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Mittwoch, 24. Juli 2024

Bär und Murmeltier

Ein Zitat

Ein junges Murmeltier wagt sich zwei Meter vor uns aus dem Bau.
Foto © Jörg Niederer
"Schlafen wie ein Murmeltier." Redensart

Ein Bibelvers - Psalm 104,18

"Im Hochgebirge hat der Steinbock sein Revier. Der Klippdachs versteckt sich in den Felsen."

Eine Anregung

Herzlichen Dank für all die lieben Wünsche zum 40. Hochzeitstag. Sabine und ich haben uns darüber sehr gefreut.

Unser besonderer Tag begann meteorologisch bewölkt und endete bei schönstem Sonnenschein. So hatten wir viel Zeit, den Morgen bei einem feinen Frühstück geruhsam anzugehen. Dann wanderten wir zur Mittelstation der Arosa-Weisshornbahn hoch, bewunderten die beiden Bären im Bärenland, wunderten uns über die Bären bewundernden Touristen, von denen einige sich doch sehr unpassend verhielten, ein bisschen so wie Zirkusbären (was die richtigen Bären im Bärenland ja einst wahren, bis sie in Arosa ihrer ursprünglichen Bestimmung wieder nahekommen durften), und machten uns dann per Bahn aufs Weisshorn davon. Dort eröffnete sich uns das Bergpanorama von Chur ganz unten bis zu Sandhubel, Schiesshorn, Aroser Rothorn und wie die Berge in Ocker und Grau alle heissen, ganz oben.

Der Abstieg zurück zur Mittelstation beschenkte uns mit einer reichhaltigen Bergblumenschale von kilometerweiter Ausdehnung. Und immer wieder grüssten die Bündner Alpengipfel. Einmal ging es gar drei Schritte über eines der letzten Schneefelder. In der Ferne wurde ein Greifvogel (ein Steinadler?) von einem kleineren Vogel aus dessen Revier vertrieben, die Bergpiper verritten uns, wo sie im Wiesenland ihre Brut versteckt hatten, und als Höhepunkt des Hochzeitstags machten uns Familie Murmeltier ihre Aufwartung. Ein Jungtier streckt unerschrocken gerade einmal zwei Meter von uns weg den Kopf aus dem Loch, begann dann sein Zuhause zu erkunden, besuchte das eine Alttier, um kurz später wohl mit der Mutter ein bisschen zu raufen und zu spielen. Es war zauberhaft.

Zu allem Guten erreichten wir dann auch noch die letzte Talfahrt der Bergbahn und genossen sie mehr oder weniger mit vielen Schulkinder aus der Region, die ein Sommerprogramm besucht hatten.

Um den Tag noch abzuschliessen gab es ein ausgesprochen feines Nachtessen im Hotel und das spendierte Glas Rotwein zuoberst im 5. Stock mit actionreichen Flugeinlagen der Rauchschwalben und Mauersegler.

Also ich finde, so kann es gerne weitergehen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 28. Juni 2024

Beim Bären in St. Gallen

Ein Zitat

Der Bär auf dem Bärenplatz in St. Gallen einmal in unüblicher Farbe.
Foto © Jörg Niederer
"Ich erinnere mich, und wenn ich dann versuche, mich zu erinnern, vergesse ich es wieder." Winnie the Pooh

Ein Bibelvers - Jesaja 59,11

"Vor Trauer brummen wir wie die Bären und gurren wie die Tauben. Wir hoffen auf Recht, aber es kommt nicht. Wir warten auf Rettung, doch sie bleibt aus."

Eine Anregung

Der Bärenplatz in St. Gallen ist Handlungsort so mancher Geschehnisse. Ob allerdings der steinerne Bär dort wirklich St.Galler-grün eingefärbt wurde? Am morgigen Samstag, den 29. Juni, kann man dies überprüfen und dort auch Frauen und Männer der Methodistenkirche antreffen. Sie bieten den Passantinnen und Passanten Kaffee, Kuchen und Spiele an. Vorbeischauen lohnt sich. Kinder kommen auch auf ihre Rechnung.

Falls jemand nicht weiss, was so alles in einer Methodistenkirche geschieht, kann sich nie einfacher darüber informieren als in der Zeit zwischen 10.00 und 15.00 Uhr.

Wir freuen uns auf den Besuch bei uns am Stand auf dem Bärenplatz St. Gallen.

Und nicht vergessen: Am Sonntag gibt es Bluegrass-Musik in der Kirche.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 13. April 2024

Ajo de oso

Ein Zitat

Blühender Bärlauch in der Allmend Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Iss Lauch im März, wilden Knoblauch (Bärlauch) im Mai, dann haben die Ärzte das ganz Jahr über frei." Deutsches Sprichwort

Ein Bibelvers - Jeremia 2,27

"Vor Trauer brummen wir wie die Bären und gurren wie die Tauben. Wir hoffen auf Recht, aber es kommt nicht. Wir warten auf Rettung, doch sie bleibt aus."

Eine Anregung

Als die Menschen in der heutigen Schweiz begannen, Schafe und Rinder als Nutztiere zu halten, waren die Bären und Wölfe schon lange da. Davon zeugen auch gerade viele Pflanzennamen. Pflanzen, die man in Verbindung mit den Bären brachte, galten als besonders stärkend und heilsam. Das schreibt Anita Vonmont in einem Beitrag von SRF. Als Beispiel fügt sie Bärlapp, Bärenkraut, Bärentraube, Bärwurz und Bärlauch an. Ergänzen könnte man Wolfswurz, Wolfstrapp und Wolfsmilch für das zweite, hier seit Jahrtausenden heimische Grossraubtier. Auch belegt ist, dass Bären den Bärlauch fressen. Das konnte in Kanada mehrfach beobachtet werden.

Was einen Bären stark macht, das muss auch für Menschen besonders gut sein. So dachte man wohl schon zur Zeit der Römer und Kelten. Und so wundert es auch nicht, dass nicht nur auf Deutsch der Bärlauch so heisst. Abgleitet von der alten lateinischen Bezeichnung Allium ursinum wird das Kraut in vielen europäischen Sprachen so genannt.

Die Sprache und der Bärlauch sind geblieben, der Bär wurde an vielen Orten ausgerottet, so auch in Israel, wo er zur Zeit der biblischen Schriften noch überall heimisch war. Die Bären wurde damals, wie die Löwen, als Raubtiere gefürchtet. Und doch sieht die Bibel nicht die Ausrottung von Meister Petz als Lösung, sondern die friedliche Koexistenz. Dazu beschwört sie ein Bild voller symbolischer Hoffnung: Kuh und Bär weiden gemeinsam und ihre Jungtiere liegen beieinander (Jesaja 11,7). Auch wenn das ein utopisches Bild ist, entspricht es den heutigen Erkenntnissen zur Biodiversität. Wo es Bären und Wölfe hat, ist die Natur vielfältiger, die Zahl der Tier- und Pflanzenarten grösser und damit auch die Lebensgrundlage von Menschen harmonischer geordnet. Für Glaubende, die in Gott den Schöpfer aller Dinge sehen, ist das auch nicht verwunderlich. Denn Gott muss sich ja etwas dabei gedacht haben, als er den Bären werden liess und ihm den Bärlauch vor der Nase ausbreitete.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen