Freitag, 10. Mai 2024

'Kirchliche Kehrtwende' - Ein Beitrag von SRF zur Generalkonferenz

Ein Zitat

Die Präsidentin des Evangelisch-methodistischen Bischofrats Bischöfin Tracy Smith Malone segnet am letzten Tag der Generalkonferenz die Anwesenden.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Bis heute ist das Evangelium und soziales Engagement, etwa für geflüchtete oder obdachlose Menschen, wichtig. Gottesdienste sind traditionell oder innovativ und partizipativ." Aus "Elemente des methodistischen Glaubens" von SRF

Ein Bibelvers - Amos 5,14+15

"Sucht das Gute, nicht das Böse! So werdet ihr leben. Dann wird der Herr, der Gott Zebaot, mit euch sein, so wie ihr es gesagt habt. Hasst das Böse, liebt das Gute!"

Eine Anregung

Wenn eine in den USA stattfindende, zwar grosse, aber für Europa sonst nur mässig interessante kirchliche Grossveranstaltung es in die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Schweiz schafft, dann muss schon Wesentliches in den Augen der Redaktion an diesem Anlass beschlossen worden sein. Die SRF-Religionsredaktorin Léa Burger weist in ihrem Audio-Beitrag aus der Rubrik "Kulturaktualitäten" auf die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte hin, und tut dies kompetent und wertschätzend. Im Beitrag geht es um die beschlossene Zulassung vom homosexuellen Menschen zu kirchlichen Ämtern, und darum, dass nun auch gleichgeschlechtliche Paare in der Evangelisch-methodistischen Kirche getraut werden dürfen. "Kirchliche Kehrtwende" titelt die SRF-Webseite dazu. In der Tat hat sich damit - nicht ganz unerwartet - die Haltung der Kirche fundamental geändert. Im kurzen Beitrag kommt auch Bischof Stefan Zürcher zweimal zu Wort.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 9. Mai 2024

Bischof Stefan Zürcher zur Generalkonferenz

Ein Zitat

Stefan Zürcher vor dem Tagungszentrum in Charlotte.
Foto © Screenshot vom Video
"Ich habe meine erste Generalkonferenz positiv erlebt." Bischof Stefan Zürcher von der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa

Ein Bibelvers - Psalm 24,9

"Ihr Tore des Tempels, seid hocherfreut! Ihr Türen der Urzeit, öffnet euch weit! Es kommt der König der Herrlichkeit!"

Eine Anregung

Zur Eröffnung der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche, die vergangene Woche in Charlotte endete, gab es von Bischof Stefan Zürcher eine Videobotschaft (Siehe Blogbeitrag vom 25. April 2024). Mit einer weiteren Videobotschaft zieht er anlässlich des Abschlusses der Generalkonferenz ein Fazit. Hier geht es zum sehenswerten Beitrag.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Mittwoch, 8. Mai 2024

Die Ehe in den Sozialen Grundsätzen

Ein Zitat

Hochzeitsvorbereitungen vor der Eglise des Croisettes.
Foto © Jörg Niederer
"Du bist das Kind der Liebe Gottes. Die Kirche gleicht heute viel mehr dem Himmel." Bischöfin Karen Oliveto

Ein Bibelvers - 1. Mose 2,24

"Darum verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und verbindet sich mit seiner Frau. Sie sind dann eins mit Leib und Seele."

Eine Anregung

In den nächsten Tagen werde ich Abschnitte aus den neu revidierten und von der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte angenommenen Sozialen Grundsätzen hier in deutscher Sprache wiedergeben. Die Sozialen Grundsätze werden nicht als rechtlich verbindlich angesehen, sondern als Anleitung zu einer im Glauben an Christus begründeten Lebensführung. Ihre Geschichte begann vor mehr als 100 Jahren mit dem ersten Sozialen Bekenntnis, das durch die Bischöfliche Methodistenkirche formuliert wurde. 

Die offizielle deutschsprachige Übersetzung der Sozialen Grundsätze hilft zwar beim Verstehen des englischen Originals, hat aber diverse sprachliche und orthografische Mängel. Diese versuche ich im von mir wiedergegebenen Text zu korrigieren. Es handelt sich also nicht um eine von den deutschsprachigen Zentralkonferenzen autorisierte Version.

Beginnen wir mit dem Abschnitt, der von Plenum der Generalkonferenz als einziger etwas ausführlicher diskutiert und angepasst wurde (Siehe dazu den Blog-Beitrag vom Freitag, 3. Mai 2024). Beginnen wir bei der Ehe. 

Ehe

In der Kirche bekräftigen wir die Ehe als einen heiligen, lebenslangen Bund, der zwei gläubige Menschen (einen erwachsenen, ehemündigen Mann und eine erwachsene ehemündige Frau, oder zwei erwachsene, ehemündige Personen) in eine Verbindung miteinander und in eine tiefere Beziehung mit Gott und der Glaubensgemeinschaft bringt.

Die Evangelisch-methodistische Kirche anerkennt die Ehe zwar nicht als Sakrament, wir feiern und schätzen diese Partnerschaft jedoch als einen Glaubensausdruck des Paares, verankert in der Beziehung mit Gott und zueinander. Die Ehe reflektiert daher eine kontinuierliche Bereitschaft, gemeinsam in Jesus Christus zu wachsen und eine Hingabe, eine Bundbeziehung zu kultivieren, die Vertrautheit, Gnade und Liebe umschließt.

Als Teil einer größeren Gesellschaft bestätigen wir auch die Wichtigkeit einer standesamtlichen Eheschließung und die rechtliche Anerkennung von Lebensgemeinschaften durch den Staat. Eine solche rechtliche Anerkennung ist wichtig für den Schutz der Familien, für die legale Regelung von Erbschaften, und für die Rechtssicherheit, damit Ehepartnern und Kindern alle die Rechte, Vorteile und den Schutz erhalten, zu denen sie berechtigt sind.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen 

Dienstag, 7. Mai 2024

Ökologie und Nachhaltigkeit an der Generalkonferenz

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In einer intakten und biodiversen Natur leben auch seltene Tiere wie der Neuntöter.
Foto © Jörg Niederer
"In seinem Aufruf zum Handeln … ruft der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche zu einer Praxis der Umweltheiligung auf, um die natürlichen Ressourcen zu erhalten, durch die Verwendung von ausschliesslich erneuerbaren Ressourcen bei jeder Versammlung und jedem Dienst in unseren Gemeinden und unserer Kirche. Ein wichtiger Ausdruck davon ist die Verringerung von Plastik, das wir bei den Zusammenkünften unserer Kirche verwenden." Aus dem von der Generalkonferenz angenommenen Antrag 369 der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland

Ein Bibelvers - Psalm 8,4+5

"Schaue ich hinauf zum Himmel, staune ich über das Werk deiner Finger. Betrachte ich den Mond und die Sterne, die du dort oben befestigt hast, so frage ich: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, das Menschenkind, dass du dich seiner annimmst?"

Eine Anregung

Auch wenn an der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche, die vergangene Woche in Charlotte zu Ende gegangen ist, andere Themen im Fokus standen, waren auch Klimagerechtigkeit und Ökologie Teil der Verhandlungen. Diese wurden allerdings via Sammelanträge angenommen, da sie in den vorberatenden Kommissionen immer eine überwältigende Mehrheit fanden. Einzig der Antrag, dass Wespath, die Rentenversicherung der Evangelisch-methodistische Kirche in den USA, aus allen Geldanlagen von Unternehmen aussteigen soll, welche im Geschäft mit fossilen Brennstoffen wirken, kam nicht durch. Das Unternehmen Wespath, das 26 Milliarden Doller verwaltet und damit einer der grössten Rentenversicherer auf der Welt ist, argumentierte, dass es einerseits verschieden Anlagepläne gebe, die "Fossil Free" seien, andererseits es auch gut sei, wenn man als Anleger die Unternehmen, die im fossilen Geschäft sind, beeinflussen könne. 

Jedoch wurden verschiedene Resolutionen zur Klimagerechtigkeit und einem ökologischeren Umgang als Kirche neu bestätigt.

Auch der Teil zur Schöpfungsgemeinschaft in den revidierten Sozialen Grundsätzen wurde anstandslos durchgewunken.

Ein weiterer Antrag, der eingebracht und angenommen worden war, fordert in jeder Ortskirche oder jedem Distrikt ein "grünes Team", das "jedes Jahr in vier Bereichen tätig wird - Gottesdienst, Bildung, Praxis und Anwaltschaft - und Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aller Altersgruppen Inspiration, Wissen, Ermutigung und praktische Mittel für den Einsatz für Schöpfung und Gerechtigkeit vermittelt." 

Eine weitere angenommene Petition bekennt die Mitschuld der Evangelisch-methodistischen Kirche an der durch fossile Brennstoffe verursachten Klimaerwärmung und fordert, dass die Kirche bis 2050 keine Treibhausgase (net-zero) mehr verursacht.

Weiter wird gegenüber den Industrienationen gefordert, dass diese als Hauptverursacher der Klimaerwärmung die Treibhausgasemissionen schnell und umfassend senken.

Vor allem die deutschen Delegierten mag es sehr gefreut haben, dass die Generalkonferenz auch den Antrag zur Vermeidung von Plastik, der von Bischof Harald Rückert eingereicht worden war, ohne Änderungen angenommen hat. Darin wird gefordert: "1. dass für alle kirchlichen Aktivitäten der lokalen, jährlichen, zentralen, jurisdiktionalen und Generalkonferenz-Gremien eine doppelte Strategie der Vermeidung (Vermeidung von Plastik, wo immer möglich, Ersatz von Einweg-Plastikartikeln wie Geschirr, Kaffeebechern oder Taschen durch Artikel aus wiederverwertbarem, vorzugsweise natürlich vorkommendem Material) und der Reduzierung (z.B. Verwendung von Geschirr, das gespült und wiederverwendet werden kann) verfolgt werden soll;
2. dass sich alle Delegierten zu entsprechendem persönlichen Handeln verpflichten, indem sie eine Verhaltensänderung im Interesse des Umweltschutzes vorleben." 

All das ist erfreulich für die Umwelt und Schöpfung, ohne dass die Kirche sich damit aber abhebt von der aktuellen Politik oder Gesellschaft. Eine Vorreiterrolle spielt die Evangelisch-methodistische Kirche damit noch nicht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 6. Mai 2024

Maiglöckchenzeit

Ein Zitat

Maiglöckchen im Wald bei Homburg, Thurgau
Foto © Jörg Niederer
"Roti Rösli im Garte / Maierysli im Wald / Wenn dr Wind chunnt cho blase / De verwelke sie bald." Kinderlied

Ein Bibelvers - 2. Mose 25,31-33

"Mach einen Leuchter aus reinem Gold. Leuchter, Fuss und Schaft sollen aus einem Stück gearbeitet sein, mit Blüten, Knospen und Blättern. Er soll sechs Arme haben, je drei auf jeder Seite des Schafts. Jeder Arm soll drei Blüten haben, geformt wie Mandelblüten mit Knospen und Blättern."

Eine Anregung

Jetzt blühen sie wieder; die Maiglöckchen. Und auch den ersten Maikäfer habe ich schon gesehen. Es gibt etliche Pflanzen, die nach bestimmten Jahreszeiten oder Monaten benannt sind. Zum Winter gehört das Wintergrün, die Winterkresse oder die Winternarzisse. Zum Frühling das Frühlings-Adonisröschen, der Frühlings-Enzian und die Alpen-Frühlingsmiere. Zum Sommer passt die Sommerwurz, die Sommermalve und der Sommerflieder. Und dem Herbst gehört die Herbstzeitlose, die Herbst-Alraune und die Herbstaster. Dem März ist der Märzenbecher zugeordnet, dem Mai natürlich das Maieryesli, und dann fällt mir keine deutsch benannte Blume mehr ein zu einem Monat. Aber vielleicht weist du noch die eine oder andere Pflanze, die entsprechend benannt ist.

Jedenfalls sind die nun überall aufleuchtenden Blüten eine Bereicherung. Es kommt vor, dass ich im Jahresverlauf unvermittelt ein mir bekanntes Blümlein wiederentdecke, und denke: "Wie schön, dass ich dich wieder blühen und wachsen sehen darf. Ich habe ganz vergessen, dass du mich durch meine Lebensjahre begleitest. Nächstes Jahr werde ich dich erwarten. Bestimmt!" Und im nächsten Jahr - bin ich wieder überrascht. Positiv überrascht.

Möge dein heutiger Tag eine positive Überraschung werden!

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 5. Mai 2024

Von geistlichen Ämtern

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Lindsey Baynham Freeman und Emily Kincaid vom General Board of Higher Education Ministries vertraten den Antrag, der den Diakoninnen und Diakonen die Beauftragung zur Sakramentsverwaltung gibt.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Ich bin dankbar, dass mir als Diakon die sakramentale Verantwortung übertragen wurde, also den Tisch in die Welt zu tragen. Das ist meine Berufung als Diakon - eine Brücke zwischen Kirche und Welt zu schlagen." Diakon Gregory Gross an der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche

Ein Bibelvers - 1. Timotheus 3,8+9

"Die Diakone sollen ebenfalls würdig sein. Auf ihr Wort muss man sich verlassen können. Sie dürfen weder übermässig viel Wein trinken noch darauf aus sein, sich zu bereichern. Sie sollen mit reinem Gewissen das Geheimnis des Glaubens bewahren."

Eine Anregung

An Sonntagen sind Menschen mit geistlichen Ämtern besonders gefordert. Und so folgt hier ein Nachtrag von der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte - sie ging am vergangenen Freitag zu Ende - der sich mit drei geistlichen Beauftragungen beschäftigt. 

Fangen wir bei den Bischöfinnen und Bischöfen an. Über die zwei neuen Bischofsgebiete in Afrika habe ich schon berichtet. An der Generalkonferenz wurde aber auch entschieden, dass in den USA 7 Bischöfinnen oder Bischöfe weniger als bisher benötigt werden und finanzierbar sind. Von aktuell 39 aktiven Bischöfinnen und Bischöfen wird reduziert auf 32 aktive Bischöfinnen und Bischöfe. Dies einerseits aufgrund der Kirchenspaltung - 25% der Gemeinden haben die Evangelisch-methodistische Kirche verlassen - und weil dies massive Budgetkürzungen verlang. Für die nächsten 4 Jahre stehen der Kirche 42% weniger Finanzmittel zur Verfügung als in den vergangenen Jahren. Dieses Budget wurde am letzten Sitzungstag von den Delegierten ohne viel Diskussion angenommen.

Schon am Donnerstag wurde die Beauftragung von Diakoninnen oder Diakonen entscheidend erweitert. Während ordinierte Älteste der Kirche nebst Verkündigung am Wort auch die Aufgabe der Leitung und Sakramentsverwaltung haben, sind Diakoninnen und Diakone gemäss Kirchenordnung von Gott berufen und der Kirche beauftragt, "... zu einem lebenslangen Dienst des Wortes und des Dienstes". Neu hat die Generalkonferenz den Diakoninnen und Diakonen auch die volle Sakramentsverwaltung übertragen. Zwar konnten Diakoninnen und Diakone auch schon bisher Taufen durchführen und Abendmahl halten, aber nur mit ausdrücklicher Bewilligung durch eine Bischöfin oder einen Bischof. In den USA, wo es viele Diakoninnen und Diakone gibt, löste dieser Entscheid viel Freude und Dankbarkeit aus. In der Schweiz ist meines Wissens eine Diakonin im vollzeitigen Dienst der Kirche.

Zuletzt noch zum Ältestenamt. Im 5 Jahre dauernden Intermezzo mit den verschärften Bestimmungen des Traditional Plans wurden in diversen Verfahren ordinierte Älteste aus dem Amt entlassen, weil sie selbstbekennende und praktizierende Homosexuelle sind oder weil sie gleichgeschlechtliche Trauungen vollzogen haben. Beides war durch die Kirchenordnung verboten. Im letzten Geschäft der Generalkonferenz wurde entschieden, dass solche Älteste wieder in die Evangelisch-methodistische Kirche aufgenommen werden können. Wie viele dieser entlassenen Pfarrpersonen wieder zurückkommen werden, wird interessant sein zu beobachten.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 4. Mai 2024

Die Generalkonferenz ist Geschichte

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Am letzten Tag der Generalkonferenz in Charlotte tanzten die Delegierten nach dem Morgengottesdienst ausgelassen zum Soul-Hit Love Train.
Bildschirmfoto aus dem Livestream

"Wir sind dazu aufgerufen, nichts Böses tun, Gutes tun und in der Liebe zu Gott zu bleiben."
Molly Hlekani Mwayera

Ein Bibelvers - Psalm 37,27

"Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes! So wirst du für immer im Land wohnen."

Eine Anregung

Die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (The United Methodist Church - UMC) in Charlotte, North Carolina ist Geschichte. Gestern Freitag endete die alle 4 Jahre stattfindende, zehntägige Tagung. Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche.

In diesem Jahr wurde unübersehbar Geschichte geschrieben. Nicht ganz unerwartet und doch für alle überraschend klar. In gewisser Weise hat sich, um eine biblische Redewendung aufzugreifen, die Kirche vom Saulus zum Paulus gewandelt.

Als an der Sonder-Generalkonferenz von 2019 die Delegierten den Traditional Plan annahmen, wurde damit der inklusive Teil der Kirche mit ausschliessenden neuen Kirchenparagraphen vor den Kopf gestossen. In der Folge zerbrach die Kirche. In den USA haben seither 25% der meist traditionellen Gemeinden die UMC verlassen. In der nun nachgeholten Generalkonferenz von 2020 - sie fiel mehrfach wegen der COVID-Pandemie aus - wurden nicht nur die 2019 neu hinzugekommenen Restriktionen wieder entfernt, sondern auch (vermutlich) alle verletzende Aussagen aus früherer Zeit. Sie hatten teilweise eine mehr als 50-jährige Tradition in der UMC. Hinter dieser Entwicklung steht auch eine Mehrheit der afrikanischen Delegierten, wenn dies auch von einigen wenigen bestritten wird.

Nichts zeigte diesen U-Turn besser als die Freude am Freitagmorgen. Nach dem Morgengottesdienst bildeten die Konferenzdelegierten zum Soulhit "Love Train" Polonaisen (Siehe Aufzeichnung vom Gottesdienst, ab etwa 1:03:20), fasten sich lachend und weinend an den Händen und tanzten ausgelassen in grossen Sitzungssaal. Also just zu einem Song der Gruppe O'Jays, der 1972 die Charts stürmte, im selben Jahr also, als in der Kirchenordnung der UMC erstmals eine disqualifizierende Aussage über Homosexuelle Eingang fand.

Am gestrigen Freitag wurden nun noch einmal einige diskriminierende Stellen aus der Kirchenordnung gestrichen. So wurden Strafbestimmungen gelöscht, welche die Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren verbieten. Im Verlauf der letzten dreissig Jahren wurden für die Übertretung dieser Bestimmungen etlichen Pfarrpersonen der Prozess gemacht. Zugleich wurde eine neue Bestimmung angenommen, die wie folgt lautet: "Von keiner Pfarrperson darf zu irgendeiner Zeit verlangt werden, dass sie eine Eheschließung, eine Trauung oder eine Segnung vornimmt, oder es darf ihr untersagt werden, eine solche vorzunehmen. Alle Geistlichen haben das Recht, nach ihrem Gewissen zu entscheiden, wenn sie gebeten werden, eine Eheschließung, eine Trauung oder eine Segnung vorzunehmen." Dieser Text kommt unter dem neuen Wind, der nun in der UMC weht, vor allem den traditionell denkenden Pfarrpersonen zugut. Gerade darin wird sichtbar, dass die Evangelisch-methodistische Kirche eine wirklich inklusive Gemeinschaft sein will, in der alle Menschen, egal was sie denken, angenommen sind und unter dem Segen und der Gnade Christi Teil der Kirche sein dürfen.

Von weiteren Regeln, welche traditionell denkende Kreise schützen, schreibt auch Bischof Zürcher in einem Brief-Résumé, das gestern veröffentlich wurde. Es kann im gesamten Wortlaut heruntergeladen werden.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 3. Mai 2024

Die revidierten Sozialen Grundsätze sind beschlossen

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Molly Mwayera aus Simbabwe bringt an der Generalkonferenz beim Eheverständnis in den Sozialen Grundsätzen einen Änderungsantrag ein.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Die neu verabschiedeten Sozialen Grundsätze wurden als lehrreiches Dokument für alle Mitglieder der Evangelisch-methodistischen Kirche erstellt. Sie sind für die Erwachsenenbildung, für die Predigt von der Kanzel, für den Seminarunterricht und als Leitfaden für uns alle gedacht. So können wir sie jetzt nutzen." Bischöfin Sally Dyck

Ein Bibelvers - 2. Mose 20,1+2

"Gott sprach alle diese Worte: 'Ich bin der Herr, dein Gott! Ich habe dich aus dem Land Ägypten herausgeführt – aus dem Leben in der Sklaverei.'"

Eine Anregung

Die revidierten Sozialen Grundsätze sind beschlossen. Gestern wurde vom Plenum der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte, North Carolina auch der Abschnitt "The Social Community" mit 523 Ja-Stimmen gegen 161 Nein-Stimmen angenommen. In diesem Teil findet man den Abschnitt zur menschlichen Sexualität und das Eheverständnis der Kirche, also die zwei umstrittensten Themen, welche auch in gewisser Weise zur aktuellen Kirchenspaltung geführt haben.

Die an dieser Stelle 1972 in die Sozialen Grundsätze aufgenommene Aussage: "Die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche kann die praktizierte Homosexualität nicht gutheissen und betrachtet diese Handlungsweise als unvereinbar mit der christlichen Lehre" ist in den revidierten Sozialen Grundsätzen nicht mehr zu finden.

Mehr zu reden gab das Eheverständnis. Im dazugehörigen Text wurde bekräftigt, die Ehe zu verstehen "...als einen heiligen, lebenslangen Bund, der zwei gläubige Menschen miteinander verbindet...". Molly Mwayera aus Simbabwe brachte dazu einen Abänderungsantrag ein. Sie nannte dies "die doppelte Definition der Ehe" und wolle damit die verschiedenen Ehevorstellungen in den Weltregionen stärken. Ihre vorgeschlagene Einfügung findet sich im nachfolgenden Zitat aus den Sozialen Grundsätzen zwischen den rechteckigen Klammern: "In der Kirche bekräftigen wir die Ehe als einen heiligen, lebenslangen Bund, der zwei gläubige Menschen [einen erwachsenen Mann und eine erwachsene Frau die ehemündig sind, oder zwei erwachsene, ehemündige Personen] in eine Verbindung miteinander bringt." ("Within the church we affirm marriage as a sacred lifelong covenant that brings two people of faith [adult man and woman of consenting age or two adult persons of consenting age] into union with one another.") Der Abänderungsantrag wurde von 72% der Stimmenden angenommen. Somit findet sich nun auch wieder das traditionelle Eheverständnis zwischen einem Mann und einer Frau in den Sozialen Grundsätzen.

Bischof Stefan Zürcher schreibt zu dieser Entwicklung in einem Brief, der in diesen Tagen allen Pfarrpersonen der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa zugestellt wird: "Die revidierten Sozialen Grundsätze enthalten weiterhin das traditionelle Verständnis der Ehe und eröffnen die Möglichkeit, es auch anders zu definieren. Qualifizierende Aussagen zur sexuellen Orientierung werden in den Sozialen Grundsätzen und der Kirchenordnung nicht mehr gemacht. Wichtig für uns: Die Generalkonferenz gab den Zentralkonferenzen ausdrücklich die Befugnis, für ihr Gebiet die Definition der Ehe und Richtlinien für Feiern zur Eheschliessung sowie die Anforderungen an Bewerbende für den pastoralen Dienst und die Ordination selbst festzulegen. Die Zentralkonferenzen können diese Kompetenzen an ihre Jährlichen Konferenzen übertragen. Was wir an der ausserordentlichen Zentralkonferenz in Basel im November 2022 beschlossen haben, können wir nun mit der vollen Unterstützung der Generalkonferenz umsetzen. Schon damals haben wir den Schutz der verschiedenen Überzeugungen in unserer Zentralkonferenz sichergestellt."

Mit diesem letzten Entscheid zu den Sozialen Grundsätzen hat eine 12-jährige intensive Arbeit, die ihren Ausgang im europäischen Kontext genommen hat (siehe Beitrag vom 29. April) einen erfolgreichen Abschluss gefunden. 

Und was ist aus der Amtszeitbeschränkung beim Bischofsamt geworden? Eine gestern diskutierte Vorlage sah vor, die Amtszeit in den USA auf 8 plus 4 Jahre zu beschränken. Dies wurde dann abgeändert auf 8 plus 8 Jahre. Letztlich wurde der Antrag als Ganzes an die zuständigen Boards zurückgewiesen. Für die Zentralkonferenzen hätte dieser Antrag sowieso keine Veränderung gebracht aufgrund des folgenden Satzes in der Vorlage: "Jeder Bischof, der von einer Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche gewählt wird, hat eine Amtszeit, die von der Zentralkonferenz, die den Bischof wählt, festgelegt wird."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 2. Mai 2024

Die Generalkonferenz nimmt Fahrt auf

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Lonnie Chafin, ich kenne ihn aus der Zeit im General Board of Church and Society, vertrat einige der schwierigeren Anträge, welche auch Auswirkungen auf die Zentralkonferenzen haben werden.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Wenn also jemand sagt: 'Wir werden neutral', dann bedeutet das für mich, dass wir zu einem Punkt zurückkehren, an dem wir alle Ausdrücke entfernt haben, die eine Gruppe von Menschen identifizieren und sie diskriminieren. Das ist für mich eine neutrale Sprache." Jan Lawrence, Geschäftsführerin vom Reconciling Ministries Network

Ein Bibelvers - Psalm 118,24

"Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!"

Eine Anregung

Die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Charlotte, North Carolina nimmt Fahrt auf. Das ist auch gut so, denn die Arbeitslast, die nach dem drittletzten Sitzungstag noch vor den Delegierten liegt, bleibt gross. Zu Feiern gibt es für die meisten der Delegierten schon jetzt.

Die 2019 an der Sonder-Generalkonferenz angenommenen Gesetzestexte des "Traditional Plans" wurden fast kommentarlos und mit grosser Mehrheit aus der Kirchenordnung wieder entfernt.

Fast alle Paragraphen, in denen die menschliche Sexualität eine diskriminierende Rolle gespielt hat, wurden aus der Kirchenordnung der weltweiten Kirche entfernt. Mit diesem Weglassen wird eine Haltung in der EMK ermöglicht, die von traditionell bis liberal-progressiv gelebt werden kann. Weitere Korrekturen in dieser Sache stehen wohl heute [Livestream ab 14.00 Uhr MESZ] an der Generalkonferenz auf den Traktanden.

Ein weiteres umstrittenes Thema war ein Antrag, die Möglichkeit weiterzuführen, in vereinfachter Weise als Gemeinde aus der Evangelisch-methodistischen Kirche auszutreten. Dieser Antrag wurde von der Generalkonferenz auf Empfehlung des vorberatenden Komitees mit grosser Mehrheit abgelehnt. Damit findet die vereinfachte Abspaltung von der EMK ein definitives Ende.

Ein letzter Antrag zur Regionalisierung wurde gestern ebenfalls angenommen. Es war die knappste Abstimmung mit 81% Zustimmung. Allein diese grosse Mehrheit zeigt das Zusammenrücken der EMK weltweit überdeutlich.

Gleichentags wurde ein anderer Antrag angenommen, der die Möglichkeit eröffnet, dass Kirchen, welche sich von der EMK getrennt haben, wieder zu ihr zurückkehren können. Eine Rednerin meinte: "Das entscheidende Wort in dieser Sache lautet 'Gnade'".

Die meisten der Delegierten sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden. Mehr als ein Wermutstropfen ist jedoch, dass die Delegierten der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa, zu der auch die Schweiz gehört, eine grosse Zahl von Ländern in ihrem Bischofsgebiet versammelt, welche traditionell ausgerichtet sind. Entsprechend gehören auch etliche der Delegierte unserer Zentralkonferenz zu den "Verlierern" an der Generalkonferenz und fragen sich nun, wie es bei ihnen zuhause weitergehen wird. Vorbeugend hat die Zentralkonferenz bereits früher vom Adaptionsrecht Gebrauch gemacht, und die Rahmenbedingungen so gesetzt, dass es traditionell denkenden Gemeinden, Jährlichen Konferenzen und Länderdistrikten möglich wird, bei den Formulierungen der bisherigen Kirchenordnung zu bleiben. Was es dafür braucht, ist die Kraft, sich in christlicher Geschwisterlichkeit zu ertragen, selbst wenn die Haltung zu bestimmten Themen wie der menschlichen Sexualität und dem Eheverständnis gegensätzlicher nicht sein könnte. Ob das wohl gelingt?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 1. Mai 2024

Konferenzmuster und Minority Report

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Am vergangenen Montag performten auch Tänzerinnen beim Auftritt der methodistischen Frauen von United Women in Faith an der Generalkonferenz in Charlotte.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Vielleicht ist die Hölle nichts als eine gewaltige Konferenz derer, die wenig oder nichts zu sagen haben, aber eine Ewigkeit dafür brauchen." Dudley C. Stone, amerikanischer Topmanager

Ein Bibelvers - Nehemia 8,3

"Vom Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor daraus vor. Die Männer, Frauen und alle, die es verstehen konnten, hörten aufmerksam zu. Das ganze Volk folgte gespannt den Worten der Schrift."

Eine Anregung

Die Leichtigkeit eines Tanzes hat eine Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche nicht gerade. Vielleicht kann man sogar sagen: im Gegenteil. Was sich an dieser wichtigsten und grössten methodistischen Konferenz zeigt, lässt sich bei allen Konferenzen beobachten.

Finanzfragen: Da wäre das Ringen um die Finanzen. Geld hat eine Kirche nie genug. Und wenn sie genug hat, dann wird sofort dafür gesorgt, dass es beim nächsten Mal wieder so ist, dass Geld für die Arbeit knapp ist. Entsprechend dauern die Beratungen über Finanzen oft lange und sind in ihrem Inhalt umstritten. Gestern wurde ein Minority Report angenommen. Das hat nichts mit dem spannenden Science-Fiction-Film gleichen Namens zu tun, sondern mit der Möglichkeit, dass die Konferenz sich auch einer Minderheitenmeinung anschliessen kann. Was sie denn auch getan hat, wobei durch die Verhandlungen ein Kompromiss herausgekommen ist zwischen der finanziellen Unterstützung der Ortsgemeinden und dem gesamtkirchlichen Finanzbedarf.

Geschäftsordnung und Zeit: Da wären die Vorgaben durch die parlamentarischen Regeln. Diese sehen vor, dass ein leitender Bischof nur leitet und nicht mitredet. Werden komplizierte Fragen gestellt, können schon einmal Minuten vergehen, bis man sich auf eine Antwort einigt.
Allein schon die elektronische Abstimmung dauert in der Regel 2 Minuten, da es immer wieder technische Probleme gibt. Rednerinnen und Redner brauchen weiter Zeit, um an die Mikrofone zu gelangen. Noch einmal Zeit kosten der Rattenschwanz bei der Selbstvorstellung, und weil sich auch bekannte Personen, die viel reden, jedes Mal wieder von neuem vorstellen in der Form: Name, Vorname, Laien- oder Pfarrperson, Geschlecht, Altersgruppe, Hautfarbe, Herkunft, Abstammung, Gender und Pronomen, vergeht je nach Redetempo dafür beachtlich viel Konferenzzeit. Eine Beschränkung auf das nicht Offensichtliche schiene mir angemessener.
Mit jedem Änderungs- oder Ergänzungs- oder Rückweisungsantrag nimmt ein Geschäft weitere Zeit in Anspruch. Da die Regeln vorsehen, dass jeweils bis drei Personen je dafür und dagegen sprechen können und dabei drei Minuten Redezeit bekommen, dauern solche Verhandlungsteile in der Regel mindestens 20 Minuten. Gestern wurde dann die Redezeit parlamentarisch verkürzt auf zwei Minuten. Das soll bis acht Stunden Zeit einsparen.

Verhandlungsstau: Ein weiteres Muster ist, dass gegen Ende der Konferenz die Zeit für all die Geschäfte, die noch nicht behandelt wurden, knapp wird. So hat die Generalkonferenz zwar gestern einige Vorlagen mehr als die Tage zuvor bearbeitet, und doch sind es heute sogar noch mehr Vorlagen als Gestern, die es bis zum Ende der Generalkonferenz zu behandeln gilt. Auch ein Muster: Eingesparte Zeit wird für anderes wieder verschwendet.

Begleitprogramm: Präsentationen der verschiedenen Player an einer Konferenz müssen unterhalten. Das zumindest ist die Meinung der Macher. Also werden Filme gezeigt, es wird getanzt, und vorgestellt und vieles mehr. Würde man sich auf die Fakten beschränken, dann würde dafür die halbe Zeit ausreichen. Aber es wäre halt nicht so nice.

Konferenzende: Jede Konferenz findet ein Ende. Das ist zumindest eine tröstliche Erfahrung. Also bleiben wir guter Hoffnung. 

PS: Ein beachtlicher Teil der neuen, revidierten Sozialen Grundsätze wurde bereits von der Generalkonferenz angenommen. Es bleiben Abschnitte, für die es Verhandlungen im Plenum braucht.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 30. April 2024

Zwei Bischofsgebiete mehr für Afrika

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Bischof Harald Rückert vertrat an der Generalkonferenz für das Standing Committee on Central Conference Matters den Antrag für weitere Bischofsgebiet in Afrika.
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"Schickt keine Leute nach Afrika, um Menschen aus der Evangelisch-methodistischen Kirche herauszuholen." Bischof Eben K. Nhiwatiwa in seiner Predigt vom vergangenen Samstag an der Generalkonferenz in Charlotte

Ein Bibelvers - Matthäus 4,1

"Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Dort sollte er vom Teufel auf die Probe gestellt werden."

Eine Anregung

Es war eine schwierige Diskussion am gestrigen Verhandlungstag der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte. 2016 an der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche wurde die Notwendigkeit von fünf neuen Bischofsgebieten in Afrika von den Delegierten bestätigt. Durch die sehr angespannte finanzielle Situation aufgrund der Kirchenspaltung ist dies 2024 nicht mehr umsetzbar. So stand ein Antrag im Raum, zu den 13 bestehenden afrikanischen Bischofsgebieten zwei weitere einzurichten, und für die weiteren drei unbestritten nötigen Bischofsgebiete in Afrika Wege bis 2028 zu finden.

Die Verhandlungen waren dann von zahlreichen Änderungs- und Zusatzanträgen geprägt. Verständlich, dass viele afrikanische Delegierte mit dieser Vorlage unglücklich waren und sich stark machten für weiter Bischofsgebiete zum jetzigen Zeitpunkt. Zwei Änderungsanträge kamen durch, der eine eine Präzisierung. Der andere Änderungsantrag, der angenommen wurde, sieht vor, bereits bei der nächsten ausserordentlichen Tagung der Generalkonferenz 2026 (falls sie stattfindet) einen Vorschlag zu erwarten, wie die drei anderen zusätzlichen Bischofsgebiete finanziert und eingerichtete werden können.

Die an sich nicht so komplizierte Vorlage wurde nicht überall verstanden. So meinten einige Redner, in Afrika werde nun sogar ein Bischof eingespart. Bischof Harald Rückert hatte alle Mühe, klar zu machen worum es wirklich geht.

Schlussendlich nach zwei Verhandlungsstunden, unterbrochen vom Mittagessen, wurde der Antrag mit 645 Ja-Stimmen und 96 Nein-Stimmen deutlich angenommen. Nun können die Zentralkonferenzen in Afrika die zwei zusätzlichen Gebiete definieren und wohl bald schon zur Bischofswahl für zwei neue Regionen schreiten.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 29. April 2024

Die Revidierten Soziale Grundsätze - ein Kommentar

Ein Zitat

Der interimistische Generalsekretär John Hill von General Board of Church and Society informiert an einem der ersten Tage an der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche über die neu revidierten Sozialen Grundsätze und ihre Entstehung.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"In der Evangelisch-methodistischen Kirche, einschließlich ihrer Vorgänger, ist das Anliegen für soziale Gerechtigkeit tief in der eigenen Geschichte verwurzelt. Ihre Mitglieder haben oft offen und ehrlich zu kontroversen Themen, die christliche Grundüberzeugungen betreffen, Stellung bezogen." Aus dem Vorwort der Revidierten Sozialen Grundsätze der United Methodist Church

Ein Bibelvers - Römer 8,22

"Wir wissen ja: Die ganze Schöpfung seufzt und stöhnt vor Schmerz wie in Geburtswehen – bis heute."

Eine Anregung

Seit die Bischöfliche Methodistenkirche im Jahr 1908 als erste Kirche überhaupt ein Soziales Bekenntnis angenommen hat, ist die soziale Gerechtigkeit ein wichtiger Bestandteil deren Kircheseins. Seit Zusammenschluss zweier methodistischer Traditionen zur Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) im Jahr 1968 gibt es den Willen zu und die Umsetzung der Sozialen Grundsätzen. Diese wollen Leitlinie sein für das Leben als Christin, als Christ, werden aber nicht im Sinn von verpflichtendem Kirchenrecht verstanden.

Nun liegt ein revidierter, beziehungsweise vollständig neu verfasster Text der Sozialen Grundsätze an der Generalkonferenz der United Methodist Church in Charlotte zur Annahme vor. Darin heisst es: "Die Sozialen Grundsätze sind auch ein lebendes Dokument. In Anerkennung der wichtigen Änderungen, die in den vergangenen 50 Jahren in der Evangelisch-methodistischen Kirche stattgefunden haben, einschließlich bedeutender Entwicklungen in Afrika, Europa und den Philippinen, hat die Generalkonferenz 2012 eine Überarbeitung der Sozialen Grundsätze angeordnet, um deren theologisches Fundament, Prägnanz und globale Bedeutung zu vergrößern." 

Kommentar: Da ich eine der Personen bin, die seit 2006, als eine europäisch Konsultation zu den Sozialen Grundsätzen in Wien stattfand, immer eingebunden war in die Planung und die Revision der Sozialen Grundsätze, erlaube ich mir dazu einen Kommentar.

2006 formulierte der damalige, für die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (ZKMSE) zuständige amtierende Bischof Heinrich Bolleter in Wien die Grundzüge der Revision der Sozialen Grundsätze. Durch die regelmässig an Generalkonferenzen ergänzten und neuformulierten Texte hatten die Sozialen Grundsätze den Charakter von Resolutionen angenommen. Sie waren auch stark auf den US-amerikanischen Kontext ausgerichtet und meist kaum theologisch und ekklesiologisch begründet. Dies sollte in einer Revision korrigiert werden. Allerdings hatte der damalige Generalsekretär des General Boards of Church and Society (GBCS) Jim Winkler grosse Bedenken, dass durch eine solche Revision die konservativen Aussagen in den Sozialen Grundsätzen noch stärker gewichtet würden; Aussagen wie die, dass Homosexualität nicht mit der christlichen Lehre vereinbar seien.

Ab 2007 war ich der Vertreter der ZKMSE im GBCS. An den zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen brachten wir Europäer das Anliegen erneut auf den Tisch und fanden endlich Gehör. Allerdings teilte ich in dieser Zeit die Meinung von Jim Winkler, dass die Revision auch kontraproduktiv sein könnte. Die konservativen Kreise hatten an allen bisherigen Generalkonferenzen eine Mehrheit. Dies wäre wohl auch 2020 so gewesen, an der wegen COVID schlussendlich auf 2024 verschobenen Tagung. 2020 hätte ich den Revidierten Sozialen Grundsätzen keine Chance gegeben. Zu sehr hätte die damalige Mehrheit festhalten wollen an den traditionellen Vorstellungen zur Menschlichen Sexualität.

Jedoch ist in den letzten vier Jahren viel geschehen. Eine neue, traditionelle Kirche, die Global Methodist Church, wurde gegründet. In den USA (25% aller Gemeinden) und teils auch in anderen Weltgegenden haben sich traditionelle Gemeinden von der United Methodist Church abgespalten. Die Zusammensetzung der aktuellen Generalkonferenz ist heute so komplett verschieden von 2019 oder 2020, dass wir damit rechnen dürfen, dass die Revidierten Sozialen Grundsätzen die nötige Mehrheit bekommen werden an der Generalkonferenz. Die Kirchenspaltung hat es gebraucht, dass ein ureuropäisches Anliegen in der United Methodist Church endlich verwirklicht werden kann. Jetzt ist der Kairos dazu. Als jemand, der selbst beteiligt war an den Formulierungen der neuen Revidierten Sozialen Grundsätzen bete ich, dass die Generalkonferenz diesen Text annimmt. 

PS: Bei einigen Personen hat gestern der Link zum Lied "Ubi Caritas" nicht funktioniert. Hier darum noch einmal diese schöne Interpretation des Handglockenensembles The Charlotte Bronze.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 28. April 2024

Mitreissende Gottesdienste

Ein Zitat

Das Handglockenensemble The Charlotte Bronce eröffnet musikalisch den Sitzungstag der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte, North Carolina vom 27. April.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Methodistinnen und Methodisten sind Weltmeister im Argumentieren. Aber an dieser Generalkonferenz ist etwas geschehen. Auf allen Seiten zeigen mit Menschen ihre Freude." Bishop Eben Nhiwatiwa von der Zimbabwe Episcopal Area in seiner Predigt vom 27. April an der Generalkonferenz der United Methodist Church. (sinngemäss zitiert)

Ein Bibelvers - Philipper 4,4

"Freut euch immerzu, weil ihr zum Herrn gehört. Ich sage es noch einmal: Freut euch!"

Eine Anregung

An Sonntagen besuchen die Delegierten der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte die Gottesdienste der umliegenden Gemeinden. Die Konferenzgeschäfte ruhen, und so auch die bereichernden Gottesdienste, die jeweils zu Beginn an den Sitzungstagen gefeiert werden.

Diese Gottesdienste sind Höhepunkte. Die Predigten von Bischöfinnen und Bischöfen sind aussergewöhnlich, mutmachend und fordernd, die Musik berührend. Für diesen Sonntag sollen dafür zwei Beispiele vom gestrigen Samstag stehen. Im afrikanischen Stil wäre da der Song "There's No One like Jesus". Als zweites Beispiel empfehle ich das bekannte Anbetungslied "Ubi Caritas", interpretiert vom Handglockenensemble The Charlotte Bronze.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 27. April 2024

Pocket-sized Jesus und liturgische Gewänder

Ein Zitat

Bischof Gregory V. Palmer leitet für eine halbe Stunde die Plenarsitzung der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte, North Carolina.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Im Blick auf das, was landläufig unter Christsein verstanden wird, habe ich den Eindruck, dass es ein Leben mehr verändert, einen Dackel zu kaufen, als Christ zu werden." Holger Bungenberg, Theologe

Ein Bibelvers - Psalm 126,2

"Da füllte Lachen unseren Mund, und Jubel löste uns die Zunge. Da sagte man unter den Völkern: 'Der Herr hat Großes an ihnen getan!'"

Eine Anregung

In manchen Plenarversammlungen der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche fällt vor allem das Skurrile und Seltsame auf. Dies, auch wenn es natürlich auch Berührendes und Wesentliches gab am öffentlich übertragenen Teil der Verhandlungen vom 26. April.

Begonnen hatte es mit der Predigt von Bischöfin Sharma Lewis, die von ihrem Temperament und der Lautstärke her wohl unterschiedlich erlebt worden ist.

Bishop Héctor A. Burgos Núñez, der im Folgenden die Verhandlungen leitete, stellte neben sich eine winzig kleine Playmobil-Jesusfigur, einen "Pocket-sized Jesus" hin, und meinte, das mache im bewusst, "Jesus is watching" (Jesus schaut zu!).

Nach dem Wechsel der Konferenzleitung von Bischof Burgos Núñez zu Bischof Gregory V. Palmer versuchte ein Delegierter aus Afrika per Ordnungsantrag und mit der Begründung, die Evangelisch-methodistische Kirche sei eine liturgische Kirche, durchzusetzen, dass an der Generalkonferenz leitenden Bischöfe statt im Anzug in ihren liturgischen Gewändern auftreten sollen; ohne Erfolg.

Der Wechsel zu Bischof Palmer selbst war eine knappe halbe Stunden vor Ende der Plenarsitzung wohl auch eher zeremonieller Natur. Zumindest durfte er nach der gemeinsamen Präsentation vom Connectional Table und dem Council of Bishops die Delegierten in die Pause schicken.

Bei der eindrücklichen Präsentation vom Connectional Table und dem Council of Bishops sorgte dann auch noch Bischof Mande Muyomba aus der Demokratischen Republik Kongo für Lacher, als er sich mit den Worten vorstellte: "My Name is Bishop Mande (Monday) not Bishop Tuesday."

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 26. April 2024

Eurasiens Methodisten werden autonom, ein Ureinwohner leitet die Generalkonferenz und immer wieder: Regionalisierung.

Ein Zitat

Screenshot aus dem Livestream von der Generalkonferenz. Mit Bischof David Wilson leitet erstmals ein Nativ American, er gehört zum Choctaw Nation of Oklahoma, eine Sitzung der Generalkonferenz.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Vertrauen ist jetzt die wertvollste Währung von uns Methodistinnen und Methodisten." Bischof Harald Rückert an der Präsentation zur Regionalisierung vom 24. April an der Generalkonferenz

Ein Bibelvers - Apostelgeschichte 2,11

"Wir sind Juden von Geburt an, aber auch Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei. Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat."

Eine Anregung

Zuerst in eigener Sache: Gestern habe ich definitiv entschieden, auch mit Verspätung nicht an den Tagungsort der Generalkonferenz anzureisen. Die Gründe erfahrt ihr in diesem Videobeitrag

Dank Livestream können wir alle aber doch auch ein wenig an den Tagungen der Generalkonferenz der United Methodist Church teilnehmen.

Vom gestrigen Tag gäbe es aus europäischer Sicht gleich mehrere Illustrationen zu diesem Beitrag. Ich habe mich für einen Screenshot von Bischof David Wilson entschieden. In der Geschichte der Methodistenkirche in den USA ist er der überhaupt erste Nativ American Bischof. Und so war es auch eine Weltpremiere, dass ein amerikanischer Ureinwohner, Wilson gehört zur Choctaw Nation von Oklahoma, einen Sitzungsteil der Generalkonferenz leitete. Just unter seinem Vorsitz kam dann auch ein Antrag zur Geschäftsordnung zur Diskussion welcher besagt: "Unmittelbar nachdem die Konferenz einberufen wurde, muss eine indigene Person eine ordnungsgemässe Anerkennung des Landbesitzes aussprechen. Jede andere Person als eine indigene Person, die versucht, eine Landanerkennung auszusprechen, darf dies NUR nach Rücksprache mit der zuständigen Stammesbehörde der indigenen Personen in dem Gebiet, in dem die Generalkonferenz stattfindet, tun." Was im amerikanischen Kontext als Respekt für die Ureinwohner verstanden werden soll, ist von der Praktikabilität her, speziell, wenn die Generalkonferenz auch einmal ausserhalb den USA tagen sollte, eine komplizierte Sache. Jedenfalls wurde dieser neue Geschäftsordnungspunkt mit grosser Mehrheit angenommen.

In einer anderen Sache konnte man dann auch ein Mitglied der Delegation der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa sehen. Stefan Schröckenfuchs aus Österreich drückte dabei sein Vertrauen in die sorgfältige Leitung der Bischöfinnen und Bischöfe aus. 

Wesentlicher waren die Beratungen der Generalkonferenz zum Antrag von vier Jährlichen Konferenz, aus der United Methodist Church auszuscheiden und eine autonome Kirche zu werden. Es sind dies die Zentralrussische Jährliche Konferenz, die Ostrussische und zentralasiatische provisorische Jährliche Konferenz, die Nordwestrussische und weissrussische provisorische Jährliche Konferenz und die Südrussische provisorische Jährliche Konferenz. Bischof Harald Rückert legte in seiner Einführung wert darauf, dass die Gespräche, die zu dieser Trennung führen werden, mit grossem gegenseitigen Respekt geführt worden waren. Auch sei die Tür für eine zukünftige Wiedervereinigung weit offen. Nach ausgiebiger Diskussion wurde der Antrag, mit 672 Ja-Stimmen und nur 67 Nein deutlich angenommen. Der eigentliche Austritt wird erst nach weiteren Entscheiden in etwa einem Jahr erfolgen. In einem bewegenden Wort an die Generalkonferenz richtete der für die ausscheidenden Jährlichen Konferenzen zuständige Bischof Eduard Khegay seinen Dank der Evangelisch-methodistische Kirche aus für die jahrelange Unterstützung in vielfältiger Hinsicht.

Und dann kam es auch noch zum ersten, spannungsvoll erwarteten Entscheid zur Regionalisierung. Mit der neuen Struktur sollen die fünf Jurisdiktionalkonferenzen in den USA zu einer Regionalkonferenz zusammengefasst werden. Die Zentralkonferenzen in Europa, Afrika und auf den Philippinen werden umbenannt in Regionalkonferenzen. Alle diese Konferenzen erhalten das selbe Adaptionsrecht. Kompetent eingeführt vom deutschen Bischof Harald Rückert und der schweizerischen Laienfrau Christine Schneider-Oesch wurde die Diskussion intensiv gesucht und führte schlussendlich zur erfreulich deutlichen Annahme des Antrags. 586 Ja-Stimmen standen 164 Nein-Stimmen gegenüber. Es braucht nun auch noch die 2/3-Mehrheit aller Delegierten von Jährlichen Konferenzen weltweit, damit der Generalkonferenzentscheid ratifiziert werden kann. Der Weg ist also noch nicht zu Ende. Ein hoffnungsvoller Schritt hat die Generalkonferenz getan.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 25. April 2024

Bischof Stefan Zürcher grüsst von der Generalkonferenz

Ein Zitat

Ausschnitt aus dem Video von Bischof Stefan Zürcher vor dem Tagungsort der Generalkonferenz in Charlotte.
Foto © EMK-Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa

"Die Stimmung hier ist wirklich eine andere als bei früheren Generalkonferenzen – und das ist so erfrischend."
Christine Schneider-Oesch von der Generalkonferenz in Charlotte

Ein Bibelvers - Psalm 16,11

"Du zeigst mir den Weg zum Leben. Große Freude finde ich in deiner Gegenwart und Glück an deiner Seite für immer."

Eine Anregung

Erstmals an einer Generalkonferenz, und dies gleich als Bischof; Stefan Zürcher richtet sich in einer Videoansprache an die Methodistinnen und Methodisten der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa. Im Video bittet er um das Gebet für die von 2020 auf dieses Jahr verschobene Generalkonferenz und erwähnt die beiden wohl wesentlichsten Themen: Das Geld; es stehen massivste Budgetkürzungen bevor und die Regionalisierung. Letztere könnte bereits heute oder morgen zur Abstimmung kommen, und würde aus einer US-zentrierten Kirche eine wirklich weltweite Kirche machen. Der Livestream zur Plenumsveranstaltung beginnt um 14.00 Uhr MESZ.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 24. April 2024

Gottesdienst, Geschäftsordnung und Lobbygruppierungen

Ein Zitat

Bischöfin Connie Mitchell Shelton aus der Region Raleigh begrüßt die Delegierten der Generalkonferenz der United Methodist Church 2024 in Charlotte, N.C.
Bildschirmfoto aus dem Livestream
"Die Delegierten sind frei, nach ihrem Gewissen abzustimmen, ohne Einmischung durch andere, die ihre Abstimmung beobachten, überwachen oder aufzeichnen. Personen dürfen keine Bestechungsgelder geben oder annehmen oder Delegierte bedrohen, um die Abstimmung zu beeinflussen." In die Geschäftsordnung der Generalkonferenz durch das General Conference Rules Committee eingebrachte und von den Delegierten angenommene neue Bestimmung.

Ein Bibelvers - Psalm 46,11

"Hört auf zu kämpfen und erkennt: Ich bin Gott! Ich stehe über den Völkern, ich stehe über der Welt."

Eine Anregung

Die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche war und ist umkämpft von verschiedenen Interessengruppen. Dabei gibt es offizielle und inoffizielle Gruppierungen. Da sind Lobbyorganisationen, welche sich für eine Öffnung der Kirche einsetzen. Und dann sind da drei konservative Organisationen; die Wesleyan Covenant Association (WCA), Good News, und das Institute for Religion and Democracy (IRD). Diese drei hatten an früheren Generalkonferenzen die internationalen Delegierten auf eigene Rechnung eine Woche vor Beginn der Generalkonferenz in den USA bewirtet und sie dabei zu einem bestimmten Abstimmungsverhalten zu bewegen versucht. Auch Handys wurden dabei verschenkt, über die dann die Abstimmungsempfehlungen zu den Delegierten gelangten.

Eine etwas jüngere Gruppierung ist "Mainstream UMC". In ihr sammeln sich Methodistinnen und Methodisten, welche sich nicht zu den extremen Positionen bekennen können. Mainstream UMC setzt sich für eine Kirche ein, in der alle Platz finden können. Als Ziele für diese Generalkonferenz hat Mainstream UMC Folgendes formuliert:

1. Eliminierung der verletzenden Sprache in der Kirchenordnung und Annahme der revidierten Sozialen Grundsätze. 2. Annahme der Regionalisierung und 3. Verhinderung der Wiederaufnahme und Ausweitung von weiteren Abspaltungen.

Auch Mainstream UMC informiert regelmässig die Delegierten über ihre Ziele. Und wenn sie den Eröffnungsgottesdienst kommentiert, dann mit entsprechender Gewichtung. So zum Beispiel im letzten Mail. Da steht: "Der Eröffnungsgottesdienst wurde durch die Predigt von Bischof Bickerton eingeleitet. Er ist der scheidende Präsident des Bischofsrates. Er brachte das Haus zum Beben, indem er diejenigen, die die United Methodist Church nicht aufbauen wollen, aufforderte, sie zu verlassen: 'Es ist keine Zeit für Sticheleien auf den letzten Drücker.' Bam. Sehr mutig und genau auf den Punkt gebracht. Er entwarf auch eine neue Vision für diejenigen von uns, die hier sein wollen, um die Kirche aufzubauen, zu deren Aufbau wir berufen sind. Er erhielt unzählige Beifallsrunden."

Im weiteren Verlauf der Plenumsveranstaltung wurde die Geschäftsordnung, bestehend aus 42 Regeln, bearbeitet und durch Anträge angepasst. Noch zuvor begrüsste Bischöfin Connie Mitchell Shelton aus der Region Raleigh die Delegierten zur Generalkonferenz 2020. Das Jahr 2020 war kein Versprecher, sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass es sich in diesem Jahr um die um vier Jahre hinausgeschobene Generalkonferenz handelt.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 23. April 2024

Livestream und Fotos von der Generalkonferenz

Ein Zitat

Blick auf die Flickr-Seite von United Methodist News Service. Hier werden nun laufend Bilder von der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte, North Carolina publiziert.
Foto © Jörg Niederer
"Gemäß dem Vorschlag würde sich die Kirche weltweit in acht Regionen organisieren: drei Regionen in Afrika, drei Regionen in Europa und Eurasien, eine Region auf den Philippinen sowie eine weitere Region in den Vereinigten Staaten. Jede Region hätte die gleichen Befugnisse, um die gemeinsame Ordnung der Kirche dem eigenen missionarischen Kontext anzupassen." Beitrag auf emk.de zur Generalkonferenz

Ein Bibelvers - Psalm 108,4

"Dir will ich danken unter den Völkern, Herr, und für dich musizieren vor den Nationen."

Eine Anregung

Heute beginnt die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte, North Carolina. Sie dauert bis zum 3. Mai. An der Generalkonferenz, die alle vier Jahre stattfindet, kommen Laien- und Pfarrpersonen aus vier Kontinenten zusammen, um das Geschick und den zukünftigen Kurs der Kirche in den kommenden Jahren zu bestimmen. 

Am Anlass finden auch viele mitreissende Gottesdienste statt. Die Liveübertragung von der Generalkonferenz beginnt denn auch mit dem Eröffnungsgottesdienst und kann in der Schweiz um 20.00 Uhr miterlebt werden.

Eine weitere Ressource, welche die Vielfalt der weltweiten Methodistenkirche sichtbar macht, sind die Fotos, die vom United Methodist News Service auf der Flickr-Webseite zur Verfügung gestellt werden.

An der Generalkonferenz wird eines der grossen Themen die Regionalisierung sein. Damit soll die Kirche noch besser den Missionsauftrag in den verschiedenen Weltregionen leben können, ohne dass damit die Einheit der Kirche weiter in Frage gestellt wird.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen