Freitag, 18. November 2022

Wer ist der neue methodistische Bischof Stefan Zürcher?

Ein Zitat

Stefan Zürcher segnet nach seiner Wahl zum Bischof die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa.
Foto © Jörg Niederer
"Mein Traum von Kirche, mein Zukunftsbild? Methodist/innen und ihre Freundinnen, Nachbarn, Arbeitskolleginnen, Vereinskameraden treffen sich an den unterschiedlichsten Orten und haben auf vielfältige Weise Tischgemeinschaft miteinander. Sie teilen ein Stück Leben. Sie teilen ihren Glauben." Stefan Zürcher, in Kirche und Welt 11/2016, S.24

Ein Bibelvers - Epheser 2,10

"Denn wir sind Gottes Werk. Aufgrund unserer Zugehörigkeit zu Christus Jesus hat er uns so geschaffen, dass wir nun das Gute tun. Gott selbst hat es im Voraus für uns bereitgestellt, damit wir unser Leben entsprechend führen können."

Eine Anregung

Es brauchte vier Wahlgänge, um den neuen Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für das Gebiet der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa zu wählen. Er heisst Stefan Zürcher, ist seit sieben Jahren Distriktsvorsteher für den Distrikt Nordwestschweiz, hat in den Jahren 2005-2015/2019 an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich promoviert, ist 55 Jahre alt und seit 1991 mit Valérie verheiratet. Zusammen haben sie vier erwachsene Kinder. 

Vor der Wahl zeichnete Stefan Zürcher in einigen Sätzen das auf, worauf es ihm als methodistischen Bischof ankommt. Einige Sätze aus diesem Text: 

"Diese Bereitschaft [zur Beauftragung als Bischof] wuchs in den vergangenen Wochen durch viele Gespräche mit meiner Familie, Freunden, Kolleginnen und Kollegen, im Gebet und im Ringen darum, Gottes Gedanken zu erkennen. Es bleiben manche Bedenken, deshalb schreibe ich dies nur zögernd... 

Ich will mir Zeit nehmen und zuhören – gerne auch beim Essen miteinander. Ich will verstehen lernen und überhaupt lernen voneinander. Ich will begleiten, unterstützen und stärken. Ich will gemeinsam mit den Verantwortlichen der Jährlichen Konferenzen und Distrikte nach Wegen suchen, die nötigen Entscheidungen treffen und die gewählten Wege gehen, um unsere gemeinsame Mission im jeweiligen Kontext zu fördern... 

Ich bin nicht Stratege, sondern sehe mich als jemand der ermöglichen hilft und Raum schafft, in dem experimentiert werden kann und in dem, wenn die Zeit reif ist und Gott es schenkt, etwas wachsen darf. Dabei schlage ich gerne auch unkonventionelle Wege ein. Darüber hinaus bin ich mit Freude Lehrer und Verkündiger des Evangeliums. Die Verkündigung ist ein weiteres Merkmal meiner Art zu leiten.

In einer komplexen Welt mit vielen Herausforderungen will ich ermutigen... Dabei ist mir wichtig: Gott ist der Gott des Schaloms und der Fülle. Der gute Wirt deckt den Tisch überreich und schenkt uns voll ein. Wir können grosszügig weitergeben, was wir empfangen. So geht es immer wieder darum, das, was Gott bereithält und tut, zu entdecken und sich davon stärken zu lassen, sich von Gottes vielfältigen Möglichkeiten herausfordern zu lassen und mit ihm mitzutun."

Am Sonntag um 14.00 Uhr findet die Weihe von Stefan Zürcher zum Bischof im Basler Münster statt. Der Gottesdienst ist öffentlich. Er wird auch live übertragen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen / Koreanische Gemeinde

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