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Freitag, 23. Mai 2025

Dompfarrer Beat Grögli ist der neue Bischof

Ein Zitat

Beat Grögli (rechts) an der Vernissage der Fotoausstellung in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen, zusammen mit dem 2023 verstorbenen Fotografen Peter Frei.
Foto © Jörg Niederer
"Der Glaube an Jesus Christus hat mich zu einem herzlicheren Menschen gemacht." Bischof Beat Grögli (*1970)

Ein Bibelvers - Römer 12,10+11

"Liebt einander von Herzen als Brüder und Schwestern. Übertrefft euch gegenseitig an Wertschätzung. Lasst nicht nach in eurem Eifer. Lasst euch vom Geist anstecken und dient dem Herrn."

Eine Anregung

"In concordiam Christi", so lautet der Wahlspruch des neuen Bischofs von St. Gallen.

Seit heute wissen es die Gläubigen des Bistums St. Gallen; Dompfarrer Beat Grögli tritt die Nachfolge von Bischof Markus Büchel an. "Herzlich in Christus" ist ein schöner, passender Wahlspruch. Mich freut Beat Gröglis Wahl und Ernennung sehr, kenne ich ihn nun doch schon acht Jahre, und habe mit ihm gemeinsam verschiedene ökumenische Anlässe vorbereiten und durchführen dürfen. Ich denke gerne an die gediegenen, einfachen Essen bei ihm in der Wohnung im Dombezirk, an seine Herzlichkeit und Offenheit für neue Ideen, aber auch an seine analytische Begabung, besonders, wenn es darum geht, Situationen zu beurteilen und nach Wegen zu suchen, die weiterführen. Dass er sich für die weitere Öffnung der katholischen Kirche für Frauen in Leitungsaufgaben einsetzt, nehme ich im ab, auch wenn das wohl eine Knacknuss bleiben wird während seiner Amtszeit. Doch das liegt nicht an ihm, sondern an der weltweiten Römisch-katholischen Kirche mit ihren vielen verschiedenen Strömungen.

Bischöfe treten mit 75 Jahren in den Ruhestand, sofern der Papst ihnen nicht noch mehr Jahre oder Beförderungen "aufbrummt". Somit liegen nun 21 Jahre als Bischof vor Beat Grögli. Mögen es Segensjahre werden für ihn, das Bistum St. Gallen, die ganze Römisch-katholische Kirche und die ökumenische Christenheit.

Mehr über Bischof Beat Grögli erfährt man auf der Seite des Bistums St. Gallen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 20. Mai 2025

Nach der Papst- die Bischofswahl

Ein Zitat

Der Bahnhof St. Gallen ist beflaggt mit unzähligen Schürzen.
Foto © Jörg Niederer
"Ach wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!" Bischof Markus Büchel (*1949)

Ein Bibelvers - 1. Samuel 10,21

"Dann liess er den Stamm Benjamin antreten, geordnet nach seinen Grossfamilien. Das Los fiel auf die Grossfamilie des Matri. Dann liess er die Grossfamilie des Matri antreten, und zwar Mann für Mann. Das Los fiel auf Saul, den Sohn des Kisch. Man suchte nach ihm, doch er war nirgends zu finden."

Eine Anregung

Nun ist es endlich soweit. Heute wird in St. Gallen der neue Bischof gewählt. Sechs Kandidaten wurden dafür benannt. Weiter wurde der Bahnhof St. Gallen dazu aufwändig und passend beflaggt.

Nein, natürlich steht die dort aufgehängte kilometerlange Girlande aus Serviceschürzen nicht im Zusammenhang mit dem neuen Bischof. Obwohl, ein Zeichen für Frauenrechte in der Römisch-katholischen Kirche könnte damit schon gegeben sein.

Auch wenn heute ein neuer Bischof für das Bistum St. Gallen gewählt wird, muss man sich noch zwei, drei Tage gedulden, bis sein Name bekannt gegeben wird. Denn erst muss Papst Leo XIV. die Wahl bestätigen.

Der Bischof von St. Gallen ist auch Apostolischer Administrator für die Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden.

Der Tag der Bischofwahl beginnt um 9.00 Uhr in der Kathedrale mit einer öffentlichen Messfeier. Wie es dann weiter geht, darüber gibt eine spezielle Webseite Auskunft.

Übrigens: Morgen werde ich dann die Bedeutung der Schürzen im Bahnhof St. Gallen erklären.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 23. Februar 2024

Kirchen und der Umweltschutz

Ein Zitat

Weiher im Naturschutzgebiet Allmend Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Der Einsatz für eine bessere Welt ist ein Spezifikum von uns als Kirche." Christiane Schubert

Ein Bibelvers - Psalm 68,20+21

"Gepriesen sei der Herr Tag für Tag! Er trägt unsere Last, Gott ist unsere Hilfe. Sela. Gott ist für uns ein Gott, der uns hilft. Gott, der Herr, kennt Auswege aus dem Tod."

Eine Anregung

Wie geht eine grosse Kirche mit dem Klimawandel und dem Umweltschutz um. Darüber hat kath.ch einen Filmbeitrag erstellt mit einer Vertreterin und einem Vertreter der vom Bistum St. Gallen eingesetzten Arbeitsgruppe "Laudato si". Im Beitrag kommen Christiane Schubert vom Pastoralamt, Abteilung Ökumene/Weltkirche des Bistums St. Gallen und Magnus Hächler von der katholischen Kirchgemeinde St. Gallen zu Wort. Die Arbeitsgruppe "Laudato si" gibt es seit 2020 und hat den Auftrag, "das Bewusstsein und den Einsatz für Umweltschutz im Bistum St. Gallen zu fördern und zu verstärken". 

Mit Christiane Schubert arbeite ich immer wieder gerne zusammen im Büro der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen beider Appenzell und St. Gallen (ACK). Da überschneiden sich auch die Themen, gibt es doch bei der ACK auch eine GFS-Arbeitsgruppe, die sich etwa in der Schöpfungszeit mit Umweltthemen befasst.

Bei der Arbeitsgruppe "Laudato si" fällt mir auf, wie viel der Umweltschutz, die menschgemachte Klimaveränderung und die Biodiversität mit Gebäuden und Liegenschaften zu tun hat aber auch mit Vernetzung.

Von der Arbeitsgruppe "Laudato si" gibt es eine Webseite.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 16. Juli 2022

Abschied von Bischof Ivo Fürer

Ein Zitat

Auf dem Weg zum verstorbenen Bischof Ivo Fürer in den Chor der Kathedrale St.Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Wenn ein Migrant von Pontius zu Pilatus geschickt wird, um überhaupt überleben zu können; wenn er spürt, dass er eigentlich gar nicht existieren dürfte, so wird seine Würde missachtet." Bischof Ivo Fürer im Tagesanzeiger vom 16. Februar 2005

Ein Bibelvers - Philipper 4,5

"Alle Menschen sollen merken, wie gütig ihr seid. Der Herr ist nahe!"

Ein Anregung

"Schliesslich waren sie keine Freundinnen gewesen, sie hatten sich nicht nahegestanden, deshalb kam ihr die Trauer, die sie in sich spürte, wenn sie an Maggie dachte, irgendwie unecht vor, irgendwie unehrlich."

Was Malachy Tallack seine Romanfigur Alice denken lässt, kommt meinen Gefühlen nahe, die ich angesichts des am 12. Juli verstorbenen Bischofs im Ruhestand Ivo Fürer empfinde. Die Tage liegen lange zurück, an denen ich dem Bischof von St. Gallen und Apostolischen Administrator beider Appenzell begegnet bin. Ich weiss nicht einmal mehr sicher, in welchem Zusammenhang das war. Es hatte wohl etwas mit Frieden, Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung zu tun, vielleicht bei den Vorbereitungen zur 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz, vielleicht auch in ganz anderem Zusammenhang. Jedenfalls war er mir sehr sympathisch, menschenzugewandt und aufgeschlossen. Ich habe mich wohl in seiner Gegenwart gefühlt.

So bin ich gestern in der Kathedrale St. Gallen vorbeigegangen, wo der Verstorbene aufgebahrt im Chorraum lag. Ich hätte ihn wohl nicht mehr sicher erkannt. Menschen verändern sich im Leben, und im Sterben noch mehr. Was mir besonders aufgefallen ist: Seine feingliedrigen, einander berührenden Hände.

Bald schon wird Bischof Ivo Fürer in der St. Otmarskrypta seine letzte Ruhe finden. Der Auferstehungsgottesdienst dazu findet am Montag, 18. Juli 2022 um 10.00 Uhr in der Kathedrale St.Gallen statt. Die Feier kann auch per Live-Stream mit erlebt werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

Dienstag, 1. Februar 2022

17,5 Pilgertage im Bistum St.Gallen

Ein Zitat

Pilgerbild in der L’Eglise Saint-Sylvestre der Kommende Compesières
Foto © Jörg Niederer
"Warum Pilgern im Jubiläumsjahr? Weil das Unterwegs-Sein ein Wesenzug von Kirche ist." Josef Schönauer, der "Pilgerpapst" von St. Gallen

Ein Bibelvers - Jesaja 40,3

"Eine Stimme ruft: 'Bahnt in der Wüste einen Weg für den Herrn! Ebnet unserem Gott in der Steppe eine Straße!'"

Ein Anregung

Das Bistum St.Gallen der Römisch-katholischen Kirche feiert sein 175-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsprogramm richtet sich an Jugendliche, Intellektuelle, Spirituelle, Kritische und Bewegte. Letztere sind eingeladen zu 17,5 Pilgertage durch das Bistum. Erfahrene Frauen und Männer zeichnen verantwortlich für die einzelnen Wegabschnitte. Durchstreift und besucht werden 33 Seelsorgeeinheiten. Da jeder Pilgertag für sich steht, kann man auch nur bei einzelnen Abschnitten mitpilgern. Verschiedene Teilstücke sind rollstuhl- und kinderwagentauglich. Los geht es ab dem 19. März und beschlossen wird diese Pilgertour am Sonntag, 25. September bei einem Sternpilgern zur Kathedrale, wo ein Festgottesdienst den Höhepunkt des Jubiläums markiert. Orientieren kann man sich auf der Webseite. Dort ist auch die Anmeldung für die Teilnahme möglich.

Also ich werde wohl das eine oder andere Teilstück mitwandern. Eine Einladung dazu habe ich schon einmal erhalten von der Cityseelsorge, an deren Anlässe ich schon mitgewirkt habe. So steht wohl ausser Frage, dass auch Teilnehmende anderer Konfessionen und Weltanschauungen mitwandern können, auch wenn sich über die ökumenische Partnerschaft wenig finden lässt im Festprogramm.

Interessant ist auch, dass das Bistum St.Gallen mit nur 14 Jahren Vorlauf zu den methodistischen Kirchen in den Kantonen St. Gallen und beider Appenzell zu wirken begonnen hat.

So feiern auch wir Methodistinnen und Methodisten in diesem Jahr das 161. Jahr in St. Gallen. Etwas bescheidener, aber nicht minder herausgefordert und dankbar. Reserviert euch dafür schon einmal die Zeit vom 13.-22. Mai 2022.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde