Ein Zitat
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Foto © Jörg Niederer |
Ein Bibelvers - Daniel 9,4+5
"Ich betete zu meinem Gott, dem Herrn, bekannte meine Schuld und sagte: 'Ach Herr, du großer und furchterregender Gott! Du stehst zu deinem Bund und schenkst denen Gnade, die dich lieben und deine Gebote einhalten. Wir haben Sünden begangen und Unrecht getan, wir haben Schuld auf uns geladen und uns aufgelehnt. Von deinen Geboten und Vorschriften sind wir abgewichen.'"
Eine Anregung
Heute, am internationalen Tag der Menschenrechte ist meine Adventsentdeckung der bisher erste und einzige Stolperstein in St. Gallen. Und ausgerechnet heute ist die Webseite zu den Stolpersteinen nicht erreichbar. Vielleicht ändert das ja in Kürze wieder.
Stolpersteine sind kleine Messing-Gedenktafeln, die am Ort des Geschehens in den Boden eingelassen sind. Dahinter steht ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig (*1947). Auch in der Stadt St. Gallen sollen weitere solche Stolpersteine im kommenden Jahr gesetzt werden.
Etwas versteckt an der Kolosseumstrasse 21, unweit vom Bahnhof St. Fiden, wohnte einst Arthur Bernhard Vogt als Sohn einer Schweizerin und eines Tschechen. Geboren 1912 in Gossau war sein Verhängnis, dass er nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft hatte und homosexuell war in einer Zeit, als die Homosexualität (bis 1942) noch unter Strafe stand und danach noch lange diskriminiert wurde. Zudem war er mit seiner beachtlichen Grösse von fast zwei Metern eine auffällige Gestalt.
Nachdem er immer wieder aus verschiedenen Kantonen ausgewiesen und auch mehrfach in der Schweiz inhaftiert wurde, wies man den tschechischen Staatsbürger 1937 aus der Schweiz aus. Das war in der Zeit, als die Einverleibung des Tschechischen Staates in das Deutsche Reich begann. Damit wurde aus dem Tschechen Arthur Vogt der Deutsche Staatsbürger Arthur Vogt.
1943 versuchte Vogt zusammen mit dem Polen Zygmunt Bak bei Lustenau aus Deutschland illegal in die Schweiz auszureisen. Der illegale Ausreiseversuch in die deutschlandfeindliche Schweiz wurde den beiden Männern von deutschen Gerichten als Feindbegünstigung ausgelegt ("...weil er durch seine Flucht die eigene Arbeitsleistung dem Reich entziehen würde...") und sie wurden beide zum Tod durch das Fallbeil verurteilt. Das Urteil wurde am 19. September 1944 in München-Stadelheim vollzogen.
Weltweit gibt es heute schon über 100'000 Stolpersteine. Wie wäre es, wenn du an diesem Menschenrechtstag einen Stolperstein in deiner Region besuchst? Wikipedia listet alle bisher gesetzten 37 Stolpersteine in der Schweiz auf.
Jörg Niederer ist Pfarrer in der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen-Teufen
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