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Mittwoch, 22. Mai 2024

Die Abkehr von fossilen Energieträgern

Ein Zitat

Vor allem auf Wirtschafts- und Industriegebäuden gibt es noch viel Platz für Solaranlagen.
Foto © Jörg Niederer
"Wir sind aufgerufen, verantwortliche Haushalterschaft auszuüben und in richtiger Beziehung mit dem Schöpfer und mit der gesamten Schöpfung Gottes zu leben und nicht lediglich die Schöpfung so zu behandeln als ob sie der Menschheit nur zum Gebrauch und Konsum zur Verfügung gestellt wäre (Gen. 1:26–31; Matt. 6:26–30; Röm. 8:22–24)." Soziale Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche

Ein Bibelvers - 1. Mose 14,10a

"Das Tal Siddim aber war voller Asphaltgruben."

Eine Anregung

Zur geforderten Abkehr von fossilen Brennstoffen finden die Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche klare Worte. Dabei wird auch auf Wechselwirkungen geachtet. So könnte durch den Ausbau erneuerbarer Energien die Biodiversität noch weiter unter Druck geraten. Bei der wirtschaftlichen Umstrukturierung zu mehr Nachhaltigkeit kann es zu Arbeitsplatzverlust kommen. Beides muss in solidarischer und sozial sorgfältiger Weise aufgefangen werden.

Es folgt der entsprechende Auszug aus den Sozialen Grundsätzen:

C. Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Die Verbrennung fossiler Energieträger, einschließlich Kohle, Öl, und in einem geringeren Ausmaß Erdgas, ist zum größten Teil für den Anstieg an Treibhausgasen und der daraus folgenden Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich. Um den derzeitigen Verlauf des globalen Klimawandels umzukehren, sind vermehrte Investitionen in Forschung, Entwicklung und Verbreitung von Alternativen zu fossilen Brennstoffen erforderlich. Dazu tragen nicht nur Solar-, Wind-, geothermische und wasserstoffbasierende Energiequellen bei.

Bei der weiteren Erforschung von Alternativen zu fossilen Brennstoffen ist es entscheidend, Situationen zu vermeiden, die gegenwärtige Probleme verschlimmern oder neue, unvorhergesehene Umweltherausforderungen schaffen. Eine Abhängigkeit von Nuklearenergie wirft zum Beispiel erhebliche Bedenken auf bezüglich der sicheren Lagerung von Sicherheitsbehältern und den darin befindlichen radioaktiven Abfällen.

In ähnlicher Weise können kürzliche Vorschläge zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen durch Geoengineering an der irdischen Biosphäre unvorhersehbare Nebenwirkungen und die weitere Destabilisierung der natürlichen Ökosysteme auslösen, von denen alles Leben abhängt.

Zwangsläufig wird die Umstellung von einer übermäßigen Abhängigkeit fossiler Brennstoffe negative Auswirkungen auf Einzelpersonen und Gemeinschaften haben, deren Lebensunterhalt noch immer stark von der Produktion, dem Verkauf und Vertrieb dieser Güter abhängt. Pläne für Entwicklung und Einsatz alternativer Energiequellen sollten weitestgehend negative finanzielle Auswirkungen minimieren. Dazu soll in Strategien investiert werden, welche Menschen beim erfolgreichen Berufswechsel unterstützen und die soziale Absicherung stärken, damit Betroffene beim Verlust von Arbeitsplatz und Einkommen nicht allein gelassen werden. Für diese Absicherung sollen Bildungs- und Umschulungsmöglichkeiten angeboten werden. 

Siehe zu diesem Teil der Sozialen Grundsätze auch die Beiträge vom 1. Mai 2024 und vom 20. Mai 2024!

 

(Anmerkung: Die Sozialen Grundsätze wurden in der hier verwendeten revidierten Version an der diesjährigen Generalkonferenz in Charlotte angenommen. Die vorläufige deutschsprachige Übersetzung der Sozialen Grundsätze hilft zwar beim Verstehen des englischen Originals, hat aber diverse sprachliche und orthografische Mängel. Diese versuche ich im von mir wiedergegebenen Text zu korrigieren. Es handelt sich also nicht um eine von den deutschsprachigen Zentralkonferenzen autorisierte Version.

Die Sozialen Grundsätze sind nicht kirchenrechtlich verbindlich, sondern als Anleitung zu einer im Glauben an Christus begründeten Lebensführung zu verstehen. Ihre Geschichte begann vor mehr als 110 Jahren mit dem ersten Sozialen Bekenntnis, das durch die Bischöfliche Methodistenkirche formuliert wurde.)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 20. Mai 2024

Die Methodistenkirche und der Klimawandel

Ein Zitat

Mit einem selbstgebastelten Klima-Schriftzug auf der Windschutzscheibe ist es definitiv nicht getan. Occasions-Autohandel im Jahr 2011.
Foto © Jörg Niederer
"Wir bekräftigen, dass die gesamte Schöpfung Gott gehört und eine Manifestation von Gottes Güte und Fürsorge ist." Soziale Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche

Ein Bibelvers - Hiob 6,18

"Karawanen verlassen den Weg, um Wasser zu suchen. Sie ziehen hinein in die Wüste und kommen um."

Eine Anregung

Der Abschnitt zur durch fossile Brennstoffe verursachten Klimaerwärmung in den neuen Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche ist denkbar kurz. So angenommen wurde der Text an der diesjährigen Generalkonferenz in Charlotte. Viel muss zu dieser grössten Gefährdung der Biosphäre auch nicht gesagt werden. Die Sachlage ist wissenschaftlich mehr als hinreichend erforscht. Die Folgen sind spürbar. Nun müssen alle darauf hinarbeiten, die Globale Erwärmung vorerst zu stoppen. Auch Kirchen und Glaubende sind in der Pflicht. Mein Eindruck ist, dass die religiösen Gemeinschaften da durchaus noch etwas mehr geistgewirkte Dynamik brauchen könnten.
Es folgt nun der Auszug aus den Sozialen Grundsätzen: 

B. Globale Erwärmung und Klimawandel

Globale Erwärmung und Klimawandel schaffen bereits heute extreme Bedingungen, die das ganze Leben auf der Erde gefährden. Überindustrialisierung, weit verbreitete Abholzung sowie die übermäßige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sind nur einige der menschlichen Handlungen, die zur Erhöhung von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Stickoxid in der Erdatmosphäre beigetragen haben.

Ein drastischer Anstieg von Treibhausgasen in den letzten Jahrzehnten hat bereits zu einer stetigen Erhöhung des Meeresspiegels geführt, zu zunehmender Übersäuerung der Weltmeere, zu häufiger auftretender Trockenheit und zu Hungersnöten, sowie zu vermehrt auftretenden extremen Wetterereignissen. Klimaforschende warnen, dass der zeitliche Spielraum zur Abwendung der negativen Auswirkungen der globalen Erwärmung und des Klimawandels schon bald endet. Ohne gemeinsames Vorgehen durch Einzelpersonen, Kirchen, Gemeinden, Aktionäre, Betriebe, Regierungen und internationale Organisationen werden die negativen Auswirkungen irreversibel werden. 


(Anmerkung: Die vorläufige deutschsprachige Übersetzung der Sozialen Grundsätze hilft zwar beim Verstehen des englischen Originals, hat aber diverse sprachliche und orthografische Mängel. Diese versuche ich im von mir wiedergegebenen Text zu korrigieren. Es handelt sich also nicht um eine von den deutschsprachigen Zentralkonferenzen autorisierte Version.

Die Sozialen Grundsätze sind nicht kirchenrechtlich verbindlich, sondern als Anleitung zu einer im Glauben an Christus begründeten Lebensführung zu verstehen. Ihre Geschichte begann vor mehr als 110 Jahren mit dem ersten Sozialen Bekenntnis, das durch die Bischöfliche Methodistenkirche formuliert wurde.)

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 7. Mai 2024

Ökologie und Nachhaltigkeit an der Generalkonferenz

Ein Zitat

In einer intakten und biodiversen Natur leben auch seltene Tiere wie der Neuntöter.
Foto © Jörg Niederer
"In seinem Aufruf zum Handeln … ruft der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche zu einer Praxis der Umweltheiligung auf, um die natürlichen Ressourcen zu erhalten, durch die Verwendung von ausschliesslich erneuerbaren Ressourcen bei jeder Versammlung und jedem Dienst in unseren Gemeinden und unserer Kirche. Ein wichtiger Ausdruck davon ist die Verringerung von Plastik, das wir bei den Zusammenkünften unserer Kirche verwenden." Aus dem von der Generalkonferenz angenommenen Antrag 369 der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland

Ein Bibelvers - Psalm 8,4+5

"Schaue ich hinauf zum Himmel, staune ich über das Werk deiner Finger. Betrachte ich den Mond und die Sterne, die du dort oben befestigt hast, so frage ich: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, das Menschenkind, dass du dich seiner annimmst?"

Eine Anregung

Auch wenn an der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche, die vergangene Woche in Charlotte zu Ende gegangen ist, andere Themen im Fokus standen, waren auch Klimagerechtigkeit und Ökologie Teil der Verhandlungen. Diese wurden allerdings via Sammelanträge angenommen, da sie in den vorberatenden Kommissionen immer eine überwältigende Mehrheit fanden. Einzig der Antrag, dass Wespath, die Rentenversicherung der Evangelisch-methodistische Kirche in den USA, aus allen Geldanlagen von Unternehmen aussteigen soll, welche im Geschäft mit fossilen Brennstoffen wirken, kam nicht durch. Das Unternehmen Wespath, das 26 Milliarden Doller verwaltet und damit einer der grössten Rentenversicherer auf der Welt ist, argumentierte, dass es einerseits verschieden Anlagepläne gebe, die "Fossil Free" seien, andererseits es auch gut sei, wenn man als Anleger die Unternehmen, die im fossilen Geschäft sind, beeinflussen könne. 

Jedoch wurden verschiedene Resolutionen zur Klimagerechtigkeit und einem ökologischeren Umgang als Kirche neu bestätigt.

Auch der Teil zur Schöpfungsgemeinschaft in den revidierten Sozialen Grundsätzen wurde anstandslos durchgewunken.

Ein weiterer Antrag, der eingebracht und angenommen worden war, fordert in jeder Ortskirche oder jedem Distrikt ein "grünes Team", das "jedes Jahr in vier Bereichen tätig wird - Gottesdienst, Bildung, Praxis und Anwaltschaft - und Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aller Altersgruppen Inspiration, Wissen, Ermutigung und praktische Mittel für den Einsatz für Schöpfung und Gerechtigkeit vermittelt." 

Eine weitere angenommene Petition bekennt die Mitschuld der Evangelisch-methodistischen Kirche an der durch fossile Brennstoffe verursachten Klimaerwärmung und fordert, dass die Kirche bis 2050 keine Treibhausgase (net-zero) mehr verursacht.

Weiter wird gegenüber den Industrienationen gefordert, dass diese als Hauptverursacher der Klimaerwärmung die Treibhausgasemissionen schnell und umfassend senken.

Vor allem die deutschen Delegierten mag es sehr gefreut haben, dass die Generalkonferenz auch den Antrag zur Vermeidung von Plastik, der von Bischof Harald Rückert eingereicht worden war, ohne Änderungen angenommen hat. Darin wird gefordert: "1. dass für alle kirchlichen Aktivitäten der lokalen, jährlichen, zentralen, jurisdiktionalen und Generalkonferenz-Gremien eine doppelte Strategie der Vermeidung (Vermeidung von Plastik, wo immer möglich, Ersatz von Einweg-Plastikartikeln wie Geschirr, Kaffeebechern oder Taschen durch Artikel aus wiederverwertbarem, vorzugsweise natürlich vorkommendem Material) und der Reduzierung (z.B. Verwendung von Geschirr, das gespült und wiederverwendet werden kann) verfolgt werden soll;
2. dass sich alle Delegierten zu entsprechendem persönlichen Handeln verpflichten, indem sie eine Verhaltensänderung im Interesse des Umweltschutzes vorleben." 

All das ist erfreulich für die Umwelt und Schöpfung, ohne dass die Kirche sich damit aber abhebt von der aktuellen Politik oder Gesellschaft. Eine Vorreiterrolle spielt die Evangelisch-methodistische Kirche damit noch nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 3. April 2024

Der Kampf gegen Mächte und Gewalten

Ein Zitat

Die schweizerische Erdölraffinerie Cressier vor dem Alpenkamm.
Foto © Jörg Niederer

"Jede Glaubens-Gemeinschaft sollte sich die Frage stellen: 'Welchen maximalen Einfluss können wir erreichen?' ... Und bitte - lasst uns nicht den Unsinn glauben, dass die maximale Wirkung darin besteht, den Abfall zu recyceln. Das spielt direkt in die Hände von Leuten, die die Zukunft zerstören. Da wir als Glaubens-Gemeinschaft nur eine begrenzte Kraft für ethisches Handeln haben - wie alle andern auch - sollten wir diese speziell darauf verwenden, einen Wandel im System zu bewirken."
Dr. Carmody Grey, Assistenzprofessorin für katholische Theologie an der Universität Durham

Ein Bibelvers - Epheser 6,12a

"Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut. Er richtet sich gegen die Mächte und Gewalten, die Weltenherrscher, die diese Finsternis regieren."

Eine Anregung

Der dritte Teil der Videoserie zum Klimawandel aus der Perspektive der Evangelisch-methodistischen Kirche (Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2) beschäftigt sich mit der Spiritualität als Voraussetzung gegen das Aufgeben. Dann ist da aber auch die entscheidende Frage, ob es eher um persönliche Anstrengungen gegen den Klimawandel geht, oder um den Einsatz für einen grundsätzlichen Systemwandel.

Dr. Carmody Grey, Assistenzprofessorin für katholische Theologie an der Universität Durham, beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit Fragen zu Natur, Ökologie und Umwelt. In ihren Ausführungen bringt sie es auf den Punkt. So ist sie überzeugt, dass ohne Spiritualität der Durchhaltewillen fehle für eine so grosse Aufgabe wie die Rettung vor dem menschbewirkten Klimawandel. Dabei hat sich der christliche Glaube schon einmal bei einer unmöglich scheinenden Aufgabe behauptet. Wer hätte gedacht, dass Christinnen und Christen sich je einmal gegen das römische Weltreich durchsetzen könnten. Dies habe mit der Kraft der Spiritualität zu tun, so Carmody Grey und auch Sarah Bach, welche auch kurz zu Wort kommt. 

Sehr klar ist Dr. Carmody Grey, wenn sie deutlich macht, dass es nicht darum gehen könne, dass man nun je individuell etwas gegen den durch fossile Brennstoffe verursachten Klimawandel tun solle. Es gehe nicht um Solarpanel auf den Kirchdächern oder die Verringerung des eigenen Fussabdrucks (übrigens eine Erfindung des Erdölmultis BP). Es gehe um den Systemwandel. Dabei zieht Carmody Grey eine Parallele zur Sklaverei. Als immer mehr Menschen sich bewusst wurden, dass Sklaverei ein zutiefst unmenschliches System sei, war auch klar, dass dieses System bekämpft werden müsse. Es war nicht damit getan, dass die einsichtigen Sklavenbesitzer ihre Slaven freiliessen solange die Sklaverei noch legal war. Es ging darum die Sklaverei abzuschaffen und zu ächten. Dafür hat sich auch der Begründer der methodistischen Bewegung, John Wesley pointiert eingesetzt.

Beim Klimawandel geht es darum, eine weltzerstörende Praxis zu benennen und zu verurteilen, also die fossilen Brennstoffe weltweit zu verbieten und die Profiteure, die Erdölproduzenten, zu entmachten. Dazu solle die Kirche ihre Geldmittel einsetzen. Denn, so Carmody Grey, immer wenn wir Geld spenden oder einsetzen, stimmen wir damit für oder gegen den Systemwechsel ab.

Die Ethikerin und Theologin Carmody Grey denkt nicht, dass die meisten Menschen von Grund auf schlecht sind. Vielmehr "haben die meisten Menschen nicht die Möglichkeit, zu erkennen, wer wirklich die Fäden zieht". Wer aber die Einsicht hat, kann gemeinsam mit andern etwas bewirken. Auf diesem positiven Menschenbild baut sie auf, und auf der Spiritualität, dem Glauben.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 1. Februar 2024

Die weltweit vernetzte Kirche und das Klima

Ein Zitat

An den Küsten von Holland ist man durch jahrhundertelanger Erfahrung gut vorbereitet auf den klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels. Das gilt für die meisten Orte aber nicht.
Foto © Jörg Niederer
"Ich bin überzeugt, dass wir unsere Spiritualität im Hinblick auf die Klimakrise weiterentwickeln müssen. Denn wenn wir die Schönheit und den Reichtum der Natur sehen, verwandelt sich in gewisser Weise auch unser Herz, indem wir sehen, was mit der Klimakrise geschieht. In gewisser Weise ist es eine angemessene Reaktion, wenn wir leiden." Daniel Steinvig, Methodist Church of Denmark

Ein Bibelvers - Psalm 24,1

"Dem Herrn gehört die Erde mit allem, was sie erfüllt. Ihm gehört das Festland mit seinen Bewohnern."

Eine Anregung

In einer zweiten Folge zum Klimanotstand auf der Welt und wie die Methodistinnen und Methodisten darauf reagieren, bringt Michael Hari Verantwortliche aus der Schweiz, Portugal, Grossbritannien und Dänemark ins Gespräch.

So hat, gemäss Hamish Leese, die Britische Methodistenkirche beschlossen, in allen Bereichen ihres Wirken, vom Teekochen über das Reisen, Heizen, Bauen bis zum Feiern, das Netto-Null-Ziel beim CO2-Verbrauch bis ins Jahr 2030 zu erreichen. Für dieses ehrgeizige Ziel werden verschiedene lokale, regionale und nationale Kräfte eingebunden, und mit anderen Kirchen zusammen wird auch politisch auf die Gesellschaft eingewirkt.

In Dänemark (Daniel Steinvig) und Portugal (Filipa Teixeira) wird mit kleineren Brötchen gebackt. So gibt es in der Methodistenkirche von Dänemark Energieberater und in Portugal sind vor allem die Liegenschaften und ihre umweltgerechte Sanierung ein grosses Thema. Aber auch für die Verhinderung von Abfall bei allen kirchlichen Aktivitäten ist man zunehmend sensibilisiert.

Natürlich erhofft man sich überall, dass durch einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung und dem Klima auch wieder neue Personenkreise für Glauben und Kirche interessiert werden. Doch das eigentliche Ziel ist es, den durch fossile Brennstoffe verursachten Klimawandel so schnell wie möglich zu stoppen.

Eine grosse Stärke der Methodistenkirchen ist ihre gute Vernetzung. So erfährt man aus eigenen Kreisen davon, wenn Menschen unter der Klimakrise leiden und kann sich schnell in gemeinsamen Aktionen global verbinden. Das beton vor allem auch die Schweizer Pfarrerin Sarah Bach.

Dieser zweite von drei Videobeiträge zum Klimawandel kann auf Youtube angeschaut werden. Und auch der erste Beitrag ist nach wie vor verfügbar.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen