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Mittwoch, 5. Juli 2023

Mäandern

Ein Zitat

Ein Altarm vielleicht vom Fluss Sebes, gesehen kurz nach dem Start in Cluj-Napoca Rumänien.
Foto © Jörg Niederer
"mit beiden / beinen / auf dem / boden / den himmel / in mir / vorwärts / tragen" Ruth Näf Bernhard in: Meine Seele läuft barfuss dem Wort hinterher, Zürich 2022, Gedanken zu Lukas 17,32

Ein Bibelvers - 1. Mose 18c+19

"Und Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend und wieder Morgen – der vierte Tag."

Eine Anregung

Mäandern. Ausufern. Sich neue Wege suchen. Den Alltagsfluss verlassen. Vom schnellen Weg abweichen. Raus aus dem Trott. Auf einmal innehalten. Sich im Kreis drehen. Raum greifen. Vor sich hin bröseln. Auslatschen. Vorbeistreifen. Morgenmuffeln. Warmsonnen. Horizonteln. Kuhglöckeln. Baumschatteln. Stillstaunen. Augenblicken. Umwegen. Freudeln. Heilanden.

Ferien, das bedeutet, den Hauptfluss verlassen, sich in einem Seitenarm verlieren. Es muss nicht schnell gehen. Auch schmale Wege zielen.

Anfänglich fällt es schwer, dem Gewohnten zu entrinnen. Doch Tag für Tag entferne ich mich von den bekannten Landschaften in mir und um mich herum. Blumen leiten mich der Nase nach. Gedankenläufe von besonderer Schönheit weichen mir nicht mehr aus. Ich komme an. Kehre zurück. Beginne. Lebe. "Und es war Abend. Und es war Morgen. Ein neuer Tag."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 12. April 2022

Fundgegenstand

Ein Zitat

R.M. bei den Steinreihen von Affoltern a.A.
Foto © Jörg Niederer
"Ich habe, glaube ich, die Zwischenstufe zwischen Tier und Homo sapiens gefunden. Wir sind es." Konrad Lorenz (1903-1989), Zoologe und Medizin-Nobelpreisträger

Ein Bibelvers - Jesaja 55,6

"Sucht den Herrn, jetzt ist er zu finden! Ruft zu ihm, jetzt ist er nahe!"

Ein Anregung

Das "Photo-a-day"-Wort von heute lautet: "gefunden" (Englisch: found).

Auf einer Wanderung besuchte ich mit einem Grüppchen um den "Schrittler" René Moor die prähistorischen Steinreihen bei Affoltern am Albis. Manche dieser seltsamen Aneinanderreihungen von Steinen waren schwer zu finden im dichten Unterholz. Und so war die Freude gross, als wir auf die erste dieser Hinterlassenschaften einst hier wirkender Menschen stiessen. Wir hatten die Steinreihen entdeckt. 

Derselbe René Moor wie oben erzählt in einem aktuellen Blog ein Geschichtchen über einen Fundgegenstand. Da entdeckte er auf dem Trottoir einen Geldschein, und steckte ihn sich erfreut ein. Doch gerade einmal 30 Schritte weiter landete er vor einer Schaufensterauslage, in der er gewarnt wurde vor dem "Verderben des Reichtums".

Nun frage ich mich, ob da eine Person Sozialstudien betrieben, und den Geldschein gezielt so deponiert hatte, um zu sehen, was ein solches Zusammentreffen von Geld und Moral bewirkt.

Das unterhaltsam geschriebene Originalgeschichtchen von René Moor gibt es hier


Morgen folgt ein Bild zum Wort "hier" (!!!) (Englisch: here).


Photo-a-day Lent 2022: Eine methodistische Webseite schlägt für die Fastenzeit vor, jeden Tag ein Foto zu teilen, das von einem bestimmten Wort inspiriert ist. Diese Sache nennt sich "Photo-a-day Lent 2022". So könne man sich der Fastenzeit auf eine neue Weise annähern. Die Bilder soll man mit #rethinkchurch taggen. Weitere Erklärungen zum Bild brauche es nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Montag, 8. November 2021

Die Welt in drei Worten

Ein Zitat

Husemersee im Herbst
Foto © Jörg Niederer
"Wir haben die Welt in 3 m x 3 m große Quadrate aufgeteilt und jedem eine einmalige Kombination von drei Wörtern zugeteilt." Beschreibung von what3words

Ein Bibelvers - Matthäus 28,20

Jesus: "Bittet und es wird euch gegeben! Sucht und ihr werdet finden! Klopft an und es wird euch aufgemacht! Denn wer bittet, der bekommt. Und wer anklopft, dem wird aufgemacht."    

Ein Anregung

Die Welt in drei Worten, das ist das Prinzip von what3words. Die Idee dahinter: Über die ganze Erde ist ein Netz aus 3x3 Meter grossen Quadraten gelegt, wobei jedes Quadrat mit drei Worten definiert ist.  Die Vergabe der Worte geschah einmalig und mittels Zufallsprinzip. Damit lässt sich sehr präzise jede Stelle auf der Erde finden. Das geht natürlich auch mit Koordinaten, doch dort ist die Zahlenreihe kompliziert und lässt sich nur schwer merken. Bei drei Worten ist das anders.

Du wolltest schon immer wissen, wo John Wesley bestattet ist: Die entsprechende Adresse sieht so aus: ///stellte.flüsse.flüsse 

Diese drei Worte können nun auf der Webseite what3words eingegeben werden. Das funktioniert auch mit dem Link: https://w3w.co/stellte.flüsse.flüsse

Interessant ist, dass in andern Sprache andere Zufallsworte gebraucht werden. Die gleiche Adresse in Englisch lautet: ///alien.amuse.known 

Folglich führen in 45 Sprachen also je 45 verschiedene Wortfolgen ans gleiche Ziel. Wie wäre es mit Chinesisch: ///抛出.寻求.父亲. Übersetzt auf Deutsch heisst das wohl: werfen.gesucht.pfarrer.

Das System lädt zum Spielen ein: Eingabe auf Deutsch - die drei Worte per Deepl auf Englisch  übersetzten  lassen - diese wieder bei what3words eingeben - dann wieder in eine andere Sprache übersetzen - usw. Das ergibt dann eine kuriose Weltreise auf der Landkarte.

Hier noch einige interessante Plätze:

Paradies: ///wurf.chor.hochschulen
Notre Dame Paris: ///entlang.bratwurst.diesem 
Suisse: ///bahnhof.erschwingliche.meinen
Opferbrunnen: ///vorsitzender.gestalteter.abfrage 
Totes Gebirge: ///etwaiger.arktis.gebauten 
EMK St. Gallen: ///warme.eindeutig.fisch 
EMK Weinfelden: ///mittwoch.packen.auslegung 
Himmelspforte: ///pfeffer.trage.dackel 
Ewigkeit: ///nähe.ausgerüstete.daten 
Husemersee: ///gegen.toll.kompliziert (Foto)

Auch lustig: Ich nehme das erste Wort aus der Adresse der EMK Weinfelden und schauen, wo ich damit bei dreimaliger Wiederholung hinkomme. Also: ///mittwoch.mittwoch.mittwoch

Das wäre dann eine Stelle, an der ich mich vor Ort nicht zu lange aufhalten sollte.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde