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Dienstag, 11. Juni 2024

Klatschmohn klatschen

Ein Zitat

Klatschmohnfeld beim Nussbaumersee.
Foto © Jörg Niederer
"Die einen klatschen im Takt, die andern aus Freude."

Ein Bibelvers - Jesaja 55,12

"Voll Freude werdet ihr aus Babylon fortziehen und wohlbehalten nach Hause gebracht werden. Berge und Hügel brechen in Jubel aus, wenn sie euch sehen. Die Bäume in der Steppe klatschen in die Hände."

Eine Anregung

Der Klatschmohn blüht auf Feldern oder als Begleitflora im Weizen. Schön sieht das aus, und ist für die Ernte auch kein Problem, da moderne Mähdrescher und die Mühlen die Fremdsamen sicher aussortieren können.

Heute habe ich gelesen, woher der Name Klatschmohn kommen soll. Wenn man die Blütenblätter vorsichtig zu einem kleinen Ballon formt und dann draufklatscht, entweicht die Luft mit einem lauten Ton. Das habe ich noch nie ausprobiert, werde es aber bei Gelegenheit überprüfen.

Für heute lade ich ein, in ein Lied hineinzuhören, das ohne Klatschen nicht funktioniert. Auch ohne Mohnballon kann ich so mit einem rhythmische Morgenklatschen in den Tag starten: "Es ist die Kraft des Herrn...Es ist die Kraft des Herrn...".

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 8. Juni 2024

Ein Morgen mit Gesängen

Ein Zitat

Ein Schilfrohrsänger singt am Rand des Nussbaumersees.
Foto © Jörg Niederer
"Ein Spaziergang am frühen Morgen ist ein Segen für den ganzen Tag." Henry David Thoreau (1817-1862)

Ein Bibelvers - 1. Chronik 23,30

"Sie sollen jeden Morgen und jeden Abend bereitstehen, um den Herrn zu loben und zu preisen."

Eine Anregung

Nein, ein Glanzstück der Tierfotografie ist das Bild nicht gerade. Aber nach Vergrösserung und weiteren Bearbeitungsschritten ist der Schilfrohrsänger doch deutlich erkennbar. Angetroffen haben wir den auffälligsten unter den Rohrsängern 200 Meter vom Ufer des Nussbaumersees entfernt in einem kleinen Schilfbestand. 

Gestern früh am Morgen durfte ich einen befreundeten Ornithologen beim Kartieren von Vögeln begleiten. Rund um den Nussbauersee hatten wir rund 250 Vogelsichtungen, die entsprechend erfasst auf einer Onlinekarte eingetragen wurden. Interessant waren die Kuckucke, von welchen mindestens ein halbes Duzend in beachtlicher Aufregung früh Morgens um den See herum einander Verfolgungsjagden lieferten. Auch hörten wir den an ein Bellen erinnernden Ruf der Zwergdommel.

Aber das Highlight war der Schilfrohrsänger. Dass er jetzt im Juni mit seinem Ruf ein Revier markiert, könnte Hinweis auf ein Brutpaar sein. Das wäre bemerkenswert, brütete doch im Jahr 2016 kein einziger Schilfrohrsänger mehr in der Schweiz. Sicher ist die Brut damit aber noch nicht. Dazu braucht es einen weiteren Nachweis ein, zwei Wochen später. Ich bin gespannt.

Ich habe es genossen, früh am Morgen an einem schönen Ort die Ohren zu spitzen. Das hatte etwas Meditatives. Ein Morgen mit Gesängen, inklusive Fuchsgebell, Rehsichtung und anregenden Gespräche.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen