wirtschaft, dem Zusammenleben und der Politik. Dabei fällt den Grund- und Menschenrechten eine hohe Aufmerksamkeit zu. 

Gegenüber früheren Versionen achten diese Sozialen Grundsätze stärker auf eine globale Sichtweise, sind knapper formuliert und besser christlich-theologisch begründet.

Die deutschsprachige Version liegt auch als Heft 49 in der Reihe "EmK-Forum" vor. Es kann bezogen werden bei der Blessings 4 you GmbH, Postfach 311141, DE-70471 Stuttgart. Diese Fassung der Zentralkonferenz Deutschland ist meines Wissens weitgehend identisch mit der in der Schweiz und Österreich gültigen Version.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 31. Mai 2025

Streit

Ein Zitat

Eine Mittelmeermöwe vertreibt einen Mäusebussard aus dem Umfeld ihres Nests.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte." Sprichwort

Ein Bibelvers - Sprüche 26,21

"Kohlen schüren die Glut, Holz entfacht das Feuer und Streitsucht heizt den Streit an."

Eine Anregung

Meist sind es ja Rabenkrähen, die hinter den Greifvögeln herhassen, wenn diese in ihr Revier eindringen. Am Flachsee beobachtete ich diese Verfolgungsjagd zwischen einer Mittelmeermöwe und einem Mäusebussard. Streit hat immer eine Ursache. In diesem Fall verteidigte die Mittelmeermöwe wohl ihr Nest. Dabei ist die Mittelmeermöwe selbst eine Räuberin, und greift sich schon mal die frisch geschlüpften Jungen aus den Nestern anderer Vögel.

Entweder hatte der Mäusebussard bei früheren Luftkämpfen schon die eine oder andere Feder verloren, oder er befand sich in der Mauser, erneuerte also schrittweise sein Gefieder. Seine Flugfähigkeit ist damit nicht eingeschränkt.

Für mich sind diese Luftkämpfe spannende und unterhaltsame Momente. Für die Vögel ist das aber Arbeit und bitterer Ernst.

Ich bleibe gerne in der Beobachterrolle und überlasse den Streit den andern. Streit belastet mich. Wenn ich ihn vermeiden kann, tue ich es. Wenn es aber unumgänglich ist, dann bin ich auch bereit dazu. Was unumgänglich ist, ist von Person zu Person verschieden. Die einen haben eine kurze Zündschnur, andere bringt man kaum aus der Ruhe. Ich befinde mich so irgendwo zwischen diesen Extremen. Wo ordnest du dich ein?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 8. Mai 2025

Waffenschweigen

Ein Zitat

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin setzt mit ihrer Turmruine ein ein beeindruckendes Zeichen gegen den Krieg.
Foto © Jörg Niederer
"Friede, Friede, Friede sei mit dir. Nicht jenes Warten wenn die Waffen schweigen, wenn sich noch Furcht mit Hass die Waage hält, wenn sich Verlierer vor den Siegern beugen, nicht der Friede dieser Welt." Manfred Siebald

Ein Bibelvers - Jesaja 32,17+18

"Die Gerechtigkeit sorgt für Frieden, sie bringt Ruhe und Sicherheit für alle Zeiten. Dann wohnt mein Volk an einem Ort des Friedens, es lebt in Sicherheit und sorgloser Ruhe."

Eine Anregung

Es war der 8. Mai vor 80 Jahren, als Deutschland bedingungslos kapitulierte. Doch der 2. Weltkrieg war damit noch nicht zu Ende. Es dauerte in einigen Weltteilen noch weitere Wochen und Monate, bis am 2. September 1945 die Waffen überall schwiegen.

Wobei: Wann sind schon auf der ganzen Welt die Waffen verstummt? Seit dem Ende des 2. Weltkriegs haben unzählige Stellvertreterkriege getobt, und gerade jetzt sind weitere aktuelle Kriege im Bewusstsein der Welt. Am Schlimmsten ist es wohl gerade im Sudan. Uns näher sind die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. in der Demokratischen Republik Kongo sind auch Methodist:innen von den Kämpfen um Macht und Rohstoffe betroffen. Und dann wäre da noch der Zollkrieg, der das gegenwärtige Gefüge der Welt untergräbt. Ein weiterer Krieg, an dem wir im Westen mitwirken, findet gegen flüchtende Menschen statt. Längst schon geht es darum, möglichst zu verhindern, dass die Not der andern uns im wohlhabenden und nun schon 80 Jahre lang sicheren Westen zu nahe kommt.

Der 2. Weltkrieg ist zu Ende. Dafür können wir dankbar sein. Aber Frieden ist noch immer in weiter Ferne. Wie sehr sehnen sich doch viele Menschen danach. Beten wir fürs Waffenschweigen. Beten wir, dass Frieden werde.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 6. Mai 2025

Rapsfeld und Krieg

Ein Zitat

Ein Rapsfeld unter blauem Himmel beim Nussbaumersee steht in voller Blüte.
Foto © Jörg Niederer
"Selten ist in Europa überall Frieden, und nie geht der Krieg in den anderen Weltteilen aus." Carl von Clausewitz (1780-1831)

Ein Bibelvers - 2. Petrus 1,2

"Ich wünsche euch Gnade und Frieden in immer größerem Mass. Sie werden euch zuteil durch die Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus."

Eine Anregung

Früher dachte ich mir nicht viel, wenn ich ein blühendes Rapsfeld unter blauem Himmel betrachtete. Heute kommt mir unweigerlich die Ukraine in den Sinn, und damit der Krieg, die Angst der Menschen in den Städten und an den Frontlinien. Ich denke an Schmerzen und Tod, an Gewalt und Zerstörung. Ich sehe vor dem inneren Auge Menschen, die dieses Elende verursacht haben, und deren Namen ich nicht nennen will; aber auch Freunde und Bekannte auf der Flucht und im Exil.

Wann wohl werde ich bei dieser Orgie in Gelb und Blau wieder unbeschwert dankbar sein können?

Beten wir für Frieden auf der ganzen Welt! Suchen wir den Frieden, wo immer er sich finden lässt!

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 24. Februar 2025

Streit vom Zaun brechen

Ein Zitat

Eine Holzzaunlatte mit Neuschneehaube.
Foto © Jörg Niederer
"Baue einen Zaun um die Thora. Unterscheide zwischen zeitbedingter und zeitloser Wahrheit; wage es, die eine zu verändern und die andere zu bewahren." Talmud

Ein Bibelvers - Lukas 14,23

"Da sagte der Herr zu ihm: 'Geh hinaus aus der Stadt auf die Landstraßen und an die Zäune. Dränge die Leute dort herzukommen, damit mein Haus voll wird!'"

Eine Anregung

Wenn jemand einen Streit vom Zaun bricht, dann geht es aus heiterem Himmel und ohne grosse Vorbereitungsphase los mit der Auseinandersetzung.

Ursprünglich jedoch wurde die Redensart neutral verwendet. "Etwas vom Zaun brechen" besagte, dass etwas leicht verfügbar sei, so wie die Latten an den Zäunen. Doch bereits Martin Luther verwendete die Aussage vom Streit, der vom Zaun gebrochen wird, in seinen Schriften.

Vermutlich eigneten sich Zaunlatten ausgezeichnet, um aufeinander einzuschlagen. Ähnlich, wie wenn heute Pflastersteine oder Glasflaschen als Wurfgeschosse dienen, waren Zaunlatten überall verfügbar.

Beim Gartenzaun speziell ist, dass aus einer Schutzvorrichtung ein schlagendes Argument werden kann. Wie leicht wird etwas Gutes missbraucht. Wie schnell verwandelt sich der Frieden in Krieg, die Eintracht in Zwietracht, die Liebe in Hass.

Wie wäre es, wenn wir heute und in den folgenden Tagen und Wochen statt Streit vom Zaun zu brechen dem Frieden einen Schutzzaun bauen? Ich meine keine undurchdringbare, intransparente Grenze, sondern ein luftiger, mit Durchlässen versehener, raumgestaltender Gartenzaun, über den die Kinder klettern und die Erwachsenen einander die Hand reichen können.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 16. Januar 2025

Die Ukraine, in ihrer ganzen Schönheit

Ein Zitat

Eine deutsche Dogge vergnügt sich in einem Kornfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben." Zitat von Primo Levi (1919-1986) aus dem Jahr 1986 über den Holocaust

Ein Bibelvers - Jesaja 17,9

"Zu der Zeit sind Israels befestigte Städte verlassen. Es geht ihnen wie den Städten der Hiwiter und Amoriter, die diese einst den Israeliten hinterließen. Es entsteht eine menschenleere Wüste."

Eine Anregung

Ich war noch nie in der Ukraine und habe die unglaublich weitläufige Landschaft mit den Getreidefeldern bis zum Horizont noch nie selbst erlebt. So behelfe ich mir für diesen Beitrag mit einem Foto einer Deutschen Dogge in einem Thurgauer Getreidefeld.

Die ukrainische Landschaft ist mir durch die Beschreibungen von Primo Levi so vertraut, als wäre ich dort gewesen. In seinem Buch "Die Atempause" beschreibt er eindrücklich seine Befreiung aus dem Konzentrationslager Auschwitz, und wie er gemeinsam mit einigen anderen dem Tode Entronnenen die 4 monatigen Heimreise via Polen, die Ukraine, Rumänien und Ungarn zurück nach Italien erlebte. Es sei eine der glücklichsten Zeiten seines Lebens gewesen, als er durch diese weite Kornkammer Europas reiste.

Daran wurde ich erinnert, als ich den Kurzfilm "1 million bombs before" von Vlad Vasylkevych gesehen habe. Er gewann mit dem Film die Drone Photo Awards 2024. Darin wird die Ukraine in ihrer ganzen Vielfalt aus der Vogelperspektive gezeigt, so wie sie war, bevor der Krieg mit Bomben und Tod weite Teile des Landes ruinierte.

Der Frieden, den Primo Levi auf seiner Reise zurück ins Leben in der Ukraine erlebte, ist Vergangenheit. Die Gegenwart ist eine andere, eine, in der viele Ukrainer:innen die weiten Kornfelder hinter sich lassen müssen und auf eine Odyssee aus der Kriegsgefahr aufgebrochen sind.

Ich schaue mir den Kurzfilm an, ein Ausschnitt aus dem gesamten Film, in dem sich alles rückwärts bewegt, zurück in eine Zeit, als noch nicht Millionen von Bomben tiefe Narben in der Landschaft und Seele der Menschen hinterlassen haben. Ich nehme mir die Bilder zum Anlass, für die Menschen in der Ukraine zu beten, auch für die Methodist:innen dort, für den Distriktsvorsteher Oleg Starodubets mit seiner Familie, für die Familien der Kriegsopfer, für die Geflüchteten, für den Frieden und dass die Hoffnung und Schönheit nicht stirbt in der hart geprüften Ukraine. Möge bald die Zeit kommen, in der sich das Leben in der Ukraine wieder zum Guten wendet.

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 12. Januar 2025

Umarmung

Ein Zitat

Bäume in trauter Zweisamkeit in der Nähe von Oberwinterthur.
Foto © Jörg Niederer
"Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig." Nepalesisches Sprichwort

Ein Bibelvers - Prediger 3,1+5

"Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit: ... Eine Zeit, sich zu umarmen, und eine Zeit, sich zu trennen."

Eine Anregung

Zwei Bäume schmiegen sich aneinander und scheinen sich dabei zu umarmen. Das ist bemerkenswert, gibt es doch auch bei Bäumen so etwas wie ein Anstandsabstand, der bis in die Baumkronen reicht. Doch diese zwei Bäume, so verschieden sie sind, mögen sich.

Ich wünsche dir heute, dass du genauso auf deine Kosten kommst bei den Umarmungen, und dass du Menschen an der Seite hast, an die du dich vertrauensvoll anlehnen kannst. 

Vielleicht hat deine heutige Umarmung auch etwas zu tun mit Worten der Bibel, oder mit Begegnungen in der Kirche. Von Gott heisst es ja in Psalm 27,5: "Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 1. Januar 2025

Vertrauensvolle Ruhe

Ein Zitat

Ein Grünfink hat sich zum Schlafen ins Efeu gesetzt.
Foto © Jörg Niederer
"Wer spät zu Bett geht und früh heraus muss, weiß, woher das Wort Morgengrauen kommt." Robert Lembke (1913-1989)

Ein Bibelvers - Psalm 62,6+7

"Bei Gott schweigt meine Seele still. Von ihm kommt die Hilfe, die ich nötig habe! Nur er ist mein Fels und meine Rettung – eine feste Burg, sodass ich nicht wanke."

Eine Anregung

Nein, mit dem kleinen schlafenden Grünfink will ich nicht sagen, dass man das nun anbrechende Jahr verschlafen soll. Es ist ganz anders. 

Als ich das Vögelchen fotografierte, stand ich nur etwa 1,5 Meter von ihm entfernt. Ein vorsichtiger Schritt, und ich hätte es ohne Anstrengung ergreifen können. Mitten am Tag schlief es seelenruhig, als könne ihm nichts geschehen, während ich dastand und staunte. Zwei, dreimal öffnete der Grünfink kurz die Augen, schaute mich an, und schlief weiter.

Dieses Vertrauen rührt mich sehr. So vertrauensvoll möchte ich ins neue Jahr gehen. Ob es wohl gelingt? Vielleicht helfen dazu die diesem Text vorangestellten Psalmworte.

Vertrauensvolle Ruhe, das wünsche ich euch und mir für das Jahr 2025.

Herzlich, Jörg Niederer

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 30. Dezember 2024

Das andere schwarze Schaf

Ein Zitat

Ein Graureiher geht unter den Allmendschafen in Frauenfeld auf Nahrungssuche.
Foto © Jörg Niederer
"Eine Reise wird besser in Freunden als in Meilen gemessen." Tim Cahill (*1979), Australischer Fussballspieler

Ein Bibelvers - 1. Mose 14,18+19

"Auch Melchisedek, der König von Salem, kam dorthin und brachte Brot und Wein. Er war Priester des Höchsten Gottes. Er segnete Abram und sagte: 'Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat!'"

Eine Anregung

Was ist schon ein schwarzes unter weissen Schafen. Beide sind ja immer noch Schafe, und sie verstehen sich blendend, da sie sich keinen Deut um die Wollfarbe scheren.

Eine deutlich grössere Herausforderung ist es, als schräger Vogel unter den Schafen auszuhalten. Dem Graureiher jedenfalls und den vielen Vierbeinern gelingt die tierische Völkerverständigung ausgezeichnet. Immer wenn ihm ein Schaf, neugierig, was das für ein seltsames Lebewesen ist, zu nahe kommt, weicht der Graureiher gerade so viel zurück, wie unbedingt nötig. Und so kuscheln Schaf und Vogel zwar nicht, aber bleiben sich dennoch nahe. Auch schon habe ich Graureiher unter Rindern beobachtet. Da war das Verhältnis etwas komplizierter, wollten doch einige der Rinder mit dem Vogel spielen, was diesem dann aber doch nicht so ganz behagte.

Nun, mir gefällt dieses friedliche Zusammenleben der zweierlei Tieren. Genau das wünschte ich mir auch immer wieder zwischen Ansässigen und Fremden, zwischen Menschen und Menschen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 23. Dezember 2024

Licht und tiefste Dunkelheit

Ein Zitat

Die Lichter an einem Stand des Weihnachtsmarkts am HB Zürich leuchten in der Dunkelheit.
Foto © Jörg Niederer
"Wir sind gemeinsam hier, um uns gegenseitig Halt zu geben und auszuhalten, was nicht zu begreifen ist. Gemeinsam sind wir hier, um Hass und Gewalt nicht das letzte Wort zu lassen." Bischof Gerhard Feige am Trauergottesdienst nach dem Attentat in Magdeburg

Ein Bibelvers - Sprüche 3,29

"Plane nichts Böses gegen deinen Nächsten! Er wohnt doch friedlich in deiner Nachbarschaft."

Eine Anregung

Am Weihnachtsmarkt in der grossen Halle am Hauptbahnhof Zürich geht alles seinen gewohnten Gang. Die Stände bieten ihre Leckereien und Waren an, die Leute schlendern und trinken und essen und kaufen. Vor dem Lindt-Weihnachtsbaum lassen sich Posierende in einer Schlittenattrappe ablichten, dieweil im Hintergrund eine Lichterprojektion den Bahnhof mit immer wieder anderen Bilder bereichert.

In Magdeburg ist fertig Weihnachtsmarkt. Die Lichter sind aus. Nach dem schrecklichen Attentat sind fünf Menschen tot und 200 Verletzte zu beklagen. Zurück bleibt Entsetzen und Trauer.

Eigentlich wollte ich heute ja etwas lustiges vom Christkindlmarkt in Strasbourg zeigen, doch nun denke ich nur noch an die dortigen Strassenkontrollen und an die bewaffnete Militärpolizei mit ihren halbautomatischen Waffen, die wieder zwischen den Besuchenden patrouilliert, genauso, wie acht Jahre zuvor schon, als ich in Strasbourg beim Dom dem Treiben zuschaute.

Vielleicht ist Weihnachten so. Ein Fest der Freude, bei dem sich tägliche und ausserordentliche Gewalt besonders kontrastreich abzeichnet.

Hier soll abschliessend ein Gebet stehen der Bischöfin Beate Hofmann von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck:

"Wir rufen zu Gott: Du Gott des Friedens und der Liebe, / fassungslos stehen wir vor dem Angriff in Magdeburg.

Stärke und heile, die an Leib und Seele verletzt wurden. / Tröste die, die Angehörige verloren haben.

Gib uns Besonnenheit, die Tat nicht vorschnell zu beurteilen. / Hilf uns, trotz dieses Schreckens auf Weihnachten zuzugehen.

Erinnere uns, warum Jesus in diese Welt kam: / Licht durchbricht die Finsternis.

Gerechtigkeit und Friede erweisen sich stärker als Hass und Gewalt. / Komm zu uns, Gott, wir sehnen uns nach Deinem Frieden.

Amen."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen 

Sonntag, 22. September 2024

Christus-Frieden

Ein Zitat

Der Friedenspfahl vor der Methodistenkirche in St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Friede ernährt, Unfriede verzehrt." Deutsches Sprichwort

Ein Bibelvers - Johannes 14,27

"Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen."

Eine Anregung

Es ist einer von 250'000 Friedenspfählen. Er steht vor der Methodistenkirche in St. Gallen. Heute werden wir ihn mit einem Gottesdienst einweihen. "Möge Friede auf Erden sein", das ist gerade in der heutigen Zeit unser Gebet. Denn wenn es eines gibt, das Mensch ohne Gott nicht erreichen können, dann ist es der Friede.

"Möge Friede auf Erden sein"

Gottesdienst zur Einweihung des Friedenspfahls: Sonntag, 22. September 2024, 10.15 Uhr, Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstrasse 6, 9000 St. Gallen

Die Predigt wird auch ca. ab 10.30 Uhr per YouTube ausgestrahlt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 21. September 2024

Manifesting

Ein Zitat

Verladene neue Militärfahrzeuge warten auf der Geleisanlage beim Bahnhof Wil auf die Weiterfahrt.
Foto © Jörg Niederer
"Ich manifestiere nicht. Vielleicht bin ich einfach zu faul für positive Gedanken. Auch lehrt mich die Erfahrung, dass meist das Gegenteil von dem geschieht, was man sich wünscht." Lukas Linder, aus: Dusjas Fleischklopse, bref 7/2024 S.17

Ein Bibelvers - Markus 11,22+23

"Jesus antwortete ihnen: Glaubt an Gott! Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: 'Auf, stürze dich ins Meer!', und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern fest daran glaubt, dass eintrifft, was er sagt – dann wird es für ihn geschehen."

Eine Anregung

Lukas Linder zitiert in einem Beitrag im "bref" aus einem Artikel von Thomas Ribi in der "NZZ". Darin geht es um ein neues Massenphänomen, um das "Manifesting". Lukas Linder schreibt: "Im Prinzip bedeutet es einfach, dass man etwas bekommt, wenn man stark genug daran glaubt. In den sozialen Netzwerken berichten unzählige Leute, wie sie endlich ihren Traumpartner, den perfekten Job oder ihr Idealgewicht gefunden haben. sie haben es manifestiert. Dabei geht es darum, sich den Wunsch so konkret wie nur möglich vorzustellen, bis man ihn vor sich zu sehen glaubt. Danach kommt die Affirmation. Man wiederholt seinen Wunsch... täglich Dutzende Male, um mit seinen positiven Gedanken das Universum gnädig zu stimmen." (Lukas Linder, aus: Dusjas Fleischklopse, bref 7/2024 S.17)

Für Linder bemerkenswert an dieser Modeerscheinung ist, dass wir es "...beim Manifesting mit einem Aberglauben zu tun haben, der ohne jede Transzendenz auskommt...", also ganz ohne Gott.

Manifesting: Wenn das nur so einfach wäre. Dann könnten alle Ukrainerinnen und Ukrainer gemeinsam den Frieden und die Rückgabe der von Russland gestohlenen Ländereien manifestieren, so lange, bis es eintrifft. Wobei sich wohl eine sehr grosse Mehrheit von Russinnen und Russen genau das Gegenteil durch positives Denken herbeiwünschen würde. Es liefe es auf einen Kampf der positiven Gedanken hinaus, und gewinnen würde das Land, in dem sich mehr Menschen lebhafter und echter das Kriegsziel gedanklich vergegenwärtigen würden. Wenigsten wäre diese Kriegsführung wohl weniger blutig und wenig zerstörerischer.

Wenn es nur so einfach wäre. Doch so einfach ist es nicht. Darum können wir durch Manifesting heute, am Welt-Friedenstag der UNO, den Frieden eben nicht herbeimanifestieren, so schön das auch wäre. Die Realität ist: Seit Kain Abel erschlug, gab es in der Geschichte der Menschheit noch nie den Bruchteil eines Augenblicks, an dem alle Menschen in Frieden zusammengelebt haben. Das liegt daran, dass wir Menschen von uns aus "Frieden nicht können", selbst wenn wir es uns noch so sehr vorstellen, noch so sehr manifestieren.

Wenn es eines gibt, das Mensch ohne Gott nicht erreichen können, dann ist es der Frieden. Krieg, das schafft der Mensch problemlos und ohne himmlische Unterstützung in gnadenloser Regelmässigkeit. Beim Frieden aber stehen wir seit Menschengedenken an. Wenn es also etwas gibt, das wir nur mit Gottes Eingreifen erreichen können, dann ist es Frieden. Auch deshalb werden wir morgen im Gottesdienst in der EMK St. Gallen um Frieden zu Gott beten und dabei den Friedenspfahl (siehe Beitrag vom gestern) beim Kircheneingang einweihen.

"Möge Friede auf Erden sein"


Gottesdienst zur Einweihung des Friedenspfahls: Sonntag, 22. September 2024, 10.15 Uhr, Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstrasse 6, 9000 St. Gallen

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 20. September 2024

Friede, wo bleibst du?

Ein Zitat

Ein Rüstungsbetrieb aus dem Thurgau wirbt an der Berufsmesse um neue Mitarbeitende.
Foto © Jörg Niederer
"Der Friede Gottes will in dir beginnen, du brauchst nicht lange, bis du es entdeckst: was Gott in dich hineinlegt, bleibt nicht innen – Friede, der nach außen wächst. Friede, Friede, Friede sei mit dir." Ausschnitt aus einem Lied von Manfred Siebald

Ein Bibelvers - Johannes 14,27

Jesus: "Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch nicht den Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und lasst euch nicht entmutigen."

Eine Anregung

Als ich gestern in Weinfelden aus dem Zug stieg, stach mir gleich einmal ein Militärfahrzeug ins Auge, das dort im Rahmen einer Ausstellung zu sehen war. Die Ausstellung entpuppte sich in der Folge als Berufsmesse Thurgau. Damit hatte ich nicht gerechnet, dass an einer Messe, die sich an Jugendliche wendet, sich das Militär und die Rüstungsindustrie breit machen. Doch es ist schon folgerichtig, dass sich den jungen Berufsinteressierten auch General Dynamics mit seinen auf Thurgauer Seite des Bodensees produzierten Kriegsgeräten präsentiert. Der Bodensee ist ein Hotspot der Rüstungsindustrie. Gerade in diesen Zeiten hat sie wieder Hochkonjunktur. So will der Nationalrat 4 Milliarden Franken mehr für die Armee freimachen. Gespart werden soll unter anderem bei der Entwicklungshilfe. Die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz müsse angesichts des nahen Kriegsgeschehens wieder hergestellt werden.

Morgen Samstag wird nebst dem Welt-Alzheimertag auch der Welt-Friedenstag der Vereinten Nationen begangen. Das ist die Gelegenheit, am kommenden Sonntag für den Frieden in der Welt zu beten. Dann werden wir in der EMK St. Gallen den Friedenspfahl (siehe Beiträge vom 18. Februar 2024, 24.Februar 2023 und 4. Mai 2022), der schon einige Wochen die Menschen beim Eintritt in die Kirche mit den Worten "Möge Friede auf Erden sein" begrüsst, mit einer gottesdienstlichen Feier einweihen. Es wird eine bescheidene Feier sein, nichts pompöses, brachiales, kein gepanzertes Fahrzeug. Was wir der ganzen Gewalt entgegenstellen können, ist dieser einfache Pfahl, der die Sehnsucht nach Frieden ausdrückt, einfordert und zuspricht. 

"Möge Friede auf Erden sein"!

Gottesdienst zur Einweihung des Friedenspfahls: Sonntag, 22. September 2024, 10.15 Uhr, Evangelisch-methodistische Kirche, Kapellenstrasse 6, 9000 St. Gallen

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 10. Juli 2024

Frieden statt Krieg

Ein Zitat

Werk "Farben des Friedens" von Sarath Maddumage.
Foto © Jörg Niederer
"Dir kann nicht genommen werden, was du in deinem Kopf hast." Singhalesisches Sprichwort

Ein Bibelvers - Judas 1,2

"Ich wünsche euch Barmherzigkeit, Frieden und Liebe in immer größerem Mass!"

Eine Anregung

Am 13. Juli 2024 um 16.00 Uhr findet die Finissage einer Bilderausstellung am Altweg 15 in Frauenfeld statt, die den Frieden thematisiert. Gezeigt und verkauft werden Werke von Sarath Maddumage, Gründer von "Hope Squad Sri Lanka". Die Ausstellung in den Räumlichkeiten der "Projekt Werkstatt" wird mitorganisiert von der "Amnesty International Gruppe Thurgau"

Die Werke haben autobiografischen Zusammenhang. Einige sind entstanden bei der Aufarbeitung der Flucht von Sarath Maddumage aus Sri Lanka. Aus politischen Gründen musste er 2009 das Land verlassen und konnte in der Schweiz dank guter Bildung eine neue Existenz aufbauen.

Über Hope Squad Sri Lanka kann man mehr aus einem Bericht in der Thurgauer Zeitung erfahren. Der Flyer zur Ausstellung kann hier heruntergeladen werden.

Gabriella Clerc, die Leiterin der Projekt Werkstatt kennt Sarath Maddumage als einen Mann des Ausgleichs. Er meide die extremen Positionen und suche den Frieden. Auch der christliche Glaube sei eine verbindende Kraft, die auf Hoffnung setze.

Der 13. Juli ist noch der einzige Tag, an dem man die Bilder besichtigen und mit Sarath Maddumage darüber ins Gespräch kommen kann.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 15. April 2024

Souvenir von Solferino

Ein Zitat

Anschrift in Solferino anlässlich des 110. Jahrestags der Genfer Konvention.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn das Leben des Einzelnen heilig ist, ist es auch das Leben der Nation. Wenn der vereinzelte Mord mit Recht vom Weltgewissen verdammt wird, um wieviel mehr müsste von ihm die macht- und verhängnisvolle Organisation des Totschlages, die der Krieg darstellt, verdammt sein." Henry Dunant (1828-1910)

Ein Bibelvers - Jakobus 4,1-3

"Woher kommen die Kämpfe unter euch und woher die Streitigkeiten? Kommen sie nicht aus euren Leidenschaften, die in eurem Innern miteinander streiten? Ihr verlangt alles und bekommt nichts. Ihr geht über Leichen, seid gierig vor Neid, doch ihr erreicht dadurch nichts. Ihr kämpft und führt Kriege. Aber ihr habt nichts, weil ihr Gott nicht bittet."

Eine Anregung

Henry Dunant, das Rote Kreuz und die Genfer Konvention kennt in der Schweiz jedes Kind. Die Versorgung der Verwundeten der Schlacht von Solferino vom 24. Juni 1859 durch die ansässige Bevölkerung wurde zum Beispiel für eine kleine Schrift "Un souvenir de Solferino", und im Gefolge zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes. 

In den Zusatzprotokollen und der Genfer Konvention sind die international geltenden Regeln festgehalten, wie Menschen, die nicht mehr oder nicht an Kriegen teilnehmen, behandelt werden sollen. Auch einschränkende Faktoren der Kriegsführung wurden darin für alle Völker verbindlich reglementiert.

Schaut man aber auf die heutige Kriegsführung, fällt auf, dass nach wie vor die Zivilbevölkerung überproportional Opfer von Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen wird. Krieg führt immer zu Menschenrechtsverletzungen.

In den neuen Sozialen Grundsätzen, die der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (sie beginnt am 23. April), zur Annahme vorgelegt werden, heisst es: "Im Einklang mit internationalen Gesetzen und Verordnungen protestieren wir nachdrücklich gegen den Einsatz von Folter, Sklaverei, Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschheit und Aggressionsverbrechen seitens irgendeiner Regierung, und verlangen, dass die strengsten internationalen Sanktionen in solchen Fällen auferlegt werden."

Weiter steht da: "Die Kirche beklagt den Krieg und alle anderen Formen gewalttätigen Konflikts und drängt auf eine friedliche Beilegung aller Streitigkeiten. Wir sehnen uns nach dem Tag, wann es keinen Krieg mehr geben wird und Menschen gemeinsam in Frieden und Gerechtigkeit leben werden.
Wir bestehen darauf, dass alle friedlichen und diplomatischen Lösungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, bevor es zu bewaffneten Konflikten kommt..."

Ob diese revidierten Sozialen Grundsätze an der Generalkonferenz angenommen werden, wird an der Kriegsführung und den zivilen Opfern leider nichts ändern. Aber es ist eine klare Botschaft an alle Kriegsparteien, dass unsere kirchliche Priorität der Frieden und die Linderung menschlichen Leids sind. Beten wir für Frieden an allen Orten. Suchen wir den Frieden, wo er zu finden ist. (Psalm 34,15)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 24. März 2024

Friedensprovokation

Ein Zitat

Eselin mit Folen auf einer Weide in Nordfrankreich.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis und tanzt." Martin Luther (1483-1546)

Ein Bibelvers - Lukas 19,29+30

"Kurz vor Betfage und Betanien kam Jesus zum Ölberg. Von dort schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte: 'Geht in das Dorf, das vor euch liegt. Wenn ihr hineinkommt, findet ihr einen jungen Esel angebunden. Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten. Bindet ihn los und bringt ihn her.'"

Eine Anregung

Ein Eselfohlen spielt eine nicht geringe Rolle an Palmsonntag. Auf so einem Tier ritt Jesus in einem inszenierten Triumphzug nach Jerusalem. So manches, was uns Lukas darüber berichtet, klingt nach Provokation. Eine Provokation des Friedens.

Heute Sonntag um 10.15 Uhr werde ich darüber eine Predigt in der Methodistenkirche St. Gallen halten. Für Kinder gibt es ein eigenes Programm. Alle sind herzlich willkommen an der Kapellenstrasse 6. 

Wer nicht vor Ort sein kann, kann via Youtube wenigstens reinhören und reinschauen. Ab 10.30 Uhr geht es in dieser Weise los.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 18. Februar 2024

Ein Friedenspfahl in St. Gallen

Ein Zitat

Seit dieser Woche steht ein Friedenspfahl vor der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Der Geist der Liebe und gelungene Kunst zeichnet dieselbe Schönheit aus." Masahisa Goi

Ein Bibelvers - Jesaja 52,7

"Wie schön! Der Freudenbote kommt über die Berge gelaufen! Er bringt eine gute Nachricht und verkündet Frieden und Rettung. Er ruft Zion zu: 'Dein Gott herrscht als König.'"

Eine Anregung

Wenn heute Sonntag Menschen den Gottesdienst in der Methodistenkirche St. Gallen besuchen, werden sie am Friedenspfahl vorbei zur Kirchtüre gehen. Von Friedenspfählen habe ich schon einmal in diesem Blog geschrieben. Es gibt weltweit mehr als 250'000 davon. "Erfunden" wurden sie vom japanischen Dichter und Philosophen Masahisa Goi (1916-1980). Er wollte, dass unter diesem einfachen Friedensgebet, dem "kleinsten gemeinsamen Nenner", die Menschheit zusammenfindet.

Gerade hat das St. Galler Tagblatt über den mit 10 Friedenspfählen gesäumten Friedensweg berichtet, der von Degersheim nach Magdenau führt. Dazu gibt es auch einen kleinen Leitfaden, der als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.

Auf dem Friedenspfahl vor der Methodistenkirche St. Gallen steht die Bitte: "Möge Frieden auf Erden sein" in italienischer, englischer, deutscher und ukrainischer Sprache. An diesem Ort treffen sich denn auch nebst der deutschsprachigen eine ukrainische Gemeinde. Der deutschsprachige Gottesdienst findet um 10.15 Uhr statt an der Kapellenstrasse 6, der ukrainische Gottesdienst um 15.00 Uhr. An diesem Sonntag werden die Predigten durch Pfarrer Jörg Niederer ausgerichtet.

 Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 4. Februar 2024

Ruhe

Ein Zitat

Am Mädlestenweiher bei Hettlingen.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn die Außenwelt zur Ruhe kommt, kann die Innenwelt ihre Stimme finden." Youri Keifens

Ein Bibelvers - 1. Mose 2,3

"Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag. Denn an diesem Tag ruhte Gott aus von all seinen Werken, die er geschaffen und gemacht hatte."

Eine Anregung

Erholsame Ruhe. Das wünsche ich mir für die Feiertage. Zur Ruhe kommen an einem Ort, der Ruhe ausstrahlt. So wie der Mädlestenweiher bei Hettlingen. Ein Silberreiher stakst im Schilf herum. Einige Stockenten schnattern leise vor sich hin, gründeln im seichten Wasser. Viel mehr Bewegung ist da nicht. Das helle Licht, Wärmetransport der Sonne. Im leicht gekräuselten Wasser spiegelt sich der Wald.

Aufatmen. Augenweiden. Zu Kräften kommen. Sonntagsemotionen. Möge die Welt heute Ruhe finden!

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 23. Dezember 2023

Weihnachten mit Bischof Stefan Zürcher

Ein Zitat

Fotomontage: Bischof Stefan Zürcher vor einem Glasfenster des Casinos in Lausanne.
Foto © Jörg Niederer
"War die Botschaft der Engel nicht 'Good News' sondern 'Fake News'?", fragt Bischof Stefan Zürcher in seiner aktuellen Weihnachtsbotschaft 2024

Ein Bibelvers - Lukas 2,13+14

"Plötzlich war der Engel umgeben vom ganzen himmlischen Heer der Engel. Die lobten Gott und riefen: 'Gottes Herrlichkeit erfüllt die Himmelshöhe! Sein Frieden kommt auf die Erde zu den Menschen, denen er sich in Liebe zuwendet!'"

Eine Anregung

Da ich ja angekündigt habe, bis Weihnachten Bilder von Glasfenstern zu zeigen, musste ich für heute zu einem Trick greifen. So habe ich den Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Stefan Zürcher, kurzerhand per Photoshop vor ein Glasfenster des Lausanner Casinos gestellt. Denn ich möchte euch mit diesem Beitrag herzlich einladen, die Video-Weihnachtsbotschaft von Bischof Stefan Zürcher anzuhören. Ich finde, es lohnt sich.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 17. Dezember 2023

Die Friedenskerze am Adventskranz

Ein Zitat

Weihnachtsschmuck in der Evangelischen Kirche von Bussnang.
Foto © Jörg Niederer
"Wir zünden Kerzen der Hoffnung, der Freude und der Liebe an, während wir uns auf das Anzünden der Christuskerze vorbereiten, die den Höhepunkt unserer jährlichen Reise bildet. Jedes Jahr zünden wir auch eine Kerze des Friedens an. Doch in diesem Jahr ist es viel schwieriger, diese Kerze anzuzünden." Bischof Thomas J. Bickerton

Ein Bibelvers - Kolosser 3,15

"Und der Friede, den Christus schenkt, lenke eure Herzen."

Eine Anregung

Für alle, welche sich am vergangenen Sonntag über den Beitrag zur zweiten Adventskerze geärgert haben, sei eine deutsch untertitelte Ansprache zu Advent und Weihnachten empfohlen von Bischof Thomas J. Bickerton. Er ist der Vorsitzende der Bischofskonferenz der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche. Sehenswert und feinfühlig nimmt er sich der Frage des Friedens an. Auch er entzündet vorerst die zweite Kerze nicht, die sogenannte Friedenkerze. Doch am Ende brennen dann nicht nur drei Kerzen, sondern gar fünf an seinem Adventskranz.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen