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Samstag, 15. April 2023

Ökumene und Schlager

Ein Zitat

Pfarrerin Esther Handschin anlässlich der Gedächtnisfeier an der Zentralkonferenz 2022 in Basel.
Foto © Jörg Niederer
"Ich verstehe und finde es auch gut, wenn Menschen sich Inseln schaffen. Eine dieser Inseln – man kann auch von Ressource sprechen – ist Musik, auch Schlagermusik, also gerade eine Musik, die viel Fröhlichkeit mitbringt und schöne Bilder transportiert." Schlagerpfarrer Stefan Moll im Podcast von SRF Musikwelle Brunch

Ein Bibelvers - Römer 15,5+6

"Diese Ausdauer und diese Ermutigung kommen von Gott. Er gebe auch, dass ihr euch untereinander einig seid – so wie es Christus Jesus angemessen ist. Dann könnt ihr alle miteinander Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, wie aus einem Munde loben."

Eine Anregung

"Die gute Minute" nennt sich ein Format auf dem österreichischen Fernsehsender ORF2. In nicht einmal einer Minute muss es gelingen, etwas Substanzielles zu sagen. Esther Handschin, Pfarrerin in der Evangelisch-methodistischen Kirche und engagiert in der Ökumene, gelingt dies. Sie erzählt von der Zusammenarbeit der Christen über Kirchengrenzen hinweg und macht dabei deutlich, wie fundamental sich das ökumenische Zusammenwirken geändert hat zu einem stärkeren Miteinander.

Auch in der Osterzeit ausgestrahlt wurde die Sendung "SRF Musikwelle Brunch" mit Schlagerpfarrer Stefan Moll. Er hatte im gut einstündigen Format, bei dem der Gast die Musik aussuchen darf, Zeit, über Ostern, Jesus und den Glauben, aber auch über seine Einsätze als Pfarrer in der Schlagerszene zu erzählen.

Ich finde, beides lohnt sich anzuhören, auch eine Woche nach Ostern. 

Noch eine Erinnerung in eigener Sache: In der Methodistenkirche St. Gallen an der Kapellenstrasse 6 findet morgen Sonntag nach dem Lobpreisgottesdienst um 10.15 Uhr ein Spaghettiessen statt, zu dem alle ganz herzlich eingeladen sind.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 20. Dezember 2021

Offene Türen

Ein Zitat

Offene Tür an der Kulturschmitte in Zell
Foto © Jörg Niederer
"Wer sich am offenen Tor den Kopf einrennt, kommt auch nicht unbeschadet durch verschlossene Türen."

Ein Bibelvers - Psalm 24,7.9 (Nach der Übersetzung von Martin Buber)

"Hebet, Tore, eure Häupter, erhebt euch, Pforten der Weltzeit, dass der König der Ehre komme!"

Ein Anregung

Findest du heraus, von welchem Lied Pfarrerin und Hymnologin Esther Handschin folgendes schreibt?

"In Strophe zwei wird uns dieser König aller Königreiche näher vorgestellt. Statt Insignien der Macht und der Stärke werden ihm ganz andere Eigenschaften zugeschrieben: Er ist gerecht. Er hilft gerne. Sanftmut, Heiligkeit und Barmherzigkeit gehören zu seinen Eigenschaften und werden mit seinem Gefährt, seiner Krone und seinem Szepter verglichen. All das weist auf den Heiland hin, der auf einem Esel in Jerusalem eingeritten ist. In der fünften Zeile dieser Strophe findet sich der einzige negative Begriff des ganzen Liedes, um auch gleich wieder zu verschwinden: 'all unsre Not zum End er bringt.' Nach dem Ende der Not wird an dieser Stelle die sechste Zeile der ersten Strophe wiederholt: 'derhalben jauchzt, mit Freuden singt' und damit zum Lob des Heilands eingeladen, dessen große Taten gerühmt werden." 

Das war nicht schwer. Es geht um das Adventslied: "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit". Von der Entstehung des Lieds und vom Dichter Georg Weissel schreibt Ester Handschin: "Georg Weissel hat sein Lied 1623 für die Einweihung der neu in Königsberg (heute Kaliningrad) erbauten Altroßgärter Kirche geschrieben, wo er seine erste Pfarrstelle angetreten hat. Zu seiner Zeit war das Kirchengebäude eine kleine Kapelle, um die herum 1651 eine größere Kirche gebaut wurde. Dort erklang 'Macht hoch die Tür' erstmals an einem 2. Advent. Kaum jemand denkt heute beim Singen dieses Adventsliedes an die Einweihung einer Kirche. Die Bilder des Öffnens von Türen und Toren, der Vergleich des eigenen Herzens mit einem (Kirchen)tempel oder die Glückwünsche an das Land und die Stadt in der dritten Strophe, bei denen ein König erwartet wird, werden jedoch sprechender, wenn man den konkreten Anlass der Entstehung des Liedes kennt."

Das, und noch viel mehr (einschliesslich Hörbeiträge des Lieds) präsentiert Handschin kompetent in ihrem umfassenden Beitrag zu diesem bekannten Adventslied. Sehr schön ist auch eine legendenhafte "Geschichte zum Schluss", welche Esther Handschin ganz am Ende ihres Beitrags nacherzählt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde