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Freitag, 27. Juni 2025

Gurken oder Melonen

Ein Zitat

Die Essiggurken-Pflanze gehört zu den Mittagsblumen.
Foto © Jörg Niederer
"Aus einer Gurke wird keine Melone." Sprichwort

Ein Bibelvers - Jesaja 1,8

"Nur die Tochter Zion ist übrig geblieben. Sie steht da wie eine Hütte im Weinberg, wie ein Wachhäuschen im Gurkenfeld. Sie gleicht einer belagerten Stadt."

Eine Anregung

Nach dem gestrigen Beitrag kann man vermuten, dass da noch etwas kommt. Nebst meinem 40. Dienstjubiläum in der Evangelisch-methodistischen Kirche konnte ich an der Tagung der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika gleich auch noch die Verabschiedung in den Ruhestand feiern. Auch dazu gab es einen Blumentopf mit einer Pflanze, welche sich kuschelig anfühlt und zum Streicheln einlädt. An ihren an Essiggurken erinnernden Blättern hat es stoppelige weisse Härchen, die ein kitzelndes Gefühl auf den Fingern auslösen. Aufgrund der Blattform wird die Igel-Mittagsblume in Südafrika Pickle Plant genannt, also Essiggurken-Pflanze.

Ich weiss nicht, ob es Pflanzen gerne haben, wenn man sie streichelt. Anders als bei Katzen und Hunden kann das nicht so direkt herausgefunden werden. Aber sicher eignet sich die Pflanze für all jene, welche sich in ihrer Wohnungen keine Haustiere halten dürfen. Zudem sei es ein ausgesprochenes Anfängergewächs, da die Essiggurken-Pflanze besonders pflegeleicht sei.

Essiggurken-Pflanze? Gibt es eigentlich in der Bibel auch Gurken? 

Tatsächlich werden Gurken in Übersetzungen erwähnt. Doch vermutlich handelt es sich um eine besondere Wassermelonenart. Denn Gurken kommen aus Indien und waren zu biblischen Zeiten noch nicht im Nahen Osten auf dem Markt. So war wohl Jesaja kein Prophet im Gurkenfeld, sondern eher ein Prophet in der Melonenpflanzung. Und das eingangs zitierte Sprichwort muss im Blick auf die Bibel korrigiert werden. Da werden aus Gurken eben doch Melonen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 26. Juni 2025

Blume fürs restliche Leben

Ein Zitat

Der Lungen-Enzian schliesst über nachts seine Blüten, um sie tagsüber wieder zu öffnen.
Foto © Jörg Niederer
"Weil ich als Kind unter Asthma litt, konnten meine Lungen nicht die Leistung bringen, die ich gebraucht hätte für alle anderen Achttausender. Ich habe Reinhold Messner immer bewundert , war aber auch enorm eifersüchtig auf ihn, weil er eine riesige Lunge hatte. Ich wollte auch können, was er konnte, doch es ging nicht." Evelyne Binsack, erste Schweizerin auf dem Mont Everest, in einem Interview der Sonntagszeitung vom 22. Juni 2025

Ein Bibelvers - Ezechiel 37,9

"Da sagte Gott zu mir: 'Rede als Prophet zu diesem Lebensgeist! Ja, du Mensch, rede als Prophet zum Geist und sag: So spricht Gott, der Herr! Geist, komm herbei aus den vier Himmelsrichtungen! Hauch diese Toten an, damit sie wieder lebendig werden.'"

Eine Anregung

40 Jahre lang habe ich bei der gleichen Arbeitgeberin, der Evangelisch-methodistischen Kirche gearbeitet. Nicht schlecht, oder! Wer arbeitet denn heutzutage noch sein fast ganzes Leben lang im selben Betrieb. Da habe ich einen langen Atem bewiesen. Gut, der Arbeitsort hat immer einmal wieder gewechselt, Aber dennoch. Ich zieh den Hut vor der Kirche, und auch ein wenig vor mir.

Zum Jubiläum haben alle, die auf 10, 20, 30 oder 40 Jahre zurückblicken, eine blaue Pflanze erhalten. Einen Lungen-Enzian, wenn das stimmt, was mir Google und die App "Flora Incognita" verraten. Es ist eine Blume für die restliche Zeit meines Lebens, erreicht sie doch ein Alter von gut 30 Jahren.

Früher dachte man, sie helfe gegen Lungenkrankheiten, daher der Name. Das war dann wohl nur Einbildung, denn ein entsprechender Wirkstoff konnte nicht nachgewiesen werden.

Was mir gut gefällt: Der Lungen-Enzian schliesst jeweils nachts seine Blüten, um sie tagsüber wieder zu öffnen. Und dann gibt es da einen Schmetterling, den Lungenenzian-Ameisenbläuling, dessen junge Raupen nur gerade auf dieser Blume leben. Sobald sie älter sind, locken sie mit Zuckersaft Knotenameisen an, die zusätzlich durch ausgeschüttete Pheromone besänftigt werden. Diese tragen die Raupen in ihren Bau und füttern sie bis zu deren Verpuppung. So kann man sich das Leben einfacher machen; jedoch mit einem gefährlichen Ausgang. Sobald der Schmetterling geschlüpft ist, muss es schnell gehen, denn nun erkennen die Ameisen den Eindringling nicht mehr als eigene Brut an. Es folgt die Flucht des Falters aus den Klauen seiner einstigen Wohltäter zurück zum Lungen-Enzian, dahin, wo alles angefangen hat und wieder anfangen wird.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Mittwoch, 25. Juni 2025

Wunderlich wurzelig

Ein Zitat

Lindenbäume beim Vögeligarten in Olten. Das Foto steht auf dem Kopf.
Foto © Jörg Niederer
"Ist ein Baum auch tausend Zhang [ca. 3333 Meter] hoch, seine Blätter fallen doch zur Wurzel." Chinesisches Sprichwort

Ein Bibelvers - Hiob 14,7-9

"Ja, für einen Baum gibt es Hoffnung. Wenn er gefällt wird, treibt er wieder aus. Es fehlt ihm nicht an neuen Trieben. Das gilt selbst für einen alten Baumstumpf, dessen Wurzelstock in der Erde abgestorben ist. Sobald er ein wenig Wasser spürt, treibt er aus und blüht wieder auf wie ein junges Bäumchen."

Eine Anregung

An der Jährlichen Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika, die vergangenen Sonntag in Langenthal zu Ende gegangen ist, wurde schon viel über Wurzeln gesprochen. Thema der Konferenz war ja: "Verwurzelt. Wie im Himmel so...".

Über ein Konferenzthema wird meist recht gründlich und vielfältig nachgedacht, aber natürlich nicht erschöpfend. Darum hier noch vier interessante Hinweise.

Wurzeln wachsen aufgrund der Erdanziehungskraft nach unten. Nur im schwerelosen Raum des Weltalls können Wurzeln nach oben wachsen. Wobei, was ist im Weltall schon oben.

"Im Himmel verwurzelt sein" also die Wurzeln nach oben wachsen lassen, das ist ein schönes Bild. Wir waren aber nicht die ersten, die darüber nachgedacht haben, wie man anhand einer rumänischen Ikonenmalerei an einem Gebäude der Universität von Fribourg (siehe Beitrag vom 17. Juni 2022!) sehen kann. Dort wächst der Baum, durch Wurzeln mit Maria und Jesuskind verbunden, nach unten. Die Wurzeln sind also oben.

An der Tagung der Jährlichen Konferenz wurden auch die drei häufigen Wurzelformen vorgestellt: Pfahlwurzeln, Flachwurzeln und Herzwurzeln. Beim Türkenbund, einer Lilienart, (Siehe Beitrag vom 10. Juni 2025!) gibt es auch noch Zugwurzeln. Dabei handelt es sich um längliche Wurzeln, welche von der Knollenwurzel der Pflanze nach unten wachsen. Bei ungünstiger Witterung können diese Zugwurzeln die Knolle tiefer in die Erde hinunterziehen. Nun stelle ich mir vor, wie es bei einer Verwurzelung im Himmel geschieht, dass ich von den Wurzeln hinaufgezogen werde, näher zu Gott.

Zuletzt noch das hier abgebildete Foto. Vielleicht hast du erkannt, dass es auf dem Kopf steht. Auch so funktioniert es. Wie das Foto richtig herum aussieht, und was meine Gedanken dazu sind, kannst du dir im Beitrag vom 9. Juli 2024 zu Gemüte führen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 24. Juni 2025

Vermittlerinnen

Ein Zitat

Barbara Mazotti übersetzt an der Jährlichen Konferenz. In diesem Jahr eine schweisstreibende Arbeit.
Foto © Jörg Niederer
"Ohne Übersetzung würden wir in Provinzen leben, die ans Schweigen grenzen." George Steiner (1929-2020)

Ein Bibelvers - Daniel 1,4

"Es sollen junge Männer sein, an denen es nichts auszusetzen gibt. Sie sollen schön sein, weise und klug, einsichtig und verständig – also geeignet, in den Dienst am Königshof einzutreten. Sie sollen unsere Schrift und unsere Sprache lernen, hier in Babylonien!"

Eine Anregung

"Saunakabine" haben die Übersetzer:innen ihre Kabinen getauft an der soeben zu Ende gegangenen Tagung der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika. Es waren heisse Tage. Noch heisser waren sie für die Frauen und Männer, welche entweder auf Französisch oder auf Deutsch das Gesprochene übersetzt haben.

Da wünschte man sich schon manchmal, dass die Welt in einer einzigen Sprache sprechen könnte. Doch einfacher wäre die Verständigung wohl auch dann nicht. Denn zu verstehen, was ein Gegenüber sagt, reicht noch nicht aus, damit man sich auch versteht. Es braucht Verständnis für andere Positionen, andere Ansichten. Es braucht Kulturvermittlung.

Vom akustischen über das kognitive und emotionale Verstehen kann ein Weg zur Verständigung führen. Wenn es gelingt, ist das manchmal eine schweisstreibende Sache und immer auch ein kleines Wunder.

Übrigens: Auch eine Predigt ist Übersetzungsarbeit. Bischof Stefan Zürchers "Übersetzung" der Geschichte von barmherzigen Samaritaner kann jetzt auch als Text heruntergeladen werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 23. Juni 2025

Ordination

Ein Zitat

Sascha Schmiedl werden bei der Ordination von Bischof Stefan Zürcher, Distriktsvorsteher Serge Frutiger, Pfarrerin Nicole Becher und Pfarrer Rolf Wyder die Hände aufgelegt. An der Gitarre Sam Stauffer.
Foto © Jörg Niederer
"Wir als einzelne, aber auch als Kirche, sind unter die Räuber gefallen. Wir haben Liebe nötig. Und Gott ist der barmherzige Samaritaner. Gott ist Liebe, und das Urbild der Barmherzigkeit..." Bischof Stefan Zürcher in der Konferenzpredigt am 22. Juni 2025 in Langenthal

Ein Bibelvers - Lukas 10,33

"Aber dann kam ein Samariter dorthin, der auf der Reise war. Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm."

Eine Anregung

Konferenzsonntage der Evangelisch-methodistischen Kirche sind die grössten Feste im methodistischen Kirchenjahr. Einmal pro Sommer begegnen sich dabei Christ:innen aus der Schweiz, Frankreich und Nordafrika mit weiteren Gästen. In diesem Jahr gab es im Gottesdienst ein eindrückliches Theater zum Thema der Verwurzelung, vorgeführt von Kindern der Methodistenkirche Langenthal. Dort in der Markthalle fanden die Feierlichkeiten denn auch statt.

Besonders an diesen Gottesdiensten ist die Beauftragung von neuen Mitarbeitenden in der Kirche. Als Lokalpfarrer wurden Richard Böck, Teferi Kassa, Denis Kennel, Lukas Merz und Daniel Wyder beauftragt. Für den Weg in den Ordinierten Dienst beauftragt wurde Benjamin Geiser. Besonders erfreulich war die Ordination von Saschas Schmiedl; er ist Pfarrer in den Methodistenkirchen von Klingenberg-Kreuzlingen sowie Frauenfeld-Weinfelden.

Angesichts vieler Pensionierungen von Pfarrpersonen sind neue pastorale Mitarbeitende gefragt, wie schon lange nicht mehr. So gab es denn auch einen Aufruf an junge und nicht mehr so junge Menschen, den Weg in den kirchlichen Dienst zu prüfen.

Der ganze Gottesdienst kann als Aufzeichnung angeschaut werden. In Kürze wird wohl auch die inspirierende Predigt von Bischof Stefan Zürcher in schriftlicher Form vorliegen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 22. Juni 2025

Resolution gegen Krieg

Ein Zitat

Andreas Burger stellt die Resolution gegen Krieg vor.
Foto © Jörg Niederer
"Wir sehnen uns nach dem Tag, wenn es keinen Krieg mehr gibt und Menschen in Frieden und Gerechtigkeit zusammen leben, und halten an der Erkenntnis fest, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein soll." Aus den Sozialen Grundsätzen 2024 der Evangelisch-methodistischen Kirche

Ein Bibelvers - 1. Chronik 28,3

"Aber Gott sagte zu mir: 'Nicht du sollst meinem Namen ein Haus bauen. Denn du bist ein kriegerischer Mann und hast viel Blut vergossen.'"

Eine Anregung

Die Jährliche Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika hat an seiner Tagung eine Resolution gegen Krieg angenommen. Als letztes Geschäft der mehrtägigen Konferenz wurde sie vom Laiendelegierten Andreas Burger eingebracht und lautet:

"In einer Welt, in der Krieg ein akzeptiertes Mittel der Politik ist, rufen wir alle Menschen dazu auf, den Frieden zu suchen. Jesus kam in dieses Welt, um Frieden zu bringen. Seinem Beispiel wollen wir als Christinnen und Christen folgen - mit Gottes Hilfe." 

Heute findet um ab 9.30 Uhr der Konferenzgottesdienst mit Ordination statt in der Markthalle Langenthal. Der Festanlass wird auch als Livestream übertragen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 21. Juni 2025

Verwurzelt im Humor

Ein Zitat

Jörg Niederer und Matthias Fankhauser hatten sichtlichen Spass als Jubilare. Foto: Sigmar Friedrich
Foto © Sigmar Friedrich
"Wisst ihr, welche Turnübung die Schwierigste von allen ist? Sich selbst auf den Arm nehmen." Bischof Stefan Zürcher an der Jährlichen Konferenz 2025

Ein Bibelvers - Psalm 24,1

"Dem Herrn gehört die Erde mit allem, was sie erfüllt. Ihm gehört das Festland mit seinen Bewohnern."

Eine Anregung

In diesem Jahr wurde ich gleich zweimal gefeiert an der Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika. Einmal stand mein 40-Jahr-Jubiläum im Zentrum, und dann auch noch die Pensionierung. 

Es waren eine ganze Reihe von Menschen, die entweder jubilieren konnten oder sich in den Ruhestand verabschiedeten. Alle hatte Fotos eingereicht und sich Gedanken gemacht zum Thema: "Verwurzelt im Glauben und Hoffen". 

Die vielen guten Gedanken der andern kann ich nicht mehr wiedergeben. Aber meine kleine Geschichte dazu soll auch hier Freude bereiten. Hier also das Erlebnis.

Im Studium am theologischen Seminar war ich einige Semester lang Gartendienstchef. Zudem begann ich als erster, auf dem Dreiecksgrundstück ein Gemüsebeet anzulegen. Gegen die Schnecken säte ich um das Beet herum Senf, was der Pflanzung einen formellen Charakter bescherte. In jener Zeit trug ich Vollbart und war meist etwas nachlässig alternativ gekleidet, was mir den Übernahmen "Wurzelsepp" eintrug. Unglücklich darüber war ich nicht, verstand ich doch Glauben und Hoffen durchaus auch als Auftrag zu ökologischem Handeln. Denn im konkreten Tun schlägt der Glaube und die Hoffnung tiefere Wurzeln, als wenn sie nur Theorie bleiben.

Die Geschichte ging aber noch weiter. Eines Tages wurde zu einer Beisetzungsfeier eingeladen auf dem Dreiecksgrundstück. Der Wurzelsepp sollte daselbst zu Grabe getragen werden. Die Feier fand bei meinem Gemüsebeet statt. So erhielt die Pflanzung auch noch ein Grabkreuz. Diese Feier war, wenn auch nicht ernst gemeint, doch ein gutes Übungsstück praktischer Theologie. Mit einem Nachspiel. Ein zwei Tage später sprach mich ein Nachbar an, und ermahnte mich unter Androhung einer Anzeige, dass es in Deutschland nicht gestattet sei, Verstorbene ausserhalb von Friedhöfen zu bestatten.

Das ist nun schon über 43 Jahre her. Aber die Liebe zur Natur, (theologisch gesprochen: zu Gottes Erde) ist mir geblieben.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 20. Juni 2025

Vertrauensbeweis

Ein Zitat

Pfarrer Klaus Fietkau spielt an der Jährlichen Konferenz 2025 in Langenthal die Leadgitarre im Musikteam der Methodistenkirche Belp.
Foto © Jörg Niederer
"Lege deine Sorgen nieder, / leg sie ab in meiner Hand. / Du brauchst mir nichts zu erklären / denn ich hab dich längst erkannt." Sefora Nelson

Ein Bibelvers - Apostelgeschichte 15,37-39

"Barnabas wollte auch Johannes Markus dabeihaben. Aber Paulus lehnte es ab, ihn noch einmal mitzunehmen. Er hatte sie ja in Pamphylien im Stich gelassen und nicht weiter bei ihrer Arbeit unterstützt. Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung. Schließlich trennten sich Paulus und Barnabas. Barnabas nahm Markus mit und segelte nach Zypern."

Eine Anregung

Der Donnerstag an der Jährlichen Konferenz der Methodistenkirche in der Schweiz war so vielfältig, dass es gar nicht einfach ist eine Auswahl zu treffen für diesen Blog. Ich habe mich entschieden, eine Geschichte wiederzugeben die am Abend Pfarrer Klaus Fietkau erzählte. Der ausgezeichnete Gitarrist trat zusammen mit der Band der Evangelisch-methodistischen Kirche Belp im Gottesdienst auf und predigte dann auch noch.

An einer Stelle wurde er sehr persönlich. Er wäre wohl nie Pfarrer geworden, wenn es da im schwäbischen Dorf nicht eine Pfarrer gegeben hätte, der ihm mehr Vertrauen entgegenbrachte als etwa der Jugendleiter. Für letzteren war Klaus Fietkau zu wenig fromm, kam nicht aus einer christlichen Familie und liebte Rockmusik. Alles Gründe, ihn nicht für Andachten in der Jugendgruppe vorzusehen. 

Doch Klaus Fietkau hatte damals als einziger einen Zweitschlüssel zur - wie er sagte - "zweitschönsten Kirche" im Schwabenland. Der dortige Pfarrer hatte ihm diesen gegeben, damit er in der Kirche auf der Gitarre üben und mit der dortigen Verstärkeranlage Musik machen konnte. Dieses Vertrauen des Pfarrers sei der Schlüssel gewesen zu seinem heutigen Beruf und seiner Berufung.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen