Freitag, 20. Dezember 2024

Von Hoffnung erfüllt

Ein Zitat

Bischof Stefan Zürcher anlässlich des Abendmahlsgottesdienstes der Zentralkonferenz-Exekutive 2024 in Wien.
Foto © Jörg Niederer
"Weihnachten erinnert uns daran dass Jesus in diese Welt gekommen ist; er unsere Hoffnung, unsere Freude, unser Licht." Bischof Stefan Zürcher in seiner Weihnachtsbotschaft 2024

Ein Bibelvers - Jesaja 12,2

"Ja, Gott ist meine Rettung. Ich bin voll Vertrauen und fürchte mich nicht. Denn Gott, der Herr, ist meine Zuflucht, von ihm singe ich in meinem Lied. Er hat mir die Rettung gebracht."

Eine Anregung

Die Weihnachtsbotschaft des evangelisch-methodistischen Bischofs Stefan Zürcher geht aus vom bekannten Taizé-Lied: "Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht: Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht."

Angehört und angesehen werden kann die knapp 4 Minuten dauernde, mutmachende Botschaft auf Youtube.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 19. Dezember 2024

Senza Maria

Ein Zitat

Krippenfiguren an einem Stand am Christkindlmarkt in Strasbourg.
Foto © Jörg Niederer
"Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du gingest ewiglich verloren!" Angelus Silesius (1624-1677)

Ein Bibelvers - Hebräer 9,12

"Christus brachte nicht das Blut von Ziegenböcken und Kälbern als Opfer dar, sondern sein eigenes Blut. So ist er ein für alle Mal in das Heiligtum eingetreten und hat die ewige Erlösung erwirkt."

Eine Anregung

In einem Weihnachtsgruss an die Dienstgemeinschaft der Pfarrpersonen schreibt Nicole Becher davon, dass eines Tages bei den Krippenfiguren die Maria fehlte. Das löste so einiges aus in den Gesprächen: "Ohne Maria ist kein Weihnachten möglich", so Nicole Becher und sie fährt fort: "Wenn keine Maria da ist, wer wird das Kind auf die Welt bringen? Wie kann ein Mensch werden, wie kann Gott* Mensch werden, so ganz richtig, ohne dass es eine werdende Mutter gibt?"

Noch Drastischeres ereignete sich vor Jahren, als mein Hund das aus Zeitungsschnipseln und Fischkleister in der Schule gebastelte Jesuskind aus der Weihnachtskrippe frass. Damals blieben Maria und Josef verschont, aber das Ergebnis war das selbe. Welchen Wert für Gottes Plan mit der Schöpfung, einschliesslich der Menschen, hätten Maria und Josef ohne Jesuskind?

Und nun, am gestrigen Christkindelmarkt in Strasbourg - ich war in dieser europäischen Metropole, um an der Trauerfeier von meinem einstigen Kirchengeschichts- und Griechisch-Lehrer Michel Weyer Abschied zu nehmen - und nun diese Inflation an Jesusfiguren, Marienfiguren, Joseffiguren. Ein Mangel an Jesuskindern scheint auf den Weihnachtsmärkten nicht zu herrschen.

Da stellt sich doch die Frage, was wäre, wenn es nicht nur eine Maria und einen Josef und einen Jesus gäbe, sondern Hunderte, ja Tausende? Gäbe es dann auch Hunderte und Tausende Kreuze und Gekreuzigte? Gab und gibt es die nicht sowieso, damals im Römischen Reich und heute in neuen Foltergefängnissen? Wäre Gottes Sohn uns präsenter, wenn es ihn gleich tausendfältig gäbe? Könnten wir ihn nicht mehr übersehen im Trubel des Alltags, da er sowieso an jeder Strassenecke zu finden wäre? Würde uns das gar noch stärker abstumpfen für die Geschichte Gottes mit den Menschen, als dass dies in der heutigen säkularisierten und kommerzialisierten Welt geschieht?

Nun, neu sind diese Gedanken nicht, wie man gut am Zitat von Angelus Silesius erkennen kann.

Ich finde, es ist gut, dass es Jesus und Maria und Josef nur je einmal gibt. Aber weniger als einmalig dürfte es sie auch nicht geben.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 18. Dezember 2024

Lokomotiven im Advent

Ein Zitat

Weihnachtsbeleuchtung in Form von einer Lokomotive.
Foto © Jörg Niederer
"Ich gäbe alle meine Symphonien darum, die Lokomotive erfunden zu haben." Antonín Leopold Dvořák (1841-1904)

Ein Bibelvers - 1. Mose 8,21

"Auch Josef ging von der Stadt Nazaret in Galiläa nach Judäa. Sein Ziel war die Stadt Betlehem, aus der David kam. Denn er stammte von David ab."

Eine Anregung

Ich frage mich gerade, warum es in der Adventszeit so viele Lichtinstallationen in Gestalt von Lokomotiven gibt. Meines Wissens kommen die nicht vor in der Weihnachtsgeschichte. Sie sind zwar weniger kitschig wie Elche und Rehe und die Weihnachtsmänner. Ganz nebenbei: Die kommen auch nicht vor in der Weihnachtsgeschichte. 

Also, warum Lokomotiven in Advent?

Ich habe wieder einmal die Künstliche Intelligenz befragt und folgende Antwort erhalten: "Lokomotiven als Lichterinstallation in der Adventszeit sind eine charmante und nostalgische Tradition. Sie symbolisieren oft die Reise und das Zusammenkommen von Familien während der Feiertage. Die Lokomotive steht für Bewegung, Abenteuer und die Freude am Reisen, was gut zur festlichen Stimmung passt. Außerdem erinnern sie an die historischen Dampflokomotiven, die in vielen Kulturen ein Symbol für Fortschritt und Verbindung sind." 

Mit dieser Antwort bin ich grad so klug wie davor. Zu allem Überfluss fragt mich im Anschluss dieser Antwort die Künstliche Intelligenz: "Hast du eine besondere Erinnerung oder Geschichte, die du mit solchen Lichterinstallationen verbindest?"

Nein, habe ich nicht. Einmal abgesehen davon, dass wir jeweils zu Weihnachten weitere Schienen zur Briobahn erhalten haben. Irgendwo in einer Kiste im Keller könnte dieser Holzeisenbahn-Bausatz vor sich hinschlummern. Vielleicht sollte ich doch wieder einmal eine Weihnachts-Eisenbahn in der Stube aufstellen.

Nachtrag: Gerade sagt mir meine Frau, dass die Briobahn bei einer Cousine gelandet ist, welche diese wiederum an unbekannte Personen weitergegeben hat. Das macht mich jetzt fast ein wenig sentimental und traurig.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 17. Dezember 2024

Aprikosen am Ginkgobaum

Ein Zitat

Der Same eines Ginkgobaums ist in Teilen essbar.
Foto © Jörg Niederer
"Schon im 18. Jahrhundert wurde klar, dass der Ginkgo weder Fisch noch Vogel ist und wurde darum bis 1897 bei den 'plantae obscurae' eingeteilt, den Pflanzensonderlingen." Gartencenter Hauenstein

Ein Bibelvers - 1. Mose 8,21

"Der Geruch stimmte den Herrn gnädig und er sagte zu sich selbst: 'Nie wieder will ich die Erde wegen der Menschen verfluchen.'"

Eine Anregung

Dieser Tage bin ich in Winterthur an einem winterkahlen Ginkgobaum vorbeigekommen, an dem Früchte hingen. Schon etwas schrumpelig waren sie, dafür hatten sie ihren schlechten Geruch schon abgelegt. Denn die äussere fleischige Schicht dieses Samens stinkt nach ranzigem Butter.

Aus diesem Grund werden in der Schweiz kaum weibliche Ginkgobäume kultiviert. Fast alle Ginkgobäume, die wir in den Parks und an Strassen finden, sind männlich und somit geruchsverträglich. 

Der Name Ginkgo lässt sich vom chinesischen Wort "gin-kyo" ableiten und bedeutet Silberaprikose. Wie kleine Aprikosen sehen die Samen denn auch aus. Essbar ist der innerste Teil des Samens, der in einer Schale sitzt, fast wie bei der Pistazie.

Für mich ist dieser Same des Ginkgobaums eine Erstsichtung, eine wunderschöne Adventsentdeckung, die nun Eingang in meine Sammlung an seltsamen Gewächsen gefunden hat.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 16. Dezember 2024

Pastell-Christbäume

Ein Zitat

Die untergehende Sonne zaubert rosa Wölkchen in die kahlen Winterbäume.
Foto © Jörg Niederer
"Das Licht der Herrlichkeit scheint mitten in der Nacht. Wer kann es sehn? Ein Herz, das Augen hat und wacht." Angelus Silesius (1624-1677)

Ein Bibelvers - 1. Johannes 1,5

"Das ist die Botschaft, die wir von Jesus Christus gehört haben und die wir euch verkünden: Gott ist Licht, in ihm gibt es keine Spur von Finsternis."

Eine Anregung

Die untergehende Sonne schmückt die Bäume auf dem Feld mit pastellfarbig leuchtenden Wölkchen. Selbst der Himmel macht mit bei der diesjährigen Adventserhellung und zaubert Weihnachtsbäume an Orte, an denen man sie gar nicht erwartet.

Für mich ist das eine 16. Adventsentdeckung dieses Jahres.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 15. Dezember 2024

Haltestelle Advent

Ein Zitat

Die neu erstellte Postautohaltestelle Illighausen Dorf ist das Adventsfenster vom 13. Dezember 2024.
Foto © Jörg Niederer
"Die Idee ist eine Haltestelle des Gedankens." Henri Bergson (1859-1941), Literaturnobelpreisträger

Ein Bibelvers - Jesaja 51,5

"Meine Gerechtigkeit ist nahe, meine Rettung ist schon auf dem Weg. Mit starker Hand schaffe ich Recht unter den Völkern. Auf mich hoffen die Bewohner der fernsten Inseln. Sie warten darauf, dass ich meine Stärke zeige."

Eine Anregung

Die Postauto-Haltestelle "Dorf" in Illighausen wurde diesen Sommer ganz neu gemäss den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes ausgebaut. Sie sieht noch ziemlich jungfräulich aus, womit wir passend bei der Weihnachtsgeschichte angelangt sind. Zudem wurde sie zum Adventsfenster vom 13. Dezember 2024. Für uns war sie am Samstag Adventsentdeckung und Fluchtort vor dem kalten Regen zugleich.

Ein Haltestelle im Verlauf der Woche kann auch der Gottesdienst am Sonntag in der Kirche sein. Heute werde ich in der Methodistenkirche in Weinfelden noch einmal über die Flucht von Lot und seiner Familie predigen. Beginnen wird der Anlass um 10.00 Uhr an der Hermannstrasse 10. Dazu sind alle ganz herzlich eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Samstag, 14. Dezember 2024

Christbaum auf dem Klo

Ein Zitat

Der Schriftzug von "Laufen Bathrooms" enthält anstelle des Buchstabens A ein Tannenbäumchen.
Foto © Jörg Niederer
"Auf dem Gelände wird eine Kantine eingerichtet, in der den Arbeitern hochwertige Mahlzeiten für 40 Cent angeboten werden." Der Eintrag zum Jahr 1905 aus der Geschichte des Unternehmens "Laufen"

Ein Bibelvers - Jesaja 41,19

"Ich lasse Zedern in der Wüste wachsen, Akazien, Myrtenbüsche und Olivenbäume. Im wasserlosen Land pflanze ich Kiefern, zusammen mit Pinien und Zypressen."

Eine Anregung

Gestern habe ich dabei geholfen, den Weihnachtsbaum in der Kirche aufzustellen und mit elektrischen Kerzen zu bestücken. Vielleicht dieser Arbeit wegen ist mir dann auf dem Herrenklo zum ersten Mal der kleine Tannenbaum im Schriftzug des Keramik- und Toilettenproduzenten "Laufen Bathrooms" aufgefallen. Vor über 130 Jahren gegründet ist das Unternehmen heute Teil der Roca-Gruppe und bekannt für sehr ästhetische Keramik auf dem Klo.

Wenn ich das erste Foto auf der Seite zur Unternehmensgeschichte anschauen, fallen mir jedoch auch die Kinder auf, die da als Teil der damaligen Mitarbeitenden zu sehen sind. Nun, diese Zeiten, als Kinder arbeiten mussten, sind zumindest in der Schweiz glücklicherweise vorbei. Dafür dürfen wir dankbar sein.

Das Tannenbäumchen im Namenszug "Laufen" jedenfalls ist meine heutige Adventsentdeckung. Ob ich jetzt jeweils dann, wenn ich auf die Toilette muss, an Weihnachten denke?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 13. Dezember 2024

Flötenklänge

Ein Zitat

Installation mit Musiknoten auf den Weissenstein bei Solothurn.
Foto © Jörg Niederer
"Die C-Flöte ist aller Laster Anfang." Abgewandeltes deutsches Sprichwort

Ein Bibelvers - Psalm 150,1.4

"Halleluja. Lobt Gott in seinem Heiligtum! … Lobt ihn zur Handtrommel und tanzt im Kreis! Lobt ihn mit Saitenspiel und Flötenmusik!"

Eine Anregung

Die Musiklehrerin hatte den adventlichen Auftritt ihrer Schülerinnen und Schüler im Altersheim eingefädelt. Ich war damals in der 4. Primarschulklasse, und der wohl mit Abstand unmotivierteste und unbegabteste Flötenspieler überhaupt. So kam es, wie es kommen musste. Mein Spielen war unterirdisch, ein Störfaktor der Harmonie. Es war das letzte Mal, dass ich öffentlich auftreten musste. Wobei dies wohl nicht an der Musiklehrerin lag. Nein, ich entzog mich dem Flötenunterricht, zu einer Zeit, als ich das Wort "Schulschwänzen" noch gar nicht kannte.

Flöten habe in der Advents- und Weihnachtszeit einen ihrer Einsatzhöhepunkte. Und dann werden sie noch einmal mit Leidenschaft in der Fastnachtszeit vorgeführt. Dann aber ist es das Piccolo und die Pfyffe, die in den Gassen von Basel und anderswo erklingen. In den übrigen Zeiten könnte man meinen, die Flöten seien "flöten gegangen", seien abhanden gekommen.

Kein Wunder also, dass gerade jetzt im Advent wieder geflötet wird was das Zeug hält, und anders als bei mir klingt es auch noch gekonnt und gut.

Meine 13. Adventsentdeckung ist das Woodpeckers Recorder Quartet. Zu viert spielen sie das Weihnachtslied "Hark, the herald angels sing". Die Melodie geht auf Felix Mendelssohn Bartholdy zurück, der Hauptteil des Textes auf den Methodisten John Wesley. Später wurde dieser Text dann noch von einem weiteren bekannten Prediger und Zeitgenossen Wesleys bearbeitet und in die heutige Form gebracht, von George Whitefield. Viel Freude beim Reinhören.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Hoffnung entfalten

Ein Zitat

Origami-Taube der Advents-Heilsarmeekampagne 2024.
Foto © Jörg Niederer
"Nur wenn wir einen Menschen wirklich sehen – mit all seinen Träumen, Leidenschaften und Ideen – kann echte Hoffnung entstehen." Text auf der Homepage der Heilsarmee

Ein Bibelvers - Kolosser 3,16

"Gebt dem Wort Raum, in dem Christus bei euch gegenwärtig ist. Lasst es seinen ganzen Reichtum unter euch entfalten."

Eine Anregung

Es ist eine typische Heilsarmee-Adventsentdeckung. Wieder gelingt es der sozial sehr aktiven christlichen Organisation, die Menschen für Randständige und andere Menschen zu sensibilisieren. Diesmal steht ein Obdachloser im Zentrum, der Origami-Tauben faltet und sie überall in der Stadt verteilt. Dort werden sie von vielen übersehen, aber nicht von allen.

"Hoffnung entfalten" lautet der Slogan der Kampagne. "Wer hinsieht, kann helfen." Es geht darum, die Menschen mit ihrem Potential zu entdecken, und dabei zu sein beim Entfalten ihrer und der eigenen Hoffnung. 

Hier geht es zum Kampagnenfilm, hier zur Faltanleitung für die Origami-Taube und hier zur Kampagnenseite mit weiteren Beiträgen, wie Hoffnung gerade auch durch die Heilsarmee entfaltet wird. Natürlich kann man da auch etwas in die virtuelle Topfkollekte einlegen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Mittwoch, 11. Dezember 2024

Lichter für die Religionsfreiheit

Ein Zitat

Weihnachtsbeleuchtung in der Altstadt von Winterthur.
Foto © Jörg Niederer
"Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden." Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Ein Bibelvers - Apostelgeschichte 8,1

"An diesem Tag begann für die Gemeinde in Jerusalem eine schwere Verfolgung. Mit Ausnahme der Apostel zerstreuten sich alle über das Gebiet von Judäa und Samarien."

Eine Anregung

Heute ab 18.00 Uhr organisiert die Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI) an vielen Orten Mahnwachen aus Solidarität für Glaubensverfolgte. Dazu schreibt CSI auf der Webseite: "Weltweit werden Millionen von Menschen wegen ihres Glaubens diskriminiert und verfolgt. viele davon sind Christen. Mit der Mahnwache setzen wir ein Zeichen und beten gleichzeitig an über 60 Orten in der Schweiz für Glaubensverfolgte."

Auch in Winterthur, da wo dieses Foto der Weihnachtsbeleuchtung aufgenommen wurde, findet eine Mahnwache statt, und zwar am Oberen Graben in der Altstadt.

Auch das ist eine Adventsentdeckung, dass Menschen gerade in der Zeit, in der dem Kommerz Lichter entzündet werden, einige Lichter für Menschen angezündet werden, die ihren Glauben nicht offen leben können.

Wer nun in Weinfelden, Frauenfeld, St. Gallen oder anderswo sich der Mahnwache anschliessen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. In Frauenfeld findet die Mahnwache beim Sämannsbrunnen statt, in St. Gallen beim Brunnen in der Marktgasse und in Weinfelden beim Bahnhof/Postpärkli.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Dienstag, 10. Dezember 2024

Stolperstein

Ein Zitat

Der Stolperstein für Arthur B. Vogt an der Kolosseumstrasse 21 in der Stadt St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren." Aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Ein Bibelvers - Daniel 9,4+5

"Ich betete zu meinem Gott, dem Herrn, bekannte meine Schuld und sagte: 'Ach Herr, du großer und furchterregender Gott! Du stehst zu deinem Bund und schenkst denen Gnade, die dich lieben und deine Gebote einhalten. Wir haben Sünden begangen und Unrecht getan, wir haben Schuld auf uns geladen und uns aufgelehnt. Von deinen Geboten und Vorschriften sind wir abgewichen.'"

Eine Anregung

Heute, am internationalen Tag der Menschenrechte ist meine Adventsentdeckung der bisher erste und einzige Stolperstein in St. Gallen. Und ausgerechnet heute ist die Webseite zu den Stolpersteinen nicht erreichbar. Vielleicht ändert das ja in Kürze wieder.

Stolpersteine sind kleine Messing-Gedenktafeln, die am Ort des Geschehens in den Boden eingelassen sind. Dahinter steht ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig (*1947). Auch in der Stadt St. Gallen sollen weitere solche Stolpersteine im kommenden Jahr gesetzt werden.

Etwas versteckt an der Kolosseumstrasse 21, unweit vom Bahnhof St. Fiden, wohnte einst Arthur Bernhard Vogt als Sohn einer Schweizerin und eines Tschechen. Geboren 1912 in Gossau war sein Verhängnis, dass er nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft hatte und homosexuell war in einer Zeit, als die Homosexualität (bis 1942) noch unter Strafe stand und danach noch lange diskriminiert wurde. Zudem war er mit seiner beachtlichen Grösse von fast zwei Metern eine auffällige Gestalt. 

Nachdem er immer wieder aus verschiedenen Kantonen ausgewiesen und auch mehrfach in der Schweiz inhaftiert wurde, wies man den tschechischen Staatsbürger 1937 aus der Schweiz aus. Das war in der Zeit, als die Einverleibung des Tschechischen Staates in das Deutsche Reich begann. Damit wurde aus dem Tschechen Arthur Vogt der Deutsche Staatsbürger Arthur Vogt.

1943 versuchte Vogt zusammen mit dem Polen Zygmunt Bak bei Lustenau aus Deutschland illegal in die Schweiz auszureisen. Der illegale Ausreiseversuch in die deutschlandfeindliche Schweiz wurde den beiden Männern von deutschen Gerichten als Feindbegünstigung ausgelegt ("...weil er durch seine Flucht die eigene Arbeitsleistung dem Reich entziehen würde...") und sie wurden beide zum Tod durch das Fallbeil verurteilt. Das Urteil wurde am 19. September 1944 in München-Stadelheim vollzogen.

Weltweit gibt es heute schon über 100'000 Stolpersteine. Wie wäre es, wenn du an diesem Menschenrechtstag einen Stolperstein in deiner Region besuchst? Wikipedia listet alle bisher gesetzten 37 Stolpersteine in der Schweiz auf.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Montag, 9. Dezember 2024

Lebendiger Weihnachtsbaumschmuck

Ein Zitat

Ein Graureiher steht einbeinig auf einem Baum in den Murgauen in Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Es geht nicht darum, was unter dem Christbaum steht, sondern wer drum herum steht." Charlie Brown

Ein Bibelvers - Hebräer 12,12+13

"Macht deshalb die müden Hände und die erlahmten Knie wieder stark! Und schafft für eure Füße gerade Pfade. Denn was lahm ist, soll nicht auch noch fehltreten, sondern geheilt werden."

Eine Anregung

Meine neunte Adventsentdeckung hat etwas mit Christbaumschmuck zu tun.

Gehörst du zu den Menschen, die jedes Jahr etwas neues für an den Weihnachtsbaum kaufen? Das meiste davon hängen wir ja dran. Aber einige Dinge stehen auf den Zweigen.

Dieser Tage erzählte mir jemand, wie sie Eulen gebastelt und auf einen Weihnachtsbaum gesteckt hätten. Plötzlich sein ein richtiger Waldkauz zum Fenster hereingeflogen, und habe sich zwischen die künstlichen Eulen gesetzt. Nun, ich habe meine Zweifel an dieser Geschichte. Vielleicht war es ein anderer Vogel, eine Amsel oder eine Drossel, eine Taube oder ein Sperling. Vielleicht hat die Geschichte auch nur in der Phantasie der Erzählerin stattgefunden oder kam in einem Film vor, den sie gesehen hatte.

Lebendiger Weihnachtsbaumschmuck gibt es glücklicherweise nur in Form von echten Tannenbäumen oder Pflanzen zu kaufen. Im Freien dagegen schmücken Tiere meist heimlich die Bäume, nebst Eichhörnchen, Baummarder, Hirschgeweihkäfer und Schnecken eben auch Vögel oder Füchse (Siehe dazu den Beitrag vom 20. Oktober 2021!).

Besonders gut gefällt mir der Graureiher auf dem Foto. Der Kälte wegen einbeinig hält er sich auf dem Ast und schein in aller Seelenruhe vor sich in zu meditieren. Man beachte das gelbe Auge und das kräftige Bein. Für mich ein schöner, lebendiger Adventsschmuck.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Sonntag, 8. Dezember 2024

Zurückschauen

Ein Zitat

Der Turm der Stadtkirche St. Niklaus in Frauenfeld hebt sich vor Alpengipfeln ab.
Foto © Jörg Niederer
"An der Vergangenheit festzuhalten ist gefährlich. Man muss einfach weitermachen." Robert Redford (*1936)

Ein Bibelvers - 1. Mose 19,17

"Als sie im Freien waren, sagte der eine [Engel zu Lot]: 'Rette dein Leben! Schau nicht zurück und bleib nirgendwo stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst kommst du um!'"

Eine Anregung

Meine achte Adventsentdeckung ist eine Aussicht, die ich bisher so noch nie gesehen habe. Von der Allmend Frauenfeld geht der Blick zum Kirchturm der Stadtkirche St. Niklaus. Dahinter heben sich überraschend klar die Alpen ab, und selbst der bekannte Zürcher Aussichtsberg Hörnli mit seiner Antenne ist gut zu sehen. Das kommt davon, wenn man einmal an einer Stelle, an der man es noch nie getan hat, zurückschaut.

Zurückschauen war keine Option, als Lot mit seiner Familie aus Sodom und Gomorra fliehen musste. Sein Weg in die Berge war viel zu weit, um sich dort in Sicherheit zu bringen. So bat er um die Bewahrung in der nahen Kleinstadt Zoar, und Gott gewährte ihm diesen Bitte.

Darüber werde ich heute in St. Gallen und in einer Woche in Weinfelden predigen. Erstaunlich, wie gut diese Geschichte auch in den Advent hineinpasst.

Vor Ort in St. Gallen kann man heute den Gottesdienst um 10.15 Uhr miterleben. Dazu sind alle ganz herzlich an die Kapellenstrasse 6 eingeladen.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen


Samstag, 7. Dezember 2024

Märchenhaft

Ein Zitat

Im Froschpärkli in St. Gallen findet sich der Froschkönig als Brunnenfigur.
Foto © Jörg Niederer
"Da sagte der König [zur Prinzessin]: 'Was du versprochen hast, das musst du auch halten; geh nur und mach ihm [dem Froschkönig] auf.'" Zitat aus dem Märchen "Der Froschkönig" nach den Gebrüdern Grimm

Ein Bibelvers - 2. Mose 26,28

"Der Nil wird von Fröschen wimmeln. Sie werden heraufkriechen und in dein Haus dringen. Sie werden in dein Schlafzimmer kommen und auf dein Bett."

Eine Anregung

Meine siebte Adventsentdeckung ist der Froschkönig-Brunnen. Er steht heute im Froschpärkli, unweit des Bahnhofs St. Fiden in St. Gallen. Die schöne, ausserhalb der Winterzeit wasserspeiende Bronze erinnert mich daran, dass im Advent die Märchen in den Fernsehprogrammen Hochkonjunktur haben. Allerdings sind es meist Versionen von Aschenputtel oder Cinderella, die gezeigt werden, oder der Nussknacker flimmert über den Bildschirm. An das Märchen vom Froschkönig kann ich mich weniger gut erinnern. Als ich es wieder einmal im Original gelesen habe, musste ich staunen.

Frage: Weisst du, wie der Froschkönig erlöst wird? Bisher dachte ich immer, dass es durch einen Kuss der jüngsten und schönsten Tochter des Königs geschehen sei. Nun aber lese ich, dass es ganz anders war. Erlöst wurde der Froschkönig dadurch, dass die Prinzessin, als der Frosch zu ihr ins Bett wollte, diesen an die Wand warf. Also durch einen aggressiven Akt wird aus dem garstigen Frosch ein schöner Prinz, und den liess die Prinzessin dann, nachdem sie ihn geheiratet hatte, doch noch in ihr Bett.

Bleibt zu sagen, dass ich kein Problem hätte, einen Frosch zu küssen, solange er nicht aus dem Tropen ist und Pfeilgift aus seinen Poren ausscheidet. Dagegen habe und würde ich wohl nie einen Frosch essen.

Übrigens wird der Frosch in der Bibel nur als Plage erwähnt. Man stelle sich vor, die Frösche, die damals dem Nil entstiegen waren, wären alles verwunschene Prinzen gewesen. Ganz Ägypten wäre nun voller Aristokraten.

Zurück zum Märchen. Was ist dein liebstes Märchen in dieser Weihnachtszeit?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Freitag, 6. Dezember 2024

Engagiert auf dem Capitol Hill

Ein Zitat

Vor dem United Methodist Building auf dem Capitol Hill versammeln sich 2008 das damalige Board of Directors zu einem Gruppenfoto.
Foto © Jörg Niederer
"Eine Kirche, die zur Strafe eilt, ist nicht offen für Gottes Barmherzigkeit, aber eine Kirche, der der Mut fehlt, in persönlichen und sozialen Fragen entschlossen zu handeln, verliert ihren Anspruch auf moralische Autorität." Kirchenordnung der Evangelisch-methodistischen Kirche von 2012

Ein Bibelvers - Psalm 112,5+9

"Gut ist der Mensch, der schenkt und verleiht. Bei seinen Geschäften hält er sich an das Recht... Er verteilt Spenden unter den Armen. Seine Gerechtigkeit steht fest für immer."

Eine Anregung

Im Jahr 2008 war ich zum ersten Mal als Delegierter der methodistischen Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa in das General Board of Church and Society (GBCS) der United Methodist Church delegiert. Damals entstand dieses Foto des gesamten Boards of Directors, direkt vor dem United Methodist Building, dem einzige Nichtregierungsgebäude auf dem Capitol Hill in Washington D.C.. In diesem Jahr schauen wir auf 100 Jahre Wirken in diesem historischen Gebäude zurück. Dazu wurde eine Online-Tour um das Gebäude herum und in seine Räume hinein eingerichtet. Die Tour ist aufschlussreich und anregend gestaltet. Wer Englisch beherrscht, erhält viele Informationen. So entdeckt man etwa einen Friedenspfahl vor dem markanten Gebäude. Ein solcher steht ja auch bei uns vor dem Eingang in die Methodistenkirche St. Gallen (siehe dazu den Beitrag von 18. Februar 2024!). Weiter erfährt man, dass in diesem Gebäude die erste Kantine zu finden war auf dem Capitol Hill, welche nicht rassengetrennt war. Oder man besucht die hauseigene Kapelle und erfährt, dass dort auch schon Coretta Scott King, die Witwe von Martin Luther King, Gottesdienste gefeiert hat.

Ich finde, die Online-Tour lohnt sich gerade in dieser Adventszeit, um zu erfahren, was die Methodistenkirche alles unternimmt, damit Menschen Gottes Liebe in Wort und Tat erfahren können.

Das also ist meine sechste Adventsentdeckung.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Der andere Christbaum

Ein Zitat

Gartenarbeiter pflanzen einen Baum in der neuen Erweiterung des Areals Bach beim Bahnhof St.Gallen-St.Fiden.
Foto © Jörg Niederer
"Wer Bäume pflanzt, liebt nicht nur sich selbst, sondern auch andere." Thomas Fuller

Ein Bibelvers - 1. Korinther 3,6

"Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen. Aber Gott hat es wachsen lassen."

Eine Anregung

Zwar habe ich nicht gesehen, wie der aktuelle Christbaum für den Domplatz St. Gallen eingeflogen und aufgerichtet wurde. Dafür war ich gestern Zeuge, wie ein anderer Weihnachtsbaum eingepflanzt wurde. Aktuell wird das Areal Bach erweitert. Die Erdbewegungen dazu erfolgen im Winter zu einer für die Vegetation idealen Zeit. Jetzt ist die günstige Gelegenheit, einen Baum zu pflanzen. Das geschah mit einem Kleinbagger.

Ich habe mich darüber sehr gefreut, ist doch jeder Baum im Stadtgebiet besonders wertvoll. Und dieser Weihnachtbaum wird nicht so schnell wieder abgeräumt, sondern darf im Frühjahr in neuem Blätterkleid erstrahlen. Möge er Frucht bringen und kühlen Schatten. 

Dieser besondere Christbaum ist meine fünfte Adventsentdeckung.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Mittwoch, 4. Dezember 2024

Randsteinkunst

Ein Zitat

Ausschnitt der Strasse vor der Post St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
"Das Kunstwerk ist eine imaginäre Insel, die rings von Wirklichkeit umbrandet ist." José Ortega Y Gasset (1883-1955)

Ein Bibelvers - 2. Mose 36,8

"Alle Fachleute unter den Handwerkern bauten die Wohnung für Gott. Sie bestand aus zehn Zeltbahnen. Man webte sie aus feinem Leinengarn, violetter, purpurroter und karmesinroter Wolle und bestickte sie mit Kerubim."

Eine Anregung

Es sind die flüchtigen Momente, wenn beim Blick auf den Boden sich Freude einstellt. So geschehen auf dem Bahnhofplatz St. Gallen, am Trottoirrand neben der Hauptpost.

Ich liebe diese spontanen Strukturen, Farbspiele und Texturen. Eis, Eisen, Stein, Rost, und Einschlüsse wechseln sich rhythmisch ab, bilden den Querschnitt eines ganz besonderen Regenbogens. 

Abstrakte Kunst, ohne Absicht entstanden. Meine vierte Adventsentdeckung.

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Dienstag, 3. Dezember 2024

Adventskugel

Ein Zitat

Frucht eines Amerikanischen Amberbaums.
Foto © Jörg Niederer
"Einkehren möchte ich in den / Kommenden Tagen des Advents / In die Mitte meines Lebens, / in die Stille meines Herzens, / in die Tiefe meiner Seele, / in die Gegenwart Gottes." Paul Weismantel (*1955)

Ein Bibelvers - 1 Timotheus 6:17

"Gib denjenigen, die in dieser Welt reich sind, die Anweisung, nicht überheblich zu sein. Sie sollen ihre Hoffnung nicht auf etwas so Unsicheres wie Reichtum setzen, sondern auf Gott. Er gibt uns alles in reichem Mass, und wir dürfen es genießen."

Eine Anregung

Nein, das ist kein in die Jahre gekommenes, ergrautes Corona-Virus. Das ist meine Advents-Weihnachtskugel. Ein natürliches Produkt, von einem Baum, der in unseren Innenstädten zunehmend zu finden ist. 

Der Amerikanische Amberbaum kommt mit nassen und trockenen Böden bestens zurecht. Seine Äste werden gerne als Wünschelruten verwendet. Das Holz duftet gut, auch die Blätter, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Aus dem Harz wurde früher in den USA Kaugummi produziert.

Solche Bäume wachsen bei der Bushaltestelle vor meiner Wohnung. Diese kleine Kugel ist mir buchstäblich vor die Füsse gerollt. Und weil sie so pittoresk ist, habe ich sie mitgenommen und zu meinen anderen Kuriositäten gelegt.

Hast du Sammlungen von Dingen, die dir besondere Freude bereiten?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Montag, 2. Dezember 2024

Frieren und feiern

Ein Zitat

Glühweinstand beim Bahnhof Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn dir kalt ist, stell dich doch in die Ecke, da hat es 90 Grad." Quelle unbekannt

Ein Bibelvers - Offenbarung 3,15

"Ich kenne deine Taten. Du bist weder kalt noch heiss. Ach, wärst du doch kalt oder heiss!"

Eine Anregung

Dezember: Nun poppen sie wieder auf, die Glühweinstände und die Raclette-Hütten.

Morgens steht der Stand von HP Meier in Frauenfeld wie ausgestorben da. Aber wenn ich abends beim Bahnhof Frauenfeld ankomme, dann überquellen die Tische mit Feiergelaunten. Sie trinken ihren heissen Punsch, Glühwein oder auch sonst etwas und geniessen es offensichtlich in dieser Runde. 

Immer dann frage ich mich, was daran so attraktiv ist, sich im Winter in die Kälte zu stellen, und stundenlang zu frieren. Vielleicht muss ich es halt doch einmal ausprobieren. Möchte vielleicht jemand mit mir mitkommen?

Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen

Sonntag, 1. Dezember 2024

Dankbarkeit über eine königliche Adventskerze

Ein Zitat

Dankbarkeit über eine königliche Adventskerze
Foto © Jörg Niederer
"Es gibt zwei Wege um das Licht zu verbreiten: sei die Kerze oder der Spiegel der sie reflektiert." Francis Bacon (1561–1626)

Ein Bibelvers - Philipper 3,1

"Im Übrigen, meine Brüder und Schwestern: Freut euch, weil ihr zum Herrn gehört! Es macht mir nichts aus, euch immer wieder dasselbe zu schreiben. Denn das gibt euch Sicherheit."

Eine Anregung

Zum ersten Advent hier einige Hinweise auf Online-Adventskalender.

Nicht nur Musikalisches findet man in den Adventskalendern von Andrew Bond und Christof Fankhauser.

Die beiden Pilgerinnen Eveline Strübi und Hildegard Aepli laden mit ihrem Adventskalender ein, auf den Weg der Stille durch den Advent zu gehen. Täglich um 7 Uhr findet sich auf Instagram ein Video, das zur Besinnung einlädt.

Dann wäre da noch ein Familien-Adventskalender, der sicher auch Einiges zu bieten hat.

Heute Sonntag geht es im Gottesdienst zum ersten Advent in der Methodistenkirche St. Gallen um die Freude, und ob man sich, aufgefordert zur Freude, auch wirklich freuen kann. 

Die Predigt kann auf YouTube angeschaut werden.


Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen